~Info-Brief 10-2018

für die 22. KW
25. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Imker als Lebensmittelunternehmer

Münster (mb) Mit Spannung und Freude wird die kommende Honigernte erwartet.

Wer Honig erntet und nicht komplett selbst verbraucht, sondern verschenkt oder an Kunden vermarktet, wird nach dem Lebensmittelrecht zum Lebensmittelunternehmer.

Imkerinnen und Imker unterliegen als Lebensmittelunternehmer den Anforderungen des nationalen und europäischen Lebensmittelrechts. Sie sind für die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen verantwortlich. Als Lebensmittelunternehmen gelten alle öffentlichen oder privaten Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen, gleichgültig ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht.

 

Honig ein sicheres Lebensmittel

Kleine Mengen Honig sind bei direkter Abgabe an den Verbraucher handelsübliche Mengen und bei Abgabe an Einzelhandelsbetriebe Mengen, die der für den jeweiligen Betrieb tagesüblichen Abgabe an Verbraucher entsprechen. Bei der Abgabe kleiner Mengen gelten die nationalen Vorschriften: das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und die nationale Hygieneverordnung. Hierin begründet sich die Forderung, dass Lebensmittel, die in Verkehr gebracht werden, sicher sein müssen. Dies gilt auch für Honig!

 

Honig – frei von nachhaltiger Beeinflussung

Lebensmittelsicherheit ist so definiert, dass ein Lebensmittel frei ist von nachteiliger Beeinflussung. Es gilt als nachteilig beeinflusst, wenn es entweder gesundheitsschädlich, verzehrsuntauglich oder genussuntauglich ist. Honig kann z.B. gesundheitsschädlich sein, wenn ein Glas- oder Metallsplitter hineingelangt ist. Letztere sind häufig durch die Verwendung von Bohrmaschinen zum Rühren verursacht, die mit ihrem Dreibackenfutter am Rührstab einen Grat abdrehen. Rührgeräte in Baumarktqualität hinterlassen zudem unzulässige Farbpartikel im Honig. Er gilt als verzehrsuntauglich, wenn z. B. starker Fremdgeruch vom Honig ausgeht oder der Honig in Gärung übergegangen ist. Honig gilt als genussuntauglich, wenn er den Anschein einer besseren Qualität als der tatsächlichen Beschaffenheit erweckt; z. B. wenn bei der Abfüllung Wundsekret aus einer eiternden Wunde in den Honig getropft ist oder auf den Honig geniest bzw. gehustet wurde. Wenn der Verbraucher dies wüsste, würde er es als ekelerregend empfinden und könnte den Honig nicht mehr mit Genuss verzehren. Diese Beispiele zeigen, was für jeden Imker selbstverständlich ist: solche Fehler unbedingt zu vermeiden, um dem Kunden einen Honig von höchster Qualität und Güte zu präsentieren.

 

Eigenkontrollen und Hygienepraxis

Vorbeugen ist das beste Mittel, um Honigsicherheit bzw. Honigqualität zu gewährleisten. Betriebliche Eigenkontrollen und eine gute Hygienepraxis, wie z. B. die gründliche und regelmäßige Reinigung der Utensilien und Gerätschaften, sorgfältiger und hygienischer Umgang mit dem Honig bei der Ernte, beim Entdeckeln, Sieben, Rühren und Abfüllen sowie eine fachgerechte Personalhygiene schützen vor Fehlern. All dies sichert die Honigqualität.

 

Futtermittel und Arzneimittel

Das LFGB schließt auch die Herstellung der Lebensmittel mit ein. Deshalb enthält es Forderungen zur Verwendung von Futtermitteln und Arzneimitteln. Demnach dürfen Bienen keine Stoffe (Arzneimittel, Futtermittel) verabreicht werden, die in den Honig übergehen und damit u. U. die Gesundheit des Verbrauchers gefährden können. So ist es unter anderem wichtig, die Tracht im Auge zu behalten. Nur so können Imker sicher sein, dass die Bienen keine unerwünschten Stoffe wie z.B. Lebensmittelfarbstoffe oder Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)* eintragen. Notfalls hilft Abwandern bzw. der Verzicht auf die Honigernte, wenn man feststellt oder nur den Verdacht hegt, dass die Bienen unerwünschte Bestandteile eingetragen haben.

