ACHTUNG Bienendiebe!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ronny Kern (Steinsdorf) wurden in den zurückliegenden drei Wochen drei Bienenvölker gestohlen. Die Magazine sind Eigenafertigungen von Ronny, haben vorn und hinten farbige Zahlen. Auch die Blechdeckel sind Sonderanfertigungen.

Wer hat diese Magazine und Deckel gesehen. Sachdienliche Hinweise bitte an Ronny (Tel.: s. u.)

Vorbeugend sollte jeder Imker

 

 

Marcel Hilbert

Belohnung für Tipps zu Bienen-Dieben

Dem Steinsdorfer Imker Ronny Kern wurden bei Wünschendorf drei Bienenvölker gestohlen. Nun ist er verunsichert

Wünschendorf. „Die wussten genau, was sie mitnehmen.“ Ronny Kern deutet auf die U-förmig angeordneten Holzkisten mit Metalldeckel. Mittendrin klafft eine Lücke, seit Mittwochmorgen. Da entdeckte der 40- jährige Berufsimker aus Steinsdorf, dass drei Kisten fehlten. Und damit drei Bienenvölker, die er hier, in einem kleinen, von außen kaum einzusehenden Waldstück für die kalte Jahres zeit stationiert hat. Zeugt schon der Tatort des Bienendiebstahls für ihn davon, dass sich hier jemand auskannte, so wird dies von einem weiteren Indiz in seinen Augen noch unterstrichen: „Es wurden nicht einfach die drei Bienenstöcke weggetragen, die am nächsten zur Straße stehen, es sind ausgerechnet die stärksten Völker, die fehlen.“

Hunderte Völker an 15 Standorten im Kreis

Dass es drei und nicht mehr gestohlene Bienenvölker waren, sei klassisch, sagt er: „Drei solcher Kisten bekommt man in den Pkw, auch wenn sie mit etwa 40 Kilogramm pro Kiste womöglich von zwei Leuten transportiert werden mussten.“ Es ist, glücklicherweise für ihn, nicht seine eigene Erfahrung aus der er spricht, blieb er doch seit Beginn seiner Imkertätigkeit                         2007 von Diebstählen verschont. „Vandalismus ja, aber noch nie wurden Völker geklaut.“ Doch sei er ja im Gespräch mit anderen Imkern, die schon Diebstahlopfer wurden.

Nun muss er sich selbst dazu zählen. „Die Tat muss sich in den letzten 14 Tagen ereignet haben“, sagt er. So lang sei er nicht an der Stelle bei Wünschendorf gewesen, die er nun schon acht Jahren nutzt. Es ist einer von 15 Standorten im Landkreis Greiz, auf die er nach eigenen Angaben seine mehreren Hundert Bienenvölker verteilt hat. Das ist auch ein Grund n dafür, weshalb jetzt neben dem wirtschaftlichen Schaden – ein Bienenvolk sei etwa 300 Euro Wert und liefere Honig für 400 Euro im Jahr – vor allem die Unsicherheit den Bio-Imker umtreibt. Schließlich könne er nicht jeden der Standorte rund  um die Uhr im Blick haben.

Zumindest hat er nun an allen Plätzen Kameras installiert, die  hoffentlich von weiteren Taten abschrecken. Und er ist fest entschlossen, alles zu unternehmen, um die Bienendiebe zu erwischen. Deshalb hat er eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. „Das entspricht dem Wert der Völker und deren Behausungen.“

Was letztere angeht, so erklärt Ronny Kern, so hätten diese ein eher unübliches Maß, nämlich ein besonders großes. „Das heißt, dass man die Bienenvölker nicht einfach in Kisten mit den in unserer Region üblichen, kleineren Abmessungen umsetzen kann.“ Er hofft, dass die großen, mit einer Nummer versehenen Holzbehälter mit den selbsthergestellten Blechdeckeln auffallen.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Meine Hoffnung ist, dass vielleicht jemand in den vergangenen Tagen mitbekommen hat, wie sein Nachbar plötzlich neue oder erstmals Bienenvölker bei sich aufstellt.“ Zeugen mit Hinweisen könnten sich an die Polizei, aber auch direkt an ihn wen- , den, sagt er. Die Polizei hatte Ronny Kern noch am Mittwoch eingeschaltet, diese hat nun die Ermittlungen aufgenommen, wie es im Polizeibericht heißt.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Greiz, Telefon: (03661) 62 10, zu melden. Den Bio-Imker selbst erreicht man unter Telefon (0170) 6 7445 75.

Quelle: OTZ 25. Nov. 2017, Ausgabe Zeulenroda, Seite 19

Standbesichtigung im Sep. 2017 bei Gerd Gulich

Standbesichtigung bei Vereinsmitglied Gerd Gulich

Mittlerweile zur schönen Tradition ist die Standbesichtigung bei einem der Vereinsmitglieder in den Sommermonaten geworden. In diesem Jahr wetterbedingt erst am 15. September trafen sich mehr als 20 Mitglieder in den frühen Abendstunden bei Gerd Gulich in Kleinreinsdorf. In herrlicher Lage und bei gutem Wetter versammelte man sich um dessen Völker. Gerd Guhlich, der das Handwerk vom Vater mitbekommen und übernommen hat, ist ein Imker mit Leib und Seele und hatte einiges zu zeigen und zu erklären. Denn wie heißt es so schön: „Drei Imker, vier Ansichten …“. So war es vor allem für diejenigen von uns, die das Hobby noch nicht so lange betreiben, auch eine interessante Lehrstunde. Außerdem beteiligt sich Gerd Gulich an einem deutschlandweiten Projekt, bei dem mittels einer zur Verfügung gestellten Stockwaage, Daten direkt aus einem Bienenstock per Satellit an zentrale Stelle übermittelt werden und so ein Controlling-Netzwerk aufgebaut und verschiedene Daten ausgewertet werden können. Auch das konnte man sich anschauen. Nach der Besichtigung wurde noch bei Rostern und Grillfleisch gefachsimpelt. Danke an Gerd Gulich und Mike Schaller, der bei den Vorbereitungen mit geholfen hat und am Rost stand, für diesen schönen und interessanten Abend.

