~ Imkerkiste

Wir bauen eine Imkerkiste

Jetzt im Winter haben wir Zeit, um in der Werkstatt zu arbeiten. Für dieses Jahr haben wir uns den Bau einer Imkerkiste vorgenommen. Die Imkerkiste soll alles Werkzeug beherbergen, welches wir bei der Arbeit mit den Bienen benötigen.  Jeder Einzelne der AG-Mitglieder baut seine eigene Kiste. Herr Roth hat die Zuschnitte für diese Kiste besorgt, so dass wir gleich mit der Arbeit beginnen können. Eine Imkerkiste als Muster ist schon fertig, daran können wir uns orientieren und abgucken, wie so eine Kiste gebaut wird.

Wir beschriften unsere Kisten mit Namen und sie bekommt auch einen Anstrich, so dass sie fachmännisch aussieht.

Mit dieser Imkerkiste haben wir immer unser Werkzeug beisammen, ein Griff und die Arbeit im Frühjahr kann beginnen.

Imkerkiste bauen

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Imkerkiste bauen

Imkerkiste bauen

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2017

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~ Weihnachtsfeier 2016

Unsere Weihnachtsfeier 2016 und Jahresabschluss

Am 17. Dezember fand unsere Weihnachtsfeier 2016 statt  und gleichzeitig auch die Jahresabschlussveranstaltung.  Viele Imker nutzen die Stunden, um gemütlich in der Runde das Bienenjahr 2016 ausklingen zu lassen. Es gab Kaffee und Stollen, auch Plätzchen waren im Angebot.  Wir sahen uns einen Film über Bienenkrankheiten an und so konnte jeder etwas dazu lernen. Laura, unsere neue Vorsitzende nahm das Treffen zum Anlass, Vorschläge für Aktivitäten der Imkervereins für das Nächste Jahr zu machen. Es wurden auch aus den Reihen der Imker einige Vorschläge geäußert. So wollen wir im nächtsen Jahr wieder eine Standbegehung bei einem ausgewählten Imker machen, dessen Art Bienenbewirtschaftung anzusehen und wieder Erfahrungen austauschen. Eventuell will man das Bienenmuseum  in Weimar besuchen.  Zu Versammlungen werden aktuelle Vorträge von erfahrenen Berufsimker organisiert usw.
Die Zeit verging viel zu schnell, es wurden noch Fragen zur letzten Behandlung der Bienenvölker geklärt und den Neulingen im Imkerverein Hilfe bei der Behandlung angeboten.
Alles in allem waren  es schöne Stunden in den Räumen der Waldherberge & Gasthaus „Drei Tannen“ in Langenwetzendorf

Weihnachtsfeier 2016 und Jahresabschluss

 

 

~ Info-Brief 27-2016

für die 51. bis 52. KW
16. Dez. 2016

Das Bienenjahr 2016

Mayen (co) – In unserem letzten Brief des Jahres 2016 wollen wir noch ein-mal Rückschau halten auf das nun zu Ende gehende Jahr. Optimistisch stimmte zunächst die Auswinterung im Frühjahr. Etwas mehr als 90 % aller Völker überlebten nach Angaben der vielen tausend sich an unserer Erhebung beteiligten Imker im Mittel den letzten Winter (IB 7/2016). Der Trachtbeginn lag im Mittel der mehr als einhundert elektronischen Trachtbeobachtungsstellen des TrachtNets um den 24. März in der zwölften Kalenderwoche. Ein Jahr zuvor lag er zwei Wochen später und im Jahre 2014 zwei Wochen früher – natürlich immer regional schwankend. Im Vergleich zu weiteren Jahren war es ein eher früher Trachtbeginn. Dies hatte nachweislich Einfluss auf die Varroaentwicklung, und so wurden bereits im Sommer und auch im Herbst in den Völkern des Deutschen Bienenmonitorings mehr Milben festgestellt als im Jahr 2015 mit einem späteren Trachtbeginn, aber weniger als im Sommer und Herbst 2014 mit einem sehr frühen Beginn. Die gerade abgeschlossene Umfrage zu den aktuellen Völkerverlusten im Spätsommer und Herbst 2016 belegt eine erhöhte, wenn auch nicht drama-tische Sterblichkeit der Völker von 4 bis 5 Prozent (s. u.). Danach erwarten wir für den jetzigen Winter deutschlandweit Verluste von etwa 16 bis 18 %. Dabei wird es nicht alle Imker gleich treffen. Wahrscheinlich wird die Mehrheit der Imker ohne Verluste sein, vorausgesetzt die Varroabehandlungen wurde fachgerecht durchgeführt. Hat noch keine Winterbehandlung stattgefunden bieten sich in den nächsten Tagen ideale Bedingungen zur Anwendung der Oxal- oder Milchsäure. Tagesaktuelle und standortspezifische Behandlungsbedingungen können über unser Internetportal www.varroa-wetter.de jederzeit abgerufen werden. Hinweise zur Winterbehandlung hatten wir im letzten Infobrief (IB 26/2006) gegeben.

Der Trachtverlauf war im Frühjahr noch zufriedenstellend und es konnten im Bundesmittel 15,5 kg je Volk geerntet werden. Dabei gab es aber deutliche Unterschiede. Während in den nord- und ostdeutschen Bundesländern überdeutliche Erträge mit über 25 kg erzielt wurden, mussten sich die Imker im Süden und Südwesten mit weniger als 15 kg zufrieden geben (IB 20/2016). Der von den Imkern gemessene Wasser-gehalt des Honigs lag im Mittel bei 17,4 %.