 

Sortenhonig nur mit Analyse!

Eine Honiganalyse kann Aufschluss darüber geben, ob der Honig verkehrsfähig ist. Eine Sortenbestimmung gibt Sicherheit bei der Verkehrsbezeichnung. Wird z.B. ein Honig als Sortenhonig bezeichnet obwohl er keiner ist, gilt dies als Verbrauchertäuschung. Leider nutzen die Bienen nicht immer genau die Tracht im erforderlichen Umfang, die ihnen der Imker zugedacht hat.

 

Sorgfaltspflicht und Dokumentation

Jeder Lebensmittelunternehmer hat die sogenannte Sorgfaltspflicht bei der Erzeugung und im Umgang mit dem Lebensmittel. Als Nachweis dient hierzu die Dokumentation der Eigenkontrollen und der guten Hygienepraxis. Im Schadensfall gilt, was nicht geschrieben steht, wurde nicht gemacht. Daher unser Rat, mit der Dokumentation einzelner Maßnahmen schrittweise zu beginnen. Ein Bestandsbuch führen zur Dokumentation der Völkerbehandlungen, ein Honigbuch führen zur Dokumentation der Honigernte, -gewinnung und –vermarktung. Je ausführlicher die Dokumentation, desto besser können Sie Rückverfolgbarkeit gewährleisten und Sorgfalt beweisen.

Vorlagen für Honigbuch und Bestandsbuch können im Onlineshop bei Apis e.V. (https://www.apis-ev.de/broschueren.html) bestellt werden. Hier findet man auch Broschüren zur Honiggewinnung (Honig-Fibel) Hygiene (Hygiene-Fibel), zur Zertifizierung von Imkereibetrieben (Leitfaden „QM Honig und Imkerei) und zu den Gesetzlichen Grundlagen der Honigvermarktung (Band II).

Formblätter zur Dokumentation einer guten Hygienepraxis finden Interessierte unter http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/bienenkunde/index.htm

* Eine Broschüre zu PA (Sommerhonig – aber sicher! Tipps und Techniken zur Minimierung von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Sommerhonig) finden Sie hier: https://www.apis-ev.de/files/downloads/Pyrrolizidinalkaloide_Sommerhonig_aber_sicher!.pdf

Kontakt zur Autorin:
Imkerfachberatung Dipl. oec. troph. Marlene Backer
E-Mail marlene.backer@lwk.nrw.de

  

Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen. Fachzentrum Bienen und Imkerei

Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465

IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN

Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring

http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter

www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_10.pdf

~Info-Brief 09-2018

für die 21. KW
18. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Mayen (rr) Erst mit dem kalendarischen Frühlingsbeginn legte die Natur mit der Weidenblüte richtig los.

 

Alles blüht gleichzeitig!

Und dann kam natürlich wieder alles auf einmal. Nicht nur Stein- und Kernobst, auch die Ziersträucher blühen in einer Pracht, die man nur „verschwenderisch“ nennen kann. „Mastjahr“ heißt dieses Spektakel, das den Gehölzen ausreichend Nachkommen sichern soll. Gelb verstaubte Wege und Autos zeugten von dem Überangebot an Pollen der windblütigen Koniferen.

 

Rapsertrag ungewiss!

Wie in den letzten Jahren trockneten späte Ostwinde die Böden oberflächig aus und vielerorts honigte der Raps nur mäßig und ist in wärmeren Lagen durch den Regen der letzten Tage abgeblüht. In Hochlagen ist noch Nektar aus der Nachblüte zu erwarten.

Ob in Mischtrachtgebieten sortenreine Rapshonige zu ernten sind, bleibt abzuwarten. Die ersten Imker haben mit der Ernte begonnen.

Imker, die die anstehende Ernte vorbereiten und stichprobenartig am Bienenstand mittels Refraktometer die Honigreife prüfen, sollten grundsätzlich an mehreren Stellen des Honigraums messen. Selbst verdeckelte Zellen garantieren keinen trockenen Honig.

 

Honig gut gepflegt einlagern!

Wer Honig ordentlich vermarkten möchte, tut gut daran, ihn fertig gepflegt (gesiebt, abgeschäumt und gerührt) in Großgebinden (Eimer oder Hobbocks) einzulagern. Nichts ist ärgerlicher als große Schwankungen des Wassergehaltes bei den verschiedenen Ernten zu registrieren und keine Möglichkeit des Mischens mehr zu haben, weil die Frühtracht schon komplett in Gläser abgefüllt ist.

