~ Info-Brief 04-2017

für die 12. bis 14. KW
17. März 2017

Am Bienenstand

Fühjahrsdurchsicht
Hohenheim(EF)-Das Frühjahr nähert sich mit großen Schritten und an den Bienenständen stehen weiterhin Futterkontrollen der Völker an. Es muss die vorhandene Futtermenge durch Anheben der Kästen überprüft sowie einem Futterabriss durch Um-oder Zuhängen von Futterwaben vorgebeugt werden. Eine Notfütterung sollte aber die Ausnahme sein und den Imker dazu bringen, was er in Zukunft besser machen kann, nämlich im Spätsommer/ Herbst mehr zu füttern und Vorrats-Futterwaben aufzubewahren. 2/3 des eingelagerten Winterfutters werden erst verbraucht, sobald die Völker in Brut gehen. Normalerweise schrumpfen Bienenvölker um ca. 25% über den Winter, wenn aber Januar und Februar mild sind, können sie im Winter auch wachsen. Nach der langanhaltenden Kälteperiode im Januar waren die Temperaturen im Februar mild. Das heißt, die erste Brut ist jetzt bereits geschlüpft, die Völker brüten durch und haben einen erhöhten Futterverbrauch. Besonders bei wechselhafter Witterung kann die Futterversorgung problematisch werden, da die Völker auch bei Kälteeinbrüchen weiter brüten und stärker heizen müssen. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein Volk in einer Woche um 1-2 kg leichter werden. Der Imker hat dafür Sorge zu tragen, dass die Futtermenge ausreicht, bis die Tracht einsetzt – Futterwabenvorrat ist also goldwert zu dieser Jahreszeit!

Gesundheitskontrolle
Sobald es warm genug ist, wird je-des Volk auf seine Gesundheit überprüft. Verkotete Waben unbedingt aus den Völkern entnehmen und durch saubere Waben ersetzen, um einer weiteren Infektion (z.B. durch Nosema) vorzubeugen. Über eine Gemülldiagnose kann geprüft werden, ob varroabefallene Brut schlüpft. Der Bodenschieber kann eingesetzt werden, nachdem die Böden gereinigt wurden. Die Brutnester der Völker sind zwar noch klein und im Vergleich zum Sommer/Spätsommer nur schwach parasitiert, jedoch gibt einem das Gemüll einen Hinweis darauf, wie viele Milben die Restentmilbung überlebt haben. Halten sich noch viele Milben in den Völkern auf (natürlicher Milbenfall > 1 Milbe pro Tag), sollten die Völker markiert werden und nach der Frühtracht nochmals auf Varroabefall oder Varroaschäden kontrolliert werden. Bis in den Juni wächst das Bienenvolk meist schneller als die Varroapopulation, danach sollten stark befallene Völker bevorzugt zu Ablegern „verarbeitet“ werden. Zu-dem sollte verstärkt Drohnenbrut entnommen werden, um den Befall zu reduzieren.

Kontrolle auf Weiselrichtigkeit
Ein weiterer wichtiger Punkt der Frühjahrsdurchsicht ist die Überprüfung der Völker auf Weiselrichtigkeit. Für die Bestätigung genügt das Vorhandensein verdeckelter Arbeiterinnenbrut, es muss nicht nach der Königin gesucht werden. Sind Völker im März weisellos, können sie durch Ableger bzw. klein überwinterte Einheiten saniert werden.

Wabenbau
Im Zuge der Frühjahrsnachschau kann eine noch ausstehende Wabenerneuerung durchgeführt werden sowie Ende März der erste Baurahmen gegeben werden.

Schwache und starke Völker
Um bereits zu Beginn der Bienensaison effizient arbeiten zu können, ist eine homogene Volksstärke entscheidend. Schwächere Völker müssen nicht aufgelöst werden, wenn sie weiselrichtig und gesund sind. Kleine Völker legen im Frühjahr zwar meistens relativ mehr Brut an als die stärkeren und können bis im Mai ihren Rückstand aufholen, es ist von diesen Völkern aber keine oder nur eine geringe Ernte aus der Frühtracht zu erwarten. Auch deshalb ist ein wenig Unterstützung durch Ausgleichen der Volksstärke sehr sinnvoll! Zur Stärkung der kleinen Völker bietet es sich an, das sogenannte Huckepack-Verfahren anzuwenden. Hierbei wird ein schwaches Völkchen einem überdurchschnittlich starken Volk über Absperrgitter aufgesetzt. Voraussetzung ist, dass beide Einheiten brüten (Vorhandensein offener Brut) – so erhält das obere Volk Pflegeunterstützung von unten. Durch das Aufsetzen brüten beide Völker optimal, das Brut-Bienen-Verhältnis wird angeglichen. Nach 3 bis 4 Wochen können die Völker wieder getrennt werden, das obere Volk wird dann außerhalb des Flugradius aufgestellt. Das Resultat ist eine ausgeglichene Volksstärke beider Völker.

Kontakt zur Autorin: eva.frey@uni-hohenheim.de