Die Sommertrachternte fiel mit durchschnittlich 12 kg je Volk schlechter aus, wobei der Osten wiederum deutlich mehr Honig hervorbrachte als der Westen. Der Wassergehalt lag im Schnitt bei 17,6 % in manchen Regionen über 18 % (IB 22/2016).

Bei vielen Imkern gehen die Vorräte bereits jetzt zu Ende. Sollten Sie die Gelegenheit haben Honig zuzukaufen, lassen Sie sich die Qualität und Herkunft schriftlich bescheinigen. Sollten Sie Ihren Kunden keinen Honig mehr anbieten können, notieren Sie sich Kontaktdaten und versprechen ihnen sich zu melden, sobald die neue Ernte 2017 im Glas ist. Das fördert die Kundenbindung und unterstreicht, dass Sie nur eigenen Honig verkaufen.

In eigener Sache:

Unser letzter Brief des Jahres 2015 ging an 20.914 Abonnenten, mit dem heutigen letzten Brief dieses Jahr erreichen wir 23.899 Interessierte, eine Zunahme von fast 3.000. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps und Informationen die eine oder andere Hilfe-stellung geben konnten. Der Informationsfluss erfolgt dabei aber nicht nur in eine Richtung von uns zu Ihnen, sondern die große Bereitschaft unsere Umfragen und Erhebungen zu beantworten zeigt, dass auch wir sehr viel aus der Praxis erfahren und zusammentragen können. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken, insbesondere auch bei denen, die unsere Umfragen in den Vereinen bewerben und weitertragen. Das Redaktionsteam des Infobriefs wünscht Ihnen ein frohes Fest, Gesundheit und Zufriedenheit und auch eine wieder bessere Ernte im kommenden Jahr.
Kontakt zum Autor:  Christoph.Otten@dlr.rlp.de

Herbstverluste in Thüringen:
(Deutschland gesamt in Klammern)

Meldungen:                           187   (9.015)
eingewinterte Völker:       2.448   (123.800)
Verluste an Völkern:             85   (4.812)
Verluste in %:                        3,5   (3,9)

In eigener Sache Unterstützung des Infobriefs

Neben den redaktionellen Arbeiten für den Infobrief entstehen uns Kosten für die Betreuung der technischen Abwicklung, für unsere Erhebungen und Umfragen, die Abonnentenverwaltung und die Weiterentwicklung des „Varroawetters“. Dies kann nicht alleine aus den uns zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln getragen wer-den. Wenn Sie uns unterstützen wollen:

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~ Info-Brief 26-2016

für die 47. bis 50. KW
18. Nov. 2016

Am Bienenstand

Winterbehandlung
Hohenheim (PR). Als Abschluss des „kalendarischen Bienenjahres“ steht im November/ Dezember als Abschluss des Varroabekämpfungskonzeptes noch die Behandlung mit Oxalsäure an. Diese ist aus zwei Gründen unverzichtbar:

  1. Es ist die effektivste Möglichkeit, den Varroa-Ausgangsbefall vor der nächsten Bienensaison effektiv zu reduzieren. Wir wissen, dass sich die Varroapopulation von Februar bis August um den Faktor 50 vermehren kann! Wenn wir bei der Oxalsäurebehandlung 50 Milben abtöten, hätten daraus im nächsten Jahr über 3.000 Milben wer-den können.
  2. Es ist zudem eine hervorragende Möglichkeit, das eigene Bekämpfungskonzept zu überprüfen. Wenn noch mehrere hundert Milben bei der Oxalsäurebehandlung herunterfallen, war die Sommerbehandlung – meist mit Ameisensäure – nicht ausreichend wirksam. Völker mit hohem Milbenabfall sollten markiert werden und während der Saison „besondere Aufmerksamkeit“ bekommen. Wenn z.B. mehr als 500 Milben fallen, ist davon auszugehen dass noch eine Restmilbenpopulation von ca. 50 Milben im Volk verbleibt. Bei solchen Völkern sollte besonders intensiv die Drohnenbrut ausgeschnitten werden und frühzeitig mit der Varroadiagnose begonnen werden.

Für eine gute Wirksamkeit der Winterbehandlung gibt es zwei Voraussetzungen: Die Völker sollten brutfrei sein und möglichst eng in der Wintertraube sitzen. Nur dann wird die aufgeträufelte Oxalsäure optimal verteilt und erreicht einen Wirkungsgrad von ca. 95%. Aufgrund der häufigeren milden Winter wird es vor allem in den wärmeren Weinbauregionen zunehmend schwerer, solche brutfreien Phasen vorherzusagen. Ein extremes Bei-spiel war das letzte Winterhalbjahr, in dem bei uns in Hohenheim etliche Völker erst bei einer Kälteperiode im März(!) das erste Mal brutfrei waren. Zudem haben Stichproben gezeigt, dass selbst nach längerem Frost das ein oder andere Volk am Stand noch Restbrut hatte. Teilweise wird empfohlen, diese Brutflächen vor der Behandlung aufzureißen oder zu entnehmen. Dies wird verständlicherweise nur sehr ungern (und von sehr wenigen Imkern) durchgeführt und wir empfehlen es aus Praktikabilitätsgründen bisher auch nicht. Auch wenn die Restbrut die Wirksamkeit der Winterbehandlung etwas reduziert, sollte sie auf jeden Fall durchgeführt werden. Für dieses Jahr dürfte die Kälteperiode der letzten Tage eine gute Möglichkeit sein, in den nächsten 2 Wochen die Behandlung durchzuführen.