Wird Frühtracht und Sommertracht miteinander gemischt, ist eine jahreszeitliche Sortenbezeichnung genauso schwierig wie die Abschätzung des Honigtauanteils, um so einen Honig noch als „Blütenhonig“ vermarkten zu können.

Ausreichend für die Vermarktung ist auf jeden Fall die Verkehrsbezeichnung „Honig“, und „Honig“ ist etwas Besonderes, das sollten wir nie vergessen.

Weitere Tipps zur Ernte und Hinweise zur Hygiene im Schleuderraum sind in den Infobriefen 11/2015, 10/2016 und 10/2017 nachzulesen.

Kontakt zur Autorin: Rike Renner
E-Mail: rike.renner@dlr.rlp.de

 

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

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Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_09.pdf

~Info-Brief 08-2018

für die 19. KW
11. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 Am Bienenstand – Jungvolkbildung

Veitshöchheim (bb) Ohne Jungvolkbildung hat die Imkerei keine Zukunft! Bienenvölker mit jungen Königinnen aus diesem Jahr sind im nächsten Jahr die Ertragsvölker und Reserven für Ausfälle. Der Schwarm ist die natürliche Vermehrungsform des Honigbienenvolkes und dient der Arterhaltung. Auch wir sollten durch Vermehrungsmaßnahmen diesem Beispiel nacheifern, um unseren Bestand zu sichern. Allerdings ist der natürliche Schwarm keine sinnvolle Lösung in der Imkerei, denn jeder nichtgefangene Schwarm sieht einer sehr ungewissen Zukunft entgegen! Die wenigsten Imkerinnen und Imkern können beim Schwarmabgang dabei sein und diesen in Obhut nehmen. Es ist daher sinnvoll, gezielt für Jungvölker zu sorgen und damit gleichzeitig den Schwarmtrieb zu lenken.

Bei sehr starker Tracht kann die Pflegeleistung der Völker abnehmen. In der aktuell ausklingenden Frühtracht mit abnehmenden Tageszunahmen (siehe Trachnetwaagen) und der gleichzeitig hohen Anzahl an Brutzellen und Bienen in den Völkern ist dies der geeignete Zeitpunkt der Völker, Weiselzellen zu pflegen. Die Schwarmzeit ist also die ideale Zeit für die Bildung von Jungvölkern in Form von Ablegern oder evtl. Kunstschwärmen. Mit der Entnahme von Bienen und / oder Brut betreibt man aktiv eine Lenkung der Schwarmlust in den Völkern. In diesem Zusammenhang kann die Königinnenzucht mit integriert oder Jungköniginnen eingeweiselt werden. Eine Jungvolkbildung im Mai erlaubt bis zum Sommer bereits eine Einschätzung von Verhalten und Eigenschaften der jungen Königinnen, so dass wir rechtzeitig selektieren können, was wir am Stand behalten wollen und was nicht.

 

Brutableger bilden

Im Mai reicht im Prinzip eine voll verdeckelte Brutwabe mit ansitzenden Bienen, abgestoßene Bienen von einer weiteren Wabe, eine Futterwabe, eine Leerwabe und eine Mittelwand, um in einem Kasten im Standmaß ein Jungvolk zu bilden. Hat man mehr Brutwaben aus verschiedenen Völkern zur Verfügung, so kann der Ableger natürlich auch stärker gebildet werden. Auch die dazu gestoßenen Bienen können aus verschiedenen Einheiten stammen. Bei der Bildung müssen wir unbedingt darauf achten, dass wir nicht die Königin aus dem Ursprungsvolk mit in das Jungvolk bekommen. Wer schlecht Königinnen findet und ein gleiches Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum verwendet, kann die Brutwaben zunächst abstoßen, über Absperrgitter in den Honigraum hängen, und wieder entnehmen, sobald sie gut mit Bienen besetzt sind.

