~Info-Brief 15-2018

für die 27. KW
29. Juni 2018

Am Bienenstand

Hohenheim (vs) Um als Imker Waldhonig – auch genannt Honigtauhonig – zu ernten, ist es durchaus sinnvoll, ein Auge auf die Honigtauerzeuger zu haben. Diese stechen die Siebröhren der Bäume an, auf denen sie leben. Mit Hilfe der Siebröhren befördert der Baum zum Wachstum wichtige Nährstoffe über die Wurzeln und den Stamm in alle Zweige, Nadeln oder Blätter. Die Nährstoffe befinden sich im so genannten Siebröhrensaft, welcher auch den Honigtauerzeugern zum Wachstum dient. Die darin enthaltenen, nicht benötigten Zucker, scheiden die Honigtauerzeuger in großen Mengen als Honigtau aus. Diese Tropfen werden unter anderem von unseren Honigbienen aufgenommen und im Stock zu Waldhonig verarbeitet. Wer also weiß, wo welche Honigtauerzeuger vorkommen und honigen, der weiß auch, wo man am besten hinwandert, um Waldhonig zu gewinnen.

 

Die Melezitose

Der Dreifachzucker Melezitose stellt eine Gefahr für den Imker dar, da der Zucker bei hohen Konzentrationen zur Auskristallisierung des Waldhonigs führt. Der so genannte Zementhonig wird steinhart und muss unter hohem Aufwand weiter behandelt werden, um überhaupt geerntet zu werden. Die meisten Imker nehmen den Verlust der Waben in Kauf. Jedoch kann die Melezitose auch gemieden werden. Er kommt hauptsächlich im Fichtenhonig und besonders im Honigtau der Großen schwarzen Fichtenrindenlaus (Cinara piceae) vor. Wer die Läuse beobachtet, weiß, welche Standorte man meiden kann, um die Problematik mit dem eigentlich sehr schmackhaften Zementhonig zu umgehen.

Wer noch offene aber bereits trübende Honigwaben im Fichtenwald hat, könnte bereits kristallisierenden Honig haben. Die schnelle Kristallisation deutet auf Melezitosehonig hin. Die sandige Konsistenz kann durch eine Geschmacksprobe ermittelt werden. Möchte man den Honig trotz aller Mühen ernten, kann man ihn bei Einsatz von Naturwaben als Wabenhonig anbieten oder am besten frühzeitig ausschleudern. Auch können entdeckelte und bewässerte Melezitosewaben von den Bienen umgetragen werden. Als Winterfutter sollte Melezitosehonig jedoch auf keinen Fall eingesetzt werden, da die Verdauung dieses Honigs für die langlebigen Winterbienen zu Darmproblemen führen kann.

 

Das Honigtaujahr April bis Juni 2018

Eine erfreuliche Nachricht für alle Waldhonig-Imker ist dieses Jahr, das der Anteil an Melezitose im Honigtau bisher gegen Null geht. Das es insgesamt wenig Honigtau gibt, ist natürlich weniger erfreulich. Aber nun der Jahresablauf für Baden-Württemberg, hauptsächlich für den Schwarzwald und das schwäbische Keuper-Lias Land.

Anfang des Jahres, bereits im April, konnte man erste einzelne Honigtautropfen finden. Das Bienenjahr hat früher angefangen und so auch der Jahreszyklus der Honigtauerzeuger. Sehr vereinzelt waren die kleine und große Lecanie (Physokermes hemicryphus und P. piceae) vorhanden, vermutlich wurden diese im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren stark parasitiert (Schlupfwespen) oder von Vögeln gefressen. Im Mai kam die Grün gestreifte Fichtenrindenlausar (Cina stroyani) und die Stark bemehlte Fichtenrindenlaus (Cinara costata) hinzu. Die Läuse traten zwar vereinzelt auf, allerdings führte es zu keiner Waldtracht, da nicht genug Honigtau aufkam. Nicht lange darauf folgte die „Pilicornis“ – die Rotbraune bepuderte Fichtenrindenlaus (Cinara pilicornis). Letztere war die einzige Laus auf der Fichte, die regional auch zu Waldtracht geführt haben kann. Auf der Tanne wurde vereinzelt die Coloradotannen – Rindenlaus (Cinara curvipes) und die Große braunschwarze Tannenrindenlaus (Cinara confinis) entdeckt, welche auch von Honigbienen beflogen wurden und zu kleinen Mengen Waldhonig geführt haben können.

Betrachtete man nebenbei die Laubbäume, konnte man teilweise Honigtau sammelnde Bienen in Faulbäumen (Schwarze Bohnenlaus, Aphis fabae), Apfelbäumen, Buche (Buchenblattlaus, Phyllaphis fagi) und vermehrt auch auf der Linde (Lindenzierlaus, Eucallipterus tiliae) finden.

Leider begann das Wetter Ende Mai, Anfang Juni nicht mehr mitzuspielen und nach den Schauern und teilweise heftigen Gewittern gab es erstmal keine Zunahmen mehr an den Stockwaagen unserer aufgestellten Versuchsvölker. Auch die jungen Maitriebe verholzten bereits, sodass die „Pilicornis“ nicht mehr an die Siebröhren kam. Seit letzter Woche gibt es ein Aufatmen: Die Grüne Tannenrindenlaus (Cinara pectinatae) ist vermehrt zu finden und honigt auch dementsprechend. Wer Trachtbeobachtungen durchführt, kann also herausfinden, ob der wertvolle Tannenhonig am eigenen Wanderplatz gewonnen werden kann und so gibt es für dieses Waldtrachtjahr zumindest ein kleines Happy End.

Kontakt zur Autorin: Victoria Seeburger
victoria.seeburger@uni-hohenheim.de

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~Info-Brief 14-2018

für die 26. KW
22. Juni 2018

 

Was zu tun ist:

  • Brutpause initiieren
  • Varroabehandlung planen
  • Varroadiagnose
  • Jungvolkpflege
  • Winterfutter besorgen

 

Am Bienenstand

Kirchhain (cd) Auch, wenn wir es noch nicht merken, werden die Tage wieder kürzer. Wir haben den Höhepunkt bereits überschritten. Die Bienenvölker reagieren mit dem Schrumpfen des Brutnestes, die stärkeren Altvölker etwas früher als die schwächeren Jungvölker. Die Varroamilbe hat den Höhepunkt aber noch nicht erreicht. Während der Brutperiode kann sich ihre Anzahl jeden Monat verdoppeln oder auch verdreifachen. Aus einer Milbe Anfang März können bis Oktober hundert Milben werden und aus hundert Milben können zehntausend Milben entstehen. Ein exponentielles Wachstum. Der kritische Zeitraum ist der Herbst, wenn die Winterbienen aufgezogen werden. Sie müssen gesund und vital zur Welt kommen.

 

Neue Impulse

Unsere modernen Betriebsweisen unterbinden den Schwarmtrieb. Das hat auch seinen Grund: Die Königin und mehrere Tausend Bienen würden den Stock verlassen und sorgen dafür, dass das Altvolk vorerst für die Honigproduktion ausfällt. Ziel ist es, dass die Königin lückenlos ein großes Bienenvolk aufbauen kann. Das Motto lautet: Viel Brut lässt viele Bienen entstehen, und viele Bienen erzeugen viel Honig. Allerdings schafft diese lückenlose Bruttätigkeit optimale Bedingungen für alle brutgebundenen Krankheiten und Parasiten. Diese Lückenlosigkeit ist unnatürlich und ungesund. Dabei können wir vom Original lernen: Dort schwärmen vitale Völker, und die mit dem Schwärmen verbundene Brutpause führt zu einer deutlichen Reduktion des Varroabefalls. So entstehen auch ohne Einsatz von Medikamenten gute Voraussetzungen für eine gesunde Winterbienenaufzucht.

Eine Brutunterbrechung gibt die richtigen Impulse: Die Milbenvermehrung wird gestoppt. Daraus folgernd wird später der Varroabefall reduziert. Der kontinuierliche Brutansteckungszyklus wird unterbrochen. Die „Brutbrücke“ wird abgebrochen. Außerdem fördert es einen systematischen und schubartigen Generationswechsel der Bienen. Das hilft auch Krankheiten auszuschleusen. Und nicht zu Letzt ermöglicht es Ihnen ungehindert die Bauerneuerung durchzuführen.