Antje Dunse

~Info-Brief 08-2017

für die 19. KW
05. Mai 2017

Was ist zu tun:

  • Schwarmkontrollen im 8 – Tage Rhythmus
  • vorbeugend Völker schröpfen um Schwarmtrieb zu dämpfen
  • Königinnenaufzucht von den besten Völkern, ggf. Zuchtkurs belegen
  • Bildung von Ablegern

Am Bienenstand
Veitshoechheim (JF) Trotz oder gerade wegen der ungünstigen Witterung der letzten Tage und Wochen sind die Schwarmkontrollen unerlässlich (siehe hierzu auch Infobrief 2017_07). Durch die kühle Witterung reduziert die Königin häufig die Legetätigkeit. Die Folge ist ein geringerer Umfang der offenen Brut, die 3 Wochen zuvor angelegte Brut schlüpft jedoch und ist zur Untätigkeit verdammt. Dieses Ungleichgewicht zwischen Ammenbienen und offener Brut führt häufig zur Schwarmstimmung.
Um die Schwarmstimmung zu reduzieren bietet sich die Entnahme möglichst gedeckelter Brutwaben mit ansitzenden Bienen an. Diese werden zu Sammelbrutablegern zusammengestellt, mit Futterwaben versehen und ggf. noch mit Bienen verstärkt. Entweder zieht sich der Sammelbrutableger selber eine Königin oder man gibt bereits Weiselzellen/Schwarmzellen (offen!) mit dazu.

Gezielte Aufzucht von Königinnen
Besser ist jedoch die Nutzung des Sammelbrutablegers zur gezielten Aufzucht von Königinnen aus dem besten Volk. Hierzu wird der Sammelbrutableger idealerweise außerhalb des Flugkreises aufgestellt. Nach 9Tagen werden alle Nachschaffungszellen ausgebrochen. Dazu unbedingt den Großteil der Bienen abstoßen, um jede Nachschaffungszelle zu erkennen. Ein belarvter Zuchtrahmen wird dann in eine freie Wabengasse gehängt. Umgelarvt wird von den besten Völkern (sanftmütig, gesund, vital und leistungsfähig). Sollte man selbst kein entsprechendes Volk am Stand haben, bieten sich die Umlarvtage der Vereine, Lehrbienenstände oder auch Belegstellen an, um gutes Zuchtmaterial zu bekommen. Das Umlarven lässt sich am besten bei den angebotenen Zuchtkursen erlernen.
10Tage nach dem Umlarven (=2Tage vor dem Schlupftermin) wird der Sammelbrutableger in kleine Begattungsableger aufgeteilt. Hierzu verwendet man die Waben des Sammelbrutablegers und versieht sie jeweils mit einer schlupfreifen Weiselzelle. Die schlupfreifen Weiselzellen werden vorsichtig auf eine Brutwabe gedrückt, die Zelle darf dabei nicht beschädigt werden. Bei Bedarf werden weitere Waben von anderen Wirtschaftsvölkern mitverwendet. Zusätzlich je Begattungseinheit eine Futterwabe hinzuhängen. Sollen die Königinnen dagegen auf Belegstellen begattet werden, versieht man sie 10Tage nach dem Umlarven mit Schlüpfkäfigen und verarbeitet die Königinnen nach dem Schlupf in spezielle Begattungskästchen.

Bildung von Jungvölkern
Die Jungvolkbildung ist für eine erfolgreiche Imkerei unverzichtbar. Völkerverluste werden dadurch reduziert, die Vitalität der Altvölker verbessert und eine Selektion der besten Völker ermöglicht.
Die Einweiselung einer jungen Königin gelingt in einem Jungvolk besser und die Beurteilung einer Königin ist bereits im Jungvolk möglich. Zur Bildung von Jungvölkern können Brutableger und Kunstschwärme gebildet werden. Es gibt dazu verschiedene Variationen dieser beiden Grundprinzipien.
Für die Bildung von Brutwabenablegern werden 2-3 Brutwaben mit ansitzenden Bienen sowie Futterwaben zusammengestellt. Gegebenenfalls werden noch Bienen von weiteren Waben dazugestoßen. Unbedingt vermeiden, dass die Königin in den Ableger gelangt. Bei gleichem Wabenmaß in Brut- und Honigraum können die Brutwaben zuerst abgestoßen werden und dann für einige Stunden in den Honigraum über Absperrgitter gehängt werden. Erst dann werden sie zur Ablegerbildung entnommen. Damit kann sichergestellt werden, dass die Königin im Altvolk verbleibt. Bei kühlerer Witterung, wie sie derzeit herrscht, unbedingt auf guten Bienenbesatz und Volksstärke des Ablegers achten.
In der einfachsten Form muss der Ableger sich selber eine Königin ziehen. Allerdings ist dies auch die schlechteste Form, da häufig sog. Notköniginnen aus älteren Maden zum Schlupf kommen. Besser ist es, den Ableger entweder mit einer schlupfreifen Weiselzelle aus gezielter Aufzucht (siehe oben) oder einer bereits geschlüpften Königin (unbegattet oder begattet) zu beweiseln.
Beim Zusetzen bereits geschlüpfter Königinnen dürfen die verwendeten Brutwaben keine offene Brut mehr enthalten. Dies erreicht man, wenn Brutwaben 9 Tage vorher über Absperrgitter in den Honigraum gehängt werden. Die Königinnen werden dann im Zusetzkäfig unter Futterteigverschluss zwischen die Brutwaben gehängt. Der Ableger sollte die nächsten 10 Tage in Ruhe gelassen werden.

