~Info-Brief 05-2018

für die 16. KW
20. April 2018

Was zu tun ist:

  • Völkerkontrolle
  • Futterwaben entfernen
  • Raum geben
  • Drohenrahmen einsetzen
  • Wanderung vorbereiten
  • Schwarmkontrollen

Am Bienenstand

Stuttgart (tk) Achtung Explosionsgefahr! Die Vegetation wurde dieses Jahr durch die Witterung immer wieder ausgebremst – ebenso erging es unseren Bienenvölkern.

Hier im Süden explodiert gerade die Blüte – alles blüht nahezu auf einmal. Die Kirschblüte fällt fast komplett mit der Birnen- und Apfelblüte zusammen und der Raps gesellt sich seit ein paar Tagen auch dazu. Die für die nächsten Tage angesagten hohen Temperaturen werden diesen Vorgang zusätzlich beschleunigen.

Viele Völker hinken mit ihrer Entwicklung leider deutlich hinterher und werden wohl erst in den kommenden Tagen ebenfalls explodieren – da dürfte es an manchem Standort aber schon zu spät für ein gutes Sammelergebnis sein.

 

Drohnenrahmen

In anderen Jahren konnte man den Baurahmen schon im März problemlos geben – dieses Jahr war dies erst Wochen später der Fall. Den Baurahmen platziert man niemals im Brutnest, aber auch nicht ganz außen an der Zarge. Der ideale Platz ist am Rand des Brutnestes. Im Brutnest kann diese Störung bei ungünstiger Witterung zu Schäden in der Entwicklung des Volkes führen, und oder es wird Mischbau angelegt (d.h. Arbeiter- und Drohnenbrut durcheinander). Bewährt hat sich die „Position 2“ – neben der äußersten Wabe (Randwabe).

 

Warum sollte man unbedingt mit Baurahmen imkern?

Der Baurahmen erfüllt verschiedene Zwecke: Zum einen ist er ein guter Indikator, wie es dem Volk geht. Wird der Drohnenrahmen zügig und zusammenhängend ausgebaut ist alles in Ordnung und weitere Eingriffe ins Volk können vorgenommen werden – zum Beispiel die Erweiterung mit dem Honigraum. Der Baurahmen wird auch oft als Schwarmbarometer bezeichnet, da an ihm bevorzugt Schwarmzellen gebaut werden, sobald das Volk in Schwarmstimmung gerät. Weiterhin ermöglicht man den Bienen ihren Bautrieb zu befriedigen und vermeidet, dass die Bienen sich ihren Drohnenbau an unerwünschten Stellen errichten. Das kann Wildbau im Boden sein, oder auch in Form von umgebauten Arbeiterinnenzellen auf den Wabenflächen sein – beides erschwert die Arbeit für den Imker / die Imkerin.

Als Varroa-Falle hat sich der Baurahmen ebenfalls bewährt. Drohnenbrut ist für Varroa-Milben deutlich attraktiver als Arbeiterinnenbrut und wird daher bevorzugt zur Vermehrung aufgesucht. Der Drohnenrahmen kann daher auch sehr gut zur Befallsdiagnose genutzt werden, indem man den reifen Drohnenrahmen „köpft“. Dazu schneidet man die Zelldeckel mit einem langen Messer ab und klopft die Puppen, die möglichst das Rotaugenstadium erreicht haben sollten, aus den Waben auf eine helle Unterlage. Die Milben sind auf den weißen Puppen gut zu erkennen. Durch die Entnahme der verdeckelten Drohnenbrut lässt sich die Varroapopulation reduzieren, was sich in einem niedrigeren Befall im Spätsommer auswirkt. Diese Maßnahme ist besonders bei Völkern mit erhöhtem Befall dringend anzuraten und auch für Imker, die späte Trachten (z.B. Tannen- oder Heidetracht) nutzen wollen. Zurzeit schreitet die Entwicklung der Bienenvölker weitaus rascher voran als die der Varroamilben. Völker, die es bisher geschafft haben, kommen auch jetzt problemlos mit der Milbe zurecht. Diese Situation kann aber bei stärker befallenen Völkern bereits im Juni kippen und zwingt dann zum Eingreifen in Form einer Notbehandlung während der Tracht! Nutzen Sie daher die Möglichkeit den Milbendruck durch die Drohnenentnahme zu reduzieren! Weitere Vorteile der Drohnenbrut-Entnahme sind eine Dämpfung des Schwarmtriebs und die Gewinnung von unbelastetem Bienenwachs.

 

Wohin mit der Drohnenbrut?

Ja, dieser Frage muss man sich stellen und hierfür eine praktikable und sinnvolle Antwort finden. Da in jeder Imkerei die Voraussetzungen unterschiedlich sind, gibt es keine Patentlösung. Diese proteinreiche Biomasse einfach in den Müll zu werfen, mag für den ein oder anderen die einzig praktikable Lösung sein, wobei diese sicherlich nicht die Beste ist. Wer die Möglichkeit hat, kann die Drohnen selbst verfüttern (Bienen dürfen nicht dran kommen) oder jemandem abgeben, der dafür Verwendung hat (Tierhalter, Tierhandlung, Reptilienzüchter, Angler, Zoo usw.). Wer will kann die Drohnen auch für sich selbst als Leckerbissen zubereiten – schmeckt wirklich gut, wenn richtig zubereitet und man sich nicht scheut, das auszuprobieren.

Zur Wachsgewinnung wird die Drohnenbrut entweder in einen Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer gegeben. Beide Geräte haben wie immer Vor und Nachteile. Mit einem strom- bzw. gasfressenden Gerät sind größere Mengen schneller zu verarbeiten, was besonders bei der verderblichen Drohnenbrut von Vorteil ist. Der Sonnenwachsschmelzer kostet bei der Anschaffung, später im Betrieb aber nichts mehr. Spielt die Sonne nicht mit, kann das aber auch eine muffige Angelegenheit werden. Aus ethischen Gründen sollte bitte darauf geachtet werden, dass man dieses „ungeborene Leben“ nicht unnötig leiden lässt (schnell verwerten!). „Vergessene“ Drohnenwaben verströmen nach kurzer Zeit einen unangenehmen Aasgeruch und in geschlossenen Behältern kann es zu einer weiteren Explosion kommen, die im Gegensatz zu den eingangs erwähnten sehr unangenehm ist!