Noch drei Hinweise: (1) Bei leichtem Frost (möglichst früh morgens) zu behandeln ist einfacher und effektiver als bei höheren Temperaturen, da die Völker dann enger und ruhiger sitzen. (2) Gehen Sie vor allem bei zweizargigen Völkern zu zweit zur Behandlung. Dann kann eine(r) die zweite Zarge kippen und der/die andere träufelt. Dann erspart man sich das mühselige Umsetzen der schweren Futterzarge (und knüpft Kontakte zu Imkerkollegen). (3) denken Sie daran, dass der Milbenfall nach einer Oxalsäurebehandlung bis zu 3 Wochen anhalten kann, also nicht zu früh die „endgültige“ Milbenzahl festlegen.

Hinsichtlich der Flexibilität der Winterbehandlung wird es im nächsten Jahr erfreuliche Fortschritte geben. Zwei Präparate auf Oxalsäurebasis stehen kurz vor der Zulassung. Für diese wird es wohl keine Wartezeit geben, so dass sie zum einen auch nach dem Jahreswechsel angewendet werden dürfen und evtl. auch eine mehrmalige Behandlung in Betracht kommt. Leider reicht es nicht mehr für diese Bekämpfungsperiode. Wir werden natürlich an dieser Stelle rechtzeitig darüber berichten.

Abschließend noch ein Wort zum aktuellen Skandal um verfälschte „Wachs“-Mittelwände. Das Problem, dass bei einzelnen Händelern immer mal wieder mit Paraffin verfälschte oder mit Rückständen kontaminierte Mittelwände auftauchen, ist seit langem bekannt. Der globalisierte Wachsmarkt und die fehlenden gesetzlichen Normen für den Begriff „reines Bienenwachs“ machen eine rasche Lösung eher unwahrscheinlich. Es gibt derzeit weltweit einfach zu wenig Bienenwachs für die steigende Anzahl an Bienenvölkern! Es können und sollen an dieser Stelle nicht die Details dieser Problematik diskutiert werden. Aber es gibt eine ganz einfache Lösung für unsere Imker: Etablieren Sie einen eigenen Wachskreislauf! Kleine Dampfwachsschmelzer kann man entweder preiswert kaufen oder noch günstiger selber bauen (mehrere Anleitungen sind im Internet zu finden, z.B. von Dr. Neumann, Aulendorf). Das Wachs kann man dann beim Händler seines Vertrauens umarbeiten lassen, z. B. Imkertechnik Wagner in Mudau  (aktueller Umarbeitungs-Preis: 2,38 €/kg inkusive Versandkosten). Und wenn Sie als „Kleinimker“ die Mindestmengen Wachs nicht zusammen bekommen, schließen Sie sich mit KollegInnen zusammen, dann wird’s (a) billiger und macht (b) mehr Spaß.
Kontakt zum Autor: peter.rosenkranz@uni-hohenheim.de

Umfrage Spätsommer- und Herbstverluste
Wir werden diese Umfrage zu Wochenbeginn Schließen. Die Verluste liegen nach ersten Zwischenergebnissen höher als im letzten Jahr und sind in Deutsch-land regional sehr unterschiedlich. Falls Sie noch nicht geantwortet haben können Sie dies hier noch gerne tun

Anfragen gezielt stellen.
Mayen – (co) Wir bitten Anfragen zu aktuellen Beiträgen immer ausschließlich direkt an die jeweiligen Autoren zu stellen. Allgemeine Anfragen immer nur an das für Ihren Bienenstand zuständige Bieneninstitut. Geben Sie dabei auch immer Ihre vollständige Anschrift und Telefon-nummer mit an. Telefonische Rückfragen ermöglichen gezieltere Antworten und bessere Beratungen.

Wundermittel Varroabekämpfung.
Vorsicht: immer wieder erreichen uns aus der imkerlichen Praxis Anfragen zu beworbenen, neuen, scheinbar hoch effizienten, Bienen schonenden und rückstandsfreien Varroabekämpfungsmethoden.

Nicht jede beworbene Methode wurde während ihrer Entwicklung wissenschaftlich begleitet. Grundsätzlich muss für die Praxiseignung immer zunächst geklärt werden wie effizient sich die Anwendung darstellt, wie bienenverträglich sie ist und ob sie von Anwendern mit unterschiedlichen Betriebsweisen an unterschiedlichen Standorten gleich umgesetzt werden kann oder Einschränkungen vorliegen. Dabei ist es auf keinen Fall ausschlaggebend wie viele Milben abgetötet werden (“ … es waren aber viele Milben auf der Bodeneinlage …“), sondern in erster Linie gilt wie viele Milben eine Anwendung überleben und das Bienenvolk weiter schädigen und sich weiter vermehren. Nur mit gesicherten Hintergrundinformationen kann die Effektivität und Praxistauglichkeit berechnet werden. Hinzu kommen Zulassungsfragen, die ebenfalls zu klären sind. Hier sind die Anbieter in der Pflicht all diese Informationen vorzulegen. Die Aussage „Supermittel“ reicht da nicht aus.
Christoph.Otten@dlr.rlp.de

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~ Führungswechsel im Imkerverein Langenwetzendorf

