Info-Brief 20-2016

für die 33. KW
12. Aug. 2016

Was zu tun ist:

  • Füttern
  • Varroabehandlung
  • Wintersitz herrichten
  • Wabenschutz
  • Räuberei vermeiden

Am Bienenstand

Bitte entrümpeln!
Hohenheim –(tk) In der Regel ist die erste Ameisensäure-Behandlung bei den Wirtschaftsvölkern abgeschlossen (Stichtag 01.08.!) und die Fütterung steht an. Sofern noch nicht geschehen, sollte jetzt die Gelegenheit wahrgenommen werden möglichst viel altes und fehlerhaftes Wabenmaterial aus den Völkern herauszunehmen. Je nach Betriebsweise geht man dabei unterschiedlich vor. Ob „zargenweise“ (Zargenimkerei) oder „handverlesen“ (Wabenimkerei) ist Geschmackssache – und ab einer gewissen Völkerzahl natürlich auch eine Zeitfrage!
Seien Sie bei der Entrümpelung bitte nicht zu zaghaft –schmeißen sie raus was geht! Machen Sie nicht den Fehler jede Brutzelle retten zu wollen! Gleiches gilt für Pollen: schwarze Pollenwaben und alter Pollen – raus damit! Unsauber ausgebaute Waben – ab ins Recycling!

Anmerkung:
Manche ImkerInnen  entnehmen den Völkern ca. zwei Wochen vor Trachtende (Mitte Juli) die komplette Brut und erreichen dadurch eine sehr starke Reduzierung der Varroa und die Völker starten auf frischem Wabenmaterial nochmals richtig durch. Für diese Maßnahme ist das Jahr jetzt aber schon zu weit fortgeschritten!

Sitzordnung!
Wo nötig sollten die Völker jetzt auch nochmals „zentriert“ werden – das kann besonders bei Ablegern, die ein asymmetrisch eingeengtes Flugloch hatten – erforderlich sein.

Ein-oder zweiräumig?
Bei zweiräumiger Überwinterung werden alle Brutwaben in der unteren Zarge untergebracht, in der oberen sind helle ausgebaute Waben, die reichlich Futter aufnehmen können. Bei einräumiger Überwinterung werden die Völker vor der Auffütterung auf eine Zarge eingeengt. Völker, die für eine Zarge zu stark sind, überwintert man natürlich zweiräumig und entfernt dann ggf. im Frühjahr die untere Brutraumzarge, sofern man mit einem Brutraum imkern möchte. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch für Standorte, die für einen erhöhten Futterverbrauch bekannt sind – bei einzargiger Überwinterung im 10er-Zandermagazin kann das Volk ca. 15 kg Futter (~ 10 kg Zucker) einlagern. Bei entsprechendem Standort und / oder ungünstigem Witterungsverlauf kann das im Frühjahr schon mal knapp werden. Gut ist es dann, wenn auf Futterwaben von überversorgten Zweizargern zurückgegriffen werden kann.

Merke:
Altvölker verlieren jetzt kontinuierlich an Bienenmasse – Ableger hingegen wachsen noch!

Nachdem altes Wabenwerk entfernt und der Sitz korrigiert wurde, kann das Volk aufgefüttert werden. Gerade bei einräumiger Überwinterung (Zandermaß) muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Völker nicht überfüttert werden – es muss immer noch genügend Platz für die Königin zur Eiablage bleiben! (Entsprechendes gilt für DN)

Räuberei!
Grundsätzlich gilt zu dieser Jahreszeit der Räuberei vorzubeugen! Die Fluglochgröße muss der Volksstärke angepasst sein. Bei der Arbeit an den Völkern keine Waben herumstehen lassen und zügig arbeiten! Das Füttern erfolgt vorzugsweise in den Abendstunden. Kommt es doch zur Räuberei muss das Flugloch des beräuberten Volkes weiter eingeengt werden. Zusätzlich sollte geeignetes Material (z.B. Stroh, belaubte Zweige,…) zum Schutz direkt vor das Flugloch gelegt werden. Beachten Sie aber auch, dass die Räuber dann versuchen, bei den Nachbarvölker einzudringen!

Gemülldiagnose!
Wie gut die erste Ameisensäurebehandlung gewirkt hat können Sie zwei Wochen nach deren Abschluss wieder über den natürlichen Milbenfall überprüfen. Sofern Sie es irgendwie einrichten können, sollten Sie auf diese Diagnosemöglichkeit nicht verzichten – die erfassten Daten helfen Ihnen bei der Beurteilung Ihrer Völker und helfen Ihnen die Dynamik der Befallsentwicklung bzw. der Bekämpfungserfolge besser zu verstehen.

Ameisensäurebehandlung„Die Zweite“
An die Auffütterung schließt sich nochmals eine Ameisensäurebehandlung an – wie immer sollte dabei wieder die Wettervorhersage für Ihre Region unter Berücksichtigung des Mikroklimas am Standort (Südhang im Weinberg oder im schattigen Wäldchen?!) beachtet werden, damit die erforderlichen Verdunstungsmengen erreicht werden. Geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich positiv auf die Verdunstung aus!
Bei den Ablegern hat man je nach Entwicklungsstand und Varroabefall eventuell noch mit der Ameisensäurebehandlung abgewartet – diese sollte dann aber praktischer Weise zeitgleich mit der zweiten Behandlung der Wirtschaftsvölker erfolgen.
Kontakt zum Autor:thomas.kustermann@yahoo.co.uk

 

www.varroawetter.de
Im Internetportal varroawetter.de werden deutschlandweit tagesaktuelle und standortgenaue Hinweise zur wetterabhängigen Anwendung der verschiedenen Varroabekämpfungsformen gegeben. Durch die Eingabe der PLZ eines Bienenstandes erhält man temperatur- und luftfeuchteabhängige Einschätzungen zur wahrscheinlichen Wirksamkeit und Bienenverträglich der einzelnen Anwendungsformen für den aktuellen Tag und darüber hinaus die kommenden sechs Tage. Die Bewertung erfolgt auf der Basis der regionalen Wetterprognosen.
Jetzt wurden auch die ameisensäurehaltigen MAQS-Streifen aufgenommen.
Hinweis: Vereinzelte PLZ-Bereiche lassen sich nach einer System-Umstellung leider noch nicht aufrufen. Sollte Ihr Bienenstand davon betroffen sein bitten wir um kurze Mitteilung über: Meldunginaktiver PLZ

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