Kontakt zum Autor:
Thomas Kustermann
Ruppmannstr. 21
70562 Stuttgart
Telefon: 0711 90413307
E-Mail: thomas.kustermann@rps.bwl.de

 

Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen. Fachzentrum Bienen und Imkerei
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Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_05.pdf

Imkerstammtisch im April 2018

Imkerstammtisch im April 2018

Wie schon zur Tradition geworden, wurde unser Imkerstammtisch am 13. April 2018 von unseren Imkern gut besucht. Treffpunkt war dieses Mal die Waldherberge & Gasthaus „Drei Tannen“ in der Jugendherberge Langenwetzendorf. Freunde und zukünftige Imker  fanden auch den Weg zur Jugendherberge, um Näheres über die Imkerei zu erfahren. Der Höhepunkt des Abends, ein Film über die Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ machte uns betroffen. Der Aufwand für Imker und Tierarzt ist doch beträchtlich. Immerhin müssen bei solchen Verdachtsmomenten alle Völker eines Standes untersucht werden und auch die Bienenvölker, die in Reichweite (ca 3-5 km)  stehen, müssen sich dieser Prozedur unterziehen.
Ansonsten gab es wieder viele Anregungen für junge Imker und für die Neulinge. Der lange Winter mit seinen Wetterkapriolen war Gesprächsstoff und vor allem wieviel Bienenvölker jetzt in die Saison starten können.

Abgucken erlaubt

Ein Imkerfreund gab der Runde gute Informationen, auch über den „Tellerrand“ zu schauen und bot die Monatsbetrachtungen des Imkermeisters Jürgen Binder an. Diese Monatsbetrachtungen sind über den Link oben nachzulesen.

Was kann oder sollte der Imker jetzt unternehmen bzw. unterlassen um den Bienen einen möglichst guten Start zu geben, welche Störungen sind zu unterlassen?
Unser Verein verfügt über Imkererfahrungen von über einem halben Jahrhundert. Ältere Imker, die bereits 60 Jahre imkern, berichten aus Ihrem Erfahrungsschatz und geben unseren Jungimkern Hilfestellung bei den Anfängen der Bienenhaltung.

Auch ein Dankeschön an das Team der Waldherberge & Gasthaus „Drei Tannen“ in der Jugendherberge Langenwetzendorf. Die Versorgung war tadellos, Essen und Trinken war ein Gaumenschmaus.

Imkerverein

Monatsbetrachtungen Feb-April 2018 (Jürgen Binder)

Monatsbetrachtungen von Febbruar bis April 2018

Lesen Sie hier Monatsbetrachtungen (Ratschläge und Tipps) rund um die Bienenhaltung. Jürgen Binder, erfahrener Imkermeister, führt einen Imkereibetrieb mit 100 bis 200 Völkern.
Hier spricht der Praktiker ( www.armbruster-imkerschule.de )


Öffnen Sie die nachfolgenden Links und es erscheinen die Inhalte der PDF- Dateien „Monatsbetrachtungen“

Februar 2018 – Jürgen Binder – Gut Imkern im Angepassten Brutraum
Monatsbetrachtungen

März 2018 – Jürgen Binder –  Die Durchlenzung im März – aus alt mach jung

April 2018 – Jürgen BInder – Brutentwicklung, Hatte das Volk zu wenig Futter? Energiehaushalt

~Erhebung zu Bienenverlusten 2017/2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach den ersten schönen Flugtagen wollen wir wieder unsere jährliche Erhebung zur Überwinterung der Bienenvölker starten.
Sollten Sie bereits einen Überblick über das Geschehen an Ihrem Stand/an Ihren Bienenständen haben, würden wir uns freuen, wenn Sie wieder unsere anonyme bundesweite Erhebung beantworten würden.
Damit können wir dann das Ausmaß der Verluste abschätzen, regionale Unterschiede herausarbeiten und mögliche Ursachen eingrenzen.

Die Ergebnisse werden wir dann wie gewohnt u.a. im Infobrief Bienen@Imkerei  veröffentlichen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

hier geht es zur Umfrage:

https://www.onlineumfragen.com/login.cfm?umfrage=84063

~Info-Brief 04-2018

Info-Brief 4-2018
für die 14. und 15. KW
06.April 2018

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle
  • Tote Völker analysieren
  • Futterkontrolle
  • Bodeneinlage kontrollieren
  • rechtzeitig den Baurahmen geben
  • Rähmchen und Zargen herrichten
  • Kontakte zu Landwirten suchen

 Am Bienenstand

Münster (mh) So langsam nimmt die Natur wieder Fahrt auf, Flora und Fauna erwachen und unsere Bienen tragen fleißig Pollen ein. Die warmen Temperaturen sorgen jetzt für eine gute Volksentwicklung. Auch wenn die Nächte teils noch sehr kühl sind, so ist tagsüber doch allerorten gutes Flugwetter für die Honigbienen. Bei uns stehen jetzt schon viele Obstgehölze in den Startlöchern. Der Tisch für unsere Bienen wird also in den nächsten Wochen reich gedeckt. Die meisten Völker sind noch nicht so weit. Der Imker sollte jetzt abwarten und die Völker soweit versorgen, dass sie sich gut entwickeln können. Platz zum Brüten muss sein, Futtervorräte sollten kontrolliert werden. Eng sollten die Bienen sitzen, damit sie in den kalten Nächten nicht zu viel heizen müssen und die Brut geschützt sein kann.

 

Bienenschutz im Pflanzenschutz

Mit Beginn der Obst- und Rapsblüte wird auch das Thema Pflanzenschutz aktuell. Die Bienenschutzverordnung schreibt vor, dass keine bienengefährlichen Mittel in die Blüte gespritzt werden dürfen (B1 Auflage). Ferner dürfen bienengefährliche Pflanzenschutzmittel in einem Umkreis von 60 m um einen Bienenstand innerhalb des täglichen Bienenflugs nur mit Zustimmung des Imkers ausgebracht werden. Dies trifft z.B. zu, wenn B1-Mittel auf einem Getreidebestand ausgebracht werden sollen. Nur Mittel, die eine Einstufung als B4-Mittel (bienenungefährlich) erhalten haben, dürfen in die Blüte gespritzt werden. Hier raten alle Pflanzenschutzdienste die Landwirte, auch solche Mittel in den Abendstunden auszubringen. Auch wenn dies arbeitstechnisch nicht immer möglich ist, soll so die Kontamination des Honigs mit diesen Wirkstoffen vermindert werden.

