~Info-Brief 27-2017

für die 47. KW
17. Nov. 2017

Was zu tun ist:

  • Varroakontrolle
  • Vorbereitung der Winterbehandlung
  • Schutz vor Schädlingen

Am Bienenstand

Mayen – (co) Auch wenn jetzt auf den Bienenständen langsam Ruhe eingekehrt ist, darf die Varroamilbe nicht in Vergessenheit geraten. Nahezu alle Bienenvölker werden weiterhin parasitiert. Abhängig von der Befallsentwicklung im Jahresverlauf, dem Behandlungserfolg im Sommer und der standortabhängigen Reinvasion von Milben wird eine Winterbehandlung in der Regel notwendig sein. Als Faustregel gilt: Fällt im Winter in brutfreien Völkern innerhalb von zwei Tagen mehr als eine Milbe muss eine Behandlung durchgeführt werden. Infrage kommen aufgrund der niedrigen Temperaturen nur Oxalsäure oder Milchsäure, da diese im Gegensatz zur Ameisensäure oder Thymol nicht auf Verdunstung beruhen, sondern von den Bienen (Oxalsäure träufeln) oder direkt vom Imker (Milchsäure versprühen) verteilt werden. Das Verdampfen der Oxalsäure besitzt keine Zulassung in Deutschland. Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Eingriffe den Bienen im Winter kaum oder nicht schaden. Beim einmaligen Träufeln von 30 bis 50 ml Oxalsäuredihydratlösung (ad us. vet.) je nach Volksstärke auf die in Wabengassen sitzenden Bienen sollten diese idealerweise eng in der Wintertraube sitzen, da dann die Verteilung zwischen den Bienen optimal verläuft. Zweizargige Völker sollten „aufgeklappt“ werden, um gezielt in die Wintertraube zu träufeln.

Setzt man die Milchsäure ein, ist jede besetzte Wabe einzusprühen, dabei werden je Wabenseite 8 ml Milchsäure in ad us. vet Qualität ausgebracht. Diese Behandlung erfolgt zweimal in einem Abstand von ca. 7 Tagen.

Bei der Behandlung sollten die Bienenvölker möglichst brutfrei sein. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Mitte Dezember vor der Wintersonnenwende der Fall. Unsere langjährigen Erhebungsdaten bestätigen jedes Jahr aufs Neue, dass die Imker, die im Dezember die Winterbehandlung durchführen, die geringsten Winterverluste zu verzeichnen haben. Weitere Informationen zu allen zugelassenen Varroaziden und Bezugsquellen finden Sie unter: https://www.lwg.bayern.de/bienen https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/104406
Kontakt zum Autor: Dr. Christoph Otten christoph.otten@dlr.rlp.de

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
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http://bienenkunde.rlp.de/
Varroawetter
www.varroawetter.de

Quelle: http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2017_27.pdf