Führungswechsel im Imkerverein in Langenwetzendorf

Führungswechsel im Imkerverein in Langenwetzendorf –  Mehr als 30 Jahre lang war Jürgen Roth Vorsitzender des Langenwetzendorfer Imkervereins. Nun hat er den Staffelstab weitergereicht. Sein unermüdliches Wirken und Werben für die Imkerei hat sich ausgezahlt. Mit aktuell 31 Mitgliedern ist der Verein gut aufgestellt und auch um den Nachwuchs muss man sich nicht sorgen. Jürgen Roth hat in all den Jahren – ob in der Imker-AG an der Regelschule Langenwetzendorf, als Imkerpate bei Neueinsteigern oder auf der stets aktuellen Homepage des Vereins – nicht nur all sein Wissen weitergegeben, sondern auch seine Begeisterung für das Phänomen Honigbiene. Wen wundert es da, dass den Vereinsvorsitz nun eine junge Imkerin übernimmt, die vor 6 Jahren selber zum ersten Mal den Bienenstand von Jürgen Roth besichtigte und daraufhin beschloss Imkerin zu werden. Der damals 13-jährigen Schülerin stand Jürgen Roth in den Anfangsjahren als Imkerpate mit Rat und Tat zur Seite. Heute ist sie 19, heißt Laura Dunse und war mit ihrem Projekt „Die Biene auf dem Land – ein Lehrkonzept für Schullandheime“ – beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ 2016 in Paderborn. Sie möchte den Imkerverein Langenwetzendorf in den nächsten Jahren weiter voranbringen – offen und attraktiv für alle, die sich für die Biene begeistern und ihren Lebensraum schützen wollen. Infos zu den Veranstaltungen des Vereins und zur Imkerei gibt es immer aktuell auf der Homepage unter www.imker-langenwetzendorf.de.

Antje Dunse

~ Info-Brief 25-2016

für die 41. – 42. KW
14. Okt. 2016

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle (Melezitose?)
  • Vereinigen zu schwacher Einheiten
  • Mäusesperren einsetzen
  • kalten Wintersitz vorbereiten
  • Milbenkontrolle

Am Bienenstand

Vorbereitung der Überwinterung
Veitshöchheim (bb) Die Fütterung sollte jetzt auf jeden Fall abgeschlossen sein, was aufgrund der warmen Witterung im September sicher kein Problem war. Wer jetzt noch fehlende Vorräte ergänzen muss, wird erkennen, dass die Bienen wegen der niedrigen Temperaturen in der Nacht das Futter nur langsam abnehmen, ja oft gar nicht. Besser ist hier, bei fehlenden Reserven, Futterwaben zuzuhängen, am besten aus dem Lager, aber evtl. auch aus Völkern, die zu viele Vorräte durch Räuberei angehäuft haben. Dass sie bienenfrei sein müssen, ist selbstverständlich, sonst beginnt die Räuberei bei Flugwetter sofort wieder.

Zu viel Winterfutter!
In einigen Regionen in Bayern trugen die Bienen eine üppige Melezitosetracht ein, teils zu Beginn, teils zum Abschluss der Wintereinfütterung. Einige Imker berichten von 10 vollen Melezitosewaben pro Volk. Hier ist es sehr wichtig, dass der Melezitosehonig aus dem Wintersitz entfernt werden muss. Melezitose direkt um den Bienensitz ist jetzt noch nicht gefährlich, da er bis zum Winter noch verbraucht werden kann. Aber in Bereichen, zu denen die Bienen während der fluglosen Zeit gelangen, würde der „Zementhonig“ dazu führen, dass die Kotblase der Bienen mit unverdaulichen Zuckerkristallen gefüllt, aber keine Energie dabei gewonnen würde, d.h. sie würden verhungern, obwohl die Futterwaben gut gefüllt sind. Zum Aufschluss von Melezitose-Honig brauchen die Bienen Wasser und Wärme; und beides ist im Winter kaum vorhanden.

Die reiche Tracht ließ die Bienen teilweise die Waben so volltragen, dass die Wintertraube auf Futter sitzen müsste. Das würde sie aber nicht überstehen, deshalb ist es wichtig, am Rand des Bienensitzes vollgetragene Waben zu entfernen, den verbleibenden Wabenblock in der Mitte auseinanderzurücken und mindestens zwei Leerwaben einzuhängen. Hier können sich die Bienen zur Traube formieren und ihre Temperaturregulation gut aufrechterhalten. Wenn die Leerwaben jetzt eingehängt werden, schaffen es die Bienen auch noch, ihre Vorräte so um den Wintersitz anzuordnen, dass sie sie auch bei niedrigen Temperaturen immer gut erreichen können.

Kein Einlass für Mäuse
Sowohl Feld-, als auch Spitzmäuse suchen einen warmen, trockenen Überwinterungsplatz mit guter Futterversorgung. So ein Bienenvolk, das aufgrund der Witterung den Flugbetrieb eingestellt hat, scheint für sie ideal. Entweder sie nisten sich in nicht besetzten Bereichen der Beute ein, oder sie besuchen das Bienenvolk regelmäßig, um sich Nahrung zu beschaffen. Beides gilt es zu verhindern, denn durch die Störungen sitzt das Bienenvolk unruhig und verbraucht dadurch deutlich mehr Energie, die durch erhöhte Futteraufnahme ergänzt werden muss. Deshalb lautet die Devise: Wir sperren die Mäuse aus! Dies gelingt entweder durch im Handel erhältliche, punktgeschweißte Mäusegitter oder flache Flugkeile, durch die die Bienen ein- und ausfliegen können, wenn es die Witterung erlaubt, aber die den Mäusen und Spitzmäusen den Zutritt verwehren. Sie müssen so rechtzeitig angebracht werden, dass die Mäuse nicht bereits im Kasten sind und damit eingesperrt werden!