 

Einsatz von Weiselzellen

Die Zugabe einer Königin ist in dieser frühen Phase des Bienenjahres nicht unbedingt notwendig. Befinden sich noch Eier oder jüngste Brut auf den Brutwaben, so können sich die Bienen selbst eine junge Königin ziehen. Allerdings muss man 3 Tage nach der Bildung nachsehen, ob bereits gedeckelte Weiselzellen vorhanden sind. Ist dies der Fall, handelt es sich um sogenannte Notköniginnen, die aus zu alten Larven gezogen wurden. Sie werden entfernt und der Ableger gezielt mit zwei bis drei belarvten Weiselnäpfchen aus einem nachzuchtwürdigen Volk versorgt, wenn keine weiteren offenen Weiselzellen vorhanden sind. Auch angepflegte oder schlupfreife Weiselzellen können gut eingesetzt werden; sie werden vorsichtig an einer Brutwabe befestigt. Hat man bereits geschlüpfte Jungköniginnen zur Verfügung, so können diese nur zugesetzt werden, wenn in den Ablegern keine offene Brut mehr vorhanden ist, da sonst die Annahme gefährdet ist. Sie werden im Zusetzkäfig unter Futterteigverschluss neben oder zwischen Brutwaben gehängt. Danach lässt man den Ableger zehn Tage in Ruhe, um die junge Königin nicht zu gefährden.

 

Neuen Standort nutzen!

Der Brutableger wird im Idealfall mit geschlossenem Flugloch gebildet und an einem eigenen Standort außerhalb des 3 km Flugradius der Wirtschaftsvölker aufgestellt. So bleiben alle Flugbienen im Jungvolk. Um ein Verrutschen und Bewegen der Waben beim Transport zu verhindern, sollte der freie Raum entweder mit Leerrähmchen aufgefüllt, oder die letzten Rähmchen mit Nägeln fixiert werden. Hat man keinen weiteren Standort, so kann man sich mit anderen Imkern zusammen einen suchen und diesen gemeinsam zum Aufstellen von Jungvölkern nutzen. Aber auch das Belassen am Standort der Wirtschaftsvölker ist möglich, wenn man den Ableger mit offenem Flugloch bildet, am Bildungsort stehen lässt, bis der Bienenflug eingestellt ist, und danach auf einen anderen Platz stellt, am besten mit anderer Flugrichtung wie die Wirtschaftsvölker und besser mit beschattetem Flugloch. So finden die abgeflogenen Flugbienen aus den Wirtschaftsvölkern die kleine Einheit nicht wieder, und sie kann sich ungehindert entwickeln. Man muss sich für die Bildung von Brutablegern keine Ablegerkästen anschaffen, da sie rasch zu klein werden, wenn die Jungköniginnen begattet sind und voll in Brut gehen. Spätestens wenn weitere Mittelwände eingehängt werden, muss man das Jungvolk dann in einen normal großen Kasten umquartieren, damit es ungehindert wachsen kann. Zusätzlich ist genügend Raum für Futtertasche oder Futterwaben zur Verfügung, die bei guter Entwicklung und geringer Tracht regelmäßig kontrolliert und evtl. ergänzt werden müssen.

 

Kunstschwarm

Die Kunstschwarmbildung ist erst möglich, wenn Königinnen zur Verfügung stehen, denn hier werden ausschließlich Bienen von verschiedenen Völkern in eine Kunstschwarmkiste gefegt. Dies kann auch gut mit der Honigernte verbunden werden, wenn die Bienen sowieso von den Honigwaben gekehrt werden, und das Absperrgitter verhindert, dass wir die Alt-Königinnen mit abkehren. Nach Eintritt der Weiselunruhe (ein bis zwei Stunden) werden die Königinnen im Zusetzkäfig unter Festverschluss zugehängt. Der Kunstschwarm wird sodann unbedingt kühl, dunkel und ruhig mit offenem Lüftungsgitter in einem Raum aufgestellt (Kellerhaft). In dieser Zeit muss er gefüttert werden, da er nicht wie im Naturschwarm über Futterreserven verfügt. Nach 2 bis 3 Tagen kann er an seinem Aufstellungsplatz in eine Beute eingeschlagen werden, wobei die Königin dann den Futterteigverschluss erhält. Dass dieser Kunstschwarm nur Mittelwände erhält und weiter gefüttert wird, ist Voraussetzung, dass er sich optimal entwickeln kann.