Bei der Varroabekämpfung mittels Brutpause oder Brutentnahme können Sie auf die bewährte Ameisensäure verzichten. Je nach Verfahren benötigen Sie überhaupt keine Medikamente, oder setzen Milch- oder Oxalsäure ein. Diese organischen Säuren haben gegenüber der Ameisensäure den entscheidenden Vorteil, dass ihre Wirkung witterungsunabhängig ist. Für die Oxalsäure gibt es kein zu heiß, zu kalt oder zu nass.

Die Bruttätigkeit bekommt auch einen neuen Impuls. Das Bienenvolk versucht die Brutlücke zu kompensieren. Wenn die Königin nach der Pause wieder ungehindert legen kann, steigt sie überdurchschnittlich stark ins Brutgeschäft ein. Wurden zuvor die Milben entfernt, entstehen jetzt besonders viele, gesunde und vitale Bienen. Ein Erfolgsrezept.

 

Wer die Wahl hat…

Grundsätzlich stehen drei bewährte Verfahren zur Verfügung

  • die totale Brutentnahme,
  • das Bannwabenverfahren oder
  • das Käfigen der Königin in Verbindung mit einer Behandlung.

Es ist für jede Imkerin oder jeden Imker eine passende Methode dabei. Welche Methode für Sie am besten geeignet ist, richtet sich nach den Fragen:

  • Wie stark und akut ist die Varroabelastung?
  • Soll der Völkerbestand vermehrt oder beibehalten werden?
  • Können Sie die Königin finden?
  • Möchten Sie möglichst ganz auf Medikamente verzichten?

 

Die Milben in die Verbannung schicken

Eine äußerst wirkungsvolle Methode stellt das sogenannte Bannwabenverfahren dar. Es hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ermöglicht Ihnen in vielen Jahren völlig auf Medikamente zu verzichten. Allerdings müssen die einzelnen Arbeitsschritte sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Das ist mit einem gewissen Aufwand verbunden und kann vielleicht nicht von jedem umgesetzt werden. Aber die Bannwaben sind auch ohne Chemie hochwirksam und können während der Tracht angewendet werden.

 

Brut raus – Milben raus

Die Brutentnahme ist für viele einfacher zu handhaben. Bei dieser Methode müssen Sie nicht einmal die Königin finden können. Wie funktioniert es? Der Name ist Programm: Entfernen Sie die ganze Brut aus den Völkern. Nach diesem Eingriff ist das Volk brutfrei und kann gut mit Oxalsäure behandelt werden. Allerdings können Sie auch auf Medikamente verzichten. Hängt man eine Wabe mit möglichst viel junger Brut in das ansonsten brutfreie Volk, lockt man die restlichen Milben in die Brutzellen. Nach der Verdeckelung wird diese Fangwabe einschließlich der Milben entnommen – eine biologische Falle.

Die entnommenen Brutwaben werden entweder umgehend eingeschmolzen oder Sie können sie zum Aufbau zusätzlicher Völker verwenden. Dazu geben Sie die Waben mit wenig ansitzenden Bienen in Sammelbrutableger. Entsprechend dem Standmaß werden die Brutsammler ein- oder zweizargig gebildet und auf einen separaten Standplatz gebracht. Ohne Ihr Zutun werden die Bienen auf der offenen Brut Nachschaffungszellen anziehen. Wer eine gezielte Königinnenaufzucht betreiben möchte, kann belarvte oder angebrütete Zellen zugeben. Die Brutsammler können Sie entweder schon während des Schlupfes mit Ameisensäure, oder nach dem Schlupf aller Brut drei Wochen später mit Oxal- oder Milchsäure behandeln. Zu diesem Zeitpunkt können Sie die alten Waben leicht entnehmen und durch junges Wabenwerk ersetzen. Sollte die Qualität der Nachschaffungskönigin schlecht oder das Volk weisellos sein, wird eine Reservekönigin eingeweiselt. Entsprechend eingefüttert, entwickeln sich die Brutsammler meist zu guten Völkern.

 

Käfigen und Behandeln

Als weitere Alternative bietet sich das Käfigen der Königin über einen Zeitraum von etwa 25 Tagen mit einer anschließenden Behandlung an. Dazu werden spezielle Absperrgitterkäfige angeboten, die in eine Wabe eingesetzt zentral ins Brutnest eingehangen werden. So bleibt die Königin in engem Kontakt mit ihren Pflegebienen. Das Volk fühlt sich nicht weisellos und es werden im Allgemeinen keine Nachschaffungszellen angelegt. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kontrolliert nach neun Tagen auf Nachschaffungszellen und bricht diese gegebenenfalls aus. Die Königin geht in aller Regel nach dem Freilassen schnell wieder in Eilage. Zum Zeitpunkt des Freilassens ist alle Brut geschlüpft, und Sie können leicht alte Waben austauschen und für eine gute Bauerneuerung sorgen. Außerdem lassen sich jetzt die auf den Bienen sitzenden Milben wirkungsvoll durch besprühen mit Oxalsäure abtöten. Zu allen Verfahrensweisen finden Sie weitergehende Anleitungen in den Flyern zur naturgemäßen Varroabekämpfung, sowie einige Veröffentlichungen des Kirchhainer Bieneninstituts unter: https://www.llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/publikationen/

 

Das Wichtigste zum Schluss

Die Varroadiagnose: Ohne eine lückenlose und konsequente Befallskontrolle geht es nicht. Wenn Sie hier schlampern, bringen Sie das beste Konzept zu fall. Die Milbenbelastung der Völker ist ein individuelles Problem und fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Ohne eine individuelle Diagnose ist keine sinnvolle Behandlung möglich. Und auch nach der Behandlung müssen Sie den Erfolg überprüfen und bei Bedarf nachbessern. Eine systematische Varroadiagnose mit schadschwellenorientierter, biotechnischer Varroabekämpfung ist das Erfolgsrezept.

Kontakt zum Autor:
Christian Dreher
christian.dreher@llh.hessen.de

 

 

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~Info-Brief 13-2018

für die 25. KW
15. Juni 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Verdeckelte Drohnenbrut ausschneiden
  • Ablegerbildung abschließen
  • Jungvölker ohne verdeckelte Brut gegen Varroa behandeln
  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Honig ab Beginn der Kristallisation täglich rühren
  • Kontakt zu Landwirten bzgl. Nutzung von Blühflächen su

 

Am Bienenstand

Jungvolkpflege

Hohen Neuendorf (jr) Wer keine Ableger bildet, hat gegen die Varroa-Milbe bereits verloren. Denn so können sich die Milben während der Trachtsaison ungestört vermehren und Viren verbreiten. Eine Weisheit, die sich leider nur langsam durchsetzt. Doch wer Neu-Imker betreut oder gar selbst einer ist, wird feststellen, dass es in den ersten Jahren der Bienenhaltung mit der Überwinterung oft erstaunlich gut klappt – eben so lange, wie vom ersten erworbenen Volk vermehrt wird. Andererseits zeigt sich im Frühjahr immer wieder, dass der Bedarf an Bienenvölkern so hoch ist, dass er mit einheimischem Material kaum gedeckt wird. Insofern kommt es nicht nur darauf an, möglichst von jedem Volk Ableger zu bilden, sondern diese auch zu vitalen Jungvölkern zu entwickeln. So blickt der Imker mit Zuversicht auf das nächste Jahr und kann mit dem Verkauf von Jungvölkern seine Imkerei rentabler gestalten.