Kalter und trockener Wintersitz
Dort, wo Waben an der Beutenwand anliegen, kann sich durch das Temperaturgefälle zwischen Bienentraube und Umgebungskälte leicht Schwitzwasser bilden, das zum Ausgang des Winters zu Schimmelbildung führen kann. Wenn im Zweiräumer in beiden Räumen jeweils die Randwaben durch Mittelwände ersetzt werden, stehen den Bienen immer noch genügend Waben zur Verfügung, um in der Traube zu sitzen und genügend Vorräte zur Verfügung zu haben. Im Einräumer wäre das Entfernen der beiden Randwaben zu viel Verlust an Futter. Hier kann aber eine Wabe entfernt werden, so dass der gesamte Wabenblock in die Mitte gerückt werden kann. Die entnommenen Waben werden im Lager kühl, dunkel und trocken aufbewahrt. Bei Futterknappheit zum Ausgang des Winters können Sie dann gute Dienste leisten.

Auch der Varroaeinschub wird nur eingesetzt, wenn der Milbenbesatz erfasst oder eine Behandlung durchgeführt wird. Dadurch erreichen wir ein frühzeitiges Brutende in den Völkern und können die Restentmilbung durchführen.

Wie viele Varroamilben sind noch in den Völkern?
Wenn die letzte Ameisensäure-Behandlung länger als 2 Wochen zurückliegt, sollten wir den Milbenbesatz unserer Bienenvölker ermitteln. Denn nur, wenn wir wissen, wie viele Milben in den Völkern vorhanden sind, können wir entscheiden, wann wir unsere Winterbehandlung durchführen, oder sogar noch eine Zwischenbehandlung einschieben müssen. Mit dem Varroaeinschub unter dem Gitterboden lassen sich einfach und, ohne die Völker zu stören, die natürlichen Milbenabfälle der einzelnen Völker feststellen. Wenn wir jede abgefallene Milbe pro Tag mit 500 multiplizieren, erhalten wir die ungefähre Zahl an Milben im Bienenvolk. Deshalb sollten wir bereits beim Abfall von einer Milbe pro Tag und Volk eine Behandlung anstreben, denn 500 Milben in der Wintertraube führen zu unruhigem Sitz, langem Bruteinschlag und erhöhtem Futterverbrauch. Bei einer Auswaschprobe, die einen Bienenmilbenbefall von 2 % und mehr ergibt, verhält es sich ebenso.

Die Milbenkontrolle in diesem Jahr ist sehr wichtig, da in vielen Regionen zur Zeit der Sommerbehandlung kaum Milben in den Völkern vorhanden waren. Aber die sehr warmen Flugtage im September bescherten behandelten Völkern zum Teil hohe Zahlen an Milben, die über die Reinvasion aus zusammenbrechenden Einheiten in diese gelangten. Zudem wiesen die Völker Ende September je nach Alter der Königinnen enorme Brutflächen auf, in denen sich diese Milben ungestört vermehren konnten, wenn wir ihren Zuflug nicht bemerkt hatten.

Kontakt zur Autorin Barbara Bartsch: barbara.bartsch@lwg.bayern.de

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Quelle:

Info-Brief 23-2016

für die 39. – 40. KW
23. Sep. 2016

 Was zu tun ist:

  • Futtervorrat kontrollieren
  • Pollenversorgung sichern
  • Varroa Befall kontrollieren und behandeln

Am Bienenstand

Wachsqualität Wachsverfälschung

Hohenheim (kw) Garantiert reines Bienenwachs: Was heißt das eigentlich. Für den Käufer von Mittelwänden ist nicht immer klar, was das wirklich bedeutet. Bezieht sich dieser Begriff auf die Rückstandssituation? Handelt es sich um gereinigtes Wachs, welches vorher belastet, jetzt aber ohne Rückstände angeboten wird? Manche behaupten ja, dass so etwas geht. Oder bezieht sich dieser Begriff eher auf die Unverfälschtheit, also nicht verfälscht mit irgendwelchen Fremdwachsen, wie Paraffin oder Stearin, die wir von den Kerzen her kennen. Oft wird mit Wunschdenken aneinander vorbei gedacht. Gesetzlich definiert ist sowieso nichts. Das gilt übrigens erstaunlicherweise auch für die Bezeichnung 100% reines Bienenwachs. Es fehlen klare Definitionen, Regeln und Richtlinien.

Deshalb müssen wir uns nicht wundern, dass der Anstieg der Weltmarktpreise für gute Bienenwachsqualitäten, den wir seit etwa 4 Jahren erleben, wieder zu den Problemen führt, die wir schon in der Vergangenheit hatten. Das Verfälschen von Bienenwachs mit Billigwachsen aus der Erdölproduktion. Wer die Verfälscher sind, lässt sich nicht sicher sagen. Der gutgläubige Käufer, der sich keine Analysedaten zeigen lässt und meint, mit Auge und Nase alles beurteilen zu können oder der Händler, der gezielt Billigwachse, einkauft und darauf vertraut, dass es niemand merkt. Der Blockwachslachslieferant, der alte Kerzenstummel sammelt und zusammen mit alten Waben in den Sonnenwachsschmelzer gibt, es gibt viele Möglichkeiten und man muss mit Verdächtigungen und vorschnellen Rückschlüssen sehr vorsichtig sein. Bestimmte Länder, wie z.B. China, liefern nahezu immer verfälschtes Wachs, das sollte sich aber mittelweile in der Händlerszene herumgesprochen haben.