Kontakt zur Autorin: Barbara Bartsch
Staatl. Fachberatung für Bienenzucht in Oberfranken
Bay. Landesanstalt f. Weinbau u. Gartenbau;
Institut f. Bienenkunde und Imkerei
E-Mail: barbara.bartsch@lwg.bayern.de

 

Spendenaufruf

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

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Blühphasenmonitoring

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Varroawetter

www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_08.pdf

~Info-Brief 07-2018

für die 18. KW
04. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Regelmäßige Schwarmkontrolle
  • Schwarmvorbeugung durch Schröpfen
  • Gezielte Aufzucht von Königinnen guter Abstammung

 Am Bienenstand – Mai, Zeit der Vermehrung

Veitshöchheim (jf) Mai = Schwarmzeit. Das Frühjahr ist rasant gestartet – in vielen Regionen wurde im April bereits die 30°C überschritten. Die ersten Völker sind durch den Trachteintrag und die gute Völkerentwicklung in Schwarmstimmung. Eine Schwarmkontrolle in regelmäßigen Abständen (8Tage) ist daher jetzt vonnöten. Der Nektareintrag führt zu einer Verknappung an Leerzellen für die Eiablage. Die Folge ist ein Ungleichgewicht an Jungbienen (Ammenbienen) und offener Brut, was letztendlich zum Schwarmtrieb führt. In einer guten imkerlichen Praxis sollte man diesen Schwarmtrieb jedoch nicht einfach laufen lassen. Jeder Schwarm, der nicht in imkerliche Obhut gelangt, geht früher oder später an Varroa und/oder Futtermangel zugrunde. Eine regelmäßige Schwarmkontrolle und geeignete Maßnahmen zur Schwarmverhinderung sind unerlässlich. Eine bewährte Methode besteht darin, Völkern in Schwarmstimmung einige Brutwaben mit ansitzenden Bienen zu entnehmen und somit den Schwarmtrieb sinnvoll zu nutzen. Zu den Brutwaben werden noch 1-2 Futterwaben gegeben und ggf. noch weitere Bienen aus dem Honigraum dazugestoßen. Es sollte mindestens noch eine Schwarmzelle nicht gedeckelt sein. In der gedeckelten Phase sind die Zellen ab dem zweiten Tag bis zum sechsten Tag stoßempfindlich, das Hantieren damit kann dazu führen, dass die Puppe abrutscht und sich nicht mehr weiterentwickelt. Neben häufig verwendeten Ablegerkästen kann solch ein Ableger auch direkt in eine normale Beute einlogiert werden. Es entfällt dann später das Umsetzen aus dem Ablegerkasten in eine normale Beute. Die Fluglochgröße der Volksstärke anpassen. Die Nutzung der Schwarmzellen zur Ablegerbildung ist zwar sehr einfach und effektiv, allerdings nimmt der Schwarmtrieb von Generation zu Generation zu. Gegebenenfalls deshalb die Schwarmkönigin später im Jahr durch eine selektierte Königin ersetzen.

 

Schwarmvorbeugung und gezielte Königinnenaufzucht

Um die Schwarmstimmung zu reduzieren bietet sich die Entnahme möglichst gedeckelter Brutwaben mit ansitzenden Bienen vor Auftreten des Schwarmtriebes an. Diese werden zu Sammelbrutablegern zusammengestellt, mit Futterwaben versehen und ggf. noch mit Bienen verstärkt. Der Sammelbrutableger zieht sich entweder selber eine Königin oder man gibt bereits Weiselzellen/Schwarmzellen (offen!) mit dazu. Ein solcher Sammelbrutableger kann jedoch auch zur gezielten Aufzucht von Königinnen aus dem besten Volk genutzt werden. Hierzu wird der Sammelbrutableger idealerweise außerhalb des Flugkreises aufgestellt. Nach 9 Tagen werden alle Nachschaffungszellen ausgebrochen. Dazu unbedingt den Großteil der Bienen abstoßen, um jede Nachschaffungszelle zu erkennen. Ein belarvter Zuchtrahmen wird dann in eine freie Wabengasse gehängt.

 

Guten Zuchtstoff auswählen!