 

Letzte Ableger bilden

Spätestens zur Sommersonnenwende, dem kalendarischen Sommeranfang, erreichen die Bienenvölker ihren Entwicklungshöhepunkt oder haben ihn gerade in diesem Jahr angesichts der außerordentlich frühen und teils nur spärlich honigenden Lindenblüte bereits überschritten. Das ist die beste Zeit noch letzte Ableger zu bilden. Aufgrund der verbleibenden kurzen Zeit bis zur Einwinterung sollte man mit Brut nicht sparen und jedem Ableger 5- 6 Brutwaben und eine unbegattete Königin geben – zzgl. 2 Futterwaben als Deckwaben und eine Futtertasche. Die im Volk verbleibenden Bienen, denen man auch jene von 1/3 bis 1/2 der entnommenen Brutwaben zurückgibt (je nachdem, ob die Ableger am selben Standort verbleiben oder aus dem bisherigen Flugradius verbracht werden), können sich nun umso besser der verbleibenden Tracht widmen und sind motiviert, das verbleibende kleine Brutnest wieder deutlich auszudehnen. Da bei eigener Nachzucht einer Königin die Entwicklung des Ablegers noch lange stagnieren würde, andererseits eine Brutpause für die spätere Varroa-Behandlung vorteilhaft ist, wird gerade spät gebildeten Ablegern am besten eine unbegattete Königin zugesetzt. Diese sollte leistungsfähiger, krankheitsresistenter, sanftmütiger, schwarmträger und wabensteter Abstammung sein – entweder vom besten eigenen Volk oder von einem Züchter. Dazu ist die Weiselunruhe abzuwarten, d.h. die Bienen des Ablegers müssen gemerkt haben, dass sie weisellos sind. Deshalb wird die Königin frühestens 4 Stunden, spätestens 24 Stunden nach der Ablegerbildung zugegeben. Dafür eignen sich sowohl Zweitschlupfzellen aus dem Imkereifachhandel als auch Versandkäfige für Königinnen. Bei Letzteren muss selbstverständlich die Futterkammer mit Futterteig gefüllt sein und der bisher verschlossene Durchlass geöffnet werden. Bei Zusetzkäfigen wird häufig die Frage gestellt, ob die Königin besser mit oder ohne Begleitbienen zugesetzt werden sollte. Die Begleitbienen können problemlos im Käfig verbleiben, wenn der Zusetzkäfig am selben Tag besiedelt wurde – z.B., wenn man die Königinnen selbst aufzieht oder direkt vom Züchter abholt. Sind die Bienen bereits länger als 1 Tag im Käfig, z.B. beim Versand, müssen sie auf jeden Fall entfernt werden.

 

Räubereigefahr

Da die Tracht in verschiedenen Regionen bereits zur Neige geht oder gar zur Neige gegangen ist (!), steigt dort die Räubereigefahr unter den Völkern enorm. Dies ist für Ableger besonders kritisch, da die Bewachung des Flugloches zunächst oft unzureichend ist. Daher ist grundsätzlich zügiges, gut vorbereitetes Arbeiten an den Völkern und Ablegern nötig. Honigwaben dürfen auch bei der Bearbeitung der Völker nicht frei zugänglich sein. Auf das Hantieren mit Honigwaben sollte an Tagen, an denen an den Ablegern auf demselben Stand hantiert wird, völlig verzichtet werden. Und ganz wichtig: das Flugloch der Ableger möglichst klein halten. Bei einer guten Belüftung mittels Drahtgitterboden reicht ein enger Durchgang von 1 cm für Jungvölker mit wenigen Waben aus. Bei geschlossenem Boden und stärkeren Ablegern ist schon ein breiteres Flugloch erforderlich. Aber auch hier sollte die lichte Durchgangshöhe 1 cm nicht überschreiten, um eine gute Bewachung zu ermöglichen. Bewacht wird es möglichst gut, wenn das Brutnest gleich hinter dem Flugloch positioniert wird und Futterwaben weiter entfernt davon.

 

Pflege der Jungvölker

Ebenso wie in der Natur das Wabenwerk nur so stark erweitert wird, wie es von Bienen besetzt wird, trifft das auch für die vom Imker bereitgestellte Beute zu. Leere Beutenbereiche führen neben der Räubereigefahr zu unnötigen Wärmeverlusten sowie zu Schwitzwasser mit nachfolgender Schimmelbildung. Ebenso können zu frühe und zu starke Futtergaben die Legetätigkeit der Königin hemmen, weil bald alle Zellen belegt sind. Es kommt also auf das richtige Maß an. Da mit den Ablegern in aller Regel im selben Jahr kein Honig erzeugt werden soll, müssen sie auch nicht allzu eng gehalten werden, sondern sollen die Möglichkeit haben, ihr Wabenwerk und nachfolgend ihr Brutnest zu erweitern. Denn der Wille zu wachsen, ist bei Jungvölkern besonders groß und hält länger an, als bei älteren Bienenvölkern. Andererseits werden Mittelwände, die nicht gleich besetzt werden können und daher nur als „Fußabtreter“ dienen, später ungern ausgebaut. Insofern sollten Jungvölker, die weniger als 1 Raum besetzen nur mit 1-2 Mittelwänden seitlich des Brutnestes erweitert werden. Sobald sie ausgebaut wurden, kann die nächste Erweiterung erfolgen. Meist wird das erst nach Beginn der Eiablage der jungen Königin sein. Sobald die junge Königin stiftet, also Eier legt, ist auch der Zeitpunkt für den Beginn der Fütterung gekommen. Diese ist nur bei guter Tracht entbehrlich. D.h. der Futterstrom sollte nun nicht mehr abreißen. Verfügen die Jungvölker über ca. 2 volle Futterwaben, so genügt es, jeden Abend etwa ¼ l Zuckerlösung 1:1 (also 1 kg Zucker auf 1 l Wasser) zu füttern. Allerdings beinhaltet diese Reizfütterung auch eine hohe Räubereigefahr. Weniger riskant, weniger reizvoll, dafür aber dauerhaft anhaltend ist die Fütterung von Futterteig in einer Futtertasche. Diese begrenzt als seitliches Schied bereits ab der Ablegerbildung den verfügbaren Raum und verbessert den Wärmehaushalt. Solange die Futtertasche leer bleibt, wird sie mit der geschlossenen Seite zum Bienensitz eingehängt; mit Futter versehen, wird sie um 180° gedreht, sodass sie gut zugänglich wird. Befüllt wird die Futtertasche erst ab Beginn der Eiablage der jungen Königin – immer vorausgesetzt, dass der Ableger bei seiner Bildung mit ausreichend Futtervorrat in den Waben versehen wurde. Wird ein Ableger vor Beginn der Eiablage der Königin gefüttert, verteilen die Bienen das Futter auf einem großen Teil der Wabenfläche, „verzetteln“ es also. Für die vom Begattungsflug heimkehrende Königin bleibt dann kein Platz zum Stiften.

Gut eine Woche nach Beginn der Eiablage ist ein optimaler Zeitpunkt, eine Behandlung mit Ameisensäure 60 % ad us. vet., Milchsäure 15 % ad us. vet. oder dem 2017 zugelassenen Sprühverfahren mit Oxuvar (s. Infobrief vom 12.05.2017) gemäß Gebrauchsanweisung durchzuführen. Die in den Ableger gegebene Brut ist nun weitgehend ausgelaufen, die der jungen Königin noch nicht verdeckelt und durch ihre mehrtägige Eiablage findet die junge Königin Anerkennung. Insofern werden viele Milben erreicht, während die Gefahr für die Königin gering ist.

 

Achtung: Blatthonig

In Blütentrachtregionen ist in diesem Jahr verstärkt mit Blatthonig zu rechnen. Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen und extremen Trockenheit zumindest im Nordosten haben sich Blattläuse auf Laubgehölzen stark vermehrt. So ist mancherorts noch Tracht zu erwarten, während die Lindenblüte bereits jetzt dem Ende entgegengeht. Einerseits ist eine Honigtautracht von Laubgehölzen regional schwer vorherzusagen, andererseits muss der ballaststoffreiche Honig vor der Einfütterung aus den Völkern heraus. Denn als Winterfutter ist Honigtauhonig nicht geeignet.

Kontakt zum Autor: Jens Radtke Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

 

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~Info-Brief 12-2018

für die 24. KW
08. Juni 2018

Was zu tun ist:

  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Waldtracht und Wanderung

Veitshöchheim (bb) Die Frühjahrsernte ist in vielen Regionen abgeschlossen. Rapsblüte und Akazienblüte sind fast nahtlos ineinander übergegangen. Die Linde ist regional bereits in Vollblüte, so dass ein frühzeitiges Ende der Blütentracht zu erwarten ist. Ob und in welchem Maße sich die Waldtracht anschließen wird, bleibt spannend.

Aus vielen Regionen in Süddeutschland kommen schon Meldungen über Funde von Honigtauerzeugern und vorhandener Honigtauproduktion.

 

Honigt der Wald?

Auch in diesem Jahr wurden beim Ernten des Frühtrachthonigs bereits dunklere Einträge festgestellt, die auf einsetzende Tautracht hinweisen. Wie sich die Situation vor Ort darstellt, kann man nur mit eigenen Beobachtungen feststellen. Kolonien von Rotbraun bepuderten Fichtenrindenläusen sucht man in den Maitrieben. Große und Kleine Lecanien produzieren schon Honigtau, wie regional berichtet wurde. Durch die Tropfen sind sie leicht zu erkennen. In der Umgebung der Rindenläuse findet man überall die Honigtautropfen zwischen den Fichtennadeln, aber auch auf den Pflanzen unterhalb der Kolonien. Sie sind allerdings von Starkregen-Ereignissen, wie sie die Gewittergüsse der letzten Woche regional hervorbrachten, extrem gefährdet. Auch Schwarze Fichtenrindenläuse an Ästen und Stämmen können evtl. gefunden werden, die wegen ihrer Saugposition von Witterungseinflüssen weniger betroffen sind. Wichtig ist, dass die Honigtauproduktion der Schildläuse bei starkem und kräftigem Regen kaum zurückgeht, aber die Bienen erst nach dem Regen wieder sammeln können.

