~ Info-Brief 27-2016

für die 51. bis 52. KW
16. Dez. 2016

Das Bienenjahr 2016

Mayen (co) – In unserem letzten Brief des Jahres 2016 wollen wir noch ein-mal Rückschau halten auf das nun zu Ende gehende Jahr. Optimistisch stimmte zunächst die Auswinterung im Frühjahr. Etwas mehr als 90 % aller Völker überlebten nach Angaben der vielen tausend sich an unserer Erhebung beteiligten Imker im Mittel den letzten Winter (IB 7/2016). Der Trachtbeginn lag im Mittel der mehr als einhundert elektronischen Trachtbeobachtungsstellen des TrachtNets um den 24. März in der zwölften Kalenderwoche. Ein Jahr zuvor lag er zwei Wochen später und im Jahre 2014 zwei Wochen früher – natürlich immer regional schwankend. Im Vergleich zu weiteren Jahren war es ein eher früher Trachtbeginn. Dies hatte nachweislich Einfluss auf die Varroaentwicklung, und so wurden bereits im Sommer und auch im Herbst in den Völkern des Deutschen Bienenmonitorings mehr Milben festgestellt als im Jahr 2015 mit einem späteren Trachtbeginn, aber weniger als im Sommer und Herbst 2014 mit einem sehr frühen Beginn. Die gerade abgeschlossene Umfrage zu den aktuellen Völkerverlusten im Spätsommer und Herbst 2016 belegt eine erhöhte, wenn auch nicht drama-tische Sterblichkeit der Völker von 4 bis 5 Prozent (s. u.). Danach erwarten wir für den jetzigen Winter deutschlandweit Verluste von etwa 16 bis 18 %. Dabei wird es nicht alle Imker gleich treffen. Wahrscheinlich wird die Mehrheit der Imker ohne Verluste sein, vorausgesetzt die Varroabehandlungen wurde fachgerecht durchgeführt. Hat noch keine Winterbehandlung stattgefunden bieten sich in den nächsten Tagen ideale Bedingungen zur Anwendung der Oxal- oder Milchsäure. Tagesaktuelle und standortspezifische Behandlungsbedingungen können über unser Internetportal www.varroa-wetter.de jederzeit abgerufen werden. Hinweise zur Winterbehandlung hatten wir im letzten Infobrief (IB 26/2006) gegeben.

Der Trachtverlauf war im Frühjahr noch zufriedenstellend und es konnten im Bundesmittel 15,5 kg je Volk geerntet werden. Dabei gab es aber deutliche Unterschiede. Während in den nord- und ostdeutschen Bundesländern überdeutliche Erträge mit über 25 kg erzielt wurden, mussten sich die Imker im Süden und Südwesten mit weniger als 15 kg zufrieden geben (IB 20/2016). Der von den Imkern gemessene Wasser-gehalt des Honigs lag im Mittel bei 17,4 %.

Die Sommertrachternte fiel mit durchschnittlich 12 kg je Volk schlechter aus, wobei der Osten wiederum deutlich mehr Honig hervorbrachte als der Westen. Der Wassergehalt lag im Schnitt bei 17,6 % in manchen Regionen über 18 % (IB 22/2016).

Bei vielen Imkern gehen die Vorräte bereits jetzt zu Ende. Sollten Sie die Gelegenheit haben Honig zuzukaufen, lassen Sie sich die Qualität und Herkunft schriftlich bescheinigen. Sollten Sie Ihren Kunden keinen Honig mehr anbieten können, notieren Sie sich Kontaktdaten und versprechen ihnen sich zu melden, sobald die neue Ernte 2017 im Glas ist. Das fördert die Kundenbindung und unterstreicht, dass Sie nur eigenen Honig verkaufen.

In eigener Sache:

Unser letzter Brief des Jahres 2015 ging an 20.914 Abonnenten, mit dem heutigen letzten Brief dieses Jahr erreichen wir 23.899 Interessierte, eine Zunahme von fast 3.000. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps und Informationen die eine oder andere Hilfe-stellung geben konnten. Der Informationsfluss erfolgt dabei aber nicht nur in eine Richtung von uns zu Ihnen, sondern die große Bereitschaft unsere Umfragen und Erhebungen zu beantworten zeigt, dass auch wir sehr viel aus der Praxis erfahren und zusammentragen können. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken, insbesondere auch bei denen, die unsere Umfragen in den Vereinen bewerben und weitertragen. Das Redaktionsteam des Infobriefs wünscht Ihnen ein frohes Fest, Gesundheit und Zufriedenheit und auch eine wieder bessere Ernte im kommenden Jahr.
Kontakt zum Autor:  Christoph.Otten@dlr.rlp.de

Herbstverluste in Thüringen:
(Deutschland gesamt in Klammern)

Meldungen:                           187   (9.015)
eingewinterte Völker:       2.448   (123.800)
Verluste an Völkern:             85   (4.812)
Verluste in %:                        3,5   (3,9)

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Neben den redaktionellen Arbeiten für den Infobrief entstehen uns Kosten für die Betreuung der technischen Abwicklung, für unsere Erhebungen und Umfragen, die Abonnentenverwaltung und die Weiterentwicklung des „Varroawetters“. Dies kann nicht alleine aus den uns zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln getragen wer-den. Wenn Sie uns unterstützen wollen:

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