 

Pflanzenschutzmitteleinsatz im Raps

Im Raps werden Mittel zur Pilzbekämpfung eingesetzt, aber auch Insektizide. Eine Spritzung während des Bienenflugs in die offene Blüte ist nur mit B4-Mitteln (bienenungefährlich) erlaubt.

Manche Mittel oder Mittelkombinationen (Tankmischungen) dürfen nur abends nach Beendigung des Bienenfluges ausgebracht werden (B2-Auflage). Diese Spritzungen müssen bis 23:00 Uhr (MEZ) beendet sein, damit Bienen, wenn sie früh morgens wieder auf Trachtflug gehen, nicht mehr mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.

Saatgutbeizen oder andere Mittel, die direkt in den Boden eingelagert werden und somit bei sachgerechter Anwendung nicht mit Bienen in Berührung kommen können, tragen die Auflage B3-nicht bienengefährlich.

 

Was tun bei Schäden?

Wer an seinen Völkern Schäden feststellt, sollte unverzüglich Proben sichern und an das Institut für Bienenschutz am JKI in Braunschweig schicken. Hinweise für die Probennahme sind auf der Internetseite des JKIs abrufbar: www.bienen.jki.bund.de. Für die Probennahme sind Zeugen (u.a. Pflanzenschutzberater, Bienensachverständige) erforderlich. Wir empfehlen in begründeten Verdachtsfällen immer den Pflanzenschutzdienst des jeweiligen Bundeslandes hinzuzuziehen. Auskunft geben hier die Bieneninstitute.

 

Mit den Landwirten ins Gespräch kommen

Wer mit seinen Bienen wandert oder an landwirtschaftlich genutzten Flächen steht, sollte Kontakt zum Landwirt suchen und mit ihm absprechen, welche Maßnahmen geplant sind und wie der Bienenschutz ausreichend gesichert sein kann. Die Landwirte werden regelmäßig im sachgemäßen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln geschult, dabei steht der Bienenschutz auch im Mittelpunkt. Das Gespräch bringt oft Verständnis für die wechselseitigen Positionen und kann viel nachträglichen Ärger vermeiden.

Kontakt zur Autorin:
Dr. Marika Harz
Landwirtschaftskammer NRW
Bienenkunde
Nevinghoff 40
48147 Münster
Telefon 49 (0)251 2376 663
marika.harz@lwk.nrw.de
www.apis-ev.de

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Varroawetter
www.varroawetter.de

~Info-Brief 03-2018

für die 13. und 14 KW
März 2018

Was zu tun ist:

  • Mäusegitter entfernen, sofern noch nicht geschehen
  • Bodenschieber einlegen bzw. reinigen
  • Frühjahrsdurchsicht vorbereiten und planen
  • Stockkarte bereit halten / sichten
  • Baurahmen, erste Mittelwände und Erweiterungszargen richten

 

Aktuelles

Frühjahrsdurchsicht Freiburg (bbk) Sicherlich haben Sie schon im Februar Ihre Völker kurz von außen kontrolliert und dabei ihre Völker von hinten angehoben und getestet, ob sie noch ausreichend schwer sind (Futtervorrat)?! Der Bodenschieber gibt ebenfalls eine brauchbare Diagnosemöglichkeit. Man erkennt dabei leicht die Anzahl besetzter Wabengassen, den Bienensitz u.a.m.. Pollensammlerinnen am Flugloch und Schwitzwasser unter der Abdeckfolie deuten Bruttätigkeit an. Besonders schwere oder sehr leichte Völker und Völker, deren „Bodenschieberbild“ Auffälligkeiten aufwiesen, merkten Sie sich für eine spätere Kontrolle vor.

Frühjahrsrevision – gründliche Durchsicht, Gesundheitscheck und Völkereinteilung

An einem sonnigen und milden Tag, bei regem Flugbetrieb, ist eine gründliche Frühjahrsdurchsicht möglich. Sie gibt Ihnen erste und sehr wichtige Hinweise für die gesamte Bienensaison. Bitte bedenken Sie jedoch, dass diese Kontrolle nicht bedeutet, dass jede Wabe zu ziehen und lange anzusehen ist! Arbeiten Sie zügig, aber mit Bedacht; schließlich ist auch an einem schönen Frühlingstag die Außentemperatur immer noch deutlich kühler als im Brutnest! Handeln Sie daher nach dem Motto: „Vor Beginn, dich besinn‘“; gehen Sie gut vorbereitet und planvoll vor und dokumentieren Sie die Kontrolle in der Stockkarte.

Das sollte man erkunden:

  • Futtervorrat,
  • Volksstärke (belagerte Waben/ Wabengassen
  • Brutwabenanzahl und Brutstadien
  • Auffälligkeiten auf Brutwaben
  • Totenfall
  • Gesundheitszustand.

Benötigt wird je Volk:

  • Ein Leerrähmchen (Baurahmen)
  • ein bis zwei helle unbebrütete Waben und/ oder Mittelwände

Zusätzlich:

  • Eine Leerzarge mit Boden und Deckel (für überschüssige Futterwaben)
  • eine Kelle o.ä. zum Entfernen von Totenfall
  • eine gekröpfte Pinzette
  • eine kleine, lichtstarke LED-Taschen -lampe
  • eventuell eine Lupe
  • das Stockkartenbuch
  • Stift und Kreide für kurze Notizen auf dem Kasten
  • ansonsten praktiziertes Gehirnjogging: Man übe sich darin, sich zu merken, was man je Zarge gesehen und im Kopf addiert hat und notiere das anschließend auf der Stockkarte…

Das sollte „nebenbei“ noch erledigt werden:

  • Totenfall entfernen
  • Bodenschieber reinigen
  • Brutsitzkorrektur*
  • Bei Mangel: Futterwaben* zugeben oder falls Vorrat ausreichend** (voll verdeckelte) Futterwaben gegen Mittelwände oder helle Waben ersetzen
  • (Weiteren) Baurahmen geben

*falls nötig

** Vorratsmenge muss bis mind. Ende April reichen(!) = mind. 6 kg = mind. 3 volle Futterwaben bzw. entsprechend dicke Futterkränze

Korrekturen erforderlich?