Eine Waldtracht kann zustande kommen, wenn große Kolonien von Rindenläusen auftreten, und entsprechendes Flugwetter herrscht. Hauptsächlich auf Fichte und Tanne, aber auch auf Ahorn, Birke, Edelkastanie, Eiche und Linde können zahlreiche und starke Rindenlauskolonien zu einem ertragreichen Eintrag von Honigtau führen. Aber auch die Große und die Kleine Lecanie (Große und Kleine Fichtenquirlschildlaus), festsitzende Schildläuse auf der Fichte, die nur eine Generation im Jahr erzeugen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Honigtaueintrag. Kleine Fichtenquirlschildläuse scheiden zur Zeit der Holunderblüte (bei uns: schon seit einer Woche!) große Honigtautropfen aus, die wenig witterungsanfällig sind.

 

Trachtbeobachtung

Will ich die Waldtracht nutzen, muss ich wissen, wo es honigt, ob die Tracht sicher ist, ob ich Einschränkungen bei der Standortwahl zu erwarten habe, ob ich in ein Sperrgebiet oder einen Belegstellenradius einwandere. Sobald ich über die Landkreisgrenze mit meinen Bienenvölkern wandern will, muss ich ein aktuell gültiges Gesundheitszeugnis für meine Bienen besitzen und dem zuständigen Veterinäramt vorlegen. Die Meldung beim Veterinäramt des Wanderstandortes ist selbstverständlich, denn nur über dieses erfahre ich, ob ich Gefahr laufe, in ein Faulbrutsperrgebiet oder den Schutzgürtel um eine Belegstelle zu geraten. Die Waldtrachtbeobachtung ist in Gruppen erfolgreicher, da mehr aufgestellte Stockwaagen und „Lausbeobachter“ in einem möglichen Trachtgebiet auch mehr Aussagen erlauben als einzelne. Kontakte zu örtlichen Imkern helfen, in Schlechtwetterperioden die Völker rechtzeitig abzuwandern, um sie am Heimatstandort, an dem die Witterung vollkommen anders sein kann, versorgen zu können. Aber auch die Akzeptanz der „Wanderimker“ durch die einheimischen wird dadurch gefördert.

 

„Lausbeobachter“ und Waagstockdaten im Internet

In Süddeutschland haben sich die „Lausbeobachter“ in Baden-Württemberg und Bayern in einer Gruppe zusammengeschlossen, die Informationen zur Waldtracht unter www.stockwaage.de veröffentlicht. Das Trachtnet, ein Netz von elektronischen Stockwaagen ermöglicht die Beobachtung von Waagstockdaten über ein Netz von Rheinland-Pfalz, NordrheinWestfalen, Bayern und Hessen. Abrufbar sind die Daten über die jeweiligen Seiten der Bieneninstitute, z.B. www.lwg.bayern.de → Bienen → Datenbankabfragen → Trachtnet oder direkt über die Abfrage des Trachtverlaufs in den einzelnen Regionen.

Die Waldtrachtnutzung erfordert passende Ausstattung und grundlegende Entscheidungen:

  • Beuten mit guter Belüftung, so dass die Völker den Transport gut überstehen.
  • Starke Völker, die die Tracht auch wirklich nutzen können – es ist besser aus drei Völkern zwei zu machen, als mit drei in der Frühtracht abgearbeiteten Völkern loszuziehen, die nicht stark genug sind optimale Mengen und Qualität an Waldhonig zu erzeugen.
  • Gesunde Völker mit einem geringen Besatz an Varroamilben, da ich nicht weiß, wie lange sich die Tracht hinzieht (vorher täglichen Abfall erfassen!).
  • Genügend Zeit für die Vorbereitung und die Wanderung selbst (die meisten Unfälle passieren in Hektik und Eile!).
  • Hänger oder Transportfahrzeug, das gut zu laden ist (rückenschonend!) und auch für das Endgewicht zugelassen ist.
  • Ladungssicherung, denn nichts ist gefährlicher für mich und andere Verkehrsteilnehmer als auseinanderrutschende, besetzte Bienenkästen, die sich auf der Ladefläche selbständig machen.
  • Gut anzufahrende Standplätze deren Nutzung mir auch vom Besitzer oder Beauftragten genehmigt wurde. • Wanderböcke, die einfach aufzustellen sind.
  • Transportkarre oder –gestell zum Verteilen der Bienenvölker am Wanderstandort.
  • Eine 2. Person, die mit anpacken kann, aber auch moralische Unterstützung leistet, wenn etwas nicht klappt.
  • Schutzkleidung für mehr als die Wandertruppe, falls im Notfall ein „Nichtimker“ helfen muss. • Kalkulation, ob der Aufwand für weit entfernte Wanderstandorte durch den Honigertrag erwirtschaftet werden kann. Wenn alles passt, hoffe ich für alle auf eine gute bis sehr gute Waldhonig-Ernte, möglichst ohne ein Melezitose-Erlebnis!

 

Kontakt zur Autorin:
Barbara Bartsch
Fachberaterin für Bienenzucht in Oberfranken
barbara.bartsch@lwg.bayern.de

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~Info-Brief 11-2018

für die 23. KW
01. Juni 2018

 

Was zu tun ist:

  • Honigernte
  • Schwarmkontrollen
  • Königinnenaufzucht
  • Jungvolkpflege

 

Am Bienenstand

Völkerbeurteilungen Kirchhain (rb) Auch wenn viele Imker vielleicht das Gefühl haben, noch am Anfang der Saison zu stehen, so sind die Bienenvölker doch schon an dem Höhepunkt ihrer jährlichen Entwicklung angelangt. Das Brutnest vitaler Völker erreicht Ende Mai mit 30- 40.000 Brutzellen seine maximale Ausdehnung und es sind jetzt eine Masse junger Bienen und je nach Völkerführung zahlreiche Drohnen vorhanden.

Unter natürlichen Bedingungen ist dies die Zeit des Schwärmens und damit der Vermehrung. Wer das Schwärmen vermeiden möchte, erkennt in diesen Tagen, welche Völker in dieser Hinsicht gut oder schlecht veranlagt sind. Und bei den anstehenden Schleuderungen wird deutlich, welche Völker sich unter den gegebenen Umweltbedingungen am besten entwickeln und effizient sammeln konnten. Schließlich erleben wir bei den regelmäßigen Kontrollen, wie unterschiedlich Bienen auf Störungen reagieren, ob sie ruhig auf den Waben bleiben und wir unvermummt und entspannt ohne Stiche imkern können.

All dies sind wichtige Kriterien, die wesentlich über die nachhaltige Freude an der Bienenhaltung und den Erfolg der Imkerei entscheiden. Deshalb ist es sinnvoll, sich Notizen zu machen und den Zustand der eigenen Völker ehrlich und kritisch zu beurteilen. Dies gilt keinesfalls nur für Züchter, sondern ist für alle Imker eine wichtige Grundlage, um Verbesserungsmöglichkeiten bei der eigenen Betriebsweise, der Einrichtung der Bienenstände, der Auswahl von Königinnen und anderem ausfindig zu machen und Änderungen im Laufe der Jahre nachzuvollziehen. Am besten führt man zu jedem Volk eine Stockkarte, in die zu jedem Bearbeitungstermin Vermerke in entsprechende Spalten eingetragen werden können. Muster hierzu findet man bei den Zuchtunterlagen des D.I.B. oder bspw. auf der Homepage unseres Instituts unter: https://www.llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/info-undarbeitsblaetter/08-aufzucht-besamung-leistungspruefung/ Arbeitsblatt 841 und 842. Alternativ kann man heutzutage mittels Tablet-PC oder ähnlichem Gerät über Excel oder spezielle Programme die Daten direkt am Bienenstand digital erfassen.

