~Info-Brief 08-2018

für die 19. KW
11. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 Am Bienenstand – Jungvolkbildung

Veitshöchheim (bb) Ohne Jungvolkbildung hat die Imkerei keine Zukunft! Bienenvölker mit jungen Königinnen aus diesem Jahr sind im nächsten Jahr die Ertragsvölker und Reserven für Ausfälle. Der Schwarm ist die natürliche Vermehrungsform des Honigbienenvolkes und dient der Arterhaltung. Auch wir sollten durch Vermehrungsmaßnahmen diesem Beispiel nacheifern, um unseren Bestand zu sichern. Allerdings ist der natürliche Schwarm keine sinnvolle Lösung in der Imkerei, denn jeder nichtgefangene Schwarm sieht einer sehr ungewissen Zukunft entgegen! Die wenigsten Imkerinnen und Imkern können beim Schwarmabgang dabei sein und diesen in Obhut nehmen. Es ist daher sinnvoll, gezielt für Jungvölker zu sorgen und damit gleichzeitig den Schwarmtrieb zu lenken.

Bei sehr starker Tracht kann die Pflegeleistung der Völker abnehmen. In der aktuell ausklingenden Frühtracht mit abnehmenden Tageszunahmen (siehe Trachnetwaagen) und der gleichzeitig hohen Anzahl an Brutzellen und Bienen in den Völkern ist dies der geeignete Zeitpunkt der Völker, Weiselzellen zu pflegen. Die Schwarmzeit ist also die ideale Zeit für die Bildung von Jungvölkern in Form von Ablegern oder evtl. Kunstschwärmen. Mit der Entnahme von Bienen und / oder Brut betreibt man aktiv eine Lenkung der Schwarmlust in den Völkern. In diesem Zusammenhang kann die Königinnenzucht mit integriert oder Jungköniginnen eingeweiselt werden. Eine Jungvolkbildung im Mai erlaubt bis zum Sommer bereits eine Einschätzung von Verhalten und Eigenschaften der jungen Königinnen, so dass wir rechtzeitig selektieren können, was wir am Stand behalten wollen und was nicht.

 

Brutableger bilden

Im Mai reicht im Prinzip eine voll verdeckelte Brutwabe mit ansitzenden Bienen, abgestoßene Bienen von einer weiteren Wabe, eine Futterwabe, eine Leerwabe und eine Mittelwand, um in einem Kasten im Standmaß ein Jungvolk zu bilden. Hat man mehr Brutwaben aus verschiedenen Völkern zur Verfügung, so kann der Ableger natürlich auch stärker gebildet werden. Auch die dazu gestoßenen Bienen können aus verschiedenen Einheiten stammen. Bei der Bildung müssen wir unbedingt darauf achten, dass wir nicht die Königin aus dem Ursprungsvolk mit in das Jungvolk bekommen. Wer schlecht Königinnen findet und ein gleiches Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum verwendet, kann die Brutwaben zunächst abstoßen, über Absperrgitter in den Honigraum hängen, und wieder entnehmen, sobald sie gut mit Bienen besetzt sind.

 

Einsatz von Weiselzellen

Die Zugabe einer Königin ist in dieser frühen Phase des Bienenjahres nicht unbedingt notwendig. Befinden sich noch Eier oder jüngste Brut auf den Brutwaben, so können sich die Bienen selbst eine junge Königin ziehen. Allerdings muss man 3 Tage nach der Bildung nachsehen, ob bereits gedeckelte Weiselzellen vorhanden sind. Ist dies der Fall, handelt es sich um sogenannte Notköniginnen, die aus zu alten Larven gezogen wurden. Sie werden entfernt und der Ableger gezielt mit zwei bis drei belarvten Weiselnäpfchen aus einem nachzuchtwürdigen Volk versorgt, wenn keine weiteren offenen Weiselzellen vorhanden sind. Auch angepflegte oder schlupfreife Weiselzellen können gut eingesetzt werden; sie werden vorsichtig an einer Brutwabe befestigt. Hat man bereits geschlüpfte Jungköniginnen zur Verfügung, so können diese nur zugesetzt werden, wenn in den Ablegern keine offene Brut mehr vorhanden ist, da sonst die Annahme gefährdet ist. Sie werden im Zusetzkäfig unter Futterteigverschluss neben oder zwischen Brutwaben gehängt. Danach lässt man den Ableger zehn Tage in Ruhe, um die junge Königin nicht zu gefährden.

