~Info-Brief 04-2018

Info-Brief 4-2018
für die 14. und 15. KW
06.April 2018

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle
  • Tote Völker analysieren
  • Futterkontrolle
  • Bodeneinlage kontrollieren
  • rechtzeitig den Baurahmen geben
  • Rähmchen und Zargen herrichten
  • Kontakte zu Landwirten suchen

 Am Bienenstand

Münster (mh) So langsam nimmt die Natur wieder Fahrt auf, Flora und Fauna erwachen und unsere Bienen tragen fleißig Pollen ein. Die warmen Temperaturen sorgen jetzt für eine gute Volksentwicklung. Auch wenn die Nächte teils noch sehr kühl sind, so ist tagsüber doch allerorten gutes Flugwetter für die Honigbienen. Bei uns stehen jetzt schon viele Obstgehölze in den Startlöchern. Der Tisch für unsere Bienen wird also in den nächsten Wochen reich gedeckt. Die meisten Völker sind noch nicht so weit. Der Imker sollte jetzt abwarten und die Völker soweit versorgen, dass sie sich gut entwickeln können. Platz zum Brüten muss sein, Futtervorräte sollten kontrolliert werden. Eng sollten die Bienen sitzen, damit sie in den kalten Nächten nicht zu viel heizen müssen und die Brut geschützt sein kann.

 

Bienenschutz im Pflanzenschutz

Mit Beginn der Obst- und Rapsblüte wird auch das Thema Pflanzenschutz aktuell. Die Bienenschutzverordnung schreibt vor, dass keine bienengefährlichen Mittel in die Blüte gespritzt werden dürfen (B1 Auflage). Ferner dürfen bienengefährliche Pflanzenschutzmittel in einem Umkreis von 60 m um einen Bienenstand innerhalb des täglichen Bienenflugs nur mit Zustimmung des Imkers ausgebracht werden. Dies trifft z.B. zu, wenn B1-Mittel auf einem Getreidebestand ausgebracht werden sollen. Nur Mittel, die eine Einstufung als B4-Mittel (bienenungefährlich) erhalten haben, dürfen in die Blüte gespritzt werden. Hier raten alle Pflanzenschutzdienste die Landwirte, auch solche Mittel in den Abendstunden auszubringen. Auch wenn dies arbeitstechnisch nicht immer möglich ist, soll so die Kontamination des Honigs mit diesen Wirkstoffen vermindert werden.

 

Pflanzenschutzmitteleinsatz im Raps

Im Raps werden Mittel zur Pilzbekämpfung eingesetzt, aber auch Insektizide. Eine Spritzung während des Bienenflugs in die offene Blüte ist nur mit B4-Mitteln (bienenungefährlich) erlaubt.

Manche Mittel oder Mittelkombinationen (Tankmischungen) dürfen nur abends nach Beendigung des Bienenfluges ausgebracht werden (B2-Auflage). Diese Spritzungen müssen bis 23:00 Uhr (MEZ) beendet sein, damit Bienen, wenn sie früh morgens wieder auf Trachtflug gehen, nicht mehr mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.

Saatgutbeizen oder andere Mittel, die direkt in den Boden eingelagert werden und somit bei sachgerechter Anwendung nicht mit Bienen in Berührung kommen können, tragen die Auflage B3-nicht bienengefährlich.

 

Was tun bei Schäden?

Wer an seinen Völkern Schäden feststellt, sollte unverzüglich Proben sichern und an das Institut für Bienenschutz am JKI in Braunschweig schicken. Hinweise für die Probennahme sind auf der Internetseite des JKIs abrufbar: www.bienen.jki.bund.de. Für die Probennahme sind Zeugen (u.a. Pflanzenschutzberater, Bienensachverständige) erforderlich. Wir empfehlen in begründeten Verdachtsfällen immer den Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes hinzuzuziehen. Auskunft geben hier die Bieneninstitute.

 

Mit den Landwirten ins Gespräch kommen

Wer mit seinen Bienen wandert oder an landwirtschaftlich genutzten Flächen steht, sollte Kontakt zum Landwirt suchen und mit ihm absprechen, welche Maßnahmen geplant sind und wie der Bienenschutz ausreichend gesichert sein kann. Die Landwirte werden regelmäßig im sachgemäßen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln geschult, dabei steht der Bienenschutz auch im Mittelpunkt. Das Gespräch bringt oft Verständnis für die wechselseitigen Positionen und kann viel nachträglichen Ärger vermeiden.

Kontakt zur Autorin:
Dr. Marika Harz
Landwirtschaftskammer NRW
Bienenkunde
Nevinghoff 40
48147 Münster
Telefon 49 (0)251 2376 663
marika.harz@lwk.nrw.de
www.apis-ev.de

 Spendenaufruf
Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen.

Fachzentrum Bienen und Imkerei
Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465
IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN
Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an:

Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de