Für eine möglichst naturnahe Bienenhaltung kommt der Auslese gesunder und vitaler Königinnen allergrößte Bedeutung zu. Damit man die Unterschiede kennenlernt, sollte man regelmäßig anderen Imkern über die Schulter schauen und an Kursen und Standschauen teilnehmen. Die besten Königinnen für den eigenen Betrieb findet man in der Regel nicht in der Ferne, sondern bei zuverlässigen Züchtern der näheren Umgebung, deren Völker sich unter ähnlichen Umweltverhältnissen bewähren müssen. An diesen sollte man sich bei der Beurteilung der eigenen Völker orientieren. Besonders aufschlussreich sind dabei Vergleiche entsprechend zugekaufter Königinnen mit eigenen Nachzuchten am eigenen Stand. Dies macht nicht nur Spaß, sondern sichert eine hohe züchterische Qualität und sorgt dadurch für nachhaltigen Erfolg. Denn auf Dauer gesehen ist kein anderer Produktionsfaktor der Imkerei so effizient und wirkungsvoll wie die Verwendung erstklassiger und gut an die Betriebsgegebenheiten angepasster Königinnen.

 

Selektion

Wer mit einzelnen seiner Völker rundum zufrieden ist, sollte unbedingt auch von diesen nachziehen. Ansonsten kann man sich im Verein und bei befreundeten Imkern nach guten Zuchtstofflieferanten erkundigen. Wichtige Hinweise geben hierzu auch die Züchterverzeichnisse der Landesund Zuchtverbände (www.toleranzzucht.de , www.gdeb.eu ) sowie die allgemein zugängliche Datenbank für Zuchtköniginnen www.beebreed.eu. Ebenso wichtig wie die Auswahl guter Königinnen ist deren Anpaarung mit guten Drohnen. Im Prinzip hat hier die Natur mittels der Mehrfachpaarung junger Königinnen auf Drohnensammelplätzen im Umfeld einiger Kilometer wirkungsvoll Vorsorge getroffen, dass vor allem gesunde und gut an die regionalen Verhältnisse angepasste Drohnen als Paarungspartner dienen. Nachdem jedoch vielerorts Imker Bienen aus unterschiedlichen Quellen importieren, Rassen regional durchmischen und vor allem durch den Einsatz von Medikamenten dafür sorgen, dass viele anfällig und schlecht angepasste Völker überleben können, kann man sich leider in vielen Regionen nicht mehr auf die Vorteile dieses natürlichen Auslesesystems verlassen.

 

Belegstellen

Wer erfahrungsgemäß am eigenen Standort keine guten Paarungsergebnisse erzielen kann, ist daher gut beraten, auf geeignete Belegstellen auszuweichen. Verzeichnisse der Belegstellen, in der Regel mit Angaben zu den Drohnenvölkern und den Betriebszeiten, findet man ebenfalls auf den oben genannten Internetseiten der Verbände und Institute. Eine gute Übersicht über die Inselbelegstellen bietet zudem die Seite www.bienenzucht.de . Der höhere Zeit- und Kostenaufwand für die Belegstellenbeschickung kann sich lohnen, wenn man dadurch unmittelbar an dem mit der Auslese der Drohnenvölker verbundenen Zuchtfortschritt teilhat.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich auch bei der Auswahl der Belegstelle eine Rücksprache im Imkerverein nach entsprechend positiven Erfahrungswerten. Oftmals ergibt sich auf Vereinsebene auch eine Möglichkeit zu gegenseitiger Unterstützung bei der Vorbereitung und Anlieferung der Begattungsvölkchen. Bitte denken Sie dabei an das notwendige Gesundheitszeugnis für die von Ihnen angelieferten Bienen und beachten Sie, dass die Belegstellen oftmals die Verwendung bestimmter Begattungskästen vorgeben und Begattungsvölkchen generell drohnenfrei angeliefert werden müssen.

Kontakt zum Autor: Dr. Ralph Büchler ralph.buechler@llh.hessen.de

 

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~Info-Brief 10-2018

für die 22. KW
25. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Imker als Lebensmittelunternehmer

Münster (mb) Mit Spannung und Freude wird die kommende Honigernte erwartet.

Wer Honig erntet und nicht komplett selbst verbraucht, sondern verschenkt oder an Kunden vermarktet, wird nach dem Lebensmittelrecht zum Lebensmittelunternehmer.

Imkerinnen und Imker unterliegen als Lebensmittelunternehmer den Anforderungen des nationalen und europäischen Lebensmittelrechts. Sie sind für die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen verantwortlich. Als Lebensmittelunternehmen gelten alle öffentlichen oder privaten Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen, gleichgültig ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht.

 

Honig ein sicheres Lebensmittel

Kleine Mengen Honig sind bei direkter Abgabe an den Verbraucher handelsübliche Mengen und bei Abgabe an Einzelhandelsbetriebe Mengen, die der für den jeweiligen Betrieb tagesüblichen Abgabe an Verbraucher entsprechen. Bei der Abgabe kleiner Mengen gelten die nationalen Vorschriften: das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und die nationale Hygieneverordnung. Hierin begründet sich die Forderung, dass Lebensmittel, die in Verkehr gebracht werden, sicher sein müssen. Dies gilt auch für Honig!

 

Honig – frei von nachhaltiger Beeinflussung

Lebensmittelsicherheit ist so definiert, dass ein Lebensmittel frei ist von nachteiliger Beeinflussung. Es gilt als nachteilig beeinflusst, wenn es entweder gesundheitsschädlich, verzehrsuntauglich oder genussuntauglich ist. Honig kann z.B. gesundheitsschädlich sein, wenn ein Glas- oder Metallsplitter hineingelangt ist. Letztere sind häufig durch die Verwendung von Bohrmaschinen zum Rühren verursacht, die mit ihrem Dreibackenfutter am Rührstab einen Grat abdrehen. Rührgeräte in Baumarktqualität hinterlassen zudem unzulässige Farbpartikel im Honig. Er gilt als verzehrsuntauglich, wenn z. B. starker Fremdgeruch vom Honig ausgeht oder der Honig in Gärung übergegangen ist. Honig gilt als genussuntauglich, wenn er den Anschein einer besseren Qualität als der tatsächlichen Beschaffenheit erweckt; z. B. wenn bei der Abfüllung Wundsekret aus einer eiternden Wunde in den Honig getropft ist oder auf den Honig geniest bzw. gehustet wurde. Wenn der Verbraucher dies wüsste, würde er es als ekelerregend empfinden und könnte den Honig nicht mehr mit Genuss verzehren. Diese Beispiele zeigen, was für jeden Imker selbstverständlich ist: solche Fehler unbedingt zu vermeiden, um dem Kunden einen Honig von höchster Qualität und Güte zu präsentieren.

 

Eigenkontrollen und Hygienepraxis

Vorbeugen ist das beste Mittel, um Honigsicherheit bzw. Honigqualität zu gewährleisten. Betriebliche Eigenkontrollen und eine gute Hygienepraxis, wie z. B. die gründliche und regelmäßige Reinigung der Utensilien und Gerätschaften, sorgfältiger und hygienischer Umgang mit dem Honig bei der Ernte, beim Entdeckeln, Sieben, Rühren und Abfüllen sowie eine fachgerechte Personalhygiene schützen vor Fehlern. All dies sichert die Honigqualität.

 

Futtermittel und Arzneimittel

Das LFGB schließt auch die Herstellung der Lebensmittel mit ein. Deshalb enthält es Forderungen zur Verwendung von Futtermitteln und Arzneimitteln. Demnach dürfen Bienen keine Stoffe (Arzneimittel, Futtermittel) verabreicht werden, die in den Honig übergehen und damit u. U. die Gesundheit des Verbrauchers gefährden können. So ist es unter anderem wichtig, die Tracht im Auge zu behalten. Nur so können Imker sicher sein, dass die Bienen keine unerwünschten Stoffe wie z.B. Lebensmittelfarbstoffe oder Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)* eintragen. Notfalls hilft Abwandern bzw. der Verzicht auf die Honigernte, wenn man feststellt oder nur den Verdacht hegt, dass die Bienen unerwünschte Bestandteile eingetragen haben.

 

Sortenhonig nur mit Analyse!

Eine Honiganalyse kann Aufschluss darüber geben, ob der Honig verkehrsfähig ist. Eine Sortenbestimmung gibt Sicherheit bei der Verkehrsbezeichnung. Wird z.B. ein Honig als Sortenhonig bezeichnet obwohl er keiner ist, gilt dies als Verbrauchertäuschung. Leider nutzen die Bienen nicht immer genau die Tracht im erforderlichen Umfang, die ihnen der Imker zugedacht hat.

