~Info-Brief 20-2017

für die 31. KW
28. Juli 2017

 Was zu tun ist:

  • In Regionen mit Trachtende:
    • Völker abernten
    • Futterkontrolle
    • Varroabehandlung beginnen
  • In Regionen mit Tracht:
    • Befallskontrolle
    • Varroabehandlung vorbereiten
  • Winterfutter besorgen

 

Am Bienenstand

Die Varroabekämpfung steht jetzt an!

Veitshöchheim (sb) Das Bienenjahr neigt sich nun langsam zu Ende. In vielen Regionen sind die Trachtquellen weitgehend versiegt. Entsprechend haben die ersten Imkereien in Regionen ohne Spättracht schon damit begonnen abzuräumen. Hier steht die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder Thymol also schon unmittelbar bevor. Aber auch in den Regionen mit noch vorhandener Tracht sollte die Varroaentwicklung und –bekämpfung frühzeitig berücksichtigt und eingeplant sein. Keinesfalls darf man sich von einem niedrigen Varroabefall in Nachbarständen täuschen lassen. Der Befallsgrad verschiedener Stände in einer Region kann sich sehr stark unterscheiden. Letztlich ist der Befallsgrad der Völker für den richtigen Zeitpunkt der Behandlung ausschlaggebend und nicht der jeweilige Trachtverlauf. Im letzten Infobrief (Infobrief2017_19 vom 28.07.2017) wurden die Methoden der Befallsbestimmung vorgestellt. Jetzt muss abhängig vom gewählten Verfahren der Befallsbestimmung und vom Befallsgrad reagiert werden. Hierfür können die Angaben von Schadschwellen zur Orientierung dienen. Diese Angaben sind natürlich nur grobe Näherungswerte, s. Tabelle.

Diese Werte können natürlich nur zur groben Orientierung dienen. Sie sind klar abhängig von dem jeweiligen Volkszustand. Ein schwaches Volk, mit gleichem, natürlichen Milbenabfall wie ein starkes Volk, ist deutlich stärker gefährdet.

Der Varroa an den Kragen

Nach dem Abräumen der Honigräume wird zuerst eine Futterkontrolle durchgeführt. Da wo Bedarf ist, einen kurzen Futterstoß geben. Dann kann es mit der Behandlung losgehen. Wichtig für die Behandlung der Völker ist die Anwendung von gut erprobten, wirkungsvollen Behandlungsvarianten. Eine gute Orientierung bieten die Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, diese sind erprobte Konzepte die eine erfolgreiche Varroabekämpfung gewährleisten, z.B.:

Behandlungskonzept Bayern

Behandlungskonzept Hohenheim

Behandlungskonzept Kirchhain

Während bei der Behandlung der Völker mit Thymol fertige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen, ist das bei der Ameisensäure anders. Neben dem Tierarzneimittel Mite Away Quick Strips®(MAQS®) ist die Anwendung von Ameisensäure 60% ad us. vet. in verschiedenen Anwendungsformen weit verbreitet. Hierbei ist aber nicht jede Anwendungsform gleich wirksam.

Eine größtmögliche Wirksamkeit der Ameisensäurebehandlung kann durch die Verwendung eines Verdunstersystems erreicht werden. Verdunster wie der Nassenheider professional, Nassenheider horizontal oder der Liebig-Dispenser zeigen sehr günstige Behandlungsergebnisse und bieten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Verdunstersysteme werden nach dem Entfernen eventueller Wachsbrücken auf die Rähmchen aufgestellt. Als zusätzlicher Raum bietet sich eine Flachzarge oder ein umgedrehtes Futtergeschirr an. Es geht auch eine leere Vollzarge, aber je weniger zusätzlicher Raum umso besser. Die Verdunster verfügen über eine Skalierung an den Vorratsbehältern mit deren Hilfe die Verdunstungsmenge abgelesen werden kann und mit den in der Gebrauchsanweisung angegeben Werten für eine optimale Behandlung verglichen werden können. Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure 60% ad us. vet.! Alternativ zu den Verdunstern konnten auch mit dem Mite Away Quick Strip®(MAQS®) hohe und verlässliche Behandlungserfolge erzielt werden.

Video zur Behandlung mit dem Nassenheider professionell

 

Das Wetter unbedingt beachten!

Für Ameisensäure wie für die Thymolpräparate gilt, der Wirkstoff wird durch Verdunstung freigesetzt und diese ist von den Außentemperaturen abhängig. Für eine gute Wirksamkeit der Behandlung sind aus-reichend hohe Tageshöchsttemperaturen Voraussetzung! Hier kann das „Varroawetter“ bei der Entscheidung wann die Behandlung am besten durchzuführen ist helfen. Das Varroawetter gibt eine grobe Orientierung, ob für die jeweils gewählte Behandlungsvariante für den geplanten Zeitpunkt günstige Witterungsbedingungen bestehen. Natürlich kann das nur eine grobe Orientierung sein. Es ist eine Prognose und kann nicht die kleinklimatischen Bedingungen jedes Bienenstandes berücksichtigen. Das Varroawetter finden Sie unter: Zugang für Rheinland-Pfalz über www.bienenkunde.rlp.deZugang für Bayern über Varroawetter Bayern

Oder Zugang bundesweit über Postleitzahl auf: www.varroawetter.de

Kontakt zum Autor: stefan.berg@lwg.bayern.de

Schadschwellenbestimmung mit der Bodeneinlage im Juli (Landesanstalt für Bienenzucht Hohenheim):

< 5 Milben / Tag = „akut noch keine Gefahr“
5–10 Milben / Tag = starker Befall und Behandlung zeitnah durchführen.
10 Milben / Tag = sofortige Maßnahmen einleiten.

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Quelle:www.bienenkund.rlp.de