~ Info-Brief 05-2017

für die 15. und 16. KW
7. April 2017

Was ist zu tun:

  • Futterkontrolle
  • Tote Völker analysieren
  • Bodeneinlagekontrollieren
  • rechtzeitig den Baurahmen geben
  • Rähmchen und Zargen herrichten
  • Kontakte zu Landwirten suchen

Am Bienenstand

Münster (wm) Heute ich es im Radio gehört, das Wochenende wird sonnig und sehr warm. Der Volksentwicklung stellen sich keine Hindernisse in den Weg.
Auch wenn die Nächte teils noch sehr frostig sind, so ist tagsüber doch allerorten gutes Flugwetter für die Honigbienen. Die Natur überschlägt sich. Bei uns blühen schon viele Obstgehölze. Der Raps blüht im warmen Rheintal und steht in der Soester Börde kurz vor dem Aufblühen. Der Tisch für unsere Bienen ist gedeckt, wenn die Völker nur schon so weit wären. Hier heißt es abwarten und die Völker soweit versorgen, dass sie sich gut entwickeln können. Platz zum Brüten muss sein, Futtervorräte sollten kontrolliert werden. Der zweite Raum oder eine Erweiterung kann sicher vielerorts noch warten. Eng sollten die Bienen sitzen, damit sie in den kalten Nächten nicht zu viel heizen müssen und die Brut geschützt sein kann.

Bienenschutz im Pflanzenschutz
Mit Beginn der Obst-und Rapsblüte wird auch das Thema Pflanzenschutz aktuell. Die Bienenschutzverordnung schreibt vor, dass keine bienengefährlichen Mittel in die Blüte gespritzt werden dürfen (B1 Auflage). Ferner dürfen bienengefährliche Pflanzenschutzmittel in einem Umkreis von 60 m um einen Bienenstand innerhalb des täglichen Bienenflugs nur mit Zustimmung des Imkers ausgebracht werden. Dies trifft z.B. zu, wenn B1-Mittel auf einem Getreidebestand ausgebracht werden sollen. Nur Mittel, die eine Einstufung als B4-Mittel (bienenungefährlich) erhalten haben, dürfen in die Blüte gespritzt werden. Hier raten alle Pflanzenschutzdienste die Land-wirte, auch solche Mittel in den Abendstunden auszubringen. Auch wenn dies arbeitstechnisch nicht immer möglich ist, soll so die Kontamination des Honigs mit diesen wenn auch bienenungefährlichen Wirkstoffen vermindert werden.

Pflanzenschutzmitteleinsatz im Raps
Im Raps werden Mittel zur Pilzbekämpfung eingesetzt, aber auch Insektizide. Eine Spritzung während des Bienenflugs in die offene Blüte ist nur mit B4-Mitteln (bienenungefährlich) erlaubt.
Manche Mittel oder Mittelkombinationen (Tankmischungen) dürfen nur abends nach Beendigung des Bienenfluges ausgebracht werden (B2-Auflage). Diese Spritzungen müssen bis 23:00 Uhr (MEZ) beendet sein, damit Bienen, wenn sie früh morgens wieder auf Trachtflug gehen, nicht mehr mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.
Saatgutbeizen oder andere Mittel, die direkt in den Boden eingelagert werden und somit bei sachgerechter Anwendung nicht mit Bienen in Berührung kommen können, tragen die Auflage B3 -nicht bienengefährlich.

Was tun bei Schäden?
Wer an seinen Völkern Schäden feststellt, sollte unverzüglich Proben sichern und an das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig schicken. Hinweise für die Probennahme sind auf der Internetseite des JKIs abrufbar. Für die Probennahme sind Zeugen (u.a. Pflanzenschutzberater, Bienensachverständige) erforderlich. Auskunft geben hier die Bieneninstitute und Pflanzenschutzdienste der Länder.

Kontakt zum Landwirt wichtig
Wer mit seinen Bienen wandert oder an landwirtschaftlich genutzten Flächen steht, sollte Kontakt zum Landwirt suchen und mit ihm absprechen, welche Maßnahmen geplant sind und wie der Bienenschutz ausreichend gesichert sein kann. Das Gespräch bringt oft Verständnis für die wechselseitigen Positionen und kann viel nachträglichen Ärger vermeiden.

Kontakt zum Autor: werner.muehlen@lwk.nrw.de

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