~Info-Brief 23-2017

für die 37. KW
8. Sep. 2017

Was zu tun ist:

  • Auffütterung abschließen
  • Befallskontrolle
  • Behandlung nach der Auffütterung

 

Am Bienenstand – Varroabehandlung

Münster (mh) Nach der ersten bereits erfolgten Sommerbehandlung der Bienenvölker mit Ameisensäure 60 % ad us. vet. nach der Honigernte, sollte sich eine regelmäßige Befallskontrolle über die Sichtung und Zählung gefallener Milben auf der Bodeneinlage anschließen. Auch eine Bienenprobe gibt genauere Informationen über den Befallsgrad im Volk. Die zweite Behandlung mit Ameisensäure (60%ig) erfolgt im Anschluss an die Auffütterung. Für diese Behandlung liegt die empfohlene tägliche Verdunstungsmenge bei sechs bis zehn Milliliter Ameisensäure über einen Zeitraum von zehn Tagen, dies entspricht einer Menge von durchschnittlich 80 ml pro besetztem Raum (ca. 40 l in einer Kunststoffbeute mit 11 Waben). Über die Dochtgröße ist die Verdunstungsmenge gut steuerbar. Diese Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf den Nassenheider Verdunster, eingeschraubt im Leerrähmchen und im Anschluss an eine Deckwabe eingehängt. Beim Einsatz anderer Verdunstertypen bitte die Gebrauchshinweise beachten. Es gibt seit Jahren eine Vielzahl an Varianten. Schlussendlich ist der Behandlungserfolg, mit dem Ziel im Oktober/November durchschnittlich einen täglichen Milbentotenfall von weniger als 0,5 Milben zu erreichen, von entscheidender Bedeutung. Die Handhabung und Einstellung der Verdunstungsmenge erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Trotzdem ist der Wirkstoff Ameisensäure 60% ad us. vet. das Mittel der Wahl für eine erfolgreiche Reduktion der Milbenpopulation in den Sommermonaten und sichert die Gesunderhaltung der schlüpfenden Winterbienen. Die Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Säuren sollten ohne Einschränkung eingehalten werden. Dazu gehören: die Verwendung der gebrauchsfertigen Lösung, das Tragen von Schutzkleidung (Kittel, festes Schuhwerk), Schutzhandschuhen und Schutzbrille und das Bereitstellen von Wasser, um Säurespritzer sofort abwaschen zu können. Ameisensäure immer im Originalgebinde und für Kinder unerreichbar und unter Verschluss aufbewahren. Die Verwendung der gebrauchsfertigen Lösung (Serumwerk Bernburg, Andermatt Biovet) garantiert die Qualität des Tierarzneimittels, die Herstellung unter den Vorgaben des europäischen Arzneibuchs und damit keinerlei Kontamination mit Schwermetallen und anderen industriellen Abfallstoffen.

Für die Behandlung der Varroose im Sommer bzw. Spätsommer sind nun auch weitere Medikamente zugelassen worden. Dazu gehören Polyvar® von Bayer mit dem Wirkstoff Flumethrin und Apitraz® von Calier mit dem Wirkstoff Amitraz. Es ist davon auszugehen, dass bei beiden Medikamenten zunächst eine ausreichende Wirksamkeit zu verzeichnen ist. Allerdings steigt bei mehrjähriger Verwendung das Risiko der Bildung von Resistenzen, was besonders in Gebieten mit hoher Bienendichte zu schwerwiegenden Problemen in der medikamentösen Varroabekämpfung führen kann.

Kontakt zur Autorin: marika.harz@lwk.nrw.de