Das Brutnest bleibt im März unangetastet, so dass man insbesondere im zeitigen Frühjahr vermeidet, den Wärmehaushalt zu stören. Brut- oder Pollenwaben hängt man daher nicht um, an einen, aus Imkersicht, vermeintlich besseren Platz!

Ausnahme Brutsitzkorrektur: Sofern das Brutnest deutlich an der Seite sitzt, entnimmt man an der nicht bienenbesetzten Seite zwei bis drei Waben, rückt den Brutblock in die Mitte und hängt die entnommenen Waben auf die andere Seite. Pollenwaben müssen immer am Rand des Brutnestes bleiben, denn sie sind die kostbaren frischen Eiweißvorräte („Hüllwaben“)

Baurahmengabe: Sofern es in den Folgetagen kalt bleiben sollte und Sie erstmals einen Baurahmen einhängen, sollten sie diesen NICHT zwischen die Pollen- und nächste Brutwabe hängen, sondern zum Rand hin, zwischen der Pollen- und der nächsten Randwabe. Grund: Wegen des leeren Rähmchens benötigt das Volk ungleich mehr Bienen um den Wärmehaushalt auf der Brutwabe aufrecht zu halten. Positiver Nebeneffekt: Sobald im Leerrähmchen gebaut wird, also Drohnenbau entsteht, wird unweigerlich die Pollenwabe leer gefressen und diese zur Brutwabe umgestaltet. Die an der Drohnenbrutwabe befindliche Rand- wird dann zur Pollenwabe, so lässt sich das Brutnest einfach ausweiten. Falls das Volk schon das erste Baurähmchen zur Drohnenwabe ausgebaut hat, es also schon warm genug ist und / oder das Volk entsprechend stark, kann man bedenkenlos den zweiten Baurahmen zwischen einer Brut- und Pollenwabe einhängen, weil dann genügen Bienenmasse bzw. Wärme vorhanden ist.

Futtervorrat knapp? Fehlt dem Volk der Mindestvorrat von aktuell noch benötigten 6 kg und ist dies auch nicht in Futterkränzen vorhanden, hängt man von besser bevorrateten Völkern Futterwaben um.

Futterwaben entnehmen? Außer wenn man Platz benötigt zur Baurahmengabe, belässt man jetzt noch alle Vorräte. Momentan werden sowieso erst nur die Winter- gegen Frühjahrsbienen „ausgetauscht“. Die Völker wachsen noch nicht wirklich und benötigen seltenst jetzt schon Platz im Brutraum. Erst wenn mehrfach eine Nettozunahme ersichtlich ist, d.h. mehr Nektar eingetragen wird, als das Volk verbraucht (siehe Trachtnet: Zunahmen?) wird man überschüssige und dann die schwersten und voll verdeckelten Futterwaben entnehmen und gegen Mittelwände oder helle Waben austauschen. Das ist selten vor Mitte April. i.d.R. erst Ende April. Nur bei Völkern, die deutlich mehr als 6 kg Futtervorrat aufweisen, kann man jetzt schon den Überschuss entnehmen. Entnommene gedeckelte Futterwaben lagert man trocken und vor Wachsmotten geschützt, bspw. für die Ablegerbildung ein.

Volksstärke – Einschätzung der Entwicklung und Erleichterung der weiteren Arbeiten Durch die Ermittlung der Volksstärke lässt sich recht gut die weitere Entwicklung der Völker abschätzen und auch die weiteren Arbeitsschritte davon ableiten.

Sehr starke, vorausseilende Völker (Kategorie 4) belagern ca. 15 – 20 Waben und haben schon 10 – 12 Brutwaben. Bei diesen können Futter und Platz schnell knapp werden. Solche Völker muss man hinsichtlich des frühem Schwarmtriebs gut im Auge behalten und ggf. frühzeitig, bei ersten Anzeichen (Spielnäpfchen) bereits ein- bis zwei Brutwaben entnehmen (schröpfen).

Starke bis mittelstarke Völker (Kategorie 3 =Honigertragsvölker) sitzen auf 12 – 15 Waben und haben ca. 6 – 10 Brutwaben. Sobald merklich und dauerhaft Nektar eingetragen wird, entnehmen Sie den Futterüberschuss und schaffen Platz, belassen, jedoch immer einen Mindestvorrat von zwei vollen Futterwaben! Diese Völker sind am unproblematischsten und die „Leistungsträger“. Sie sollte man i.d.R. nicht schröpfen, auch nicht in der Schwarmzeit, sondern durch Raumgabe (im Brut- und Honigraum) während Schwarmzeit führen. Nur bei deutlichen Schwarmanzeichen (verdeckelte Schwarm- oder mit Larven versehenen Zellen) kann man mit dem Zwischenableger-Verfahren den Schwarmtrieb leicht und wirksam kanalisieren.

Schwächere, gesunde Völker (Kategorie 2): Sie belagern lediglich 8 – 12 Waben und weisen 4 – 6 Waben Brut auf. Sie werden für die Frühtracht nicht rechtzeitig honigraumreif und hinken den o.g. Völkern ständig hinterher. Entweder wurden sie zu schwach eingewintert oder hatten im vorigen Spätherbst noch ein Milbenproblem. Der Honigertrag ist gering, der Aufwand, sie so zu „päppeln“, damit man etwas Honig erhält, ist sehr hoch! Was damit tun? Sofern sie eine von zwei Zargen nicht belagern, kann man den unbesetzten einen Raum entfernen, bevorzugt den unteren, ältesten. Möglicherweise macht es auch noch Sinn, zwei ähnlich schwache miteinander zu vereinigen und zwar durch einfaches Übereinandersetzen. Aber auch das ergibt letztlich nur gerade so eben ein knapp mittelstarkes Volk. Ich empfehle, diesen Völkern einfach nur Raum zu geben und sie bis Mitte Mai auf zwei Räumen sich entwickeln zu lassen. Das geht ohne weiteres Zutun; Schwarmgefahr besteht jedenfalls nicht. Bis dahin haben sie dann doch so in etwa die Volkstärke, wie die Völker Kategorie 4, acht Wochen davor (s.o.). Mitte Mai sind es dann jene Völker, die man dann auf einmal oder in zwei Etappen (mit 3 bis 4 Wochen Abstand) zu 5 bis 7 Ablegern komplett aufteilt. Letztlich bringen diese Völker dann sogar einen höheren „Ertrag“, in Form von Jungvölkern, als die Honigertragsvölker. Letztere kann man dann, ohne zwingend schröpfen zu müssen (Ablegerbildung > Bestandsverjüngung!) und ohne Leistungseinbuße führen.