Pflege der Jungvölker
Bereits erstellte Ableger müssen natürlich ständig betreut werden. Ein ständiger Futterstrom muss sichergestellt sein. Hierfür eignen sich Futterteige, Flüssigfutter oder auch Futterwaben. Immer erst am Abend füttern und Flüssigfutter erst dann verabreichen, wenn der Ableger sich gefestigt hat. Wächst der Ableger, wird nur mit Mittelwänden erweitert. Das ergibt einen gesunden hygienischen Wabenbau. Ableger mit junger Königin bauen auch Naturbauwaben gut aus, wenn die Futterversorgung gewährleistet ist. Flüssigfutter ist hier besser geeignet.
Unbedingt sollte ein eigener Ablegerstand zur Verfügung stehen. Dieser muss außerhalb des Flugradius (3 km) der anderen Völker sein. Die Ableger verlieren dadurch nach der Bildung keine Bienen durch den Rückflug zu den Muttervölkern, die Gefahr der Räuberei wird vermindert und eine spätere Vereinigung mit Wirtschaftsvölkern wird ebenfalls erleichtert.
Die Ablegerbildung mit Brutwaben entnimmt den Muttervölkern neben der Brut auch die darin enthaltenen Varroamilben. Deshalb sollte der Ableger frühzeitig entmilbt werden. Zieht der Ableger seine Königin selbst, dann ist in der Regel sämtliche Brut geschlüpft, bevor die Brut der jungen Königin gedeckelt wird. In dieser Phase kann der Ableger idealerweise mit der Milchsäure 15% ad us. vet. behandelt werden. Bei Ablegern, denen die Königin zugesetzt wird, fehlt diese Phase ohne gedeckelte Brut, deshalb erfolgt eine Varroabehandlung mit Ameisensäure 60% ad us. vet., idealerweise nachdem bereits die erste Brut der jungen Königin schlüpft (ab ca. 4Wochen nach der Bildung).
Zur Bildung von Kunstschwärmen werden nur die Bienen (auch von mehreren Völkern) in eine Kunstschwarmkiste (ausreichende Lüftungsmöglichkeit!) zusammengefegt. Hierzu sind die Bienen aus dem Honigraum aufgrund der Zusammensetzung ideal. Deshalb kann die Kunstschwarmbildung durchaus gut mit der Honigernte kombiniert werden. Kunstschwärme können nur mit Königinnen beweiselt werden. Die Königin wird nach Eintreten der Weiselunruhe (ca. 2h) in einem fest verschlossenen Zusetzkäfig in den Kunstschwarm gehängt. Der beweiselte Kunstschwarm wird dann kühler und dunkel aufgestellt (Kellerhaft) und mit Futter versorgt. Nach 2-3 Tagen wird er ähnlich wie ein Naturschwarm in eine Beute mit Mittelwänden oder Rähmchen mit Anfangsstreifen eingeschlagen. Dabei wird der Festverschluss des Zusetzkäfigs durch einen Futterteigverschluss ersetzt. Die Vorteile des Kunstschwarms liegen darin, dass keine Vorbereitungszeit notwendig ist, die Königin nahezu hundertprozentig angenommen wird und keine alten Brutwaben in die Jungvölker kommen. Ein weiterer Vorteil liegt in der vollständigen Erneuerung des Wabenbaus, weshalb der Kunstschwarm sowohl bei der Sanierung im Seuchenfall als auch bei Umstellung der Imkerei (z.B. für Biozertifizierung) zum Einsatz kommt.
Kontakt zum Autor: Johann.Fischer@lwg.bayern.de

ACHTUNG! Futternot statt Frühtracht
Hohen-Neuendorf (jr) Aufgrund der anhaltend kühlen Witterung konnten wichtige Frühtrachten wie Ahorn, Obst und Löwenzahn zumindest im Nordosten Deutschlands von den Bienen nicht oder nur unzureichend genutzt werden. Die Blüten von Steinobst sind regional sogar flächendeckend erfroren. Dennoch haben sich die Völker rasant entwickelt, außergewöhnlich viel Futter verbraucht und verbrauchen es immer noch – sofern überhaupt noch Vorräte vorhanden sind. Manch erwartungsfroher Imker wurde von Stagnation über Bienenschwund und Brutstopp bis hin zu leeren Kästen überrascht, weil die Völker hungern bzw. verhungert sind. Futterkontrollen sind in diesem ausgesprochen kühlen Frühjahr dringend geboten. Zwar wird die Temperatur am Wochenende ansteigen, aber von Montag bis Freitag wieder deutlich unter 16 °C fallen. Besser werden die Aussichten erst ab 13.05. – allerdings kaum für rapsferne Standorte. Und selbst die noch ferne Robinie-Blüte lässt aufgrund von Frostschäden wenig Hoffnung aufkommen. Wo das Futter also knapp wird (kein Honigvorrat, keine Futterkränze auf den Brutwaben und weniger als 5 kg Futter in den Randwaben) muss gefüttert werden! Gleiches gilt für jene Imker, die unter diesen widrigen Umständen bereits Ableger gebildet haben. Bei der Kontrolle des Futterstandes müssen jedoch nicht alle Waben gezogen und nach den letzten Futterresten abgesucht werden, sondern der Bereich der eigentlichen Honigglocke über dem und um das Brutnest genügt für eine flüchtige Kontrolle. In anstehende Scharmkontrollen wird die Kontrolle der Futterreserve selbstverständlich integriert. Sollte der Vorrat knapp sein, muss bei klein gehaltenem Flugloch (Räubereigefahr!) kräftig gefüttert werden: 5 l Zuckerlösung 3:2 (3 kg Zucker auf 2 Liter Wasser) oder eine entsprechende Menge Fertigfutterlösung bringen wieder Leben in den Kasten. Gut beraten ist, wer schnell aus Vorräten schöpfen kann. Nach 3-4 Tagen muss ggf. nochmals gefüttert werden, um eine kleine Reserve in den Völkern zu schaffen. Wer erwartungsvoll Honigräume aufgesetzt hatte, wird sie in dieser Situation leer vorfinden und nimmt sie selbstverständlich herunter, damit hier kein Futter eingelagert wird.
Kontakt zum Autor: jens.radtke@rz.hu-berlin.de

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~Info-Brief 07-2017

für die 18. KW
28. April 2017
Was ist zu tun:

  • Flugloch auf maximale Größe bringen
  • Drohnenrahmen schneiden
  • Erweitern
  • Schwarmkontrolle
  • Ablegerbildung
  • Königinnenvermehrung

Am Bienenstand

Brrrrr-Brief, ist das kalt!
Kirchhain (cd) Wo bleibt das Flug-wetter? Die letzten Tage gab es einen Kälteeinbruch mit zum Teil erheblichen Frostschäden. Die Bienen und die Imker/innen sitzen zu Hause und warten auf die Wärme. Ihre Bienen sind aber auch bei der Kälte nicht völlig untätig gewesen. Sie haben sich weiter entwickelt. In den nächsten Tagen kommt die Wärme zurück und dann geht „die Post“ ab. Selbst auf den kälteren Standorten beginnt der Raps zu blühen. Leider ist es in vielen Regionen Deutschlands noch zu trocken. Pflanzen unter Trockenstress können aber nur wenig Nektar absondern. Trotzdem bin ich optimistisch. Die eher trockenen Jahre sind die „Imkerjahre“.