 

Sorgfaltspflicht und Dokumentation

Jeder Lebensmittelunternehmer hat die sogenannte Sorgfaltspflicht bei der Erzeugung und im Umgang mit dem Lebensmittel. Als Nachweis dient hierzu die Dokumentation der Eigenkontrollen und der guten Hygienepraxis. Im Schadensfall gilt, was nicht geschrieben steht, wurde nicht gemacht. Daher unser Rat, mit der Dokumentation einzelner Maßnahmen schrittweise zu beginnen. Ein Bestandsbuch führen zur Dokumentation der Völkerbehandlungen, ein Honigbuch führen zur Dokumentation der Honigernte, -gewinnung und –vermarktung. Je ausführlicher die Dokumentation, desto besser können Sie Rückverfolgbarkeit gewährleisten und Sorgfalt beweisen.

Vorlagen für Honigbuch und Bestandsbuch können im Onlineshop bei Apis e.V. (https://www.apis-ev.de/broschueren.html) bestellt werden. Hier findet man auch Broschüren zur Honiggewinnung (Honig-Fibel) Hygiene (Hygiene-Fibel), zur Zertifizierung von Imkereibetrieben (Leitfaden „QM Honig und Imkerei) und zu den Gesetzlichen Grundlagen der Honigvermarktung (Band II).

Formblätter zur Dokumentation einer guten Hygienepraxis finden Interessierte unter http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/bienenkunde/index.htm

* Eine Broschüre zu PA (Sommerhonig – aber sicher! Tipps und Techniken zur Minimierung von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Sommerhonig) finden Sie hier: https://www.apis-ev.de/files/downloads/Pyrrolizidinalkaloide_Sommerhonig_aber_sicher!.pdf

Kontakt zur Autorin:
Imkerfachberatung Dipl. oec. troph. Marlene Backer
E-Mail marlene.backer@lwk.nrw.de

  

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~Info-Brief 09-2018

für die 21. KW
18. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Mayen (rr) Erst mit dem kalendarischen Frühlingsbeginn legte die Natur mit der Weidenblüte richtig los.

 

Alles blüht gleichzeitig!

Und dann kam natürlich wieder alles auf einmal. Nicht nur Stein- und Kernobst, auch die Ziersträucher blühen in einer Pracht, die man nur „verschwenderisch“ nennen kann. „Mastjahr“ heißt dieses Spektakel, das den Gehölzen ausreichend Nachkommen sichern soll. Gelb verstaubte Wege und Autos zeugten von dem Überangebot an Pollen der windblütigen Koniferen.

 

Rapsertrag ungewiss!

Wie in den letzten Jahren trockneten späte Ostwinde die Böden oberflächig aus und vielerorts honigte der Raps nur mäßig und ist in wärmeren Lagen durch den Regen der letzten Tage abgeblüht. In Hochlagen ist noch Nektar aus der Nachblüte zu erwarten.

Ob in Mischtrachtgebieten sortenreine Rapshonige zu ernten sind, bleibt abzuwarten. Die ersten Imker haben mit der Ernte begonnen.

Imker, die die anstehende Ernte vorbereiten und stichprobenartig am Bienenstand mittels Refraktometer die Honigreife prüfen, sollten grundsätzlich an mehreren Stellen des Honigraums messen. Selbst verdeckelte Zellen garantieren keinen trockenen Honig.

 

Honig gut gepflegt einlagern!

Wer Honig ordentlich vermarkten möchte, tut gut daran, ihn fertig gepflegt (gesiebt, abgeschäumt und gerührt) in Großgebinden (Eimer oder Hobbocks) einzulagern. Nichts ist ärgerlicher als große Schwankungen des Wassergehaltes bei den verschiedenen Ernten zu registrieren und keine Möglichkeit des Mischens mehr zu haben, weil die Frühtracht schon komplett in Gläser abgefüllt ist.

Wird Frühtracht und Sommertracht miteinander gemischt, ist eine jahreszeitliche Sortenbezeichnung genauso schwierig wie die Abschätzung des Honigtauanteils, um so einen Honig noch als „Blütenhonig“ vermarkten zu können.

Ausreichend für die Vermarktung ist auf jeden Fall die Verkehrsbezeichnung „Honig“, und „Honig“ ist etwas Besonderes, das sollten wir nie vergessen.

Weitere Tipps zur Ernte und Hinweise zur Hygiene im Schleuderraum sind in den Infobriefen 11/2015, 10/2016 und 10/2017 nachzulesen.

Kontakt zur Autorin: Rike Renner
E-Mail: rike.renner@dlr.rlp.de

 

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~Info-Brief 08-2018

für die 19. KW
11. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 Am Bienenstand – Jungvolkbildung

Veitshöchheim (bb) Ohne Jungvolkbildung hat die Imkerei keine Zukunft! Bienenvölker mit jungen Königinnen aus diesem Jahr sind im nächsten Jahr die Ertragsvölker und Reserven für Ausfälle. Der Schwarm ist die natürliche Vermehrungsform des Honigbienenvolkes und dient der Arterhaltung. Auch wir sollten durch Vermehrungsmaßnahmen diesem Beispiel nacheifern, um unseren Bestand zu sichern. Allerdings ist der natürliche Schwarm keine sinnvolle Lösung in der Imkerei, denn jeder nichtgefangene Schwarm sieht einer sehr ungewissen Zukunft entgegen! Die wenigsten Imkerinnen und Imkern können beim Schwarmabgang dabei sein und diesen in Obhut nehmen. Es ist daher sinnvoll, gezielt für Jungvölker zu sorgen und damit gleichzeitig den Schwarmtrieb zu lenken.

Bei sehr starker Tracht kann die Pflegeleistung der Völker abnehmen. In der aktuell ausklingenden Frühtracht mit abnehmenden Tageszunahmen (siehe Trachnetwaagen) und der gleichzeitig hohen Anzahl an Brutzellen und Bienen in den Völkern ist dies der geeignete Zeitpunkt der Völker, Weiselzellen zu pflegen. Die Schwarmzeit ist also die ideale Zeit für die Bildung von Jungvölkern in Form von Ablegern oder evtl. Kunstschwärmen. Mit der Entnahme von Bienen und / oder Brut betreibt man aktiv eine Lenkung der Schwarmlust in den Völkern. In diesem Zusammenhang kann die Königinnenzucht mit integriert oder Jungköniginnen eingeweiselt werden. Eine Jungvolkbildung im Mai erlaubt bis zum Sommer bereits eine Einschätzung von Verhalten und Eigenschaften der jungen Königinnen, so dass wir rechtzeitig selektieren können, was wir am Stand behalten wollen und was nicht.

 

Brutableger bilden

Im Mai reicht im Prinzip eine voll verdeckelte Brutwabe mit ansitzenden Bienen, abgestoßene Bienen von einer weiteren Wabe, eine Futterwabe, eine Leerwabe und eine Mittelwand, um in einem Kasten im Standmaß ein Jungvolk zu bilden. Hat man mehr Brutwaben aus verschiedenen Völkern zur Verfügung, so kann der Ableger natürlich auch stärker gebildet werden. Auch die dazu gestoßenen Bienen können aus verschiedenen Einheiten stammen. Bei der Bildung müssen wir unbedingt darauf achten, dass wir nicht die Königin aus dem Ursprungsvolk mit in das Jungvolk bekommen. Wer schlecht Königinnen findet und ein gleiches Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum verwendet, kann die Brutwaben zunächst abstoßen, über Absperrgitter in den Honigraum hängen, und wieder entnehmen, sobald sie gut mit Bienen besetzt sind.

 

Einsatz von Weiselzellen

Die Zugabe einer Königin ist in dieser frühen Phase des Bienenjahres nicht unbedingt notwendig. Befinden sich noch Eier oder jüngste Brut auf den Brutwaben, so können sich die Bienen selbst eine junge Königin ziehen. Allerdings muss man 3 Tage nach der Bildung nachsehen, ob bereits gedeckelte Weiselzellen vorhanden sind. Ist dies der Fall, handelt es sich um sogenannte Notköniginnen, die aus zu alten Larven gezogen wurden. Sie werden entfernt und der Ableger gezielt mit zwei bis drei belarvten Weiselnäpfchen aus einem nachzuchtwürdigen Volk versorgt, wenn keine weiteren offenen Weiselzellen vorhanden sind. Auch angepflegte oder schlupfreife Weiselzellen können gut eingesetzt werden; sie werden vorsichtig an einer Brutwabe befestigt. Hat man bereits geschlüpfte Jungköniginnen zur Verfügung, so können diese nur zugesetzt werden, wenn in den Ablegern keine offene Brut mehr vorhanden ist, da sonst die Annahme gefährdet ist. Sie werden im Zusetzkäfig unter Futterteigverschluss neben oder zwischen Brutwaben gehängt. Danach lässt man den Ableger zehn Tage in Ruhe, um die junge Königin nicht zu gefährden.