Eines muss man jedoch beachten: Die Königinnen dürfen nicht aus diesem Genpool, sondern sollten unbedingt von den besten und vitalsten Völkern stammen, sonst hat man langfristig immer schlechtere Völker!

„Kümmerlinge“ (Kategorie 1) belagern zur Frühjahrskontrolle nur 3 – 4 Waben und haben lediglich 2 bis 3 Brutwaben oder weniger. Diese Völkchen sind kritisch zu sichten, meist haben sie einen „Knacks“ und sind oft gesundheitlich angeschlagen. Sofern man eindeutige Krankheitsanzeichen erkennt, sind diese Völkchen auf jeden Fall abzutöten und keinesfalls darf man Waben oder Bienen in andere Völker bringen. Nur wenn diese Völkchen eindeutig gesund sind, der Grund der Volksschwäche sicher erklärbar ist und das Problem früh (Anfang März) erkannt wird, macht es eventuell Sinn, ein solches Völkchen für etwa 3 Wochen einem Volk der Kategorie 4 über Absperrgitter aufzusetzen. Effekt: Die Bienen des starken Volkes helfen der Königin des Schwächlings ein größeres Brutnest anzulegen. Wenn man dann das Volk nach o.g. Zeit auf dem Platz stehen lässt und stattdessen das starke Volk auf einen andern Platz des Standes verstellt, bekommt das ehemals schwächliche Volk zusätzlich die Flugbienen des Starken und entwickelt sich wenigstens zu einem mittelstarken Volk, sofern die Königin vital und jung ist. („Aumeier-LiebigMethode“).

Weiterer Nebeneffekt: Das „überstarke“ Volk wird früh und deutlich geschröpft, wird auch eher zum mittelstarken Volk „degradieren“. So hat man mit diesem keine Schwarmprobleme mehr (Demarée-Methode). Vorausgesetzt, es sind keine Krankheitsanzeichen vorhanden, ist es allerdings deutlich weniger aufwändig und vom Ergebnis her sicherer, die Brutwaben auf die mittelstarken Völker zu verteilen und die Bienen dem Nachbarvolk zulaufen zu lassen.

Weitere Informationen finden Sie in der Schulungsmappe „Grundwissen für Imker“ 03-03-01 „Wenn am Bienenstand das Leben erwacht!“ und 03-03- 02 „Bevor das Volk aus allen Nähten platzt“

Kontakt zum Autor: Bruno.Binder-Koellhofer@rpf.bwl.de

Weihnachtsfeier 2017

Gemütlicher und lehrreicher Jahresabschluss weckte Vorfreude aufs neue Imkerjahr

Die traditionelle Weihnachtsfeier des Vereins mit Kaffee, Stollen und Plätzchen fand dieses Mal in der Gaststätte „Zur Rotbuche“ in Hohenölsen statt, die damit voll besetzt war. Denn nicht nur Mitglieder waren anwesend, sondern auch Familienangehörige, die meist großen Anteil an der Imkerei haben. Für alle war es eine schöne Gelegenheit, sich über das vergangene Imkerjahr auszutauschen, über Erfolge oder Misserfolge zu berichten, Ratschläge zu geben oder einzuholen. Ein ganz besonderes Highlight war der Vortrag von Lutz Eggert, Bienenzüchter aus Jena. Ihn hatte die Vorsitzende Laura Dunse eingeladen und ihn gebeten über seine Arbeit zu berichten. Das tat er mit viel Humor, fundiertem Wissen und interessantem Material. Alles in allem war es ein gemütlicher und lehrreicher Jahresabschluss, der Vorfreude aufs neue Imkerjahr weckte.

Antje Dunse

~Info-Brief 01-2018

3. KW
19. Jan. 2018

Was zu tun ist:

  • Bienenstand kontrollieren
  • Wachs und Honig verarbeiten
  • Imkerliche Fortbildung nutzen

Am Bienenstand

Münster – (mh) Das neue Jahr hat begonnen und wir möchten Ihnen zunächst alles Gute für 2018 und eine erfolgreiche Bienenhaltung wünschen.

Am Bienenstand herrscht derzeit immer noch Ruhe, es wird allerdings nicht mehr lange dauern bis man an den ersten wärmeren Tagen auch die ersten Reinigungsflüge beobachten kann. Aufgrund der doch milden Temperaturen sieht man im Münsterland sogar schon die Blütenstände der Haselnuss. Was uns das Bienenjahr imkerlich bringen wird, ist ungewiss. Sie können sich aber sicher sein, dass wir Ihnen als Bieneninstitute auch in diesem Jahr über unsere Beiträge im Infobrief Fachinformationen zu ausgewählten Themen der Imkerei bereitstellen. Wir wollen Sie umfassend sachlich und fachlich informieren.

Die imkerlichen Außenarbeiten beschränken sich derzeit auf eine regelmäßige Standkontrolle, die Winterbehandlung gegen Varroose sollte längst abgeschlossen sein, es ist aber durchaus interessant bis zu drei Wochen nach der Behandlung den Milbenfall zu zählen. Die höchste Wirkung von Oxalsäuredihydrat ist etwa bei 14 Tagen nach der Applikation der Säure zu verzeichnen, Sie können also davon ausgehen, dass nach 21 Tagen bis zu 95% der auf den Bienenverbliebenen Milben gefallen sind. Auch dieser Wert gibt Ihnen Aufschluss über die Anzahl an Milben, die sich potentiell noch in Ihren Völkern befinden. Manch ein Imker wird sich erschrecken über die relativ hohe Anzahl gefallener Milben. Eine hohe Milbenbelastung kann im Herbst besonders in Gebieten mit hoher Bienendichte durch Reinvasion ausgelöst worden sein.