Lassen Sie die Bienen nicht schwärmen!
Die moderne Imkerei unterbindet das Schwärmen. Und das aus gutem Grund:
Das abgeschwärmte Altvolk fällt wochenlang für die Honigproduktion aus. Den Schwarm zu fangen ist zeitintensiv und nicht immer ungefährlich. Außerdem sind Sie bei „der Abreise“ selten dabei. Fast jeder nicht gefangene Schwarm wird noch vor dem Winter verenden. Das darf nicht passieren, geschieht aber leider viel zu oft. In manchen Ballungsgebieten hat die Bevölkerung, die Feuerwehr und Polizei das Schwärmen auch schon satt. Sie können das verhindern.

Vertrauen ist schlecht, Kontrolle ist besser
Im geteilten Brutraum kann besonders schnell und einfach durch die Kippkontrolle die beginnende Schwarmlust festgestellt werden. Vorausgesetzt das Hauptbrutnest befindet sich in der oberen Zarge. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die hochgekippte Zarge prall gefüllt mit Bienen, aber trotzdem leicht ist. Ist die obere Kiste schwer und verhonigt, dann wurde oft ein Fehler in der Völkerführung gemacht und Ihnen ist ein schwarmtriebiges Volk sicher. Im ungeteilten Brutraum, wie Dadant, werden stellvertretend drei Brutwaben auf Schwarmzellen kontrolliert. Sobald bestiftete Weiselzellen auftauchen geht es los.

Der Drohnenrahmen
…ist auch ein gutes „Schwarmbarometer“. Wird der Baurahmen zügig und in einer geschlossenen Baulinie ausgebaut, dann ist häufig alles in Ordnung. Wird er nur zögerlich angenommen, bricht die Baulinie zusammen und wird er girlandenartig ausgebaut, haben die Bienen „Schwarmfieber“. Der Drohnenrahmen ist außerdem eine gute Varroafalle. Durch regelmäßiges Entfernen verdeckelter Drohnenbrut können Sie die Vermehrung der Varroa-Milbe dämpfen. Bitte verzichten Sie darauf nicht.

Vorbeugen ist besser als Heilen!
Der Schwarmtrieb ist eine natürliche Sache und tritt bei einem vitalen Bienenvolk in der Regel im Laufe des Frühjahrs ein. Er lässt sich aber hinauszögern und minimieren. Einige Faktoren begünstigen den Schwarmtrieb: Die Genetik, das Alter der Königin und das Alter des Wabenwerks. Darauf können Sie leicht Einfluss nehmen. Droht es in der Kiste eng zu werden, fördert das auch den Schwarmtrieb. Das können Sie leicht beeinflussen. Die Erweiterungszarge hat auf dem Bienenvolk zu warten, nicht umgekehrt. Deshalb sollten Sie stark vorauseilend erweitern. Selten wird zu früh erweitert, oft zu spät. Lassen Sie die Bienen viel bauen und fördern Sie die brutraumferne Honigeinlagerung. Hat sich ein dicker Futterkranz über dem Brutnest gebildet, wird noch mehr Nektar im Brutnest anstatt im Honigraum eingelagert. Die freien Zellen für die Königin werden knapp. Noch stärker als Nektar und Honig fördert Pollen den Schwarmtrieb. Pollen wird nicht umgelagert, sondern höchstens verbraucht. Bei einem Überangebot können Sie überzählige Pollenbretter entfernen und Platz für das Brutnest schaffen.

Werden Sie zum Saboteur!
Ist der Schwarmtrieb entfacht, sollten Sie Schwarmverhinderung betreiben. Die Minimalvariante ist, dass Sie im Wochenrhythmus die Weiselzellen entfernen. Natürlich dürfen Sie keine übersehen. Mit der richtigen Technik und etwas Übung schaffen Sie das leicht. Besonders schnell geht Zellenbrechen in der Dadant-Beute. Diese Methode hat den geringsten Ein-fluss auf den Honigertrag. Lassen sich die Völker damit nicht „im Zaum halten“, sollten Sie nach einer schwarmträgeren Genetik Ausschau halten. Vorausgesetzt es ist zu keinem Fehler in der Völkerführung gekommen. Wenn Sie das nicht möchten, dann müssen Sie das Volk stärker manipulieren. Starkes Schröpfen durch Entfernen von mehreren Brutwaben reduziert nicht nur den Schwarmtrieb, sondern leider auch den Honigertrag. Der Zwischenbodenableger reduziert den Honigertrag weniger und ist deshalb besser.

Wer den Schwarmtriebunterbindet …
muss selber für die Vermehrung sorgen. Das frühzeitige Entnehmen von einer Brutwabe pro Volk führt zu keinen großen Leistungseinbußen. Kann aber ein im Schwarmdusel befindliches Volk wieder „auf die Spur“ bringen. Außerdem schröpfen Sie mit jeder gedeckelten Brutwabe Varroamilben ab und entlasten das Altvolk. Wie beim Erweitern gilt: frühzeitig handeln. Ein Ende April/Anfang Mai erstellter Ableger aus einer Brutwabe schafft es, eine gute Königin und konstanten Futterstrom vorausgesetzt, problemlos zu einem starken Volk heranzuwachsen. Das moderate Schröpfen ist im geteilten Brutraum durch das stärker zergliederte Brutnest einfach. Etwas schwieriger ist es bei Dadant, vor allem wenn durch ein Schied das Brutnest kompakt angelegt wurde. Ein „Brutbrett“ einer Dadantwabe hat nichts mehr mit moderatem Schröpfen zu tun. Entnehmen Sie ein „Brutbrett“, schränkt das neben dem Schwarmtrieb später auch die Honigleistung ein. Eine etwas schwächere Brut-Pollen-Futterwabe ist zur Ablegerbildung besser geeignet.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel ist nach dem Spiel …
Ein Jungvolk auf neuem Wabenbau mit einer jungen Königin aus leistungsgeprüfter Nachzucht macht Ihnen das Imkern im kommenden Jahr leicht. Hier stimmt nicht nur die Voraussetzung zur schwarmfreien Völkerführung, sondern auch zur problemlosen Überwinterung und zu einem guten Honigertrag. Ein Kreislauf, bei dem Sie jetzt einsteigen können. Also, worauf warten Sie noch …
Kontakt zum Autor: christian.dreher@llh.hessen.de

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~ Info-Brief 06-2017

für die 17. KW
21. April 2017

Was ist zu tun:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenschnitt
  • Zweite Erweiterung (nach Bedarf)
  • Jungvolkbildung planen

