~Info-Brief 17-2017

für die 28. KW
07. Juli 2017

Was zu tun ist:
Nach dem Abschleudern:

  • Futtervorrat kontrollieren und erste Futtergabenbei Bedarf
  • Befallskontrollen
  • befallsabhängige Varroabehandlung oder
  • wenn keine Kontrolle Beginn der Varroabehandlung

 

Trachtverlauf 2017 und Trachtende

Mayen(co) Jahr für Jahr zeigt sich aufs Neue, wie sich die Trachtverhältnisse von Region zu Region und jährlich unterscheiden. Dabei spielen nicht nur Menge des Nektar- und Polleneintrags eine Rolle, sondern auch Trachtbeginn, Trachtende und Trachtlücken.

Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Berichte in den damaligen Imkerzeitschriften veröffentlicht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Beobachtungen mittels mechanischer Wagen nach und nach systematisch ausgebaut. Heute liefern elektronische Waagen fast im Minutentakt Informationen zur Sammelaktivität der Bienen, wenn gewünscht von jedem Punkt der Erde. Die modernen Datenübertragungstechniken bieten die Möglichkeit, Beobachtungen beliebig vieler Stationen zu bündeln und als Langzeitbeobachtungen zu speichern. Damit besteht die Möglichkeit, den Trachtverlauf über Jahre zu dokumentieren, eine wichtige Maßnahme, um den Einfluss des Klimawandels längerfristig zu verfolgen. Mittlerweile sind deutschlandweit über 250 Wagen vernetzt und liefern täglich ihre Messergebnisse an einen zentralen Server.

Da von den Waagen intern (also nicht öffentlich) die Standorte genau bekannt sind, können die verschiedenen Regionen Deutschlands im Trachtverlauf eines Jahres miteinander verglichen werden.

Um den Trachtverlauf zu dokumentieren, kann man die Tagesdifferenzen vom Beginn eines Jahres Tag für Tag aufsummieren. In den ersten Wochen eines Jahres verzeichnet man einen kontinuierlichen Abfall der Stockgewichte, der auf Futterzehrung beruht. Ab März oder April kann man eine Umkehr in den positiven Bereich mit täglich zunehmenden Gewichten beobachten. Dieser Umkehrpunkt kann als Trachtbeginn eines Jahres in einer Region definiert werden („theoretischer Trachtbeginn“). Fasst man Trachtbeginn und folgende Wintersterblichkeit der letzten Jahre statistisch zusammen, ergibt sich eine Abhängigkeit der Winterverluste vom Trachtbeginn. Je früher der Trachtbeginn, desto höher fallen die folgenden Winter-verluste aus. Dem kann aber durch konsequente Varroabekämpfung entgegen gewirkt werden.

Nach vorläufigen Berechnungen lag der „mittlere Trachtbeginn“ in diesem Jahr um den 25. März, von Region zu Region natürlich unterschiedlich. Die Dichte der Messstationen in den einzelnen Bundesländern ist im Moment noch sehr unterschiedlich, so dass die Grafik nicht alle Bundesländer wiedergeben kann. Für 2017 erkennt man den Trachtbeginn Ende März, gefolgt von einer Trachtlücke Mitte April mit Frosttemperaturen, die an vielen Orten Blüten zerstörten, im Obstbau enorme Ernteausfälle mit sich brachten, und die Bienen für Tage auf ihre Futterreserven

zurückgreifen mussten. Danach schnellten die Volksgewichte in die Höhe, wobei allerdings in manchen Regionen die Sammelbedingen der Bienen in der Frühtracht weniger gut waren. Dies wird insbesondere in Nordrhein-Westfalen deutlich, wo auch die von den Imkern gemeldeten Ertragsdaten der Frühtracht in unserer Umfrage deutlich unter dem Bundesschnitt lagen.

(Die Ergebnisse dieser noch laufenden Umfrage werden wir in zwei Wochen hier im Infobrief veröffentlichen.)