In den letzten Wochen erreichen uns vermehrt Anfragen zur Wirksamkeit von Oxalsäuredihydrat in der Herbst/Winterbehandlung bei durchbrütenden Völkern. Da es sich in der Regel um sehr kleine Brutflächen handelt, ist trotz vorhandener Brut immer noch eine ausreichende Wirksamkeit gegeben. Hier ist es wichtig, den Varroadruck von den Winterbienen zu nehmen. Es ist also ratsam trotzdem zu behandeln und eine leichte Reduzierung der Wirkung in Kauf zu nehmen.

In dieser Woche ist eine vielbeachtete Veröffentlichung der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim erschienen www.nature.com/ .Es wird darin ein neuer hocheffektiver, varroazider Wirkstoff beschrieben, der in Laborversuchen und Freilandversuchen mit Kunstschwärmen vielversprechende Ergebnisse erzielt hat. Bei aller Euphorie über diese guten Ergebnisse, ist der Weg bis zur Praxisreife und einer anschließenden Zulassung aber noch lang. Wir müssen davon abraten, diese Stoffe in Eigenregie auszuprobieren. Wenn sich die Ergebnisse in Feldversuchen wiederholen lassen, sind sehr gute Voraussetzungen für breitere Behandlungswege mit diesem neuen Wirkstoff gegeben.

Kontakt zur Autorin:

Dr. Marika Harz
Landwirtschaftskammer NRW
Bienenkunde Nevinghoff 40
48147 Münster
Telefon 49 (0)251 2376 663
E-Mail: marika.harz@lwk.nrw.de
www.apis-ev.de

 Interessante und hilfreiche Links
Varroawetter
 Varroabehandlung im Winter
Amerikanische Faulbrut (Ausbrüche und Sperrgebiete)

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Quelle: http://bienenkunde.rlp.de/I

Standortfragen

Einleitung:

Um sich mit den Bienen vertraut zu machen und erste Erfahrungen mit ihnen zu sammeln, ist für den Anfang ein fester Standort empfehlenswert. Dieser Standort muss sehr sorgsam ausgewählt werden: Er hat großen Einfluss auf den Erfolg der Bienenhaltung. Wird nur mit 1 oder 2 Magazinbeuten begonnen, so lassen sich Aufstellungsfehler im Nachhinein natürlich leicht korrigieren. Problematischer wird es, wenn ein fester Bienenstand oder ein Bienenhaus geplant und realisiert werden soll.

 

Gesetzliche Bestimmungen:

Die Bienenhaltung ist in den meisten Gebieten prinzipiell möglich, doch müssen lokale Besonderheiten beachtet werden.

In Thüringen ist die Bienenhaltung grundsätzlich überall erlaubt. Prinzipiell können Bienenvölker überall aufgestellt werde, sofern die Rechte anderer Grundstückseigentümer und Nachbarn gewahrt bleiben.

Eine neu beginnende Bienenhaltung ist der Thüringer Tierseuchenkasse in Weimar (vergibt Tierseuchenkassen-Nummer) und dem zuständigen Landwirtschaftsamt (vergibt Personen-Ident-Nummer) mitzuteilen.

Am besten, der Neuimker wendet sich an den Vorsitzenden des örtlichen Imkervereins, der ihn sicher gern bei diesen und den folgenden Fragen unterstützen wird.

 

Ungünstige Standorte:

Die Bienen sollten nicht in der Nähe von Großviehanlagen oder Stallungen (Pferde, Rinder, Schweine) auch nicht in der Nähe von Pferdekoppeln aufgestellt werden. Die Ausscheidungen der Tiere erhöhen die Stechlust der Bienen.

Ungünstig ist auch die Nachbarschaft eines Industriegebietes mit giftigen Abgasen, sie verursachen Bienenverluste.

Auch sollte man wegen der ständig vorhandenen Stechgefahr Orte meiden, an denen sich regelmäßig viele Menschen aufhalten (Kindergärten, Schulen Sportplätze, Altersheime, Krankenhäuser).

Zur Zeit des Reinigungsfluges im Frühjahr führen die Verunreinigungen, die die Bienen hervorrufen, bei Autolackierereien, Wäschereien oder ähnlichen Einrichtungen zu Problemen.

Am Standort sollte es keine unregelmäßigen starken Erschütterungen (z. B. in der Nähe eines Steinbruches oder einer Schrottverwertungsstelle) geben, damit die Bienen nicht in der Winterruhe gestört werden.

 

(Micro-) Klimatische Verhältnisse:

An Standorten, an denen sich leicht Kaltluft ansammelt und Nebel entstehen (z. B. in Geländemulden) oder ständig starke Winde wehen (z. B. Höhenlagen), wird die Bienenhaltung stark beeinträchtigt. Ungünstige klimatische Verhältnisse hemmen besonders die Frühjahrsentwicklung der Bienenvölker und beeinträchtigen damit Leistung und Ertrag. Außerdem begünstigen sie Krankheiten.

 

Nahrungsangebot:

Eine wichtige Voraussetzung für die Bienenhaltung ist eine ausreichende Nahrungsgrundlage für die Bienen. Sie muss die Bienen nicht nur ernähren, sondern auch dem Imker einen Mindestertrag an Honig garantieren. Ausschlaggebend dafür ist ein reichhaltiges Angebot an Pollen und Nektar während des gesamten Jahres im Umkreis von etwa 2 km um den Bienenstand.

 

Wasserstelle:

Wasser gehört zu den Lebensbedingungen der Bienen. Solange Flugbetrieb herrscht müssen sie ihren großen Wasserbedarf jederzeit decken können. Da die Bienen das Wasser im Stock nicht speichern, gewinnt eine natürliche Wasserstelle (Bach, Teich) in unmittelbarer Nähe an Bedeutung. Fehlt diese, muss der Imker eine künstliche Tränkstelle in der Nähe seiner Völker schaffen.

 

Umgebung:

Die Bienen brauchen zwar viel Sonne und frische Luft, ungehinderte Sonnenbestrahlung und Windeinwirkung schaden den Bienenvölkern jedoch. Bäume oder Hecken können Windschutz gewähren und können besonders in den heißen Mittagsstunden Schatten spenden. Wenn die Schutzpflanzen den Bienen zusätzlich noch Tracht bieten und sie zum sofortigen Hochflug zwingen, erfüllen sie gleich mehrere Zwecke. Vor allem letzteres hat vielfach große Bedeutung, um Belästigungen der Mitmenschen zu vermeiden. Ein möglichst abgelegener Ort reizt die ein- und ausfliegenden Bienen am wenigsten zum Stechen.