 

Neuen Standort nutzen!

Der Brutableger wird im Idealfall mit geschlossenem Flugloch gebildet und an einem eigenen Standort außerhalb des 3 km Flugradius der Wirtschaftsvölker aufgestellt. So bleiben alle Flugbienen im Jungvolk. Um ein Verrutschen und Bewegen der Waben beim Transport zu verhindern, sollte der freie Raum entweder mit Leerrähmchen aufgefüllt, oder die letzten Rähmchen mit Nägeln fixiert werden. Hat man keinen weiteren Standort, so kann man sich mit anderen Imkern zusammen einen suchen und diesen gemeinsam zum Aufstellen von Jungvölkern nutzen. Aber auch das Belassen am Standort der Wirtschaftsvölker ist möglich, wenn man den Ableger mit offenem Flugloch bildet, am Bildungsort stehen lässt, bis der Bienenflug eingestellt ist, und danach auf einen anderen Platz stellt, am besten mit anderer Flugrichtung wie die Wirtschaftsvölker und besser mit beschattetem Flugloch. So finden die abgeflogenen Flugbienen aus den Wirtschaftsvölkern die kleine Einheit nicht wieder, und sie kann sich ungehindert entwickeln. Man muss sich für die Bildung von Brutablegern keine Ablegerkästen anschaffen, da sie rasch zu klein werden, wenn die Jungköniginnen begattet sind und voll in Brut gehen. Spätestens wenn weitere Mittelwände eingehängt werden, muss man das Jungvolk dann in einen normal großen Kasten umquartieren, damit es ungehindert wachsen kann. Zusätzlich ist genügend Raum für Futtertasche oder Futterwaben zur Verfügung, die bei guter Entwicklung und geringer Tracht regelmäßig kontrolliert und evtl. ergänzt werden müssen.

 

Kunstschwarm

Die Kunstschwarmbildung ist erst möglich, wenn Königinnen zur Verfügung stehen, denn hier werden ausschließlich Bienen von verschiedenen Völkern in eine Kunstschwarmkiste gefegt. Dies kann auch gut mit der Honigernte verbunden werden, wenn die Bienen sowieso von den Honigwaben gekehrt werden, und das Absperrgitter verhindert, dass wir die Alt-Königinnen mit abkehren. Nach Eintritt der Weiselunruhe (ein bis zwei Stunden) werden die Königinnen im Zusetzkäfig unter Festverschluss zugehängt. Der Kunstschwarm wird sodann unbedingt kühl, dunkel und ruhig mit offenem Lüftungsgitter in einem Raum aufgestellt (Kellerhaft). In dieser Zeit muss er gefüttert werden, da er nicht wie im Naturschwarm über Futterreserven verfügt. Nach 2 bis 3 Tagen kann er an seinem Aufstellungsplatz in eine Beute eingeschlagen werden, wobei die Königin dann den Futterteigverschluss erhält. Dass dieser Kunstschwarm nur Mittelwände erhält und weiter gefüttert wird, ist Voraussetzung, dass er sich optimal entwickeln kann.

Kontakt zur Autorin: Barbara Bartsch
Staatl. Fachberatung für Bienenzucht in Oberfranken
Bay. Landesanstalt f. Weinbau u. Gartenbau;
Institut f. Bienenkunde und Imkerei
E-Mail: barbara.bartsch@lwg.bayern.de

 

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Quelle:

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~Info-Brief 07-2018

für die 18. KW
04. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Regelmäßige Schwarmkontrolle
  • Schwarmvorbeugung durch Schröpfen
  • Gezielte Aufzucht von Königinnen guter Abstammung

 Am Bienenstand – Mai, Zeit der Vermehrung

Veitshöchheim (jf) Mai = Schwarmzeit. Das Frühjahr ist rasant gestartet – in vielen Regionen wurde im April bereits die 30°C überschritten. Die ersten Völker sind durch den Trachteintrag und die gute Völkerentwicklung in Schwarmstimmung. Eine Schwarmkontrolle in regelmäßigen Abständen (8Tage) ist daher jetzt vonnöten. Der Nektareintrag führt zu einer Verknappung an Leerzellen für die Eiablage. Die Folge ist ein Ungleichgewicht an Jungbienen (Ammenbienen) und offener Brut, was letztendlich zum Schwarmtrieb führt. In einer guten imkerlichen Praxis sollte man diesen Schwarmtrieb jedoch nicht einfach laufen lassen. Jeder Schwarm, der nicht in imkerliche Obhut gelangt, geht früher oder später an Varroa und/oder Futtermangel zugrunde. Eine regelmäßige Schwarmkontrolle und geeignete Maßnahmen zur Schwarmverhinderung sind unerlässlich. Eine bewährte Methode besteht darin, Völkern in Schwarmstimmung einige Brutwaben mit ansitzenden Bienen zu entnehmen und somit den Schwarmtrieb sinnvoll zu nutzen. Zu den Brutwaben werden noch 1-2 Futterwaben gegeben und ggf. noch weitere Bienen aus dem Honigraum dazugestoßen. Es sollte mindestens noch eine Schwarmzelle nicht gedeckelt sein. In der gedeckelten Phase sind die Zellen ab dem zweiten Tag bis zum sechsten Tag stoßempfindlich, das Hantieren damit kann dazu führen, dass die Puppe abrutscht und sich nicht mehr weiterentwickelt. Neben häufig verwendeten Ablegerkästen kann solch ein Ableger auch direkt in eine normale Beute einlogiert werden. Es entfällt dann später das Umsetzen aus dem Ablegerkasten in eine normale Beute. Die Fluglochgröße der Volksstärke anpassen. Die Nutzung der Schwarmzellen zur Ablegerbildung ist zwar sehr einfach und effektiv, allerdings nimmt der Schwarmtrieb von Generation zu Generation zu. Gegebenenfalls deshalb die Schwarmkönigin später im Jahr durch eine selektierte Königin ersetzen.

 

Schwarmvorbeugung und gezielte Königinnenaufzucht

Um die Schwarmstimmung zu reduzieren bietet sich die Entnahme möglichst gedeckelter Brutwaben mit ansitzenden Bienen vor Auftreten des Schwarmtriebes an. Diese werden zu Sammelbrutablegern zusammengestellt, mit Futterwaben versehen und ggf. noch mit Bienen verstärkt. Der Sammelbrutableger zieht sich entweder selber eine Königin oder man gibt bereits Weiselzellen/Schwarmzellen (offen!) mit dazu. Ein solcher Sammelbrutableger kann jedoch auch zur gezielten Aufzucht von Königinnen aus dem besten Volk genutzt werden. Hierzu wird der Sammelbrutableger idealerweise außerhalb des Flugkreises aufgestellt. Nach 9 Tagen werden alle Nachschaffungszellen ausgebrochen. Dazu unbedingt den Großteil der Bienen abstoßen, um jede Nachschaffungszelle zu erkennen. Ein belarvter Zuchtrahmen wird dann in eine freie Wabengasse gehängt.

 

Guten Zuchtstoff auswählen!

Umgelarvt wird von den besten Völkern des Standes. Grundlage für die Auswahl eines Zuchtvolks sollten immer überdurchschnittliche Eigenschaften sein. Dies betrifft die Verhaltenseigenschaften (Sanftmut, Wabensitz, Schwarmtrieb), die Leistung (Honigertrag) aber auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten (Varroose). Sollte man selbst kein entsprechendes Volk am Stand haben, bieten sich die Umlarvtage der Vereine, Lehrbienenstände oder auch Belegstellen an, um gutes Zuchtmaterial zu bekommen. Das Umlarven lässt sich am besten bei den angebotenen Zuchtkursen erlernen. Vielfach wird bei den Umlarvterminen als Service der Zuchtrahmen von erfahrenen Züchtern belarvt. Als Orientierung sollte mindestens die dreifache Menge an Näpfchen belarvt werden, wie später fertige Königinnen benötigt werden.

