Standbegehung bei Laura

Standbegehung bei Laura

Am 12. Juni 2016  trafen sich interessierte Mitglieder des Imkervereins Langenwetzendorf zur Standbegehung bei Laura.  Laura ist eine junge Imkerin, die vor 6 Jahren begann, Bienen zu halten. Mittlerweile  haben sich die Bienenvölker bei Laura mehr als verdoppelt. Laura kam oft zum Imkervorsitzenden, um sich Rat zu holen. Zu Beginn war das nicht so einfach, Auto durfte sie noch nicht fahren, aber sie bekam Unterstützung von Ihrer Mutti. Auch andere Imker des Vereins halfen, wenn es um einen Rat ging.
Die Bienen haben sich bei Laura so gut entwickelt, dass die Mitglieder des Imkervereins wirklich neugierig auf Lauras Bienenstand  waren. Am Tag  der Standbegehung gab es gutes Bienenwetter und es folgten viele Mitglieder der Einladung. Es gab außer der Fachsimpelei natürlich viel zu sehen. Lauras Arbeitsräume und Ihre Ordnung in Sachen Bienenhaltung waren vorbildlich.
Bei schönem Wetter gab es dann auch noch Kaffee und Kuchen. Selbst hier konnte Laura mit selbst gebackenem Kuchen punkten. Ein weiterer Imbiss zum Abschluss des Treffens waren dann noch Salate und allerlei leckeres zum Essen.
Man beschloss, so eine Art Standbegehung mit Erfahrungsaustausch jedes Jahr zu machen – bei verschiedenen Imkern natürlich.

 

Info-Brief 19-2016

für die 30. KW
22. Juli 2016

Was zu tun ist:

  • Jungvölker ohne verdeckelte Brut gegen Varroa behandeln
  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Pollenversorgung sichern
  • Ist das Winterfutter gekauft, sind die Futtergerätschaften bereit?
  • nach Trachtschluss: Sommertracht ernten, dabei Futtervorrat kontrollieren
  • Varroa-Bekämpfung durchführen (s. Info-Brief 15.07.2016)
  • bei anhaltender Tracht: Varroa-Befall kontrollieren und bei zu hohem Befall Trachtnutzung zur Honiggewinnung abbrechen (s. Info-Briefe vom 08.07.2016 und 15.07.2016)

 Am Bienenstand

Die letzte Honigernte des Jahres
Hohen Neuendorf (JR) Für viele Imker endet mit der Linde die letzte Haupttracht. Nachdem die Bienen mehrere Tage nach Trachtschluss Zeit hatten, den zuletzt eingetragenen Nektar zu Honig zu verarbeiten, kann er geerntet werden. Dann ist eine frühzeitige Bekämpfung der Varroa-Milbe noch vor der Einfütterung möglich. Aufgrund der Trachtlosigkeit kann nun leicht Räuberei auftreten, die es im Vorfeld zu vermeiden gilt. Vielfach wird schon der Wintersitz eingerichtet. Hierbei ist auf Veränderungen an der Brut und auf einen ausreichenden Futtervorrat von 5-10 kg zu achten, der nach der Honigernte verfügbar bleibt. Andernfalls werden Honigwaben in den Brutraum gehängt, oder es muss unmittelbar nach der Honigernte entsprechend gefüttert werden. Allerdings sind Honigtau-Honige nicht für die Überwinterung geeignet. Keinesfalls dürfen einzelne unbebrütete Waben zwischen bebrüteten verbleiben. Diese werden bei mangelhafter Tracht nicht mehr angenommen und wirken als Trennschied, weil die Königinnen nun bevorzugt bereits bebrütete Waben bestiften. Im Winter können einzelne unbebrütete Waben sogar zum Verhungern der Völker führen. Deshalb werden sie entnommen oder bei Mangel an bebrüteten Waben an den Rand der Beute gehängt. Nur wenn reichlich Tracht verfügbar ist oder wenn komplette Zargen mit unbebrüteten Waben dem Volk zur Verfügung stehen, werden diese von den Bienen akzeptiert.

Räuberei verhindern!
Stellt der Imker Material und Gerätschaften bereit, bevor er ein Volk öffnet und lässt er den Honigraum zunächst unberührt, sind die Völker schnell wieder geschlossen. Durchdachtes Handeln minimiert so die Räubereigefahr. Beim erneuten Aufsetzen der Honig-räume lässt sich leicht eine Bienenflucht mit ausreichend hohem Rahmen zum Aufketten der Bienen einschieben, so dass tags darauf die Honigzargen ohne jegliche Aufregung weitgehend bienenfrei abgenommen werden können. So werden sie sicher abgedeckt zum Schleuderraum transportiert.

Qualitätsanspruch an Honig erfüllen
Nach der Ernte des Honigs kommt es darauf an, die von den Bienen erzeugte Qualität bestmöglich zu erhalten und dem Verbraucher möglichst ansprechend zu präsentieren. Daher ist ein sauberer Honig mit einheitlicher Färbung in einer sauberen, ansprechenden Verpackung unabdingbar. Denn die Qualität des Produktes soll sich in seinem Äußeren wiederspiegeln. Zudem bevorzugt die deutlich überwiegende Zahl der Honigkunden einen feincremigen Honig mit schmalziger Beschaffenheit.

Honig pflegen Qualität erhalten
Bei Zimmertemperatur können Luftbläschen und feinste Wachspartikel schnell aufsteigen. Sie werden 1-2 Tage nach dem Schleudern mit einem Teigschaber auf der Honigoberfläche vorsichtig zusammengeschoben und abgehoben. Feine Reste lassen sich durch Auflegen eines Seihtuches oder von Haushaltfolie abheben. Anschließend wird der Honig möglichst kühl gestellt, um auch die wärmeempfindlichen Inhaltstoffe zu bewahren und eine feine Kristallisation auszulösen. Je nach Höhe des Traubenzuckergehaltes zeigt Blütenhonig (mit Ausnahme der Robinie) schon nach wenigen Tagen oder erst nach mehreren Wochen durch Eintrübung die beginnende Kristallisation an. Nun ist es wichtig, mit dem Rühren zu beginnen, um die ersten Kristalle gleichmäßig im Honig zu verteilen und neue heranwachsen zu lassen. Denn je mehr Kristalle entstehen, desto weniger Traubenzuckermoleküle können zu einem Kristall zusammenwachsen und desto kleiner werden die Kristalle. Folge: Der Honig wird feincremig und perfekt streichfähig. Gerührt wird 1-2mal täglich nur wenige Minuten. Für Imker mit wenigen Bienenvölkern genügt ein Handrührer „Auf und ab“ völlig aus. 50 Hübe pro Eimer sind in 1-2 Minuten erledigt, wobei der „Auf und ab“ nur knapp bis zur Honigoberfläche hochgezogen wird. Würde er jedes Mal herausgehoben und wieder hineingedrückt werden, gelangt zu viel Luft in den Honig.
Kann nicht gewartet werden, bis der Honig von allein mit der Kristallisation beginnt, weil z.B. eine Urlaubsreise ansteht, dann kann der Honig mit ca. 5 % eines feincremigen, leicht erwärmten Honigs der gleichen Sorte „geimpft“ werden. Durch das Einrühren dieses Impfhonigs wird die Kristallisation auch bei frisch geschleuderten Honigen in starkem Umfang ausgelöst und das Rühren beschränkt sich auf nur wenige Tage. Sobald der Honig die Grenze der Fließfähigkeit erreicht hat, wird er abgefüllt. Dies ist dann der Fall, wenn eine mit einem Löffelstiel gezogene Rinne nur noch langsam zufließt.
Mit dem Handrührer fällt es leicht, feincremigen Honig zu erzeugen, der im Glas stehen bleibt und sich nicht schon bei leichtem Kippen des Glases verselbständigt. Dies wäre ein Symptom für das Überrühren, das eher bei maschinell gerührten Honigen auftritt. Aufgrund der größeren Kraftreserven von Rührmaschinen kann der Honig auch über den optimalen Zeitpunkt hinaus gerührt werden, erlangt dann aber keine stabile Konsistenz mehr und erhöht durch Lufteinschlüsse sein Volumen. Zudem sind einfache Rührwerkzeuge, die in das Dreibackenfutter von Bohrmaschinen eingespannt werden, noch in anderer Hinsicht problematisch: Durch die kraftschlüssige Verbindung besteht immer die Gefahr, dass ebenso wie beim vielfach genutzten Bohrer ein Grat abgedreht wird. Dieser landet als Metallsplitter mit hoher Wahrscheinlichkeit im Honig, der dann seine Verkehrsfähigkeit verliert. Gute Rührmaschinen mit formschlüssiger Verbindung zwischen (lebensmittelechtem!) Rührwerkzeug und Antrieb erfordern einen höheren finanziellen Aufwand und sind insofern etwas für Profis mit größerer Völkerzahl.

Abfüllen und Etikettieren
Kleinstmengen, wie sie bei den meisten Imkern anfallen, lassen sich am einfachsten per Hand mit einem Quetschhahn am Abfüllbehälter abfüllen. Honig und Gläser sollten dazu bereits einen Tag zuvor bei Zimmertemperatur aufgestellt werden. Einen Tag nach Abfüllung geht es wieder in kühlere Gefilde. Mittels geeichter Waage wird das Gewicht des Honigs geprüft. Jedes in Abwesenheit des Verbrauchers abgefüllte Honigglas – egal ob es verkauft oder verschenkt wird – muss mit einem Etikett versehen werden, das folgende Angaben deutlich lesbar enthält:
* Produktbezeichnung („Honig“),
* Ursprungsland („Deutschland“),
* Füllmenge (z.B. „500 g“),
* Abfüller (Name und Anschrift des Imkers),
* Mindesthaltbarkeitsdatum („Mindestens haltbar bis Tag / bis Ende Monat“ oder bei > 18 Monaten „Mindestens haltbar bis Ende Jahr“),
* Losnummer (kann entfallen, wenn das Los eindeutig über das Mindesthaltbarkeitsdatum zu identifizieren ist; d.h. in diesem Falle muss das MHD taggenau angegeben sein und darf nur für ein einziges Los des selben Abfüllers gelten), ´
* Angabe der erforderlichen Lagerbedingungen (kühl, dunkel, trocken).