Das Bienenvolk selbst ist meist ein schlechter Indikator für Wachsverfälschungen. Bienen fressen das Wachs ja nicht, sondern sie modellieren nur damit. Aus der Mittelwand wird überschüssiges Wachs abgeknabbert und damit die Hälfte der Zellwände aufgebaut. Der letzte Rest wird dann aus reinem Bienenwachs dazu geschwitzt. Bienen bauen also meist auch hoch verfälschte Mittelwände aus. Dann können aber Dinge passieren, die den Imker nervös machen. Es kann zu Brutschäden kommen, da ja aus dem Wachs des Zellbodens und der unteren Zellregionen Substanzen in den Larvenfuttersaft einwandern und dann von den Larven mitgefressen werden. Solche Schäden sind in Vergangenheit schon bei Paraffin-verfälschten Mittel-wänden beobachtet worden, in diesem Jahr sind Larvenschädigungen bei mit Stearin verfälschten Chargen aufgetaucht. Offensichtlich gibt es Substanzen, die in Folge der Verfälschung aus einer Mittelwand über den Larvenfuttersaft die Bienenbrut erreichen können. Von einigen Wirkstoffen aus der Varroabekämpfung, die in rückstands-belasteten Waben zu finden sind, kennen wir diese Migrationsprozesse ja schon.

Es kann auch etwas anderes beobachtet werden, aber nur bei Imkern, die senkrechtgedrahtete Rähmchen in den Honigräumen benutzen. Die eingelöteten Mittelwände werden ausgebaut und sobald die Völker beginnen Honig in den Zellen einzulagern, reißt die Wabe kurz unterhalb des Oberträgers ab und der ganze Zellverband samt Füllung rutscht entlang der Drähte nach unten und baut sich unten als Wachsknäuel auf. Die Bienen füllen das entstandene Loch mit Wildbau aus. Paraffin klebt nicht so fest an den Drähten wie Bienenwachs und wird bei Erwärmung auch schnell weicher. Imker mit waagrechter Drahtung würden allerdings nichts von dieser Verfälschung bemerken.
In welchem Ausmaß in diesem Jahr verfälschtes Wachs in den Umlauf gekommen ist, wissen wir nicht und vermutlich werden wir es auch nie erfahren. Dass verfälschtes Wachs angeboten und auch gekauft wird, liegt mit an den fehlenden gesetzlichen Regelungen, aber auch an den Imkern, die sich meist sehr gutgläubig verhalten und oft auch nie wissen wollen, was sie tat-sächlich in den Händen haben, wenn sie mit den Mittelwandpäckchen im Frühjahr das Imkerfachgeschäft verlassen. Warum fragt denn keiner nach einer Chargennummer auf den Päckchen oder nach einem aktuellen Analysenzertifikat zu dieser Charge mit verständlichen Angaben über die Rückstandssituation und Unverfälschtheit? Nur so kann in Zukunft sichergestellt werden, dass sich die Mittelwandhersteller und Händler selbst Gedanken darüber machen, was sie zukaufen und was sie weitergeben. Die Tatsache, dass es in Vergangenheit sehr unwahrscheinlich war, dass ein Imker nach dem Kauf von Mittelwänden selbst eine Analyse in Auftrag gegeben hat, war natürlich verführerisch. Es gab ja quasi kein Risiko.
Letztendlich schadet das der gesamten deutschen Imkerschaft. Verfälschtes Wachs kommt irgendwann wieder zu den Wachsverarbeitern zurück und landet in großen Schmelzkesseln. Dort entstehen Chargen, bei denen sich dann erst im homogenisierten Zustand herausstellt, wie gut diese Chargen sind. Bisher galt einheimisches Bienenwachs zwar nicht als „rückstandsfrei“, aber eben als unverfälscht. Es hatte damit einen qualitativen Vorsprung gegenüber Wachsen aus anderen Ländern. Dieses Image steht nun auf dem Spiel.

Bienenvölker können ihren Wabenbau selbst herstellen. Das beweisen z.B. Demeter-Imker, die keine Mittelwände verwenden und wir kennen es aus der Korbimkerei. Wir selbst können Wachs gezielt sammeln, können Wachs von alten Waben getrennt halten vom Baurahmen- und vom Entdecklungswachs. Die beiden letzteren stellen das hochwertigste Wachs dar, das wir gewinnen können. Der Imkerverein kann sich eine Mittelwandgussform anschaffen, die verliehen wird und jeder kann aus seinem Wachs seine eigenen Mittel-wände in bekannter Qualität herstellen. Wir können also viel tun, um auf der sicheren Seite zu sein.
Kontakt zum Autor Klaus Wallnerbienewa@uni-hohenheim.de

Warnung!Unzureichende Wirksamkeit von Apitraz!

Hohenheim (pr) Das seit diesem Jahr zur Varroabekämpfung neu zugelassene Präparat Apitraz® hat bei stark mit Varroamilben befallenen Völkern mit Brut offensichtlich eine unzureichende Wirksamkeit. Bei zahlreichen Versuchsvölkern der Landesanstalt konnte trotz einer 6-wöchigen Behandlungsdauer mit Apitraz®-Streifen der Varroabefall nicht ausreichend reduziert werden.

Imker, die dieses Präparat verwendet haben, sollten unbedingt eine Kontrolle des Milbenbefalls durchführen (z.B. natürlicher Milbenfall in den Bodeneinlagen oder Bienenprobe), um den Behandlungserfolg zu überprüfen.

