~ Info-Brief 25-2016

für die 41. – 42. KW
14. Okt. 2016

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle (Melezitose?)
  • Vereinigen zu schwacher Einheiten
  • Mäusesperren einsetzen
  • kalten Wintersitz vorbereiten
  • Milbenkontrolle

Am Bienenstand

Vorbereitung der Überwinterung
Veitshöchheim (bb) Die Fütterung sollte jetzt auf jeden Fall abgeschlossen sein, was aufgrund der warmen Witterung im September sicher kein Problem war. Wer jetzt noch fehlende Vorräte ergänzen muss, wird erkennen, dass die Bienen wegen der niedrigen Temperaturen in der Nacht das Futter nur langsam abnehmen, ja oft gar nicht. Besser ist hier, bei fehlenden Reserven, Futterwaben zuzuhängen, am besten aus dem Lager, aber evtl. auch aus Völkern, die zu viele Vorräte durch Räuberei angehäuft haben. Dass sie bienenfrei sein müssen, ist selbstverständlich, sonst beginnt die Räuberei bei Flugwetter sofort wieder.

Zu viel Winterfutter!
In einigen Regionen in Bayern trugen die Bienen eine üppige Melezitosetracht ein, teils zu Beginn, teils zum Abschluss der Wintereinfütterung. Einige Imker berichten von 10 vollen Melezitosewaben pro Volk. Hier ist es sehr wichtig, dass der Melezitosehonig aus dem Wintersitz entfernt werden muss. Melezitose direkt um den Bienensitz ist jetzt noch nicht gefährlich, da er bis zum Winter noch verbraucht werden kann. Aber in Bereichen, zu denen die Bienen während der fluglosen Zeit gelangen, würde der „Zementhonig“ dazu führen, dass die Kotblase der Bienen mit unverdaulichen Zuckerkristallen gefüllt, aber keine Energie dabei gewonnen würde, d.h. sie würden verhungern, obwohl die Futterwaben gut gefüllt sind. Zum Aufschluss von Melezitose-Honig brauchen die Bienen Wasser und Wärme; und beides ist im Winter kaum vorhanden.

Die reiche Tracht ließ die Bienen teilweise die Waben so volltragen, dass die Wintertraube auf Futter sitzen müsste. Das würde sie aber nicht überstehen, deshalb ist es wichtig, am Rand des Bienensitzes vollgetragene Waben zu entfernen, den verbleibenden Wabenblock in der Mitte auseinanderzurücken und mindestens zwei Leerwaben einzuhängen. Hier können sich die Bienen zur Traube formieren und ihre Temperaturregulation gut aufrechterhalten. Wenn die Leerwaben jetzt eingehängt werden, schaffen es die Bienen auch noch, ihre Vorräte so um den Wintersitz anzuordnen, dass sie sie auch bei niedrigen Temperaturen immer gut erreichen können.

Kein Einlass für Mäuse
Sowohl Feld-, als auch Spitzmäuse suchen einen warmen, trockenen Überwinterungsplatz mit guter Futterversorgung. So ein Bienenvolk, das aufgrund der Witterung den Flugbetrieb eingestellt hat, scheint für sie ideal. Entweder sie nisten sich in nicht besetzten Bereichen der Beute ein, oder sie besuchen das Bienenvolk regelmäßig, um sich Nahrung zu beschaffen. Beides gilt es zu verhindern, denn durch die Störungen sitzt das Bienenvolk unruhig und verbraucht dadurch deutlich mehr Energie, die durch erhöhte Futteraufnahme ergänzt werden muss. Deshalb lautet die Devise: Wir sperren die Mäuse aus! Dies gelingt entweder durch im Handel erhältliche, punktgeschweißte Mäusegitter oder flache Flugkeile, durch die die Bienen ein- und ausfliegen können, wenn es die Witterung erlaubt, aber die den Mäusen und Spitzmäusen den Zutritt verwehren. Sie müssen so rechtzeitig angebracht werden, dass die Mäuse nicht bereits im Kasten sind und damit eingesperrt werden!

Kalter und trockener Wintersitz
Dort, wo Waben an der Beutenwand anliegen, kann sich durch das Temperaturgefälle zwischen Bienentraube und Umgebungskälte leicht Schwitzwasser bilden, das zum Ausgang des Winters zu Schimmelbildung führen kann. Wenn im Zweiräumer in beiden Räumen jeweils die Randwaben durch Mittelwände ersetzt werden, stehen den Bienen immer noch genügend Waben zur Verfügung, um in der Traube zu sitzen und genügend Vorräte zur Verfügung zu haben. Im Einräumer wäre das Entfernen der beiden Randwaben zu viel Verlust an Futter. Hier kann aber eine Wabe entfernt werden, so dass der gesamte Wabenblock in die Mitte gerückt werden kann. Die entnommenen Waben werden im Lager kühl, dunkel und trocken aufbewahrt. Bei Futterknappheit zum Ausgang des Winters können Sie dann gute Dienste leisten.

Auch der Varroaeinschub wird nur eingesetzt, wenn der Milbenbesatz erfasst oder eine Behandlung durchgeführt wird. Dadurch erreichen wir ein frühzeitiges Brutende in den Völkern und können die Restentmilbung durchführen.

Wie viele Varroamilben sind noch in den Völkern?
Wenn die letzte Ameisensäure-Behandlung länger als 2 Wochen zurückliegt, sollten wir den Milbenbesatz unserer Bienenvölker ermitteln. Denn nur, wenn wir wissen, wie viele Milben in den Völkern vorhanden sind, können wir entscheiden, wann wir unsere Winterbehandlung durchführen, oder sogar noch eine Zwischenbehandlung einschieben müssen. Mit dem Varroaeinschub unter dem Gitterboden lassen sich einfach und, ohne die Völker zu stören, die natürlichen Milbenabfälle der einzelnen Völker feststellen. Wenn wir jede abgefallene Milbe pro Tag mit 500 multiplizieren, erhalten wir die ungefähre Zahl an Milben im Bienenvolk. Deshalb sollten wir bereits beim Abfall von einer Milbe pro Tag und Volk eine Behandlung anstreben, denn 500 Milben in der Wintertraube führen zu unruhigem Sitz, langem Bruteinschlag und erhöhtem Futterverbrauch. Bei einer Auswaschprobe, die einen Bienenmilbenbefall von 2 % und mehr ergibt, verhält es sich ebenso.

Die Milbenkontrolle in diesem Jahr ist sehr wichtig, da in vielen Regionen zur Zeit der Sommerbehandlung kaum Milben in den Völkern vorhanden waren. Aber die sehr warmen Flugtage im September bescherten behandelten Völkern zum Teil hohe Zahlen an Milben, die über die Reinvasion aus zusammenbrechenden Einheiten in diese gelangten. Zudem wiesen die Völker Ende September je nach Alter der Königinnen enorme Brutflächen auf, in denen sich diese Milben ungestört vermehren konnten, wenn wir ihren Zuflug nicht bemerkt hatten.

Kontakt zur Autorin Barbara Bartsch: barbara.bartsch@lwg.bayern.de

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