Die Angabe einer Sorte ist nicht erforderlich. Zumal die Bienen oft woanders hingeflogen sind als der Imker es erhoffte, ist vor einer Sortenangabe immer eine Laboranalyse empfehlenswert. Schon mit allgemeinen Bezeichnungen wie „Frühjahrsblüte“, „Blütenhonig“, „Sommerblüte“, „Frühtracht“ und „Sommertracht“ lassen sich unterschiedlich aussehende und unterschiedlich schmeckende Honige ausloben, ohne eine rechtlich verfolgbare Täuschung des Verbrauchers in Kauf zu nehmen.

Der beste Honig gewinnt
In den nächsten Wochen erfolgen wieder die Ausschreibungen zu den Honigwettbewerben auf der Homepage des jeweiligen Landesverbandes und auf den Verbandsseiten der Imkerzeitschriften. Dies ist eine gute Gelegenheit, sich in der Qualität und der Aufmachung seines Honigs mit anderen zu messen. Zwecks Vergleichbarkeit wird nur Honig im 500g-Imkerglas des D.I.B. angenommen. Die dafür bestimmten Gläser müssen das aktuelle Logo des D.I.B. tragen, ebenso Deckel und Deckeleinlagen. Speziell bei den Deckeln ist auch auf einheitliche Farbe zu achten – am besten man nimmt sie aus einer Charge. Vor dem Etikettieren werden die Gläser sinnvollerweise nochmals geprüft:
– Sind Gläser, Deckel und Einlagen wirklich einheitlich und unbeschädigt?
– Sind alle Gläser einheitlich mit der notwendigen Honigmenge von 500 g gefüllt? (lt. D.I.B. Prüfschema darf das gefüllte 500g-Glas mit Deckel und Deckeleinlage 741 g nicht unterschreiten)
– Ist der Innenrand frei von Honig-spuren? (volle Honiggläser nie-mals schräg halten solange der Honig noch fließfähig ist!)
– Ist der Honig frei von jeglichen sichtbaren Wachs- und sonstigen störenden Partikeln?
– Ist die Oberfläche eben, trocken und frei von Schaum?
– Ist der Honig frei von Luftblasen?
– Ist der Honig klarflüssig oder ist er feinkristallin?
– Sind die Gläser fest zugeschraubt?

Nach diesen und weiteren Kriterien wird der Honig zunächst äußerlich beurteilt. Hinzu kommen meistens der Wassergehalt und die Invertaseaktivität, mitunter auch die Pollenzusammensetzung. Details lassen sich dem D.I.B.-Prüfschema für Honig entnehmen, das unter Downloads auf der Homepage des D.I.B. zu finden ist (www.deutscherimkerbund.de).
Sind die besten Gläser ausgewählt, geht es ans Etikettieren. Da nur die Gewährstreifen des D.I.B. auf das Imkerglas des D.I.B. dürfen und diese für die Prüfer anonym gehalten werden müssen, stellt der jeweiligen Imker-Landesverband Gewährstreifen ohne Adress-Eindruck zur Verfügung. Je nach Honig-Los werden die Etiketten mit „K“ für kristallisierten Honig oder „F“ für flüssigen Honig gekennzeichnet. Letzteres ist nur für Robinen-Honig und evtl. Waldhonig zu empfehlen. Schließlich kann zwischen Einreichen des Honigs und der Bewertung ein längerer Zeitraum verstreichen, in dem sich der Honig sichtbar verändert. Doch die Prüfer können nur das beurteilen, was sie zum Zeitpunkt der Honigprüfung sehen.
In das Sechseck auf dem Deckel wird nun Klebstoff aufgetragen, damit die Deckellasche sicher an allen Ecken aufliegt. Klebestifte aus dem Bürobedarf eignen sich dafür gut. Doch Vorsicht: Über den Rand hinaustretender Klebstoff wirkt später unschön, zumal er Schmutzpartikel magisch anzieht. Das Glas wird so um seine senkrechte Achse gedreht, dass das im Glas eingeprägt Logo auf der Rückseite erscheint und das Sechseck im fest aufgeschraubten Deckel mit einer Spitze zum Imker zeigt. Der angefeuchtete Gewährstreifen wird nun mit seiner Deckellasche exakt in das Sechseck des Deckels gelegt und angedrückt. Das restliche Etikett wird vorsichtig senkrecht (!) an das Glas angedrückt, ohne es hin und her zu rutschen. Erst nach dem Antrocknen werden eventuelle Leimspuren mit einem feuchten Schwamm abgewischt. Bevor die Gläser für den Transport bruchsicher (!) verpackt werden, empfiehlt es sich, den Sitz des Etiketts sowie die Sauberkeit von Glas und Deckel nochmals zu kontrollieren.
Eine Auszeichnung des Honigs mit der Gold-, Silber- oder Bronze-Medaille, die durch eine Urkunde und Zusatzetiketten dokumentiert wird, ist ein wertvolles verkaufsförderndes Argument.
Kontakt zum Autor: Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

Blühphasenmonitoring

Varroawetter

Info-Brief 18-2016

für die 29. KW
15. Juli 2016

Was zu tun ist:

In Regionen mit Trachtende:

  • Völker abernten
  • Futterkontrolle
  • Varroabehandlung beginnen

In Regionen mit Tracht

  • Befallskontrolle
  • Varroabehandlung vorbereiten
  • Winterfutter besorgen

Am Bienenstand

Die Varroabekämpfung steht in Kürze an
Veitshöchheim (sb) Die Trachtverhältnisse sind in diesem Jahr sehr unterschiedlich. Während nach bisherigen Meldungen der Honigertrag in den Frühtrachtregionen durchaus lohnend war, sind die Verhältnisse bei der Sommertracht sehr stark regional schwankend. Regionen mit hohen Erträgen, mit Potential zur Rekordernte, stehen Regionen gegenüber, in denen überhaupt kein Tropfen Honig geerntet werden konnte. Im Gegenteil, die Völker mussten gefüttert werden, um ein Verhungern zu verhindern. Die Ursachen dieser sehr unterschiedlichen Trachtlagen sind vor allem den ungünstigen Witterungsbedingungen geschuldet, so konnte beispielsweise die Lindentracht im Würzburger Raum trotz intensiver Blüte von den Bienen nicht genutzt werden. Entsprechend haben die ersten Imkereien in Regionen ohne Spättracht schon damit begonnen abzuräumen. Hier steht die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder Thymol also schon unmittelbar bevor. Aber auch in den Regionen mit noch vorhandener Tracht sollte die Varroaentwicklung und -bekämpfung frühzeitig berücksichtigt und eingeplant sein. Der Zeitpunkt der Behandlung ist dabei nicht nur vom Trachtverlauf, sondern natürlich auch vom Befallsgrad der Völker abhängig. Im letzten Infobrief (Infobrief 2016-17 vom 08.07.16) wurden die Methoden der Befallsbestimmung vorgestellt. Jetzt muss, abhängig vom gewählten Verfahren der Befallsbestimmung und vom Befallsgrad, reagiert werden. Hierfür können die Angaben von Schadschwellen zur Orientierung dienen. Diese Angaben sind natürlich nur grobe Näherungswerte: Schadschwellenbestimmung mit der Bodeneinlage im Juli (Landesanstalt für Bienenzucht Ho-henheim):

< 5 Milben/Tag = „akut noch keine Gefahr“
5–10 Milben/Tag = starker Befall und Behandlung zeitnah durchführen
> 10 Milben/Tag = sofortige Maßnahmen einleiten

Diese Werte können natürlich nur zur groben Orientierung dienen. Sie sind klar abhängig von dem jeweiligen Volkszustand. Ein schwaches Volk ist bei gleichem natürlichen Milbenabfall stärker gefährdet als ein starkes Volk.

