~Info-Brief 07-2017

für die 18. KW
28. April 2017
Was ist zu tun:

  • Flugloch auf maximale Größe bringen
  • Drohnenrahmen schneiden
  • Erweitern
  • Schwarmkontrolle
  • Ablegerbildung
  • Königinnenvermehrung

Am Bienenstand

Brrrrr-Brief, ist das kalt!
Kirchhain (cd) Wo bleibt das Flug-wetter? Die letzten Tage gab es einen Kälteeinbruch mit zum Teil erheblichen Frostschäden. Die Bienen und die Imker/innen sitzen zu Hause und warten auf die Wärme. Ihre Bienen sind aber auch bei der Kälte nicht völlig untätig gewesen. Sie haben sich weiter entwickelt. In den nächsten Tagen kommt die Wärme zurück und dann geht „die Post“ ab. Selbst auf den kälteren Standorten beginnt der Raps zu blühen. Leider ist es in vielen Regionen Deutschlands noch zu trocken. Pflanzen unter Trockenstress können aber nur wenig Nektar absondern. Trotzdem bin ich optimistisch. Die eher trockenen Jahre sind die „Imkerjahre“.

Lassen Sie die Bienen nicht schwärmen!
Die moderne Imkerei unterbindet das Schwärmen. Und das aus gutem Grund:
Das abgeschwärmte Altvolk fällt wochenlang für die Honigproduktion aus. Den Schwarm zu fangen ist zeitintensiv und nicht immer ungefährlich. Außerdem sind Sie bei „der Abreise“ selten dabei. Fast jeder nicht gefangene Schwarm wird noch vor dem Winter verenden. Das darf nicht passieren, geschieht aber leider viel zu oft. In manchen Ballungsgebieten hat die Bevölkerung, die Feuerwehr und Polizei das Schwärmen auch schon satt. Sie können das verhindern.

Vertrauen ist schlecht, Kontrolle ist besser
Im geteilten Brutraum kann besonders schnell und einfach durch die Kippkontrolle die beginnende Schwarmlust festgestellt werden. Vorausgesetzt das Hauptbrutnest befindet sich in der oberen Zarge. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die hochgekippte Zarge prall gefüllt mit Bienen, aber trotzdem leicht ist. Ist die obere Kiste schwer und verhonigt, dann wurde oft ein Fehler in der Völkerführung gemacht und Ihnen ist ein schwarmtriebiges Volk sicher. Im ungeteilten Brutraum, wie Dadant, werden stellvertretend drei Brutwaben auf Schwarmzellen kontrolliert. Sobald bestiftete Weiselzellen auftauchen geht es los.

Der Drohnenrahmen
…ist auch ein gutes „Schwarmbarometer“. Wird der Baurahmen zügig und in einer geschlossenen Baulinie ausgebaut, dann ist häufig alles in Ordnung. Wird er nur zögerlich angenommen, bricht die Baulinie zusammen und wird er girlandenartig ausgebaut, haben die Bienen „Schwarmfieber“. Der Drohnenrahmen ist außerdem eine gute Varroafalle. Durch regelmäßiges Entfernen verdeckelter Drohnenbrut können Sie die Vermehrung der Varroa-Milbe dämpfen. Bitte verzichten Sie darauf nicht.

Vorbeugen ist besser als Heilen!
Der Schwarmtrieb ist eine natürliche Sache und tritt bei einem vitalen Bienenvolk in der Regel im Laufe des Frühjahrs ein. Er lässt sich aber hinauszögern und minimieren. Einige Faktoren begünstigen den Schwarmtrieb: Die Genetik, das Alter der Königin und das Alter des Wabenwerks. Darauf können Sie leicht Einfluss nehmen. Droht es in der Kiste eng zu werden, fördert das auch den Schwarmtrieb. Das können Sie leicht beeinflussen. Die Erweiterungszarge hat auf dem Bienenvolk zu warten, nicht umgekehrt. Deshalb sollten Sie stark vorauseilend erweitern. Selten wird zu früh erweitert, oft zu spät. Lassen Sie die Bienen viel bauen und fördern Sie die brutraumferne Honigeinlagerung. Hat sich ein dicker Futterkranz über dem Brutnest gebildet, wird noch mehr Nektar im Brutnest anstatt im Honigraum eingelagert. Die freien Zellen für die Königin werden knapp. Noch stärker als Nektar und Honig fördert Pollen den Schwarmtrieb. Pollen wird nicht umgelagert, sondern höchstens verbraucht. Bei einem Überangebot können Sie überzählige Pollenbretter entfernen und Platz für das Brutnest schaffen.

Werden Sie zum Saboteur!
Ist der Schwarmtrieb entfacht, sollten Sie Schwarmverhinderung betreiben. Die Minimalvariante ist, dass Sie im Wochenrhythmus die Weiselzellen entfernen. Natürlich dürfen Sie keine übersehen. Mit der richtigen Technik und etwas Übung schaffen Sie das leicht. Besonders schnell geht Zellenbrechen in der Dadant-Beute. Diese Methode hat den geringsten Ein-fluss auf den Honigertrag. Lassen sich die Völker damit nicht „im Zaum halten“, sollten Sie nach einer schwarmträgeren Genetik Ausschau halten. Vorausgesetzt es ist zu keinem Fehler in der Völkerführung gekommen. Wenn Sie das nicht möchten, dann müssen Sie das Volk stärker manipulieren. Starkes Schröpfen durch Entfernen von mehreren Brutwaben reduziert nicht nur den Schwarmtrieb, sondern leider auch den Honigertrag. Der Zwischenbodenableger reduziert den Honigertrag weniger und ist deshalb besser.

Wer den Schwarmtriebunterbindet …
muss selber für die Vermehrung sorgen. Das frühzeitige Entnehmen von einer Brutwabe pro Volk führt zu keinen großen Leistungseinbußen. Kann aber ein im Schwarmdusel befindliches Volk wieder „auf die Spur“ bringen. Außerdem schröpfen Sie mit jeder gedeckelten Brutwabe Varroamilben ab und entlasten das Altvolk. Wie beim Erweitern gilt: frühzeitig handeln. Ein Ende April/Anfang Mai erstellter Ableger aus einer Brutwabe schafft es, eine gute Königin und konstanten Futterstrom vorausgesetzt, problemlos zu einem starken Volk heranzuwachsen. Das moderate Schröpfen ist im geteilten Brutraum durch das stärker zergliederte Brutnest einfach. Etwas schwieriger ist es bei Dadant, vor allem wenn durch ein Schied das Brutnest kompakt angelegt wurde. Ein „Brutbrett“ einer Dadantwabe hat nichts mehr mit moderatem Schröpfen zu tun. Entnehmen Sie ein „Brutbrett“, schränkt das neben dem Schwarmtrieb später auch die Honigleistung ein. Eine etwas schwächere Brut-Pollen-Futterwabe ist zur Ablegerbildung besser geeignet.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel ist nach dem Spiel …
Ein Jungvolk auf neuem Wabenbau mit einer jungen Königin aus leistungsgeprüfter Nachzucht macht Ihnen das Imkern im kommenden Jahr leicht. Hier stimmt nicht nur die Voraussetzung zur schwarmfreien Völkerführung, sondern auch zur problemlosen Überwinterung und zu einem guten Honigertrag. Ein Kreislauf, bei dem Sie jetzt einsteigen können. Also, worauf warten Sie noch …
Kontakt zum Autor: christian.dreher@llh.hessen.de

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