Am Bienenstand

Freiburg (bb) Die Äpfel stehen am südlichen Oberrhein in Vollblüte. Der Raps blüht in der Rheinebene seit ca. zwei Wochen, auch in höheren Lagen beginnt die Blüte.
Da die Nächte und die Lufttemperatur durch den Kälteeinbruch noch kalt sind, sitzen die Bienen noch kompakt im Brutnest, lagern dort Nektar ein. Es schlüpfen nun viele Bienen und es wird –sofern noch nicht geschehen – allerhöchste Zeit, im Brutnest Platz zu schaffen. Überschüssige Futterwaben sind bis auf eine Mindestreserve von zwei vollen Futterwaben zu entfernen und gegen Mittelwände auszutauschen. Die beiden Drohnenrahmen können nun am Rand des Brutnestes vorzugsweise als vorletzte Wabe eingehängt werden. Bei einräumigem Brutnest nimmt man einen senkrecht geteilten Drohnenrahmen und entfernt ebenfalls im Wechsel. Setzen Sie auch den Honigraum auf, um das Brutnest frei von Honigeinlagerung zu lassen, dies beugt frühzeitig Schwarmtendenzen vor. Der Honigraum sollte mindestens drei ausgebaute helle Waben und Mittelwände enthalten. Wenn bei kaltem Wetter viel Brut schlüpft und es im Brutnest eng wird begünstigt das die Schwarmneigung, weshalb Sie nun im Wochenabstand auf bestiftete oder belarvte Schwarmzellen kontrollieren sollten. Terminieren Sie rechtzeitig die Jungvolkbildung und nutzen Sie die brutfreie Phase nach 24–28 Tagen zur Entmilbung.

Varroamilben lieben Drohnen! – Biologie beim ursprünglichen Wirt
In ihrem ursprünglichen Wirt, der asiatischen Honigbiene (Apis cerana), kann sich die Varroamilbe ausschließlich in der Drohnenbrut vermehren. Sie ist dort wunderbar geschützt, weil die Drohnenzellen besonders gut versponnen sind und von Arbeiterinnen nicht geöffnet werden. Deshalb haben diese Zellen sogar ein extra Luftloch, das aber so klein ist, dass keine Milbe hindurchpasst. Nur die Drohnen öffnen von innen die Zelle. Von der Milbe befallene Arbeiterbrut der Apis cerana, wird geöffnet und die Milbe entfernt, so dass sie sich dort nicht vermehren kann. Drohnenbrut bei der Cerana wird phasenweise und nicht dauerhaft angelegt. Drohnen, in deren Zellen sich mehrere Milben befinden, sind so stark geschädigt, dass sie nicht mehr schlüpfen. Pech für die Milben: Die darin befindlichen Milben bleiben eingesperrt und verenden. Drohnenverluste sind für ein Volk im Gegensatz zu Arbeiterinnenverlusten leicht zu verkraften. Die ausgeprägte Bruthygiene, das gegenseitige Putzen und die eingeschränkte Vermehrungsmöglichkeit der Milben, führen zu einem ausgeglichenen Wirt-Parasiten-Verhältnis. Die Cerana hat mit Varroamilben keine Probleme.
Ganz anders unsere heimische westliche Honigbiene Apis mellifera mit ihren Unterarten. Bei unseren Honigbienen werden auch die Arbeiterinnenzellen befallen. Wenngleich dort je Zyklus im Schnitt „nur“ 1,2 Tochtermilben entstehen, reicht das doch zu einer Verdoppelung je Brutmonat. Schließlich vermehrt sich nicht nur die junge Milbe weiter, sondern auch die „Alte“ nochmals vier bis fünfmal. In der Drohnenbrutzelle reicht die Zeit sogar, dass zwischen 1,7 bis 2,2 junge Milben reifen können. Auch wird die Drohnenbrut stärker von Milben befallen. Vielleicht auch deswegen, weil Drohnenbrut häufiger von den Arbeiterinnen zur Fütterung der Larven aufgesucht wird. So sind die Chancen, in eine Zelle mit Rundmaden kurz vor dem Verdeckeln einzudringen, für Milben recht hoch.
Völker mit ungebremster Drohnenvermehrung weisen daher auch eine deutlich rasante Milbenentwicklung auf.

Drohnenbrutschnitt bremst Milbenvermehrung!
Die Bevorzugung von Drohnenbrut durch die Varroen und der für das Volk unproblematische „Aderlass“ wird bei der Drohnenbrutentnahme genutzt, um die Vermehrung der Milben auszubremsen. Bekanntermaßen werden bei konsequenter Entfernung verdeckelter Drohnenbrut viele Varroamilben mit entfernt. Der Milbenzuwachs ist so um 20 bis 50 % reduziert. Als Imker hat man somit einen Monat mehr „Luft“, bis es kritisch werden kann. Wer die unbegründete Sorge hat, dass zu wenige Drohnen in der Umgebung vorhanden sind, kann den allerersten, sehr früh eingehängten Drohnenrahmen schlüpfen lassen. Dafür sind aber im Gegenzug die nächstfolgenden Drohnenrahmen umso konsequenter und zeitgerecht vor dem Schlupf zu entfernen!