Der Varroa an den Kragen
Nach dem Abräumen der Honigräume wird zuerst eine Futterkontrolle durchgeführt. Da, wo Bedarf ist, einen kurzen Futterstoß geben und dann kann es mit der Behandlung losgehen. Wichtig für die Behandlung der Völker ist die Anwendung von gut erprobten, wirkungsvollen Behandlungsvarianten. Eine gute Orientierung bieten die Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, dies sind erprobte Methoden, die eine erfolgreiche Varroabekämpfung gewährleisten, z.B. siehe Seit 2 unten.
Während bei der Behandlung der Völker mit Thymol fertige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen ist das bei der Ameisensäure anders. Neben dem Tierarzneimittel Mite Away Quick Strips® (MAQS®) ist die Anwendung von Ameisensäure 60% ad us. vet. in verschiedenen Anwendungsformen weit verbreitet. Hierbei ist aber nicht jede An-wendungsform gleich wirksam.
Eine größtmögliche Wirksamkeit der Ameisensäurebehandlung kann erreicht werden durch die Verwendung in einem Verdunstersystem. Verdunster wie der Nassenheider professional, Nassenheider horizontal oder der Liebig-Dispenser zeigen sehr günstige Behandlungsergebnisse und bieten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Verdunstersysteme werden nach dem Entfernen eventueller Wachsbrücken auf die Rähmchen aufgestellt. Als zusätzlicher Raum bietet sich eine Flachzarge oder ein umgedrehtes Futtergeschirr an. Es geht auch eine leere Vollzarge, aber je weniger zusätzlicher Raum umso besser. Die Verdunster verfügen über eine Skalierung an den Vorratsbehältern mit deren Hilfe die Verdunstungsmenge abgelesen werden kann und mit den in der Gebrauchsanweisung angegeben Werten für eine optimale Behandlung verglichen werden können. Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure 60% ad us. vet.! Alternativ zu den Verdunstern konnten auch mit dem Mite Away Quick Strip® (MAQS®) hohe und verlässliche Behandlungserfolge erzielt werden. Video zur Behandlung mit dem Nassenheider professional: https://www.youtube.com/watch?v=kh2wFCcPRYA

Das Wetter beachten!
Für Ameisensäure wie für die Thymolpräparate gilt, der Wirkstoff wird durch Verdunstung freigesetzt und diese ist von den Außentemperaturen abhängig. Für eine gute Wirksamkeit der Behandlung sind ausreichend hohe Tageshöchsttemperaturen Voraussetzung! Hier kann das „Varroawetter“ bei der Entscheidung wann die Behandlung am besten durchzuführen ist helfen. Das Varroawetter gibt eine grobe Orientierung ob für die jeweils gewählte Behandlungsvariante für den geplanten Zeitpunkt günstige Witterungsbedingungen bestehen. Natürlich kann das nur eine grobe Orientierung sein, es ist eine Prognose und kann nicht die kleinklimatischen Bedingungen jedes Bienenstandes berücksichtigen.
Das Varroawetter finden Sie unter www.varroawetter.de
Kontakt zum Autor: stefan.berg@lwg.bayern.de

Schadschwellenbestimmung mit der Puderzuckermethode (Bieneninstitut Kirchhain)

KontrollzeitpunktJuliAugustSeptember
Volk vorerst ungefährdet< 5 Milben< 10 Milben< 15 Milben
Behandlung in nächster Zeit erforderlich5 - 25 Milben10 - 25 Milben15 - 25 Milben
Schadschwelle überschritten, unverzüglich behandeln

> 25 Milben

Behandlungskonzepte der Bieneninstitute

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/bienen/dateien/varroakonzept_bayern_2._druckversion__kob.pdf

https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/104406

https://www.llh.hessen.de/fachinformation/arbeitsblaetter/30

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen http://tsis.fli.bund.de/Reports/Info_SO.aspx?ts=902 Blühphasenmonitoring http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=B11127YCKA&p1=YN6EY910S5&p3=165V7FS7SH&p4=XF10F330RV#

Varroawetter www.varroawetter.de

Achtung:
Bienendiebstahl im Westerwald
Details unter:
www.bzv-bendorf.de

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Blühphasenmonitoring

Varroawetter

Info-Brief 17-2016

für die 28. KW
08. Juli 2016

Was zu tun ist:

  • Varroa-Befall der Völker kontrollieren
  • Jungvölker ohne verdeckelte Brut gegen Varroa behandeln
  • Jungvölker nach Beginn der Eiablage kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Trachtbeobachtung durchführen
  • Ernte der Sommertracht vorbereiten
  • Winterfutter beschaffen
  • Anzahl der Futtergerätschaften prüfen

 Am Bienenstand

 Wozu brauche ich die Diagnose des Varroa-Befalls?
Hohen-Neuendorf (jr) Ohne konkrete Diagnose ist keine sinnvolle Behandlung möglich. Dieser medizinische Lehrsatz gilt nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Pflanzen und Tieren – und somit auch für Bienen. Weil die Varroa-Milbe flächendeckend verbreitet ist, stellt sich jedoch nicht die Frage, ob sich Varroa-Milben im Bienenvolk befinden, sondern wie viele es sind. Daraus lässt sich ableiten, wie groß die aktuelle Gefahr für die Völker ist, wann eine Behandlung durchgeführt werden muss und mit welcher Intensität, ob noch eine späte Tracht genutzt werden kann oder eben nicht. Diese schadschwellenorientierte Behandlung entspricht dem Behandlungsmodell, das wir vom Pflanzenschutz erwarten. Schließlich kann jede Behandlung auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen und diese sollen möglichst gering bleiben. Andernfalls wird der Imker selbst zum Schädling am Bienenvolk.

 Wie viele Milben sind im Volk?
Aufgrund ihrer geringen Größe, ihrer unauffälligen Farbe und ihrer bevorzugten Aufenthaltsorte zwischen den Bauchschuppen des Hinterleibs sowie in den verdeckelten Brutzellen, sind Varro-Milben nicht einfach im Bienenvolk zu finden. Zudem sind sie unterschiedlich verteilt. Während im Sommer nur 1/3 der erwachsenen Milbenweibchen die Bienen parasitieren, halten sich die anderen in der verdeckelten Brut auf, um sich zu vermehren. Und auch hier wie dort verteilen sich die Milben nicht gleichmäßig. So werden Stockbienen dreimal so stark befallen wie Flugbienen. Insofern ist eine systematische Befallskontrolle notwendig, zumal sich die Anzahl der Milben innerhalb von 3 Wochen verdoppelt. Wenn im Juli auf 100 Bienen nur eine Milbe zu finden ist, sind in einem normal entwickelten Bienenvolk bereits etwa 1.000 Milben (!) vorhanden. Dies ist auch bei ca. 4 braunen Milben im täglichen Gemüll eines normal entwickelten Bienenvolkes gegeben. Dieser Wert sollte nicht wesentlich überschritten werden, zumal daraus ohne unmittelbare Behandlung binnen 3 Wochen 2.000 und nach weiteren 3 Wochen bereits 4.000 Milben werden können. Für die entstehenden Winterbienen wäre das eine fatale Situation.
Wie ermittelt man den Varroa-Befall? Dazu wurden verschiedene Methoden etabliert.

Bienenproben untersuchen
Unabhängig von der jeweiligen Volksstärke lässt sich der Varroa-Befall mittels Bienenprobe feststellen. Diese kann bei der Bearbeitung des Bienenvolkes entnommen werden und erfordert keine weitere Anfahrt zum Bienenstand. Zur Feststellung des Befallsgrades werden Bienen aus dem jeweils oberen Raum von einer Honigwabe ohne Königin (!) auf eine Deckelfolie o.ä. gestoßen. Diese wird ein Mal zusammengelegt, um so die Bienen in einen 100ml-Urinbecher aus der Apotheke zu schütten. Ein voller Becher fasst ca. 500 Bienen. Auch das Wiegen der Proben ist möglich: Eine Biene wiegt ca. 0,1 g, demzufolge sind 10 g ca. 100 Bienen. Je nachdem, ob die Bienen später ausgewaschen oder sofort mittels Puderzucker behandelt werden sollen, werden die Becher zum Abtöten der Bienen eingefroren oder sofort in einen Varroa-Schüttelbecher aus dem Imkerei-Bedarfshandel umgeschüttet. Entsprechend läuft die weitere Behandlung.

Puderzuckermethode
Für die Puderzuckermethode ist trockene Witterung erforderlich; denn der Puderzucker muss absolut pulvrig, am besten fein gesiebt sein, darf also nicht klumpen. Daher müssen auch die Bienen trocken sein und dürfen weder mit aus den Waben spritzendem Honig verklebt sein noch längere Zeit verwahrt werden.
Unmittelbar nach der Probennahme werden fünf leicht gehäufte Esslöffel Puderzucker durch das Gitter des Probenbechers zu den Bienen gegeben. Ohne dass Milben durch das Gitter herausfallen können wird der Probenbecher nun leicht geschüttelt, um alle Bienen mit Puderzucker zu bedecken. Anschließend lässt man die Bienen bei ein bis zwei maligem leichtem Schütteln noch 3 Minuten im Puderzucker „baden“, während zwischenzeitlich die nächste Probe vorbereitet werden kann. Über dem Unterteil eines Honig-Doppelsiebs (Eimersieb) wird der Schüttelbecher nun eine Minute lang kräftig (!) aus-geschüttelt. Die Milben werden ausgezählt und die Bienen in das jeweilige Volk zurückgeschüttet.

Auswaschen der Bienenproben
Zum Auswaschen der Bienenproben werden die Bienen in ein größeres Glas (Honigglas, Bockwurstglas) gegeben, einigen Tropfen Haushalt-Spülmittel dazu und zu 2/3 mit Wasser aufgefüllt. Kurz schütteln und etwa 15 Minuten bis eine Stunde stehen lassen. Anschließend erneut schütteln und in ein Honig-Doppelsieb (Eimersieb) gegeben. Legt man auf das untere Sieb ein Seihtuch, heben sich die Milben noch deutlicher vom Untergrund ab und lassen sich später besser zählen. Mit einem scharfen Wasserstrahl (z.B. Duschschlauch) werden die Bienen abgespült. Die Milben lassen sich anschließend auf dem Seihtuch mit einem feinen Pinsel, Bleistift o.ä. leicht separieren und auszählen.
Durch diese standardisierte Probennahmen gemäß Methodenhandbuch der Arbeitsgemeinschaft Toleranz-zucht sind vergleichbare Daten innerhalb der Völker und zwischen ihnen zu erwarten.
Bei mehr als 1 Milbe/100 Bienen im Juli sind effektive Maßnahmen zur Varroa-Bekämpfung zeitnah erforderlich.