 

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Info-Brief 22-2016

für die 37. – 38.. KW
09. Sep. 2016

Sommertrachternte 2016
Mayen (co) Die Stimmung im Land hat das Ergebnis unserer Umfrage zur Sommertrachternte eigentlich bereits vorweggenommen. Bundesweit haben fast 12% aller Imker keinen Sommerhonig geerntet, in Hessen mehr als 15% und im Saarland sogar mehr als ein Viertel aller Imker. Gründe sind einerseits sehr schlechte Trachtbedingungen aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters andererseits kritische Wassergehalte, die bundesweit mit 17,6 % überdurchschnittlich hoch lagen.
Im Schnitt meldeten die Imker 13,6 kg je Volk geschleuderten Honig. Bezieht man die Imkereien, die nichts geerntet haben mit ein sind es nur 12 kg je Volk gewesen. Die schlechtesten Bedingungen herrschten im Saarland mit durchschnittlich 6,5 kg je Volk bei Berücksichtigung aller dortigen Imkereien. Demgegenüber stehen Berlin, Bremen, Hamburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder die Oberpfalz. Dort konnten die Imker um die 20 und mehr kg Honig ernten.
Kontakt zum Autor: Christoph.Otten@dlr.rlp.de

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Quelle: bienenkunde.rlp.de

Info-Brief 21-2016

für die 35.-36. KW
26. Aug. 2016

Was zu tun ist:

  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Pollenversorgung sichern
  • Varroa-Befall kontrollieren und behandeln

Am Bienenstand
Hohenheim (ev) Nachdem Anfang August der von uns empfohlene Stichtag für die erste Ameisensäurebehandlung war und die Bienenvölker im Anschluss daran ihre erste Futterration bekommen haben, steht jetzt für viele Imker bereits die zweite Behandlung an. Die aktuell stabile Wetterlage schafft bundesweit gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anwendung: warme Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Verdunstung der erforderlichen Säuremenge. Um eine gute Wirkung auf Bienen- und Brutmilben zu erreichen, wird je nach Anzahl der Zargen pro Volk eine tägliche Verdunstungsmenge von 20-25 ml bzw. 30-40 ml 60 %ige Ameisensäure über mehrere Tage empfohlen. Es kann sinnvoll sein, ungünstige Standorte mit kaltem Kleinklima aufzugeben und zumindest für die Spätsommerpflege und Über-winterung Standorte mit warmem, für die Behandlung günstigem Kleinklima auszuwählen.

Liebig Dispenser oder Nassenheider professional: Welcher Dispensertyp für die Langzeitbehandlung?
Langzeitbehandlungen haben grundsätzlich den Vorteil, dass die Behandlungssicherheit höher ist, kurze Schlechtwetterperioden „ausgeglichen“ werden und die Behandlung für die Bienen schonender ist als sogenannte „Schockbehandlungen“ (z.B. Schwammtuch). Eine zweimalige Behandlung mit den Verdunstervarianten Liebigdispenser und Nassenheider prof. erzielte in den Praxistests an über 200 Bienenvölkern in Hohenheim in den Jahren 2014 und 2015 jeweils einen Wirkungsgrad von durchschnittlich über 90 %. Aufgrund unserer Erfahrungen empfehlen wir die Anwendung im Nassenheider prof., da dieser Verdunster die Säure konstant und weitgehend temperaturunabhängig abgibt. Dadurch kann es allerdings bei sehr niedrigen Temperaturen (nachts) vorkommen, dass sich in der Schale ein „Säuresee“ bildet. Wird es am darauffolgenden Tag sehr warm, kann es durch die schlagartige Verdunstung der angesammelten Säuremenge zu einer Überdosierung und möglichen Nebenwirkungen kommen. Auf der zweiten Seite der Tabelle sind die Vor-und Nachteile der zwei empfohlenen Langzeitverdunstersysteme nachzulesen.
In Hohenheim wird aktuell an der Anwendungsoptimierung von Ameisensäure geforscht. Es wurde bereits eine Sensormesstechnik etabliert, durch die eine Bestimmung der Ameisensäurekonzentration in der Stockluft möglich ist. Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass für eine gute Wirksamkeit vermutlich deutlich höhere Konzentrationen in den Wabengassen notwendig sind als bisher angenommen. Eine solche Messtechnik ist die Voraussetzung für eine Optimierung bestehender Verdunstungssysteme bzw. für die Entwicklung von sensorgesteuerten Verdunstungssystemen.

Kontrolle Varroabefall
Leider gibt es bisher keine Methode, den Varroabefall eines Volkes unter Praxisbedingungen exakt zu bestimmen. Die Gemülldiagnose gibt uns aber die Möglichkeit, für die verschiedenen kritischen Zeitpunkte im Bienenjahr unterschiedliche Grenzwerte zu definieren. Ist die zweite Ameisensäurebehandlung abgeschlossen, stellt sich nach 12 Tagen (= Dauer der verdeckelten Brutphase) wieder der natürliche Milbenfall ein. Werden dann noch mehr als 2-3 Milben pro Tag auf dem Bodenschieber gezählt, ist eine weitere Behandlung notwendig! Denn: Bei jeder Behandlung kommt es nicht nur auf einen guten Wirkungsgrad an, sondern vor allem auf die im Volk verbleibenden, nicht abgetöteten Milben! Verbleiben zu viele Varroamilben im Volk, kann die Population bis zur Winterbehandlung so stark ansteigen, dass die Überwinterung des Volkes gefährdet ist.
Kontakt zur Autorin: eva.frey@uni-hohenheim.de

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Info-Brief 20-2016

für die 33. KW
12. Aug. 2016

Was zu tun ist:

  • Füttern
  • Varroabehandlung
  • Wintersitz herrichten
  • Wabenschutz
  • Räuberei vermeiden

Am Bienenstand

Bitte entrümpeln!
Hohenheim –(tk) In der Regel ist die erste Ameisensäure-Behandlung bei den Wirtschaftsvölkern abgeschlossen (Stichtag 01.08.!) und die Fütterung steht an. Sofern noch nicht geschehen, sollte jetzt die Gelegenheit wahrgenommen werden möglichst viel altes und fehlerhaftes Wabenmaterial aus den Völkern herauszunehmen. Je nach Betriebsweise geht man dabei unterschiedlich vor. Ob „zargenweise“ (Zargenimkerei) oder „handverlesen“ (Wabenimkerei) ist Geschmackssache – und ab einer gewissen Völkerzahl natürlich auch eine Zeitfrage!
Seien Sie bei der Entrümpelung bitte nicht zu zaghaft –schmeißen sie raus was geht! Machen Sie nicht den Fehler jede Brutzelle retten zu wollen! Gleiches gilt für Pollen: schwarze Pollenwaben und alter Pollen – raus damit! Unsauber ausgebaute Waben – ab ins Recycling!