Umgelarvt wird von den besten Völkern des Standes. Grundlage für die Auswahl eines Zuchtvolks sollten immer überdurchschnittliche Eigenschaften sein. Dies betrifft die Verhaltenseigenschaften (Sanftmut, Wabensitz, Schwarmtrieb), die Leistung (Honigertrag) aber auch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten (Varroose). Sollte man selbst kein entsprechendes Volk am Stand haben, bieten sich die Umlarvtage der Vereine, Lehrbienenstände oder auch Belegstellen an, um gutes Zuchtmaterial zu bekommen. Das Umlarven lässt sich am besten bei den angebotenen Zuchtkursen erlernen. Vielfach wird bei den Umlarvterminen als Service der Zuchtrahmen von erfahrenen Züchtern belarvt. Als Orientierung sollte mindestens die dreifache Menge an Näpfchen belarvt werden, wie später fertige Königinnen benötigt werden.

 

Bildung von Begattungsablegern

10 Tage nach dem Umlarven (= 2 Tage vor dem Schlupftermin) wird der Sammelbrutableger in kleine Begattungsableger aufgeteilt. Hierzu verwendet man die Waben des Sammelbrutablegers und versieht sie jeweils mit einer schlupfreifen Weiselzelle. Die schlupfreifen Weiselzellen werden vorsichtig auf eine Brutwabe gedrückt, die Zelle darf dabei nicht beschädigt werden. Bei Bedarf werden weitere Waben von anderen Wirtschaftsvölkern mitverwendet. Zusätzlich je Begattungseinheit eine Futterwabe hinzuhängen. Geschlüpfte Jungköniginnen werden wenige Tage nach dem Schlupf paarungsreif. Dann versuchen sie bei günstiger und warmer Witterung ihren Hochzeitsflug zu unternehmen. In der Regel finden diese am frühen Nachmittag statt. Die Jungköniginnen können dabei auch mehrmals ausfliegen. Die eigentliche Begattung findet dann im Flug statt. Sie verpaart sich dabei mit ca. 15-25 Drohnen. Diese Mehrfachpaarung verhindert dass Inzucht auftritt. Allerdings bewirkt die Mehrfachpaarung, dass bereits ein Drohn mit schlechten Eigenschaften (z.B. Aggressivität) zur Folge hat, dass das ganze Volk als aggressiv empfunden wird. Deshalb ist die Qualität der Paarung sehr stark von dem Bienenmaterial in Umkreis von ca. 5-7 km abhängig.

 

Drohnen sind wichtig!

Neben der genetischen Qualität spielt bei der Paarung auch die körperliche Qualität der Drohnen eine Rolle, denn bei Schlechtwetterphasen werden Drohnen vom Volk schlechter gepflegt. Dies hat zur Folge, dass sie nicht paarungsfähig sind, obwohl sie das entsprechende Alter haben. Jungköniginnen werden in solchen Phasen deshalb schlechter begattet oder gehen häufiger bei den Begattungsausflügen verloren. Schlecht begattete Königinnen werden oft noch im Herbst vom Volk umgeweiselt. In Jahren mit ungünstiger Witterung und schlechter Tracht zur Paarungszeit sind deshalb die Ausfälle an Königinnen infolge dessen erhöht.

 

Gezielte Anpaarung auf Belegstellen

Sollte eine Standbegattung verstärkt Völker mit unangenehmen Eigenschaften zur Folge haben, dann ist die Anpaarung auf Belegstellen sinnvoll. Belegstellen sind Gebiete mit definiertem Bienenmaterial in der Umgebung. In einigen Bundesländern, wie z.B. in Bayern besteht sogar ein gesetzlicher Schutz für den Belegstellenschutzkreis. Auf den Belegstellen werden Nachkommen von hochwertigen Zuchtvölkern aufgestellt, die als Drohnenlieferanten dienen. Diese Völker werden so geführt, dass sie viele Drohnen aufziehen und von der Honig- und Pollenversorgung auch in der Lage sind, diese optimal zu versorgen. Für die Belegstellenbeschickungen werden die Königinnenzellen in den Pflegevölkern 10 Tage nach dem Umlarven mit Schlüpfkäfigen versehen. Nach dem Schlupf kommen die Jungköniginnen in spezielle Begattungseinheiten (Mehrwabenkästchen oder Einwabenkästchen) die mit drohnenfreien Bienen gebildet wurden, auf die Belegstelle. Die Begattungsvölkchen werden ab dem dritten Tag nach dem Schlupf der Königin aufgestellt und verbleiben in der Regel ca. 14 Tage auf der Belegstelle. Bei günstiger Witterung sind die Jungköniginnen in der Regel in dieser Zeit begattet. Normalerweise werden ca. 80% der aufgestellten Königinnen auf der Belegstelle begattet.