Gemülldiagnose durchführen
Gerade für Imker, die ihre Bienenvölker am Wohnhaus oder im nahen Umfeld auf Gitterböden stehen haben, ist die Kontrolle des natürlichen Milbenfalls im Gemüll des Bienenvolkes eine gute Alternative. Unter das schützende Drahtgeflecht des Gitterbodens werden Bodeneinlagen geschoben. 2-3 Tage später wird der Milbenfall ausgezählt. Problematisch sind Ameisen und Wind. Erstere tragen die Milben davon, während die Bodeneinlagen unter den Völkern liegen, letzterer wenn die Bodeneinlagen gezogen werden. Damit sich Ameisen gar nicht erst an die neue Nahrungsquelle gewöhnen, bleiben die Bodeneinlagen nur besagte 2-3 Tage eingeschoben. Wer die Bodenschieber mit Papier von der Küchenrolle abdeckt und mit Speiseöl beträufelt, bis es sich voll-saugt, minimiert den Milbenverlust durch Ameisen und Wind gleichermaßen.
Bei der Kontrolle des natürlichen Milbenfalls gilt: Bei mehr als 5 Milben/Tag im Juli sind effektive Maßnahmen zur Varroa-Bekämpfung zeitnah erforderlich.

Weitere Infos finden sich auf den Homepages der Bienen-Institute.

Sommerbehandlung gegen Varroose
Empfehlungen zur Bekämpfung der Varroa-Milben im Sommer enthält der nächste Infobrief.
Kontakt zum Autor: Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

 

Achtung:
Bienendiebstahl im Westerwald
Details unter:
www.bzv-bendorf.de

 

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Blühphasenmonitoring

Varroawetter

Info-Brief 16-2016

für die 27. KW
01. Juli 2016

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle!
  • Varroabehandlung vorbereiten / Varroazide besorgen
  • Winterfutter besorgen

Am Bienenstand

Die (fast) ausgebliebe Tracht 2016
Mayen -(co) Es bedarf derzeit keinen Blick in unser bundesweites elektronisches Trachtbeobachtungsnetz „TrachtNet“, ein Blick in die Gesichter vieler Imker genügt. Derzeit durchleben wir eine in den letzten Jahren nicht mehr gekannte Trachtflaute. Nach ersten vorläufigen Auswertungen unserer noch laufenden Erhebung zur Frühtrachternte lag der Durchschnittsertrag in Deutschland in den Imkereien die geerntet haben (87% gaben an geschleudert zu haben) bei 17,6 kg je Volk. Rechnet man die Imker ein, die nichts geerntet haben (weil sie nichts ernten konnten oder aus anderen Gründen nicht geerntet haben) lag der Ertrag durchschnittlich sogar nur bei 15,2 kg.
Überdurchschnittlich waren dabei die Ergebnisse in den östlichen und nördlichen Bundesländern, während sie in den westlichen und südlichen Ländern deutlich unter dem bundesweiten Schnitt lagen. Dabei zeigte sich auch eine ganz klare Abhängigkeit von der Höhenlage: je höher der Bienenstand lag umso geringer waren im Mittel die Ernteerträge. Eine detaillierte Auswertung werden wir an dieser Stelle nach Abschluss der Erhebung veröffentlichen. Weitere anonyme Antworten sind erwünscht und ermöglichen noch bessere regionale Differenzierungen. Hier geht ́s zur Umfrage: http://www.onlineumfragen.com/login.cfm?umfrage=70232
Die Bedingungen der Sommertracht werden sich im Nachhinein wahrscheinlich ebenso schlecht erweisen. Ein Blick auf die Grafiken des TrachtNets (www.bienenkunde.rlp.de [TrachtNet]) zeigt im Juni an vielen Standorten kaum Tage mit nennenswerten Gewichtszunahmen und teilweise sogar einen Abwärtstrend. Die Darstellungen des TrachtNets werden derzeit überarbeitet und stehen in Kürze in verbesserter Form zur Verfügung. Wir werden darüber berichten.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter in Deutschland kurzfristig grundsätzlich zum Besseren wendet: niederschlagefreie Tage mit Sonnenschein und höheren Temperaturen. Die heutigen Prognosen des Deutschen Wetterdienstes für die nächsten 10 Tage können leicht optimistisch stimmen.
Problematisch ist die Eigenversorgung der Bienenvölker. Dort wo den Bienen bei der Frühtrachternte zu viel Honig entnommen wurde und kaum oder keine Vorräte belassen wurden kann es zum Verhungern kommen, daher ist es dringend angeraten die Völker entsprechend zu kontrollieren und für Abhilfe zu sorgen. Stichproben genügen nicht. Es sollten alle Völker kontrolliert werden, da diese sehr individuell das Futter mehr oder auch weniger im Brutraum einlagern. Eine Zufütterung sollte nur mit eigenem Honig geschehen, wenn man optimistisch ist und noch mit einer Sommerernte rechnet, oder aber mit Zucker wenn man auf eine abschließende Ernte in diesem Jahr verzichtet. Das Vorgehen muss individuell entschieden werden. Gefährdet sind insbesondere Ableger und Begattungseinheiten.
Kontakt zum Autor:Christoph.Otten@dlr.rlp.de

 

 

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Blühphasenmonitoring

Varroawetter

Info-Brief 15-2016

für die 26. KW
24. Juni 2016

Was zu tun ist:

  • Jungvolkpflege
  • Brutpause/Brutentnahme
  • Varroabehandlung vorbereiten
  • Winterfutter besorgen

Am Bienenstand
Brutpause jetzt Grundlage gesunder Völker
Kirchhain (rb) Ein Großteil der diesjährigen Honigernte ist inzwischen eingetragen und die Völker sind am Höhepunkt ihrer jährlichen Volksentwicklung angelangt. Die Bereitschaft zum Schwärmen, die wir in den zurückliegenden Wochen zugunsten möglichst starker Völker und einer optimalen Honigleistung unter Kontrolle gehalten haben, kommt endgültig zum Erliegen.
Durch das Unterdrücken der natürlichen Schwarmneigung schaffen wir mit unseren modernen Betriebsweisen jedoch ideale Vermehrungsbedingungen für Varroamilben und Viren, die oftmals später zum Verhängnis werden. Um dem zu begegnen, sollten alle Imker in den kommenden Wochen eine Zwangsbrutpause durchführen. So können im Sinne einer naturnahen Imkerei die positiven Effekte einer mit dem Schwärmen verbundenen Brutpause auf Krankheitsdruck und Bauerneuerung gezielt genutzt werden.
Hierzu bieten sich die im nachfolgenden beschriebenen Methoden an. Je nach Völkerzahl, Erwartungen an den weiteren Trachtverlauf und das Interesse an zusätzlichen Jungvölkern kann jeder Imker die für ihn am besten geeignete Vorgehensweise auswählen. Allen gemein ist, dass der Varroabefall dadurch rechtzeitig vor der Aufzucht von Winterbienen so stark abgesenkt wird, dass die Völker optimal überwintern und gleichzeitig die Anwendung von Medikamenten erheblich reduziert werden kann.

Bannwabenhochwirksam ohne Chemie
Eine äußerst wirkungsvolle Methode stellt das sogenannte Bannwabenverfahren dar, das im Arbeitsblatt 314 des Bieneninstituts Kirchhain detailliert beschrieben wird. Es hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ermöglicht in vielen Jahren einen völligen Verzicht auf Medikamente. Allerdings müssen die einzelnen Arbeitsschritte sorgfältig geplant und durchgeführt werden.

Brutentnahme mit Fangwabe
Für viele einfacher zu handhaben ist eine einmalige totale Brutentnahme in Verbindung mit einer Fangwabe. Wendet man diese Methode 10 -14 Tage vor Trachtende an, führt sie sogar oftmals zu einer Steigerung der Honigernte, da der Eigenverbrauch der Völker durch die Brutentnahme deutlich absinkt während alle Flugbienen dem Volk erhalten bleiben. Auch hierzu findet man eine detaillierte Beschreibung im Arbeitsblatt 328 sowie einige weitergehende Veröffentlichungen auf der Homepage des Bieneninstituts Kirchhain .
Im Zuge der Brutentnahme wird der Brutraum durch Absperrgitter vorübergehend auf eine Zarge eingeengt. In dieser verbleiben am Rand einzelne, helle Futterwaben sowie eine zentrale Wabe mit junger Brut (vorzugsweise Drohnenbrut), die 7-10 Tage später nach dem Verdeckeln der Zellen samt der eingedrungenen Milben als sogenannte Fangwabe entnommen und vernichtet wird. Ansonsten wird der Brutraum mit hellen ausgeschleuderten Waben oder Mittelwänden ergänzt. Nach der letzten Honigernte und mit beginnender Wintereinfütterung kann in der Regel wieder auf zwei Räume erweitert werden.
Die entnommenen Brutwaben werden entweder umgehend eingeschmolzen oder sie können zum Aufbau zusätzlicher Völker genutzt werden. Hierfür gibt man die Waben mit wenigen ansitzenden Bienen (etwa 1 Handfläche je Wabenseite) in zweizargige Sammelbrutableger, die zur Vermeidung von Räuberei und Milbenübertragung umgehend auf einen separaten Standplatz gebracht und kleinem Flugloch versehen werden. Ohne das Zutun des Imkers werden sie auf der offenen Brut Nachschaffungszellen anziehen. Wer eine gezielte Königinnenaufzucht betreiben möchte kann belarvte oder angebrütete Zellen zugeben. Allerdings lohnt sich diese Mühe nur, wenn im Sammler genügend junge Pflegebienen vorhanden sind, um eine gute Königinnenqualität zu gewährleisten.
Die Brutsammler können entweder schon während des Schlupfes mit Thymol oder Ameisensäure, oder nach dem Schlupf aller Brut drei Wochen später mit Ameisen-, Oxal-oder Milchsäure behandelt werden. Zu diesem Zeitpunkt können alte Waben leicht entnommen und durch junges Wabenwerk ersetzt werden. Sollte die Qualität der Nachschaffungskönigin schlecht oder das Volk weisellos sein (ggf. Weiselprobe einhängen) wird eine Reservekönigin eingeweiselt. Entsprechend eingefüttert entwickeln sich die Brutsammler meist zu guten Völkern.