Entnommene Drohnenbrut, was tun?
Drohnenrahmen müssen bienenunzugänglich aufbewahrt und dürfen keinesfalls zum Auspicken aufgehängt werden! Andernfalls lockt man damit ständig Bienen aus der gesamten Umgebung an, fördert Räuberei und Krankheitsverbreitung und holt sich letztlich die Milben aus den aufgerissenen Zellen wieder ins Volk zurück.
Statt des Ausschneidens empfiehlt es sich, den ganzen Rahmen zu entnehmen und jeweils im Tausch gegen ein Leerrähmchen auszuwechseln. Warum? Die noch nicht verarbeitete Drohnenbrut lässt sich so ein paar Tage hängend an einem kühlen Ort aufbewahren, ohne dass die Waben verschimmeln. Tipp: Eine Folie oder ein Auffangbehälter für herausfallende Larven darunter legen.
Niemand macht es gerne und gleichwohl muss es sein: Die in den Drohnenzellen versteckten Milben lassen sich sinnvoll nur beseitigen, indem auch die Drohnenbrut mit eliminiert wird. Eine wirksame Wärmebehandlung gegen Milben in Drohnenbrut würde auch deren Spermien schaden. Ob sie die Drohnenbrut vorher einfrieren oder gleich einschmelzen, ist eine unter-geordnete Entscheidung. Schade wäre es jedoch um das darin enthaltene unbelastete Wachs, immerhin 50–60 g je Wabe.
Kostenfreie Energie nutzen Sie mit einem Sonnenwachsschmelzer. Ein 2-Waben-Schmelzer reicht schon mal für 4 Waben (zwei übereinander), darunter ein Metall-Absperrgitter oder ein Rost, dann sind die eingetrockneten Überreste abends schnell entfernt. Mit 2cm Hartschaumplatten allseitig isoliert, funktioniert er auch bei kühleren Temperaturen ab April. Für den „Durchschnittsimker“ mit 8Völkern reichen dann schon zwei Tage Sonnenschein und das Thema ist für die laufende Woche erledigt.
Die Sonne versteckt sich hinter Wolken? Ein umgewidmeter Edelstahl-Dampfentsafter geht ersatz-weise für 3-4 Völker. Allerdings braucht man dazu einen Raum, in dem sich niemand vom „Kartoffel-Dämpfer-Geruch“ gestört fühlt.
Wenn sie mehr Völker haben oder nicht auf launische Sonne angewiesen sein wollen, dann lässt sich mit einem elektrischen Dampferzeuger (Tapetenablösegerät), einem 60–120l Weithalsfass, einer Zeitschaltuhr und einem Getreidesack aus weißem PE-Bändchengewebe preisgünstig jederzeit Drohnenbrut schmelzen. Bauanleitungen finden Sie über Internet-Recherche (Dampfwachsschmelzer Selbstbau).
Kontakt zum Autor: Bruno.Binder-Koellhofer@rpf.bwl.de

 

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~ Info-Brief 05-2017

für die 15. und 16. KW
7. April 2017

Was ist zu tun:

  • Futterkontrolle
  • Tote Völker analysieren
  • Bodeneinlagekontrollieren
  • rechtzeitig den Baurahmen geben
  • Rähmchen und Zargen herrichten
  • Kontakte zu Landwirten suchen

Am Bienenstand

Münster (wm) Heute ich es im Radio gehört, das Wochenende wird sonnig und sehr warm. Der Volksentwicklung stellen sich keine Hindernisse in den Weg.
Auch wenn die Nächte teils noch sehr frostig sind, so ist tagsüber doch allerorten gutes Flugwetter für die Honigbienen. Die Natur überschlägt sich. Bei uns blühen schon viele Obstgehölze. Der Raps blüht im warmen Rheintal und steht in der Soester Börde kurz vor dem Aufblühen. Der Tisch für unsere Bienen ist gedeckt, wenn die Völker nur schon so weit wären. Hier heißt es abwarten und die Völker soweit versorgen, dass sie sich gut entwickeln können. Platz zum Brüten muss sein, Futtervorräte sollten kontrolliert werden. Der zweite Raum oder eine Erweiterung kann sicher vielerorts noch warten. Eng sollten die Bienen sitzen, damit sie in den kalten Nächten nicht zu viel heizen müssen und die Brut geschützt sein kann.

Bienenschutz im Pflanzenschutz
Mit Beginn der Obst-und Rapsblüte wird auch das Thema Pflanzenschutz aktuell. Die Bienenschutzverordnung schreibt vor, dass keine bienengefährlichen Mittel in die Blüte gespritzt werden dürfen (B1 Auflage). Ferner dürfen bienengefährliche Pflanzenschutzmittel in einem Umkreis von 60 m um einen Bienenstand innerhalb des täglichen Bienenflugs nur mit Zustimmung des Imkers ausgebracht werden. Dies trifft z.B. zu, wenn B1-Mittel auf einem Getreidebestand ausgebracht werden sollen. Nur Mittel, die eine Einstufung als B4-Mittel (bienenungefährlich) erhalten haben, dürfen in die Blüte gespritzt werden. Hier raten alle Pflanzenschutzdienste die Land-wirte, auch solche Mittel in den Abendstunden auszubringen. Auch wenn dies arbeitstechnisch nicht immer möglich ist, soll so die Kontamination des Honigs mit diesen wenn auch bienenungefährlichen Wirkstoffen vermindert werden.

Pflanzenschutzmitteleinsatz im Raps
Im Raps werden Mittel zur Pilzbekämpfung eingesetzt, aber auch Insektizide. Eine Spritzung während des Bienenflugs in die offene Blüte ist nur mit B4-Mitteln (bienenungefährlich) erlaubt.
Manche Mittel oder Mittelkombinationen (Tankmischungen) dürfen nur abends nach Beendigung des Bienenfluges ausgebracht werden (B2-Auflage). Diese Spritzungen müssen bis 23:00 Uhr (MEZ) beendet sein, damit Bienen, wenn sie früh morgens wieder auf Trachtflug gehen, nicht mehr mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.
Saatgutbeizen oder andere Mittel, die direkt in den Boden eingelagert werden und somit bei sachgerechter Anwendung nicht mit Bienen in Berührung kommen können, tragen die Auflage B3 -nicht bienengefährlich.

Was tun bei Schäden?
Wer an seinen Völkern Schäden feststellt, sollte unverzüglich Proben sichern und an das Julius-Kühn-Institut in Braunschweig schicken. Hinweise für die Probennahme sind auf der Internetseite des JKIs abrufbar. Für die Probennahme sind Zeugen (u.a. Pflanzenschutzberater, Bienensachverständige) erforderlich. Auskunft geben hier die Bieneninstitute und Pflanzenschutzdienste der Länder.

Kontakt zum Landwirt wichtig
Wer mit seinen Bienen wandert oder an landwirtschaftlich genutzten Flächen steht, sollte Kontakt zum Landwirt suchen und mit ihm absprechen, welche Maßnahmen geplant sind und wie der Bienenschutz ausreichend gesichert sein kann. Das Gespräch bringt oft Verständnis für die wechselseitigen Positionen und kann viel nachträglichen Ärger vermeiden.

Kontakt zum Autor: werner.muehlen@lwk.nrw.de

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~ Bienen haben Winter gut überstanden – Laura Dunse zieht positive Bilanz – auch mit Blick auf ihren Vorsitz über Langenwetzendorfer Imkerverein

Von Rebecca Rech

Wellsdorf. Mit den Sonnenstrahlen des Frühlings ist auch das bekannte Summen gerade in der Nähe der blühenden Krokusse zurückgekehrt. Die ersten Bienen hat es aus ihren Stöcken gelockt. „Bienen trauen sich relativ zeitig im Jahr hinaus, aber sie unternehmen erst mal nur die nötigsten Flüge“, erklärt Hobbyimkerin Laura Dunse.