 

Himmelsrichtung der Fluglöcher:

Über die Ausflugrichtung entscheiden die örtlichen Bedingungen, so dass es dafür kein allgemeingültiges Rezept geben kann. Die vorteilhafteste Richtung ist die Himmelsrichtung Südost als Ausflugrichtung, weil die Flugfront so die Morgensonne „aus erster Hand“ erhält und vor den heißen Strahlen der Mittagssonne geschützt wird. Vor einer Ausflugrichtung nach Westen, zur Wetterseite hin, ist ebenso abzuraten wie nach Norden. Die Sonne ist das Lebenselement der Bienen und sollte deshalb nicht ständig von der Flugfront ferngehalten werden. Bei direktem Südausflug empfiehlt sich allerdings ein weit überstehendes Dach oder die schon erwähnte Anpflanzung von Bäumen als Schattenspender für den Sommer. So kann sich das Beuteninnere im Sommer nicht überhitzen. Im Winter bewirken die Schattenspender, dass die Bienen nicht schon bei den ersten Sonnenstrahlen aus dem Stock gelockt werden und in der Kälte erstarren.

 

Nachbarn:

Bienen sind nur in der unmittelbaren Nähe ihres Flugloches angriffslustig, das ist ein normales Schutzverhalten. Bereits in einem Abstand von ca. 3 m ignoriert die Biene normalerweise Menschen, es sei denn, dass die Menschen stark „duften“ oder durch hektische Bewegungen auf sich aufmerksam machen. Werden die Bienen durch natürliche oder künstliche Hindernisse vor der Flugfront gezwungen, hoch zufliegen, so behalten sie diese Flughöhe bis zur Trachtstelle bei.

Es gehört zu den Pflichten eines Imkers, unzumutbare Belästigungen seiner Umwelt von vorn herein auszuschließen. Die Rücksichtnahme auf die Nachbarn steht hierbei an erster Stelle. Alle geplanten Maßnahmen sollten im guten Einvernehmen mit den Nachbarn abgesprochen werden. Durch die Gespräche wird Verständnis für das Vorhaben erreicht, die Nachbarn werden darüber informiert, wie sie sich in der Nähe von Bienen verhalten sollten. Auch später ist es angebracht, bei den Nachbarn das Interesse an den Bienen wach zuhalten und ihnen Einblicke in das interessante Leben zu geben.

Belästigungen können nicht vollständig ausgeschlossen werden (Reinigungsflug, Schwärme), so dass ständig versucht werden muss, Einvernehmen mit den Nachbarn zu erreichen. Es versteht sich von selbst, dass Stecher (besonders angriffslustige Völker) vom Stand verbannt werden müssen. Die Ausflugrichtung sollte nicht direkt in Richtung der Nachbarn zeigen. Soll der Stand in unmittelbarer Nähe des Nachbargrundstücks errichtet werden, muss er durch eine ausreichend hohe und entsprechend lange Schutzwand abgeschirmt werden. Die Bienen sind dadurch gezwungen, das Grundstück des Nachbarn in ausreichender Höhe zu überfliegen, und die Stechgefahr wird eingeschränkt.

 

Öffentliche Wege:

Zu Wegen oder Straßen sollte ein Sicherheitsabstand von 20 m eingehalten werden, um Passanten nicht zu belästigen oder gar zu gefährden. Zusätzlich können die Bienen durch Hecken, Schilfwände, bewachsene Maschendrahtzäune zum sofortigen Hochfliegen gezwungen werden.

 

Bienen in der Kleingartenanlage:

Eigentlich müssten Bienen in Kleingartenanlagen willkommen sein. Die Bienen tragen durch ihre Bestäubungsleistung zu stabilen Obsterträgen in den Kleingärten bei. Problematisch ist, dass die Bienen in einem relativ kleinen Garten aufgestellt werden müssen und damit die Belästigungsgefahr für die Gartennachbarn steigt. Der angeblich verminderte Erholungswert und mangelnde Sachkenntnis (Bienen und Wespen werden nicht unterschieden, ein Insektenstich ist dann gleich immer ein Bienenstich) sind oftmals Gründe genug, die Imker aus den Kleingartenanlagen zu verbannen. In Kleingartenanlagen sind die größten und die am Rande liegenden Gärten für eine Bienenhaltung sehr gut geeignet.

 

Zusammenfassung:

Anfänger sollten den Rat eines erfahrenen Imkers einholen. Die Beuten werden an der höchsten Stelle des Grundstücks, mit den Fluglöchern in Richtung Südost aufgestellt.

Im Abstand von ca. 2 m wird eine Hecke (z. B.: Schneebeere = gute Bienenweide) vor die Flugfront gepflanzt, die die Bienen zum Hochfliegen zwingen.

Befinden sich im Flugkreis der Bienen kein Bach oder Teich, ist für eine Bienentränke (Korken in einem großen Blumenuntersetzer) zu sorgen.

Es sollten mit Rücksicht auf die eigene Familie und auf die Nachbarn „sanfte“ Bienen gehalten werden.

~Info.Brief 28-2017

für die 51. und 52 KW
21. Dez. 2017

Was zu tun ist:

Zum Jahresende

Mayen – (co) Wenige Tage vor Weihnachten ist auch für die Redaktion des Infobriefs die Zeit gekommen das nun zu Ende gehende Jahr zu resümieren. Ein Jahresrückblick ist aber wie immer schwierig, da die Bedingungen für Bienen und Imker von Region zu Region wieder sehr unterschiedlich waren und sind.

Ganzjährige vergleichende Trachtbeobachtungen helfen, ein Jahr zu beschreiben. Wann war Trachtbeginn? Gab es Trachtlücken? Wann war Trachtende? Gab es dabei Unterschiede in Deutschland?

Seit kurzem besteht die Möglichkeit den Trachtverlauf -täglich aktuell fortgeschrieben- jeweils ab Jahresbeginn im Internet zu verfolgen (>>>).