Käfigen und Behandeln
Als weitere Alternative bietet sich das Käfigen der Königin über einen Zeitraum von etwa 25 Tagen in Verbindung mit einer chemischen Behandlung an. Hierzu werden inzwischen spezielle Absperrgitterkäfige angeboten, die in eine Wabe eingesetzt zentral ins Brutnest eingehangen werden. So bleibt die Königin in engem Kontakt mit ihren Pflegebienen, es werden keine Nachschaffungszellen angelegt und die Königin geht in aller Regel nach dem Freilassen schnell wieder in Eilage. Zum Zeitpunkt des Freilassens ist alle Brut geschlüpft, so dass auch bei diesem Verfahren leicht für eine gute Bauerneuerung durch Mittelwände oder helle ausgeschleuderte Waben gesorgt werden kann. Zugleich lassen sich die auf den Bienen sitzenden Milben zu diesem Zeitpunkt wirkungsvoll durch Beträufeln mit Oxalsäure oder Einsprühen mit Milchsäure abtöten. Der Zeitpunkt des Käfigens muss im Hinblick auf eine Rückstandsgefahr für den Honig so gewählt werden, dass die Ernte bis zum etwa 25 Tage später liegenden Behandlungstermin abgeschlossen ist.

Sicherheit durch Befallskontrollen
Wie bereits angesprochen, kann man nach Anwendung eines dieser Brutpause-Verfahren unter günstigen Verhältnissen auf eine zusätzliche Sommerbehandlung mit Medikamenten verzichten. Allerdings muss man sich hierzu ab Mitte August durch regelmäßige Befallskontrollen (Bienenproben-Puderzuckermethode oder Bodeneinlagen) Gewissheit verschaffen, dass der Varroabefall tatsächlich entsprechend niedrig liegt. Denn nicht immer wird die erhoffte Wirksamkeit einer Brutpause erzielt oder Milbeneintrag aus Völkern ohne Brutunterbrechung sorgt für einen schnellen Befallsanstieg der sanierten Völker.
Zur Befallskontrolle eignen sich unter Gitter eingelegte, ganzflächige Bodeneinlagen. Nach 2-3 Tagen zählt man die abgefallenen, dunkel ausgefärbten Varroamilben. Fallen nicht mehr als etwa 10 Milben pro Tag, können genügend gesunde Winterbienen heranwachsen. Diese Kontrolle wird alle paar Wochen wiederholt. In der Zwischenzeit werden die Einlagen entfernt und die Gitterböden offen gelassen, damit sich möglichst wenige Ameisen, Wachsmotten und Ohrenkneifer etablieren, die ansonsten zu viele tote Milben entfernen könnten. Alternativ kann eine Stichprobe von etwa 500 Bienen (50 –60 gr) nach der Puderzuckermethode oder durch Betäubung (Swienty Varroa-Tester) auf ihren Milbenbefall geprüft werden. Solange der Befall unter 2 % liegt, was etwa 10 Milben je Probe entspricht, ist auch hier kein Anlass zu Sorge gegeben. Steigt die Varroabelastung im Laufe des Spätsommers auf höhere Werte an, kann durch eine gezielte Ameisensäure-Anwendung kurzfristig eingegriffen werden.
Kontakt zum Autor: ralph.buechler@llh.hessen.de

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
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Varroawetter
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Info-Brief 14-2016

für die 25. KW
17. Juni 2016

Was zu tun ist:

  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden
  • Honigernte

Am Bienenstand
Die Pflege der Jungvölker
Veitshöchheim (wz) Die Honigernten waren in diesem Jahr mehr als sonst vom Witterungsverlauf in den verschiedenen Regionen beeinflusst. Aus einigen Regionen wurde von guten bis sehr guten Honigernten berichtet. Die Frühtracht war jedoch nicht an allen Standorten gut – teilweise wurden kaum mehr als 10-15 kg Blütenhonig geerntet. Andernorts trübten hohe Schwarmtendenzen erste gute Ertragsaussichten. Vereinzelt wurde von zu hohen Wassergehalten im Honig berichtet. Die niederschlagsreiche Unwetterlage hat zunächst die Aussichten auf eine beginnende Waldtracht getrübt. Doch die Lecanientracht sowohl von der großen Lecanie als auch von der kleinen Lecanie führte dann an einigen Standorten Süddeutschlands zu ersten Waldhonigernten. Anderenorts klagen Imker bereits über anhaltende trachtlose Zeiten. Wenn der Rapshonig gut abgeerntet wurde, können Völker in dieser Zeit schnell hungern. Es gibt die ersten Berichte, dass Imker ihre Bienenvölker bereits füttern müssen. Immer ein paar Reserven von der Frühtracht in den Völkern zu belassen, wäre hier zu empfehlen.

Grundsätzliche Empfehlungen zur Pflege von Jungvölkern

  1. Die Jungvolkquote sollte bei mindestens 50 Prozent der Wirtschaftsvölker liegen, dann kann man bereits großzügig bei den Ablegern selektieren.
  2. Ableger und Kunstschwärme kommen sofort an einen neuen Standort ausschließlich für Jungvölker, dadurch können sich diese ohne Verflug der Flugbienen, ohne Räubereigefahr und ohne Infektion mit Varroamilben aus Altvölkern ungestört und gesund entwickeln.
  3. Das Zeitfenster ohne gedeckelte Brut kann durch Einhängen einer Fangwabe (offene Brutwabe zum Eindringen der Varroamilben mit anschließender Entnahme nach Verdecklung) oder durch Besprühen mit 15%iger Milchsäurelösung ad us. vet. zur Varroabehandlung genutzt werden; besonders wenn in den Alt-völkern, aus denen die Brut-waben für die Ableger stammen, schon eine erhöhte Be-lastung mit Varroamilben zu erwarten ist oder festgestellt worden ist.
  4. Jungvölker sollte man nicht an einen Standort mit voller Blütentracht bzw. schon gar nicht in eine Tannen- oder Melezitose-Tracht stellen, weil dort durch das „Verhonigen“ des Brutnestes die Entwicklung der Jungvölker sehr stark eingeschränkt sein kann.

Kurze erste Kontrolle
Etwa 2 Wochen nach Schlupf der Königinnen prüfen wir die Begattungsableger ohne große Störung, wenn möglich ohne Rauch, auf Weiselrichtigkeit und Futtervorrat. Dazu reicht ein kurzer Blick, ob bereits Eier und jüngste Maden von der neuen Königin im Brutnest vorhanden sind.
Bevor wir die neuen Ableger am neuen Standort weiter pflegen, sollten wir jedoch die Königinnen in den Jungvölkern auf eine gute körperliche Qualität überprüfen. Ist das bereits verdeckelte Brutnest der neuen Königin einheitlich und gut geschlossen? Sind alle Beine der Königin in Ordnung, ist ihr Hinterleib kräftig ausgebildet und bewegt sie sich harmonisch auf der Wabe und sind die Bienen gesund? Dann können wir den Ableger zum Jungvolk aufbauen. Ansonsten wird die ungenügende Königin entfernt, gegebenenfalls durch eine neue ersetzt oder der entweiselte Ableger durch Zusammenhängen mit einem anderen vereinigt.

Weiselprobe
Hat man frühzeitig Ableger erstellt, kann nun das eine oder andere kleine Jungvolk mit einem weisellosen Volk oder mit einem sonst ungenügenden Volk nach Abwarten der „Weiselunruhe“ vereinigt werden.
Ist man sich nicht sicher ob ein Volk weisellos ist, kann man eine offene Brutwabe von einem intakten Volk in das zu prüfende Volk für einige Tage einhängen. Zeigen sich 2-4 Tage später viele gepflegte Nachschaffungszellen auf dieser Wabe, so ist mit dieser sog. Weiselprobe die Weisellosigkeit in diesem Volk festgestellt und das Volk bekommt umgehend eine neue Königin (beispielsweise mit einem kleinen Ableger). Auch das Vereinigen mit einem Begattungskästchen ist eine sichere Methode.

Aufbau der Ableger
Die im Mai und Juni erstellten Ableger/Jungvölker werden abhängig von Witterungsverlauf, Tracht, Wabengröße und Volkstärke im Abstand von etwa 2-4 Wochen mit ausgebauten Waben oder nur mit Mittelwänden am Brutnestrand erweitert und gefüttert. Wenn ein kontinuierlicher Futterstrom aufrecht erhalten bleibt, fördert dies die Bruttätigkeit und die Entwicklung des Ablegers sehr, so dass er im Juli noch aufgesetzt im zweiräumigen Magazin eingefüttert werden kann. Wenn beispielsweise ein Jungvolk in einem leeren gedrahteten Rähmchen am Rand bereits jungen Wabenbau errichtet, ist wieder höchste Zeit für einen weiteren Erweiterungsschritt.
Es ist jedoch nicht empfehlenswert den gesamten leeren Raum gleich komplett mit Mittelwänden aufzufüllen; die nicht ausgebauten Mittelwände werden dann zu lange ohne Ausbau nur von Bienen be-laufen, verschmutzt und später ungern in das Brutnest einbezogen. Besser ist es, am Anfang nur so viele Mittelwände zu geben, wie der Ableger auch gut besetzen kann und neben den Randwaben (Futter) den restlichen Raum einfach leer zu lassen oder hier ein leeres Rähmchen einzuhängen. In jedem Fall muss das erstarkte Jungvolk dann rechtzeitig wieder erweitert werden, damit kein großer Wildbau entsteht. Möglich ist auch die Verwendung eines Schiedes.

