~Info-Brief 25-2017

für die 38. KW
22. Sep. 2017

Was zu tun ist:

  • Futtervorrat kontrollieren
  • Pollenversorgung sichern
  • Varroa-Befall kontrollieren und behandeln

Met und seine Vermarktung

Hohenheim (kw) Bei kaum einem anderen Getränk ist es heute möglich, so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen zu erzeugen, wie beim Honigwein bzw. Met. Entscheidend für den Aufbau eines Honigweins und seinen Geschmack sind folgende Hauptfaktoren:
– Honigsorte,
– Gewürzwahl,
– Wasserqualität,
– Gärbedingungen,
– Endalkoholgehalt und
– Restzuckergehalt.
Das sind nur die wichtigsten Kriterien. Dazu kommen die Lagerbedingungen, die Wahl der Hefe, das Füllverfahren und einiges mehr dazu. Dies alles ergibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, so dass kein Met dem anderen gleicht. Anders ausgedrückt: wenn aus einer identischen Honigsorte zehn Imker versuchen einen Honigwein herzustellen, dann werden auch 10 unterschiedliche Produkte entstehen. Um trotzdem seinem Kundenkreis eine nahezu gleichbleibende Geschmacksrichtung anbieten zu können, ist es wichtig, laufend Aufzeichnungen zu führen, um sich damit ein festgelegtes Rezept zu schaffen. Für welche Herstellungsart und welche Produktrichtung sich der Imker auch immer entscheidet, wichtig ist, dass nur reintöniger, fehlerfreier Met auf den Markt kommt. Durch schlechte Qualitäten wird der Konsument nachhaltig vergrämt und ihm so die Neugier auf einen erneuten Metkauf genommen. Damit dies gelingt, ist es notwendig, sich ein fundiertes Fachwissen über Gärtechnik und Kellerwirtschaft anzueignen. Der Met Ansatz in der Gärphase ist quasi ein Lebewesen, dem es möglichst gut gehen sollte. Deshalb muss der Imker die entscheidenden Einflussfaktoren kennen. Hilfreich sind hier die wenigen Fachbücher, die der Buch-handel bietet und natürlich der Besuch von entsprechenden Kursen.

Ein großes Problem, das die Weinwirtschaft seit langem gelöst hat, ist die Beschreibung von typischen Geschmacksrichtungen. Jeder Weinliebhaber kann sich unter einem Trollinger oder Spätburgunder, einem Sauvignon oder Riesling in etwa vorstellen, welches Produkt er nach der Bestellung im Restaurant im Glas erwarten wird. Beim Met fehlt dies leider vollständig und es ist in dieser Richtung auch keine Regelung in Sicht. Der Metkäufer wird letztendlich mit einem Produkt konfrontiert, dass er zunächst nicht einordnen kann und von dem er vielleicht auch eine ganz andere Vorstellung hat. Es bleibt also ein gewisses Restrisiko, ob man mit einer Geschmacksrichtung konfrontiert wird, die man positiv oder eher negativ bewertet. Immer wieder hört man von Mitmenschen, die, wenn man sie auf Met anspricht, kopfschüttelnd abwinken und sagen: „kenn ich, schmeckt mir nicht“. Offensichtlich ist beim ersten Kontakt mit diesem Produkt etwas schief gegangen. Es fehlen uns einfach Kriterien, die im Vorfeld die Geschmacksrichtung definieren könnten.

Was also tun? Damit es möglichst vielen schmeckt, sollte der Imker nicht versuchen, extrem trockene, also Restzucker arme Honigweine oder nur schwach alkoholische Qualitäten herzustellen. Erfahrungsgemäß liegt man mit einem moderaten Restzuckergehalt um 120 g/l und einem Alkoholgehalt um 15%, im richtigen Bereich. Wichtig ist auch die Farbe, die goldgelb am attraktivsten erscheint. Das landläufige Image, Met ist eher lieblich, schmeckt nach Honig, hat eine eher dunklere Färbung und ist alkoholreich, wird damit erreicht. Eher unangenehm und abstoßend werden ein zu hoher Zuckergehalt, vor allem aber ein Zuviel an Gewürzen empfunden. Wir wollen ja keine Glühweintypen herstellen. Der Imker als Hersteller neigt auch etwas dazu, das entstandene Produkt eher positiv zu sehen. Er hat ja auch viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Honig investiert. Es empfiehlt sich aber immer, eine neutrale Bewertung in gemütlicher Runde im Bekanntenkreis durchzuführen, bevor der Met z.B. auf dem Weihnachtsmarkt angeboten wird. Dies gilt vor allem für die Neueinsteiger.

Da der Konsument auch mit dem Auge kauft, ist auf die Flaschenpräsentation großen Wert zu legen. Hier bietet der Handel eine große Auswahl an Größen und Formen an. Viel Phantasie kann man bei der Gestaltung eines zur Flasche passenden Etiketts entwickeln. Hier lohnt sich auch eine Erkundungstour durch den gut sortierten Getränkehandel, die einem reichlich optische Anregungen geben kann.

Kontakt zum Autor: Klaus.Wallner@uni-hohenheim.de

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