 

Zucht und Selektion

Zur Aufzucht von Königinnen gibt es neben dem Sammelbrutableger noch weitere Methoden, die am besten über einen Zuchtkurs in der Region erlernt werden können. Eine gezielte Aufzucht von Königinnen ermöglicht eine Selektion zu einer vitalen, gesunden, sanftmütigen und leistungsfähigen Biene. Von dieser Selektion profitieren auch alle anderen Bienenstände in der Umgebung, da diese Eigenschaften über die Drohnen weitergegeben werden. Durch eine gezielte Königinnenzucht stehen in der Regel auch genügend Königinnen zur Verfügung um alle Völker, die nicht befriedigen (Eigenschaften, Leistung etc.) umweiseln zu können. Überschüssige Königinnen sind in der Regel auch problemlos bei den Nachbarimkern anzubringen.

Kontakt zum Autor: Johann Fischer
Staatlicher Fachberater für Bienenzucht für den Regierungsbezirk Schwaben
Bay. Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau;
Institut f. Bienenkunde und Imkerei
Höfatsstraße 23-25
87600 Kaufbeuren

 

Spendenaufruf

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Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465

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Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_07.pdf

Binder: Newsletter April 2018

Liebe Freunde des Angepassten Brutraumes,

nach einem unguten Start für unsere Bienen im Januar (viel zu warm) und den Kälterückschlägen waren Anfang April viele Bienenvölker noch schlecht entwickelt. Etwa ein Drittel der Bestände waren gut, der Rest muss seitdem aufholen. An günstigen Standorten ist seit etwa einer Woche der 1. Honigraum aufgesetzt. Starke Völker tragen jetzt auch schon ein. Es ist zu erwarten dass Bienenstände in höheren Lagen dieses Jahr aufgrund der späteren Vegetation bevorzugt sind.

Videos online

Für alle, die nicht beim letzten Weimarer Bienensymposium waren: Die Videos der Veranstaltung konnten jetzt endlich online gestellt werden. Wir haben die Vorträge von Bernhard Heuvel, Markus Bärmann, Wulf-Ingo Lau, Stephan Scheurer, Reiner Schwarz und Miroslav Sedlaceck aufgezeichnet. Sie können auf der Webseite der Armbruster Imkerschule http://armbruster-imkerschule.de/index.php/texte oder direkt auf you tube angeschaut werden.

Für das 8. Bienensymposium jetzt anmelden

Das 8. Weimarer Bienensymposium findet vom 16. bis 18. November 2018 mit Thomas Seeley in der großen Weimarhalle im Stadtzentrum von Weimar statt. Themen sind Naturwabenbau, die Erneuerung durch den Schwarmtrieb, Entscheidungsvorgänge im Bienenvolk bei der Auswahl der Behausungen, Varroamanagement und neue Aspekte der Völkerführung. Das im Moment veröffentlichte Programm wird im Laufe des Jahres noch ergänzt und erweitert. Bitte meldet Euch jetzt schon an! Für Gruppen ab 20 Personen bieten wir Gruppenkonditionen an. Wer solch eine Gruppe organisieren möchte fordert jetzt bitte die Konditionen an.

Ich habe ein Kontingent von 500 Hotelzimmer vorreserviert, die über folgenden Link gebucht werden können:  https://buchen.thueringen-tourismus.de/wmrbsy/ukv/result?tt=gpd9c2scqp8b1bmvedioa9skv5

Zuchtlehrgang Lutz Eggert

Zuchtlehrgang mit Lutz Eggert vom 15. bis 17. Juni in Jena. Lutz Eggert, ein begnadeter Züchter, führt uns in die Kunst der Kreuzungszucht ein. Neben praktischen Übungen und Vorführungen wie Begattungseinheiten und Pflegevölker verschiedener Größe funktional erstellt werden erhalten wir Einblick in die wirklich professionelle Zuchtarbeit. Wir nehmen nur noch 14 weitere Teilnehmer in die Veranstaltung mit rein. Bitte jetzt anmelden. Das genaue Programm folgt.