Fütterung der Jungvölker
Je nach Volkstärke und Anfangsbevorratung mit Futterwaben und je nach Tracht werden für den Aufbau eines Jungvolkes bis zur Wintereinfütterung ca. 5-10 kg Futter benötigt. Dieses Futter wird bei den meisten Imkern als Futterteig gegeben. Dieser kann bereits in Portionspacks bezogen werden. Dabei wird oft nur eine etwa faustgroße Fressfläche zur Futterabnahme neben dem Bienensitz freigegeben. Praktisch geeignet sind hier-zu auch fertige 2,5 kg Pakete die in der Folie in eine Futtertasche gesteckt werden so dass die Bienen die frei gegebene Futterfläche gut besetzen können. Wichtig ist, dass dieser fertige Futterteig nicht hart austrocknet. Die Jungvölker sind bis zur Winterfütterung dann gut versorgt, wenn neben den gut gefüllten Randwaben über jeder weiteren Brutwabe kleine Futtervorräte angelegt sind, jedoch nicht mehr als ein Viertel der gesamten Wabenfläche bei den jeweils inneren 6-7 Waben mit Futter belegt ist. Das Brutnest soll ja zu diesem Zeitpunkt nicht überversorgt sein mit Futter, notfalls sind die Futtergaben zu reduzieren oder Futterwaben zu entnehmen oder man erweitert das erstarkte Jungvolk mit einem zweiten Raum und hängt die gut mit Futter gefüllten Brutwaben in den oberen Raum und erweitert am Brutnest dann mit leeren Waben!

Völker rechtzeitig umweiseln
Bei zunehmender Schwarmlust am Stand wird empfohlen, in abgeschwärmten Völkern oder in Schwärmen und Nachschwärmen, noch im Laufe der Saison die Königinnen auszuwechseln und mit Königinnen aus einer schwarmträgen und sanftmütigen Zuchtlinie zu beweiseln. Dies kann auch durch Vereinigen mit Kleinablegern erfolgen.
Man tut gut daran, stets gute Zuchtlinien ohne Schwarmneigung zu selektieren. Unter anderem kann man z.B. bei Imkervereinen, Kreisverbänden und Lehrbienenständen die Adressen von Züchtern und Belegstellen in der Region erfahren. Die Zuchtwerte guter leistungsgeprüfter Herkünfte der vielen Reinzüchter in Deutschland können sehr gut über die deutsche Zuchtwertschätzung unter www.beebreed.eu verglichen werden.
Sehr gute Informationen über die praktische Zucht varroatoleranter Herkünfte sind u.a. auch auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht zu finden unter www.toleranzzucht.de. Über weitere Tätigkeiten am Jungvolkstand, wie z.B. das Zeichnen von Königinnen oder das Zusetzen von Königinnen, informieren zahlreiche Merkblätter auf den Internetseiten der Bieneninstitute. Es lohnt sich auch wieder einmal, ein gutes Fachbuch zu lesen. Praktische Hilfen erhält man auch in den Kursen der Bieneninstitute und Bienenzuchtberater, in Imkerschulen und an Lehrbienenständen.

Erhard Härtl, Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöcheim, Fachzentrum Bienen; Tel.: 0991/208-159 oder 208-143

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen http://tsis.fli.bund.de/Reports/Info_SO.aspx?ts=902

Blühphasenmonitoring http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=B11127YCKA&p1=YN6EY910S5&p3=165V7FS7SH&p4=XF10F330RV#

Varroawetter www.varroawetter.de http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=849610M9L3&p1=8X114P7ADW&p3=D2KEU5C709&p4=XF10F330RV  

Info-Brief 13-2016

für die 24. KW
10. Juni 2016

Was zu tun ist:

  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand
Veitshöchheim (wz) Die Frühjahrsernte dürfte mittlerweile bei  den meisten Imkern geschleudert sein, teils mit hervorragenden Ergebnissen. Der Wassergehalt ist nach bisherigen Meldungen in diesem Jahr in der Frühtracht kein  Problem, meist wurden Werte von unter 17% erreicht.

Waldtracht
Die Imker in Süddeutschland war- ten nun, wie jedes Jahr, sehnsüchtig auf den Beginn der Waldtracht. Ende Mai tauchten zwar noch keine dunklen Honigkränze in den Völkern auf, aber von Waldtrachtbeobachtern wurden an Fichtenbeständen vermehrt auftretende Schildläuse beobachtet, die Große sowie die Kleine Lecanie. Honig von den Schildläusen kann erfahrungsgemäß in Abständen von ca. 7 Jahren geerntet werden. Regengüsse während der Tracht beenden diese nicht.
Um den genauen Zeitpunkt des  Trachtbeginns zu ermitteln, sollten in den betroffenen Waldregionen Waagvölker aufgestellt werden. Erst nach Gewichtszunahme und Feststellung der Trachtart werden die Wirtschaftsvölker angewandert.
Massentrachten aus dem Wald,  bei Laub- (Eiche) und Nadelhölzern (Fichte, Tanne) werden meist von  den Rindenläusen (Lachniden) erzeugt. Im Gegensatz zu den  Lecanien, die nur eine Generation bilden, vermehren sich die Lachniden kurzfristig über mehrere Generationen und können dem Imker sehr hohe Honigerträge bescheren. Ein starker Gewitterguss kann die Tracht jedoch abrupt beenden. Die grundsätzlichen Wettervoraussetzungen einer Lachnidentracht in diesem Jahr sind mit einem eher kalten, nassen Mai erfüllt, die Tracht sollte bis ca. Mitte Juni beginnen. Regionen mit Starkregenereignissen sind aber sicherlich  ausgenommen.

Unerwünschter Melezitosehonig
Ein Waldhonig, bei dem manch Imker eher abwandert, ist der Melezitosehonig, in der Imkerschaft auch als „Zementhonig“ bekannt. Nehmen die Waagstockzunahmen täglich bis zu 6 kg zu, ist dies ein sehr deutlicher Hinweis auf eine Melezitosetracht. Dieser sehr wohl schmeckende Honig kristallisiert innerhalb kürzester Zeit bereits in den Waben aus und  ist dann meist nicht mehr schleuderbar. Auch die bei der Heidehonigernte eingesetzten Stippgeräte lösen nur einen Teil des  Zementhonigs. Hinweise für Ernte und weitere Verarbeitung dieses Honigs sind aus den Merkblättern  der Bieneninstitute zu entnehmen.  Die Lärche wurde fälschlicherweise für diese Honigsorte verantwortlich gemacht. Melezitosehonig wird jedoch überwieg überwiegend  von der Großen schwarzen Fichtenrindenlaus und der Stark bemehlten Fichtenrindenlaus an Fichten erzeugt. Melezitosejahre  traten früher eher selten auf und  die Intervalle werden seit ca.  20 Jahren immer kürzer.

Waldtracht anwandern
Die wenigsten Imker haben eine Waldtracht direkt an Ihrem Bienenstand, meist müssen sie die Wälder anwandern. An verschiedene Voraussetzungen ist unbedingt zu denken. Bienenstöcke außerhalb seines Landkreises zu verstellen, bedeutet immer die Notwendigkeit eines gültigen Gesundheitszeugnisses vom Veterinäramt. (rechtzeitig beantragen!)  Dieses Zeugnis ist dem Veterinäramt des Wanderortes zu über- mitteln, evtl. auch an den Völkern in Laminierfolie zu befestigen, damit einheimische Imker informiert  sind. Auch die Anschrift ist an den  Völkern sichtbar anzubringen. Die  Anwanderung sowie der Standort  sollten mit den örtlichen Wanderwarten (falls vorhanden) abgestimmt werden. Nie loswandern, ohne die örtlichen Gegebenheiten  zu kennen!
Obligatorisch sollte eine geeignete Wanderbeute mit Trommelraum, geeignetem Boden und Wanderdeckel sein. Nur gesunde, starke  Völker werden nachts zum neuen  Standort transportiert. Die Fluglöcher werden erst geöffnet nachdem alle Arbeiten erledigt sind. Die Bienen werden umgehend mit dem Trachtflug beginnen und bereits am ersten Tag bei Tracht eine Zunahme aufweisen. Sobald Waldtracht einsetzt, sinkt die Schwarmgefahr und die Schwarmkontrollen können unterbleiben.
Eine Wanderung mit Imkerkollegen fördert die Freundschaft und  man kann sich gegenseitig unterstützen. Hilfsgeräte für eine körperschonende Wanderung, wie Beutenkarre, Rampen etc. werden  dringend empfohlen. Besonders wichtig ist die Ladungssicherheit. Hier sollten geeignete Rutschmatten und Spanngurte in ausreichender Menge vorhanden sein.  Sicherungen gegen Diebstahl  werden neuerdings ebenfalls eingesetzt.
Werner Zwillich  Staatlicher Fachberater für Bie- nenzucht im Regierungsbezirk  Oberpfalz  werner.zwillich@lwg.bayern.de

Apis-Kalender 2017  Bilder gesucht
Wir suchen für den  Apis-Kalender 2017  wieder engagierte Fotografinnen und Fotografen