 

Neuen Standort nutzen!

Der Brutableger wird im Idealfall mit geschlossenem Flugloch gebildet und an einem eigenen Standort außerhalb des 3 km Flugradius der Wirtschaftsvölker aufgestellt. So bleiben alle Flugbienen im Jungvolk. Um ein Verrutschen und Bewegen der Waben beim Transport zu verhindern, sollte der freie Raum entweder mit Leerrähmchen aufgefüllt, oder die letzten Rähmchen mit Nägeln fixiert werden. Hat man keinen weiteren Standort, so kann man sich mit anderen Imkern zusammen einen suchen und diesen gemeinsam zum Aufstellen von Jungvölkern nutzen. Aber auch das Belassen am Standort der Wirtschaftsvölker ist möglich, wenn man den Ableger mit offenem Flugloch bildet, am Bildungsort stehen lässt, bis der Bienenflug eingestellt ist, und danach auf einen anderen Platz stellt, am besten mit anderer Flugrichtung wie die Wirtschaftsvölker und besser mit beschattetem Flugloch. So finden die abgeflogenen Flugbienen aus den Wirtschaftsvölkern die kleine Einheit nicht wieder, und sie kann sich ungehindert entwickeln. Man muss sich für die Bildung von Brutablegern keine Ablegerkästen anschaffen, da sie rasch zu klein werden, wenn die Jungköniginnen begattet sind und voll in Brut gehen. Spätestens wenn weitere Mittelwände eingehängt werden, muss man das Jungvolk dann in einen normal großen Kasten umquartieren, damit es ungehindert wachsen kann. Zusätzlich ist genügend Raum für Futtertasche oder Futterwaben zur Verfügung, die bei guter Entwicklung und geringer Tracht regelmäßig kontrolliert und evtl. ergänzt werden müssen.

 

Kunstschwarm

Die Kunstschwarmbildung ist erst möglich, wenn Königinnen zur Verfügung stehen, denn hier werden ausschließlich Bienen von verschiedenen Völkern in eine Kunstschwarmkiste gefegt. Dies kann auch gut mit der Honigernte verbunden werden, wenn die Bienen sowieso von den Honigwaben gekehrt werden, und das Absperrgitter verhindert, dass wir die Alt-Königinnen mit abkehren. Nach Eintritt der Weiselunruhe (ein bis zwei Stunden) werden die Königinnen im Zusetzkäfig unter Festverschluss zugehängt. Der Kunstschwarm wird sodann unbedingt kühl, dunkel und ruhig mit offenem Lüftungsgitter in einem Raum aufgestellt (Kellerhaft). In dieser Zeit muss er gefüttert werden, da er nicht wie im Naturschwarm über Futterreserven verfügt. Nach 2 bis 3 Tagen kann er an seinem Aufstellungsplatz in eine Beute eingeschlagen werden, wobei die Königin dann den Futterteigverschluss erhält. Dass dieser Kunstschwarm nur Mittelwände erhält und weiter gefüttert wird, ist Voraussetzung, dass er sich optimal entwickeln kann.

Kontakt zur Autorin: Barbara Bartsch
Staatl. Fachberatung für Bienenzucht in Oberfranken
Bay. Landesanstalt f. Weinbau u. Gartenbau;
Institut f. Bienenkunde und Imkerei
E-Mail: barbara.bartsch@lwg.bayern.de

 

Spendenaufruf

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Kennwort: Infobrief

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring

http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter

www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_08.pdf