Aktuell liefern die Waagen wieder Gewichtsabnahmen und vielerorts steht das Trachtende bevor oder ist sogar schon eingetreten, etwas früher als im langjährigen Mittel. Ob eventuell noch Spättrachten/Waldtrachten zu erwarten sind, muss regional bewertet werden. Hier hilft aber an manchen Standorten ein Blick auf die nächst gelegene Trachtwaage des TrachtNets. Damit steht die Sommertrachternte auf vielen Bienenständen kurz bevor. Wird abgeerntet, muss den Völkern, wenn man ihnen nicht ausreichend Vorräte belässt, umgehend erstes Futter gereicht werden. Unsere Erhebungen haben gezeigt, dass Völker, die zu spät erste Futtergaben erhalten, häufiger im Winter sterben. Das heißt aber nicht, dass sie umgehend ganz aufgefüttert werden müssen.

Findet jetzt eine Varroabefallskontrolle statt, kann man individuell seine Varroabekämpfung planen und diese ggf. hinauszögern oder man kann im Idealfall ganz darauf verzichten. Liegen aber keine Befallszahlen vor, sollte bald mit der Varroabekämpfung begonnen werden.

Auch das zeigen unsere Umfrage-ergebnisse jedes Jahr aufs Neue: je früher man mit der Bekämpfung beginnt, desto geringer fallen die Verluste im Winter aus. Bestehen noch Unsicherheiten bei der Varroabekämpfung sollte man sich an einem der bewährten Bekämpfungskonzepte orientieren und die wetterbedingten Bekämpfungsbedingungen unter www.varroawetter.de standortspezifisch und tagesaktuell abrufen.

Behandlungskonzepte

Kontakt zum Autor: Christoph.Otten@dlr.rlp.de

 

Jakobskreuzkraut in voller Blüte

Es sieht schön aus, ist aber eine Giftpflanze: Das Jakobskreuzkraut, botanisch Senecio jacobaea, das zurzeit auf vielen Wiesen und Weiden, Brachflächen und an Straßenrändern zu sehen ist. Es blüht strahlend-gelb. Das Jakobs-kreuzkraut hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland stark verbreitet, meldet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Umfangreiche Informationen über diese Pflanze, ihre Giftigkeit sowie ihre Verbreitung enthält eine 28-seitige Broschüre, die die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und das Landesamt für Natur-, Umwelt-und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen gemeinsam herausgegeben haben.

Erläutert werden nicht nur die Biologie dieser heimischen Giftpflanze und die Ursachen ihrer zunehmenden Verbreitung, sondern auch die mögliche Gefährdung von Nutztieren, wie Pferden und Rindern. Vorgestellt und bewertet werden alle Möglichkeiten zur Bekämpfung, von einer veränderten Schnittnutzung bis zur chemischen Bekämpfung. Die Broschüre geht nicht nur auf die landwirtschaftlichen Seiten des Problems ein, sondern berücksichtigt ausführlich auch die Aspekte des Natur- und Landschaftsschutzes. So werden unterschiedliche Strategien für die Bewertung und Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes in Abhängigkeit vom Standort und von der Nutzung der betroffenen Flächenvorgestellt. Abgerundet wird die Broschüre durch eine Zusammen-fassung der gesetzlichen Regelungen, Adressen für fachliche Beratung und die Genehmigung von Bekämpfungsmaßnahmen sowie einen umfangreichen Literaturnachweis.

Die Broschüre „Jakobskreuzkraut, eine Giftpflanze auf dem Vor-marsch“ kann unter www.landwirtschaftskammer.de in der Rubrik Landwirtschaft /Download / Grünland heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Garten-straße 11, 50765 Köln-Auweiler, E-Mail: info@lwk.nrw.de oder per Telefon: 0221 / 53 40 511.

http://www.landwirtschaftskammer.de/riswick/pdf/jakobskreuzkraut.pdf

Weitere Informationen zu PA’s im Honig finden Sie unter folgendem Link zu Informationsmaterial des Instituts für Bienenkunde Celle: http://www.laves.niedersachsen.de/tiere/bienenkunde/