Motto
Honig, Bienen, Imkerei
Mein schönstes Foto !
Wenn Sie gestochen scharfe Bilder zu diesem Motto in hoher Auflösung haben (Druck, DIN A 4, 300 dpi), würden wir uns über Ihre Fotos freuen. Personen die dargestellt sind, müssen der Veröffentlichung zustimmen. Die Besten  werden wir im Apis-Kalender 2017 veröffentlichen und honorieren dies mit 50 € je Bild.
Vorschläge bitte an werner.muehle@lwg.bayern.de

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Varroawetter www.varroawetter.de http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=849610M9L3&p1=8X114P7ADW&p3=D2KEU5C709&p4=XF10F330RV  

Info-Brief 12-2016

für die 23. KW
03. Juni 2016

Was zu tun ist:

  • Honigernte
  • Schwarmkontrolle
  • Ableger bilden
  • Königinnenaufzucht

 Am Bienenstand
Die Qualität der Königin entscheidet
Kirchhain (rb) Gerade in diesen Tagen kann man unmittelbar erleben, wie die Qualität der Königin über Freude und Erfolg in der Imkerei entscheiden. Wer nahezu ohne Stiche und ohne nennenswerte Schwarmtendenzen schon in diesen Tagen eine reiche Honigernte einfahren kann, hat dies in erster Linie der erfolgreichen Auslese versierter Züchter zu verdanken. Innerhalb weniger Jahrzehnte ist es diesen gelungen, die wirtschaftlich wichtigen Erbanlagen von Honigbienen erheblich zu verbessern. Gute Zuchttiere sichern heute den wirtschaftlichen Erfolg moderner Berufsimkereien und sind Voraussetzung für die Akzeptanz der Bienenhaltung im städtischen Umfeld.
Die Qualität der Königin wird einerseits durch ihre Abstammung und Anpaarung, andererseits durch ihre Aufzuchtbedingungen bestimmt. Außerdem spielt das Alter eine Rolle. In der Regel sind junge Königinnen leistungsmäßig überlegen, so dass sich eine jährliche Erneuerung empfiehlt. Entsprechend großzügig sollten in den nächsten Wochen Ableger und Begattungsvölkchen gebildet werden.
Die besten Aufzuchtergebnisse erzielt man, wenn man sich an den natürlichen Abläufen orientiert. Hochwertige Königinnen entstehen aus einer Überflusssituation, in der Natur gekennzeichnet durch die Schwarmperiode. Viele junge Bienen, reiche Pollen- und Nektarvorräte sowie optimale Temperaturverhältnisse durch dichten Bienenbesatz sind wesentliche Voraussetzungen. Jeder Imker sollte sich früher oder später mit einfachen Aufzuchtmethoden vertraut machen. Entsprechende Kurse werden an den Instituten angeboten und es gibt eine Reihe guter Fachbücher zu diesem Thema (z. Bsp.: Tiesler, Englert, Aufzucht und Verwendung von Königinnen, Buschhausen Verlag).

Regional bewährtes Zuchtmaterial nutzen
Im Gegensatz zu einer zufälligen Verwendung von Schwarm- und Nachschaffungszellen, etwa im Zuge der Bildung weiselloser Ableger, ermöglicht eine gezielte Aufzucht von Königinnen eine starke Vermehrung besonders geeigneter Zuchtvölker. Hierbei können durchaus Völker mit frei gepaarten Königinnen aus dem eigenen Bestand dienen, soweit Sie mit diesen Völkern gute Erfahrungen gesammelt haben. Anderenfalls empfiehlt es sich, Zuchtstoff von anerkannten Züchtern aus Ihrer Regionen zu holen. Diese bieten Ihnen Umlarvmaterial oder auch schlupfreife Zellen, junge oder begattete Königinnen an. Die Imkerlandes- und Zuchtverbände (AGT, GdeB etc.) veröffentlichen entsprechende Adresslisten, soweit Sie nicht auf Empfehlungen Ihrer Vereinskollegen zurückgreifen können.
Ausdrücklich warnen möchte ich vor einem leichtfertigen Experimentieren mit Königinnen fragwürdiger Herkunft und gebietsfremder Rassen. Attraktiv gestalte Werbeanzeigen vermitteln manchmal den Eindruck besonders wertvoller und preiswerter Angebote. De facto ist die Qualität vieler Handelsköniginnen schlecht und die von ihnen freigesetzten Gene (Drohnenflug bedenken!) können die lokale Population möglicherweise nachhaltig verschlechtern.
Achten Sie also beim Kauf von Zuchtstoff und Königinnen vor allem auf eine hohe Qualität. Die Anerkennung des Züchters durch einen Verband sowie Abstammungs- und Leistungsnachweise dienen hierbei als objektive Kriterien. Nutzen Sie zur Auswahl auch die Zuchtwert-Datenbank unter www.beebreed.eu, in der die Abstammungsdaten und Zuchtwerte der meisten deutschen Zuchtbetriebe heute dokumentiert sind.

Belegstellen nutzen
Ebenso wichtig wie die Abstammung der Königin ist die Qualität und Mischung der Drohnen, mit der sich diese paart. Vielerorts lassen sich bei freier Paarung vor Ort gute Ergebnisse erzielen. Aber es gibt auch Regionen, in denen es bei freier Paarung aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Bienenpopulation zu einer sprunghaften Verschlechterung von Sanftmut, Schwarmträgheit und Honigleistung kommen kann. In solchen Fällen lohnt es meist, die jungen Königinnen zur Paarung auf eine nahegelegene Landbelegstelle zu bringen. Diese können zwar keine 100%ige Gewissheit über die Drohnenabstammung bieten, wie Reinzüchter dies durch die Nutzung der Besamungstechnik oder sicher isolierte Belegstellen auf Inseln oder im Gebirge anstreben. Aber auch auf Landbelegstellen erreicht man eine überwiegende Anpaarung mit Drohnen, die auf ausgelesene Zuchtvölker zurückzuführen sind, und kann so ohne großen Aufwand an dem Zuchtfortschritt der Züchter teilhaben. Wer im Internet nach „Belegstelle“ in Verbindung mit der jeweiligen Landesangabe sucht, findet schnell eine Übersicht der in der Umgebung vorhandenen Einrichtungen und der dort betriebenen Zuchtrichtungen.

Selber Züchter werden?!
Nachdem wir heute vielerorts durch sanfte und fleißige Bienen verwöhnt sind, vergessen insbesondere jüngere Imker leicht, welche besondere Errungenschaft dies darstellt. Umso schöner ist es, wenn man irgendwann einen Blick für die durchaus unterschiedliche Veranlagung der Bienenvölker gewinnt und seine Völker entsprechend sorgfältig beobachtet. Wer so weit kommt, ist auf dem besten Weg, selbst Züchter zu werden. Am einfachsten geht dies, wenn man sich einer Züchtergemeinschaft wie z. Bsp. der AGT (www.toleranzzucht.de ) anschließt. So erhält man über regionale Königinnen-Ringtauschaktionen Zugang zu guten Prüfköniginnen und lernt bei Tagungen und Standbesichtigungen von erfahrenen Kollegen, wie Völker am besten zu bewerten sind. Wer selber mindesten acht Völker auf seinem Stand vergleichend prüft und die Daten am Jahresende in die zentrale Datenbank zur Zuchtwertschätzung einfließen lässt, kann damit wesentlich zur Auslese guter Zuchtvölker beitragen.
Die größte Herausforderung besteht heute in der Auslese varroaresistenter Bienen. Auch die Krankheitsresistenz und Vitalität eines Volkes werden ganz wesentlich durch die Erbanlagen und die physische Qualität der Königinnen bestimmt. Leider verschleiert der regelmäßigen Medikamenteneinsatzes oftmals diese für das natürliche Überleben der Bienen wichtigen Eigenschaften. Wenn der Zwang zur regelmäßigen chemischen Bekämpfung der Varroose irgendwann überwunden werden soll, ist es daher umso wichtiger, dass sich Züchter gezielt um die Erfassung und Auslese entsprechender Resistenzeigenschaften kümmern. Bitte überlegen Sie, ob Sie Spaß hätten, an diesem Ziel aktiv mitzuwirken!
Kontakt zum Autor: ralph.buechler@llh.hessen.de

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Fachzentrum Bienen und Imkerei
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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen http://tsis.fli.bund.de/Reports/Info_SO.aspx?ts=902
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Varroawetter www.varroawetter.de http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/inetcntr.nsf/dlr_web_full.xsp?src=849610M9L3&p1=8X114P7ADW&p3=D2KEU5C709&p4=XF10F330RV  

Info-Brief 11-2016

für die 22. KW
27. Mai 2016

Was zu tun ist:

  • Gerätschaften für die Honigernte auf Vollständigkeit prüfen und reinigen
  • Schwarmkontrolle
  • verdeckelte Drohnenbrut ausschneiden
  • Ableger bilden

Am Bienenstand

Honig- und Betriebshygiene
Münster (mb) Mit der Honigernte steht jeder Imker bzw. jede Imkerin wieder vor der Herausforderung, bei der Honigernte, -behandlung und -vermarktung die Vorschriften des Lebensmittelrechts, insbesondere der nationalen Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) einzuhalten und somit als Lebensmittelunternehmer die Verantwortung für die Sicherheit und Qualität des Lebensmittels Honig zu übernehmen.
Die LMHV enthält Mindestanforderungen für die Bereiche Betriebshygiene, Personalhygiene und Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln. Von den Räumlichkeiten, den Gerätschaften, Gläsern und Deckeln und den Personen darf keine nachteilige Beeinflussung des Honigs ausgehen. Außerdem muss Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein, d.h., auch ein Außenstehender wie z.B. der Lebensmittelkontrolleur muss anhand von Daten nachvollziehen können, wann der Honig geerntet, geschleudert und abgefüllt wurde und welche Kontrollen durchgeführt wurden, um die Qualität und Sicherheit dieser Charge zu gewährleisten.
Welche gesetzlichen Mindestanforderungen sind zu beachten und wie kann man sie auch in kleinen Imkereien angemessen erfüllen?