 

Bildung von Begattungsablegern

10 Tage nach dem Umlarven (= 2 Tage vor dem Schlupftermin) wird der Sammelbrutableger in kleine Begattungsableger aufgeteilt. Hierzu verwendet man die Waben des Sammelbrutablegers und versieht sie jeweils mit einer schlupfreifen Weiselzelle. Die schlupfreifen Weiselzellen werden vorsichtig auf eine Brutwabe gedrückt, die Zelle darf dabei nicht beschädigt werden. Bei Bedarf werden weitere Waben von anderen Wirtschaftsvölkern mitverwendet. Zusätzlich je Begattungseinheit eine Futterwabe hinzuhängen. Geschlüpfte Jungköniginnen werden wenige Tage nach dem Schlupf paarungsreif. Dann versuchen sie bei günstiger und warmer Witterung ihren Hochzeitsflug zu unternehmen. In der Regel finden diese am frühen Nachmittag statt. Die Jungköniginnen können dabei auch mehrmals ausfliegen. Die eigentliche Begattung findet dann im Flug statt. Sie verpaart sich dabei mit ca. 15-25 Drohnen. Diese Mehrfachpaarung verhindert dass Inzucht auftritt. Allerdings bewirkt die Mehrfachpaarung, dass bereits ein Drohn mit schlechten Eigenschaften (z.B. Aggressivität) zur Folge hat, dass das ganze Volk als aggressiv empfunden wird. Deshalb ist die Qualität der Paarung sehr stark von dem Bienenmaterial in Umkreis von ca. 5-7 km abhängig.

 

Drohnen sind wichtig!

Neben der genetischen Qualität spielt bei der Paarung auch die körperliche Qualität der Drohnen eine Rolle, denn bei Schlechtwetterphasen werden Drohnen vom Volk schlechter gepflegt. Dies hat zur Folge, dass sie nicht paarungsfähig sind, obwohl sie das entsprechende Alter haben. Jungköniginnen werden in solchen Phasen deshalb schlechter begattet oder gehen häufiger bei den Begattungsausflügen verloren. Schlecht begattete Königinnen werden oft noch im Herbst vom Volk umgeweiselt. In Jahren mit ungünstiger Witterung und schlechter Tracht zur Paarungszeit sind deshalb die Ausfälle an Königinnen infolge dessen erhöht.

 

Gezielte Anpaarung auf Belegstellen

Sollte eine Standbegattung verstärkt Völker mit unangenehmen Eigenschaften zur Folge haben, dann ist die Anpaarung auf Belegstellen sinnvoll. Belegstellen sind Gebiete mit definiertem Bienenmaterial in der Umgebung. In einigen Bundesländern, wie z.B. in Bayern besteht sogar ein gesetzlicher Schutz für den Belegstellenschutzkreis. Auf den Belegstellen werden Nachkommen von hochwertigen Zuchtvölkern aufgestellt, die als Drohnenlieferanten dienen. Diese Völker werden so geführt, dass sie viele Drohnen aufziehen und von der Honig- und Pollenversorgung auch in der Lage sind, diese optimal zu versorgen. Für die Belegstellenbeschickungen werden die Königinnenzellen in den Pflegevölkern 10 Tage nach dem Umlarven mit Schlüpfkäfigen versehen. Nach dem Schlupf kommen die Jungköniginnen in spezielle Begattungseinheiten (Mehrwabenkästchen oder Einwabenkästchen) die mit drohnenfreien Bienen gebildet wurden, auf die Belegstelle. Die Begattungsvölkchen werden ab dem dritten Tag nach dem Schlupf der Königin aufgestellt und verbleiben in der Regel ca. 14 Tage auf der Belegstelle. Bei günstiger Witterung sind die Jungköniginnen in der Regel in dieser Zeit begattet. Normalerweise werden ca. 80% der aufgestellten Königinnen auf der Belegstelle begattet.

 

Zucht und Selektion

Zur Aufzucht von Königinnen gibt es neben dem Sammelbrutableger noch weitere Methoden, die am besten über einen Zuchtkurs in der Region erlernt werden können. Eine gezielte Aufzucht von Königinnen ermöglicht eine Selektion zu einer vitalen, gesunden, sanftmütigen und leistungsfähigen Biene. Von dieser Selektion profitieren auch alle anderen Bienenstände in der Umgebung, da diese Eigenschaften über die Drohnen weitergegeben werden. Durch eine gezielte Königinnenzucht stehen in der Regel auch genügend Königinnen zur Verfügung um alle Völker, die nicht befriedigen (Eigenschaften, Leistung etc.) umweiseln zu können. Überschüssige Königinnen sind in der Regel auch problemlos bei den Nachbarimkern anzubringen.

Kontakt zum Autor: Johann Fischer
Staatlicher Fachberater für Bienenzucht für den Regierungsbezirk Schwaben
Bay. Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau;
Institut f. Bienenkunde und Imkerei
Höfatsstraße 23-25
87600 Kaufbeuren

 

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Binder: Newsletter April 2018

Liebe Freunde des Angepassten Brutraumes,

nach einem unguten Start für unsere Bienen im Januar (viel zu warm) und den Kälterückschlägen waren Anfang April viele Bienenvölker noch schlecht entwickelt. Etwa ein Drittel der Bestände waren gut, der Rest muss seitdem aufholen. An günstigen Standorten ist seit etwa einer Woche der 1. Honigraum aufgesetzt. Starke Völker tragen jetzt auch schon ein. Es ist zu erwarten dass Bienenstände in höheren Lagen dieses Jahr aufgrund der späteren Vegetation bevorzugt sind.

Videos online

Für alle, die nicht beim letzten Weimarer Bienensymposium waren: Die Videos der Veranstaltung konnten jetzt endlich online gestellt werden. Wir haben die Vorträge von Bernhard Heuvel, Markus Bärmann, Wulf-Ingo Lau, Stephan Scheurer, Reiner Schwarz und Miroslav Sedlaceck aufgezeichnet. Sie können auf der Webseite der Armbruster Imkerschule http://armbruster-imkerschule.de/index.php/texte oder direkt auf you tube angeschaut werden.

Für das 8. Bienensymposium jetzt anmelden

Das 8. Weimarer Bienensymposium findet vom 16. bis 18. November 2018 mit Thomas Seeley in der großen Weimarhalle im Stadtzentrum von Weimar statt. Themen sind Naturwabenbau, die Erneuerung durch den Schwarmtrieb, Entscheidungsvorgänge im Bienenvolk bei der Auswahl der Behausungen, Varroamanagement und neue Aspekte der Völkerführung. Das im Moment veröffentlichte Programm wird im Laufe des Jahres noch ergänzt und erweitert. Bitte meldet Euch jetzt schon an! Für Gruppen ab 20 Personen bieten wir Gruppenkonditionen an. Wer solch eine Gruppe organisieren möchte fordert jetzt bitte die Konditionen an.

Ich habe ein Kontingent von 500 Hotelzimmer vorreserviert, die über folgenden Link gebucht werden können:  https://buchen.thueringen-tourismus.de/wmrbsy/ukv/result?tt=gpd9c2scqp8b1bmvedioa9skv5

Zuchtlehrgang Lutz Eggert

Zuchtlehrgang mit Lutz Eggert vom 15. bis 17. Juni in Jena. Lutz Eggert, ein begnadeter Züchter, führt uns in die Kunst der Kreuzungszucht ein. Neben praktischen Übungen und Vorführungen wie Begattungseinheiten und Pflegevölker verschiedener Größe funktional erstellt werden erhalten wir Einblick in die wirklich professionelle Zuchtarbeit. Wir nehmen nur noch 14 weitere Teilnehmer in die Veranstaltung mit rein. Bitte jetzt anmelden. Das genaue Programm folgt.

Kultur-Studienfahrt Albanien: Letzt Möglichkeit zur Anmeldung

Die Albanien Kultur-Studienreise ist fast ausgebucht. Die Teilnehmerliste wird am 1. Mai geschlossen. Bis dahin sind noch Anmeldungen möglich.

Die nächste Ausgabe von Imkern heute

In den nächsten Tagen erscheint die nächste Ausgabe von Imkern Heute. Die Zeitung kann hier abonniert werden: Reinhard Wernbacher (E-Mail) office@meinesteirische.at Das Deutsche Bienenjournal veröffentlicht weder meine Honigpreisberechnung noch meinen aktuellen Artikel zum Beutenkäfer. In Imkern Heute erscheinen beide Artikel.

Bienenvölker noch verfügbar

Jungvölker Dadant mod: Wir können Angang Mai noch 30 Jungvölker in Ablegerkästen abgeben. Sie sind Öko-zertifiziert, Mittelwände aus Biolandwachs. Stück 225 Euro incl Ablegerbox aus Holz. Bestellung bitte über den Shop von www.honigmanufaktur.com

Volle Honigtöpfe wünscht
Jürgen Binder