Hier kann man mittlerweile mehr als 200 elektronische Waagen des TrachtNets für Deutschland zusammenfassen oder aber nach Bundesländern, Regierungsbezirken oder Landkreisen getrennt betrachten. Voraussetzung ist natürlich, dass Waagen in den ausgewählten Regionen auch zur Verfügung stehen. Die Waagen liefern kontinuierlich Daten zum Futterverbrauch und Nektar- und Polleneintrag. Werden die täglichen Differenzen aufsummiert ergeben sich Jahr für Jahr anschauliche Verlaufskurven.

In den ersten Wochen des Jahres fressen die Bienen zunächst mehr als sie sammeln und die Bienenvölker werden leichter. Können Sie aber mehr sammeln als sie verbrauchen und Vorräte anlegen, kehrt sich die Trachtkurve um und beginnt zu steigen. Der tiefste Punkt dieser Kurve kann als Trachtbeginn definiert werden, wissend, dass die Bienen auch schon früher sammeln, aber halt weniger als sie verbrauchen. Der tiefste Punkt, also Trachtbeginn nach dieser Definition, war der 25. März für die deutschlandweit zusammengefassten Waagen. Regionale Zusammenfassungen ergeben leicht abweichende Werte. Gut erkennbar werden auch Trachtlücken. Mitte April kam es zu einem Kälteeinbruch. Dieser hielt bis etwa 28. April an. In dieser Zeit verloren die Völker im Schnitt wieder zwei Kilogramm an Gewicht, während der Frost vielerorts das Blütenmeer der Obstbäume zerstörte. Die Ernteausfälle der Obstbauern werden für Deutschland auf etwa 70% geschätzt.

Die Trachtverlaufskurven zeigen auch sehr gut das Trachtende, wenn die Gewichte wieder kontinuierlich bis zum Jahresende abnehmen. Aufgrund regnerischen Wetters endete die Tracht im Bundesschnitt bereits sehr früh am 25. Juni mit dem höchsten Punkt der Trachtverlaufskurve (>>>), auch hier wissend, dass danach noch in einigen Regionen die Bienen fleißig weiter sammeln konnten. So fanden die Bienen zum Beispiel in Teilen Bayerns gute Waldtrachtbedingungen vor.

Die Frühtrachternte der Imker in Deutschland lag entsprechend unserer Umfrage bei 16,4 kg/Volk, mit überdurchschnittlichen, von Raps geprägten Ergebnissen im Osten und teilweise enttäuschenden Werten in den Stadtstaaten und anderen Großstädten. Wir berichteten im Infobrief 19/17.

Die Ernteerträge der Sommer- und Spättrachten unterlagen insgesamt einem deutlichen Süd-Nordgefälle und lagen im Mittel bei 15,5 kg/ Volk (Infobrief 27/17). Beide Ernten zusammen erbrachten deutschlandweit 31,9 kg/Volk und lagen damit im mittleren Bereich der letzten Jahre.

Das Imkerjahr 2017 begann aber auch mit einer überdurchschnittlichen Winterverlustquote von etwa 20 %, wobei die Werte zwischen weniger als 15 % (z.B. in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen) und mehr als 25 % (u.a. Saarland, Sachsen, Berlin) schwankten (IB 8/2017).

Das nach wie vor größte Problem der Imkerei in Deutschland ist immer noch die Varroamilbe. Hier gibt es zwar keine allgemeingültigen Erhebungswerte wie beim Trachtverlauf, den Honigernten und Verlustermittlungen, aber indirekt spiegeln die Beratungsanfragen und Probeneinsendungen an den Bieneninstituten und Beratungsstellen die Situation wieder. Auch die Zugriffsraten auf das Internetportal „Varroawetter“ liefern Orientierungspunkte. Im Gegensatz zu früheren Jahren wurden im Oktober sehr viele Abfragen an das „Varroawetter“ gestellt. Die Frage, ob dies eine erhöhte Behandlungsnotwendigkeit wiederspiegelt, muss zunächst unbeantwortet bleiben. Parallel dazu gab es aber vermehrte Beratungsanfragen und Einsendungen toter Bienen. Fast alle Proben wiesen hohe Milbenzahlen auf.

Die jetzt vorliegende Auswertung unserer Erhebung zu den Spätsommer- und Herbstverlustraten zeigt fast gleiche Werte wie unsere Erhebung ein Jahr zuvor. Beide Male lag die Quote bei 3,9%, wenn man die eingewinterten Völker und die verlorenen Völker je Region aufsummiert und in Beziehung setzt. Und da die Erfahrung zeigt, dass man von den Herbstverlusten auf die Winterverluste hochrechnen kann wird auch im jetzt begonnenen Winter voraussichtlich wieder etwa jedes fünfte Bienenvolk eingehen, im Norden Deutschlands etwas weniger, im Süden mehr – so zumindest eine vorläufige Prognose auf der Basis der bisher vorliegenden Daten, Erfahrungen und Beobachtungen.

Kontakt zum Autor: Christoph.Otten@dlr.rlp.de

 

Zum Schluss

12 Autoren aus 6 Bieneninstituten haben in den 28 Ausgaben des diesjährigen Infobriefs versucht, ihr Fachwissen an die Imkerpraxis weiterzugeben. Wir hoffen, dass der ein oder andere Tipp für Sie hilfreich war.

Mit dem ersten Infobrief zu Jahresbeginn haben wir 24.057 Abonnenten erreicht. Mit der vorliegenden letzten Ausgabe des Jahres sind es mittlerweile 27.010 Leser, eine Zunahme von fast 3.000 neuen Abonnenten.

Die vielfältigen Informationen flossen aber nicht nur von uns zu Ihnen, sondern mehr als 40.000 Rückmeldungen kamen von Ihnen im Rahmen unserer Umfragen zu uns zurück. Diese Datenfülle ermöglichte es erst die vielfältigen Analysen und Aussagen zur Situation der Bienen und Imkerei in Deutschland und den angrenzenden Regionen zu erarbeiten. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken. Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches neues Jahr in Gesundheit und Zufriedenheit.

Die Redaktion

Interessante und hilfreiche Links
Varroawetter
 Varroabehandlung im Winter
 Amerikanische Faulbrut (Ausbrüche und Sperrgebiete)

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Quelle: http://bienenkunde.rlp.de/I