Entsprechend behutsam gehen derzeit die Imker in der Region die erste Frühlingsdurchsicht ihrer Völker an, um einen Blick in die Kästen und auf den Bienen-Bestand zu werfen. „Man sollte so wenig wie möglich machen und den Kasten nicht komplett zerlegen, um die Bienen nicht unnötig aufzuregen“, rät die Vorsitzende des Imkervereins Langenwetzendorf.

Laura Dunse Imkerin

Laura an einem ihrer Bienenvölker Foto OTZ von Rebecca Rech

Imker konnten Schlimmeres abwenden

Während sie in Fachjournalen derzeit immer wieder auf Gesuche nach Völkern stößt, da bei vielen Imkern die Auswinterung nicht wie gewünscht verlaufen sei, zieht sie für die Mitglieder ihres Imkervereins, die bereits einen Blick auf ihre Völker geworfen haben, ein positives Fazit. „Ich selbst bin sehr zufrieden, nur ein Volk hat es nicht geschafft – aber bei dem war mir das im Herzen schon fast klar“, erzählt die Wellsdorferin. Zu spät kam im Herbst der Ableger, so dass die Begattung der Königin nicht früh genug erfolgte und das Volk nicht stark genug für den Winter war. „Man zieht jedes Jahr seine Lehren“, sagt Laura Dunse, die nun ihren Fokus auf die sieben verbleibenden Völker legt.

Wenn alles gut geht, hat jedes Volk im Sommer zwischen 50 000 und 60 000 Arbeiterinnen, die bei der Wellsdorferin jeweils meist für etwa 70 Kilogramm Honig sorgen. „Aber das ist eher Mittelmaß“, zeigt sie sich schon zufrieden, dass sie von größeren Schäden, etwa durch die Melezitose-Tracht im vergangenen Herbst, verschont geblieben ist. Denn diese Zuckerart mit ihrem „Zementhonig“ kann von den Bienen schwer aufgenommen werden, die Vorräte verdrängen unnötig Brutflächen und reichen dennoch nicht zum Überwintern. „Ich hatte ziemliches Glück, dass ich verschont wurde – trotz der Nähe zum Wald. Aber ich weiß von vielen in der Region, die damit Probleme hatten“, er- innert sich Dunse. Doch gemeinsam mit einem Berufsimker habe die Situation rechtzeitig erkannt und gegengesteuert werden können, so dass sich die Imker der Region jetzt langsam, aber optimistisch ihrer Saisonplanung widmen können.

Eben diesen sitzt Laura Dunse seit knapp einem halben Jahr im Imkerverein Langenwetzendorf vor. Eine ganz schöne Herausforderung für die 19-Jährige. „Am Anfang hatte ich Bedenken, ob mich ältere Mitglieder in dieser Rolle akzeptieren, aber ich wurde positiv überrascht“, verweist sie auf das gegenseitig entgegengebrachte Vertrauen, bei dem auch Altersunterschiede keine Rolle spielen. Dennoch forderte die erste von ihr geleitete Versammlung „vor gestandenen Imkern als relativer Neuling“ Mut.

Erst seit fünf Jahren widmet sich die Wellsdorferin der Imkerei als Hobby, dass sie unter Anleitung von Jürgen Roth, der 30 Jahre lang den Vereinsvorsitz innehatte, lieben und verantwortungsvoll zu pflegen lernte. „Ich habe ihm viel zu verdanken“, betont Laura Dunse. Bei der Frage jedoch, wie genau sie die Bienen, denen sie sich im vergangen Jahr auch beim Bundeswettbewerb von Jugend forscht widmete, für sich entdeckte, muss sie jedoch zögern.

Imkern bleibt weiter Trend-Hobby

„Ein Regentag – Ferien – Langeweile – und ein Computer mit Internetzugang“, so sei sie auf das Thema Bienen gestoßen, dem sie sich derzeit sogar bei einem Berufsimker widmet, bevor sie sich im Herbst im Studium der ökologischen Landwirtschaft widmen will. „Ich lerne derzeit unglaublich viel und entdecke eine Welt, die man als Hobbyimker nicht unbedingt sieht. Ohne das hätte ich mich vielleicht nicht getraut den Vereinsvorsitz zu übernehmen.“ Doch auch im Verein trifft sie immer mehr auf junge Leute, die sich für das Trend-Hobby begeistern. So hat der Imkerverein mit seinen 31 Mitgliedern einen Altersdurchschnitt von 50. Vor allem die von Jürgen Roth initiierte Imker-AG an der Regelschule Langenwetzendorf weckt frühzeitig Interesse am Verein und dessen Arbeit. Imkern steht derzeit hoch im Kurs, der Trend geht ja sowieso zurück zu den Wurzeln, zu selbst produzierten Lebensmitteln“, beobachtet Laura Dunse und will mit dem Verein weiterhin Nachwuchs fördern. Aber auch mit den lang- jährigen Mitgliedern überlege man derzeit, neue Wege zu gehen und etwa einen Wachsschmelzer und weitere für Einzelpersonen zu teure Utensilien anzuschaffen, die man gemein- sam im Verein nutzen könnte. Erste Gespräche mit der Gemeinde, um einen Lagerraum zu g finden, sind bereits angelaufen.

 

Quelle: OTZ; 18. März 2017 Seite OAZE3

~ Info-Brief 04-2017

für die 12. bis 14. KW
17. März 2017

Am Bienenstand

Fühjahrsdurchsicht
Hohenheim(EF)-Das Frühjahr nähert sich mit großen Schritten und an den Bienenständen stehen weiterhin Futterkontrollen der Völker an. Es muss die vorhandene Futtermenge durch Anheben der Kästen überprüft sowie einem Futterabriss durch Um-oder Zuhängen von Futterwaben vorgebeugt werden. Eine Notfütterung sollte aber die Ausnahme sein und den Imker dazu bringen, was er in Zukunft besser machen kann, nämlich im Spätsommer/ Herbst mehr zu füttern und Vorrats-Futterwaben aufzubewahren. 2/3 des eingelagerten Winterfutters werden erst verbraucht, sobald die Völker in Brut gehen. Normalerweise schrumpfen Bienenvölker um ca. 25% über den Winter, wenn aber Januar und Februar mild sind, können sie im Winter auch wachsen. Nach der langanhaltenden Kälteperiode im Januar waren die Temperaturen im Februar mild. Das heißt, die erste Brut ist jetzt bereits geschlüpft, die Völker brüten durch und haben einen erhöhten Futterverbrauch. Besonders bei wechselhafter Witterung kann die Futterversorgung problematisch werden, da die Völker auch bei Kälteeinbrüchen weiter brüten und stärker heizen müssen. Unter ungünstigen Bedingungen kann ein Volk in einer Woche um 1-2 kg leichter werden. Der Imker hat dafür Sorge zu tragen, dass die Futtermenge ausreicht, bis die Tracht einsetzt – Futterwabenvorrat ist also goldwert zu dieser Jahreszeit!