Anmerkung:
Manche ImkerInnen  entnehmen den Völkern ca. zwei Wochen vor Trachtende (Mitte Juli) die komplette Brut und erreichen dadurch eine sehr starke Reduzierung der Varroa und die Völker starten auf frischem Wabenmaterial nochmals richtig durch. Für diese Maßnahme ist das Jahr jetzt aber schon zu weit fortgeschritten!

Sitzordnung!
Wo nötig sollten die Völker jetzt auch nochmals „zentriert“ werden – das kann besonders bei Ablegern, die ein asymmetrisch eingeengtes Flugloch hatten – erforderlich sein.

Ein-oder zweiräumig?
Bei zweiräumiger Überwinterung werden alle Brutwaben in der unteren Zarge untergebracht, in der oberen sind helle ausgebaute Waben, die reichlich Futter aufnehmen können. Bei einräumiger Überwinterung werden die Völker vor der Auffütterung auf eine Zarge eingeengt. Völker, die für eine Zarge zu stark sind, überwintert man natürlich zweiräumig und entfernt dann ggf. im Frühjahr die untere Brutraumzarge, sofern man mit einem Brutraum imkern möchte. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich auch für Standorte, die für einen erhöhten Futterverbrauch bekannt sind – bei einzargiger Überwinterung im 10er-Zandermagazin kann das Volk ca. 15 kg Futter (~ 10 kg Zucker) einlagern. Bei entsprechendem Standort und / oder ungünstigem Witterungsverlauf kann das im Frühjahr schon mal knapp werden. Gut ist es dann, wenn auf Futterwaben von überversorgten Zweizargern zurückgegriffen werden kann.

Merke:
Altvölker verlieren jetzt kontinuierlich an Bienenmasse – Ableger hingegen wachsen noch!

Nachdem altes Wabenwerk entfernt und der Sitz korrigiert wurde, kann das Volk aufgefüttert werden. Gerade bei einräumiger Überwinterung (Zandermaß) muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Völker nicht überfüttert werden – es muss immer noch genügend Platz für die Königin zur Eiablage bleiben! (Entsprechendes gilt für DN)

Räuberei!
Grundsätzlich gilt zu dieser Jahreszeit der Räuberei vorzubeugen! Die Fluglochgröße muss der Volksstärke angepasst sein. Bei der Arbeit an den Völkern keine Waben herumstehen lassen und zügig arbeiten! Das Füttern erfolgt vorzugsweise in den Abendstunden. Kommt es doch zur Räuberei muss das Flugloch des beräuberten Volkes weiter eingeengt werden. Zusätzlich sollte geeignetes Material (z.B. Stroh, belaubte Zweige,…) zum Schutz direkt vor das Flugloch gelegt werden. Beachten Sie aber auch, dass die Räuber dann versuchen, bei den Nachbarvölker einzudringen!

Gemülldiagnose!
Wie gut die erste Ameisensäurebehandlung gewirkt hat können Sie zwei Wochen nach deren Abschluss wieder über den natürlichen Milbenfall überprüfen. Sofern Sie es irgendwie einrichten können, sollten Sie auf diese Diagnosemöglichkeit nicht verzichten – die erfassten Daten helfen Ihnen bei der Beurteilung Ihrer Völker und helfen Ihnen die Dynamik der Befallsentwicklung bzw. der Bekämpfungserfolge besser zu verstehen.

Ameisensäurebehandlung„Die Zweite“
An die Auffütterung schließt sich nochmals eine Ameisensäurebehandlung an – wie immer sollte dabei wieder die Wettervorhersage für Ihre Region unter Berücksichtigung des Mikroklimas am Standort (Südhang im Weinberg oder im schattigen Wäldchen?!) beachtet werden, damit die erforderlichen Verdunstungsmengen erreicht werden. Geringe Luftfeuchtigkeit wirkt sich positiv auf die Verdunstung aus!
Bei den Ablegern hat man je nach Entwicklungsstand und Varroabefall eventuell noch mit der Ameisensäurebehandlung abgewartet – diese sollte dann aber praktischer Weise zeitgleich mit der zweiten Behandlung der Wirtschaftsvölker erfolgen.
Kontakt zum Autor:thomas.kustermann@yahoo.co.uk

 

www.varroawetter.de
Im Internetportal varroawetter.de werden deutschlandweit tagesaktuelle und standortgenaue Hinweise zur wetterabhängigen Anwendung der verschiedenen Varroabekämpfungsformen gegeben. Durch die Eingabe der PLZ eines Bienenstandes erhält man temperatur- und luftfeuchteabhängige Einschätzungen zur wahrscheinlichen Wirksamkeit und Bienenverträglich der einzelnen Anwendungsformen für den aktuellen Tag und darüber hinaus die kommenden sechs Tage. Die Bewertung erfolgt auf der Basis der regionalen Wetterprognosen.
Jetzt wurden auch die ameisensäurehaltigen MAQS-Streifen aufgenommen.
Hinweis: Vereinzelte PLZ-Bereiche lassen sich nach einer System-Umstellung leider noch nicht aufrufen. Sollte Ihr Bienenstand davon betroffen sein bitten wir um kurze Mitteilung über: Meldunginaktiver PLZ

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