Schleuderraum herrichten
In der LMHV heißt es, dass für die gelegentliche Verarbeitung die Nutzung privater Räumlichkeiten unter der Voraussetzung möglich ist, dass die gleichen Anforderungen erfüllt werden, die auch an gewerbliche Räume gestellt werden. So müssen im Schleuderraum alle Oberflächen sauber, glatt und leicht zu reinigen sein; Wände und Türen müssen sauber, hell, glatt und leicht zu reinigen sein, der Boden muss wasserundurchlässig und leicht zu reinigen sein, eine gute Beleuchtung muss vorhanden sein, ebenso ein Handwaschbecken mit fließend kaltem und warmem Wasser. Fenster, die der Belüftung dienen, müssen mit einem Insektengitter versehen sein.

In der Regel erfüllt die private Küche am ehesten diese Voraussetzungen. Mit folgenden Schritten kann sie in einen Schleuderraum verwandelt werden:

  1. Alle betriebsfremden Gegenstände wie z.B. Zimmerpflanzen, Zeitungen, stark riechende Lebensmittel (Kaffee oder Tierfutter) und Abfall aus dem Raum entfernen.
  2. Den gesamten Raum gut lüften (z.B. um Essensgerüche zu vertreiben) und gründlich reinigen; hierfür neue bzw. frisch gewaschene Mopps, oder Baumwolltücher verwenden. Schrubber und Besen sollten sauber sein und den Schmutz nicht verteilen. Gereinigt wird mit heißem Wasser in Trinkwasserqualität und haushaltsüblichen Reinigungsmitteln. Alles gründlich reinigen (incl. aller Schrankoberflächen und auch die Lampen nicht vergessen). Während der Schleuderung dürfen in der Küche keine anderen Tätigkeiten verrichtet werden
  3. Überlegen, welches Waschbecken als Handwaschbecken dienen kann: In der Regel eignet sich hierfür ein Waschbecken in einem Nebenraum (z.B. in der Gästetoilette). Das Handwaschbecken sollte mit Flüssigseife (parfümfrei) und Einmalhandtüchern (z.B. Küchenrolle) ausgestattet sein. Darauf achten, dass auch hier betriebsfremde Gegenstände wie z.B. Haarbürste vorher weggeräumt werden.

Ist ein eigener Schleuderraum vorhanden, entfallen die Arbeitsschritte 1 bis 3, lediglich die gründliche Reinigung ist durchzuführen.

Arbeitsplatzanordnung:
Je kleiner der Raum, desto wichtiger ist es, sich im Vorfeld zu überlegen, wie ein reibungsloser Arbeitsablauf gewährleistet werden kann. Wo können Entdeckelungsgeschirr, Schleuder, Hobbock und Wabenbehälter stehen? Wie ist eine Anordnung entsprechend den Arbeitsschritten Entdeckeln – Schleudern –Sieben zu erreichen? Diese Überlegungen verhindern, dass Chaos entsteht und man eventuell über offene Honigeimer steigen muss.

Geräte und Utensilien
Alle Materialien, die direkt mit dem Honig in Berührung kommen, müssen korrosionsfrei und lebensmittelecht sein. Sie sollten aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff bestehen. Rost, Metallabrieb und Kunststoffsplitter dürfen nicht im Honig landen. Damit sie nicht unbemerkt hineingelangen, ist eine genaue Inspektion und gründliche Reinigung aller Gerätschaften wie z.B. Schleuder, Abfüllbehälter, Entdeckelungsgabel, Siebe, Honiglagergefäße, Teigschaber usw. vor Aufnahme der Arbeiten nötig.
Insbesondere dann, wenn die Gerätschaften schon älter sind, sollten sie besonders sorgfältig auf Risse, Rostansatz, raue Oberflächen oder Anhaftungen kontrolliert werden. Für die Honiglagerung nur dicht schließende Behältnisse verwenden.

Gläser und Deckel
Gläser und Deckel sollten sorgfältig gereinigt und kontrolliert werden, denn alles, was im oder am Glas haftet, wird im Honig landen und wenn der Honig erst einmal im Glas ist, kann man es nicht mehr rückgängig machen. Ein Glassplitter kann außerdem zu einer ernsthaften Gesundheitsgefährdung werden. Gläser und Deckel werden am besten in einer Haushaltsspülmaschine gespült, getrennt vom Haushaltsgeschirr mit dem 65 °C-Programm. Klarspüler und Salz nicht vergessen, nur dann ist eine vernünftige Abtrocknung gewährleistet. Gläser wenn möglich schräg stellen, dann bildet sich kein Wassertropfen am Boden des Glases. Ist dies nicht zu vermeiden, mit einem fusselfreien Tuch nachtrocknen. Am besten die Gläser und Deckel kurz vor Gebrauch spülen oder nach der Reinigung so lagern, dass sie nicht wieder nachteilig beeinflusst werden können (z.B. in einer Kunststoffbox mit dicht schließendem Deckel). Werden Deckeleinlagen falsch, z.B. in einer feuchten Umgebung gelagert, können sie muffig werden und Honig nimmt dadurch Fremdgeruch an. Deshalb Deckeleinlagen unbedingt trocken und frei von Fremdgeruch lagern.

Persönliche Hygiene
Personen, die mit Honig umgehen, müssen frei sein von ansteckenden Krankheiten, damit keine Erreger in den Honig gelangen. Rauchen und Kaugummi kauen ist verboten.
Bei der Arbeit sind ein heller langer Kittel und eine Kopfbedeckung zu tragen, die die Haare vollständig bedeckt. Der Kittel schützt den Honig vor nachteiliger Beeinflussung durch die Straßenkleidung. Es sollten saubere Schuhe getragen werden, an denen kein Schmutz von draußen haftet. Vor Beginn der Arbeit müssen die Hände am Handwaschbecken gründlich gereinigt werden, denn mit den Händen kommt man direkt in Kontakt mit dem Honig.
Wunden oder kleine Hautrisse an den Händen sollten fachgerecht versorgt werden, es darf kein Wundsekret in den Honig gelangen. Einmalhandschuhe können zusätzlichen Schutz bieten. Unbewusste Tätigkeiten mit den Händen (z.B. Nase reiben, am Kopf kratzen) vermeiden.

Was sonst noch wichtig ist:
Honig muss so geerntet, geschleudert, gepflegt und abgefüllt werden, dass Verunreinigungen jeglicher Art vermieden werden. Bereits bei der Honigernte darauf achten, dass die Transportbehälter für die Honigwaben sauber und bienendicht sind. Die Behälter immer auf eine Unterlage und nicht direkt auf den Boden abstellen. Das Transportfahrzeug vorher gründlich reinigen, damit die Behälter nicht mit Tierhaaren, Staub oder anderen Verschmutzungen in Berührung kommen.
Gäriger Honig darf nicht in Verkehr gebracht werden. Er gilt als verdorben. Deshalb den Wassergehalt des Honigs bereits bei der Ernte mit einem Refraktometer bestimmen.
Um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten und die Einhaltung einer guten Hygienepraxis bei der Honigverarbeitung zu dokumentieren, sollten Hygienemaßnahmen und Kontrollen dokumentiert werden. Hierfür die Daten zur Honigernte und –abfüllung in ein Honigbuch eintragen. Die Hygienekontrollen vor und während des Schleuderns und Abfüllens können in die „Checkliste zur Honigverarbeitung“ eingetragen werden. Diese und weitere Formblätter zur Dokumentation einer Guten Hygienepraxis wie z.B. Kontrolle der Lagerbedingungen, Schädlingskontrolle oder Reinigungsplan finden sich ebenfalls auf der unten genannten Internetseite.
Kontakt zur Autorin: marlene.backer-struss@lwk.nrw.de  

Broschüren zum Thema

http://www.apis-ev.de/index.php?id=14

Gesetzliche Grundlagen zur Imkerei  Band II
Honigverordnung, Lebensmittelrecht, Lebensmittelhygiene, Produkthaftung
Schutzgebühr: 3,00 EUR

Honigbuch
für die Dokumentation der Honigvermarktung und für die gesetzliche Loskennzeichnung
Schutzgebühr: 1,50 EUR

Bienenhaltung und Honigqualität im Blick
Autorin: Marlene Backer-Struß
Schutzgebühr: 1,50 EUR

Hygiene-Fibel
Grundlagen der Lebensmittelhygiene in Imkereibetrieben
Autorinnen: Marlene Backer-Struß und Margret Rieger †
Schutzgebühr: 3,00 EUR

Honig-Fibel
Margret Rieger †, Marlene Backer-Struß
Schutzgebühr: 3,00 EUR

Leitfaden „QM Honig und Imkerei“
Marlene Backer-Struß und Peter Leuer
Schutzgebühr 3,00 €

Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen.
Fachzentrum Bienen und Imkerei

Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465
IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN
Kennwort: Infobrief
Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an.

Quelle: http://www.bienenkunde.rlp.de

Herausgeber:
DLR Westerwald-Osteifel, Fachzentrum Bienen und Imk
erei, Mayen
Landwirtschaftskammer NRW, Bienenkunde, Münster
LWG Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim
LLH Bieneninstitut Kirchhain, Kirchhain
Landesanstalt für Bienenkunde, Hohenheim
Länderinstitut für Bienenkunde, Hohen-Neuendorf