Gesundheitskontrolle
Sobald es warm genug ist, wird je-des Volk auf seine Gesundheit überprüft. Verkotete Waben unbedingt aus den Völkern entnehmen und durch saubere Waben ersetzen, um einer weiteren Infektion (z.B. durch Nosema) vorzubeugen. Über eine Gemülldiagnose kann geprüft werden, ob varroabefallene Brut schlüpft. Der Bodenschieber kann eingesetzt werden, nachdem die Böden gereinigt wurden. Die Brutnester der Völker sind zwar noch klein und im Vergleich zum Sommer/Spätsommer nur schwach parasitiert, jedoch gibt einem das Gemüll einen Hinweis darauf, wie viele Milben die Restentmilbung überlebt haben. Halten sich noch viele Milben in den Völkern auf (natürlicher Milbenfall > 1 Milbe pro Tag), sollten die Völker markiert werden und nach der Frühtracht nochmals auf Varroabefall oder Varroaschäden kontrolliert werden. Bis in den Juni wächst das Bienenvolk meist schneller als die Varroapopulation, danach sollten stark befallene Völker bevorzugt zu Ablegern „verarbeitet“ werden. Zu-dem sollte verstärkt Drohnenbrut entnommen werden, um den Befall zu reduzieren.

Kontrolle auf Weiselrichtigkeit
Ein weiterer wichtiger Punkt der Frühjahrsdurchsicht ist die Überprüfung der Völker auf Weiselrichtigkeit. Für die Bestätigung genügt das Vorhandensein verdeckelter Arbeiterinnenbrut, es muss nicht nach der Königin gesucht werden. Sind Völker im März weisellos, können sie durch Ableger bzw. klein überwinterte Einheiten saniert werden.

Wabenbau
Im Zuge der Frühjahrsnachschau kann eine noch ausstehende Wabenerneuerung durchgeführt werden sowie Ende März der erste Baurahmen gegeben werden.

Schwache und starke Völker
Um bereits zu Beginn der Bienensaison effizient arbeiten zu können, ist eine homogene Volksstärke entscheidend. Schwächere Völker müssen nicht aufgelöst werden, wenn sie weiselrichtig und gesund sind. Kleine Völker legen im Frühjahr zwar meistens relativ mehr Brut an als die stärkeren und können bis im Mai ihren Rückstand aufholen, es ist von diesen Völkern aber keine oder nur eine geringe Ernte aus der Frühtracht zu erwarten. Auch deshalb ist ein wenig Unterstützung durch Ausgleichen der Volksstärke sehr sinnvoll! Zur Stärkung der kleinen Völker bietet es sich an, das sogenannte Huckepack-Verfahren anzuwenden. Hierbei wird ein schwaches Völkchen einem überdurchschnittlich starken Volk über Absperrgitter aufgesetzt. Voraussetzung ist, dass beide Einheiten brüten (Vorhandensein offener Brut) – so erhält das obere Volk Pflegeunterstützung von unten. Durch das Aufsetzen brüten beide Völker optimal, das Brut-Bienen-Verhältnis wird angeglichen. Nach 3 bis 4 Wochen können die Völker wieder getrennt werden, das obere Volk wird dann außerhalb des Flugradius aufgestellt. Das Resultat ist eine ausgeglichene Volksstärke beider Völker.

Kontakt zur Autorin: eva.frey@uni-hohenheim.de

~ 15. Imkertag in Naitschau

Imkertag 2017

Wie jedes Jahr, fand auch heuer wieder der Imkertag in Naitschau statt. Dieses Mal präsentierte sich unser Verein mit einem eigenen Stand. Verschiedene Honigsorten standen bereit zur Verkostung. Außerdem gab es viel über die Biene zu erfahren.
Unsere junge Vorsitzende Laura gab sich sehr viel Mühe, um möglichst viele Informationen an die Besucher zu bringen. Unsere Mitglieder des Vereins sind nunmehr auf 17 Imkerständen im Landkreis Greiz zu finden.
Auch wurde über die Arbeit mit Kinder in der Arbeitsgemeinschaft „AG Biene“ an der Bio-Landschule Langenwetzendorf  berichtet. Man konnte die von den Kindern selbst gebaute Bienenkiste zum Verstauen der Arbeitsmaterialien besichtigen, selbst die AG-Kinder besuchten an diesem Sonntag unseren Stand und gaben bereitwillig Auskunft über ihre Aufgaben in der Arbeitsgemeinschaft.

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~ Honigverkostung

Honigverkostung am 4. Februar 2017

Am 4. Februar 2017 trafen sich viele Imker unseres Vereins in der Gaststätte „Drei Tannen“ ehemals Jugendherberge von Langenwetzendorf und kamen der Einladung zur Honigverkostung nach.

Nicht oft hat man die Möglichkeit mit einem Profi zu fachsimpeln. Umso gespannter lauschten alle den Ausführungen von Bioimker Ronny Kern aus Steinsdorf, der als Gast geladen war. Er stellte seine Honigsorten und Brotaufstriche vor. Doch vor allem erzählte er von seinen Erfahrungen im Umgang mit Honig – von der Ernte über die Behandlung und Verarbeitung bis zur Abfüllung. Hierbei gab es gute Tipps nicht nur für unsere Neuimker.
Am Ende der Veranstaltung gab es noch zwei Ehrungen, die die Vorsitzende im Auftrag des Thüringer Imkerverbandes, aussprach. Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Imkerverein erhielten Gerhard Röbelt und Gerald Stier die Ehrennadel in Bronze bzw. Silber.

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