Kultur-Studienfahrt Albanien: Letzt Möglichkeit zur Anmeldung

Die Albanien Kultur-Studienreise ist fast ausgebucht. Die Teilnehmerliste wird am 1. Mai geschlossen. Bis dahin sind noch Anmeldungen möglich.

Die nächste Ausgabe von Imkern heute

In den nächsten Tagen erscheint die nächste Ausgabe von Imkern Heute. Die Zeitung kann hier abonniert werden: Reinhard Wernbacher (E-Mail) office@meinesteirische.at Das Deutsche Bienenjournal veröffentlicht weder meine Honigpreisberechnung noch meinen aktuellen Artikel zum Beutenkäfer. In Imkern Heute erscheinen beide Artikel.

Bienenvölker noch verfügbar

Jungvölker Dadant mod: Wir können Angang Mai noch 30 Jungvölker in Ablegerkästen abgeben. Sie sind Öko-zertifiziert, Mittelwände aus Biolandwachs. Stück 225 Euro incl Ablegerbox aus Holz. Bestellung bitte über den Shop von www.honigmanufaktur.com

Volle Honigtöpfe wünscht
Jürgen Binder

~Info-Brief 06-2018

für die 17. KW
27. April 2018

Was zu tun ist:

  • Flugloch auf maximale Größe bringen
  • Drohnenrahmen schneiden
  • Erweitern
  • Schwarmkontrolle
  • Ablegerbildung
  • Königinnenvermehrung

 Am Bienenstand

Kirchhain (cd) Es blüht wie „verrückt“, doch leider honigt es nicht wie „verrückt“. Von Kirsche bis Raps steht alles in der Blüte und die Bienen haben ein überwältigendes Angebot. In vielen Regionen Deutschlands ist es aber noch zu trocken. Pflanzen unter Trockenstress können nur wenig Nektar absondern. Daher hinkt der Nektareintrag noch hinter den Erwartungen her. Hoffentlich ändert sich das noch. Dafür ist die Pollenversorgung umso besser. Die Völker „schwimmen“ im Pollen und die Brutnester sind regelrecht „verpollt“. Das könnte noch zum Problem werden. Nektar, der im Brutnestbereich eingelagert wird, wird auch wieder umgelagert, um Platz für das wachsende Brutnest zu schaffen. Pollen wird nicht umgetragen, Pollen wird nur verbraucht. Nur wenig kann den Schwarmtrieb so gut anheizen, wie zu viel Pollen im Brutraum. Da kann auch großzügiges erweitern nur bedingt helfen. Die Pollenbretter müssen raus.

 

Die Schwärme drin lassen.

Die Schwarmimkerei ist nicht mehr zeitgemäß. Und das aus gutem Grund:

Den Schwarm zu fangen ist zeitintensiv und nicht immer ungefährlich. Außerdem sind Sie bei „der Abreise“ selten dabei und die Bienen entkommen meist unentdeckt. Fast jeder nicht gefangene Schwarm wird noch vor dem Winter verenden. Die Königin und mehrere tausend Bienen verlassen den Stock und sorgen dafür, dass das Altvolk vorerst für die Honigproduktion ausfällt. Selbstverständlich entspricht das Schwärmen „dem Wesen“ der Bienen. Es ist die in Tausenden von Jahren entwickelte Verbreitungs- und Vermehrungsstrategie. Wir können noch sehr viel von Schwärmen und natürlich lebenden Bienenvölkern lernen. Beispielsweise lassen sich neue Strategien bei der Varroabkämpfung ableiten. Dazu im Sommer-Infobrief mehr. Trotzdem sind wir Tierhalter und stehen in der Verantwortung für unsere Bienen. In unsere stark veränderte Umwelt passen leider keine Massen an ausgebüchsten Schwärmen mehr.

 

Kippen oder ziehen?

Im geteilten Brutraum kann besonders schnell und einfach durch die Kippkontrolle die beginnende Schwarmlust festgestellt werden. Vorausgesetzt das Hauptbrutnest befindet sich in der oberen Zarge. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die hochgekippte Zarge prall gefüllt mit Bienen, aber trotzdem leicht ist. Ist die obere Kiste schwer und verhonigt, dann wurde oft ein Fehler in der Völkerführung gemacht und Ihnen ist ein schwarmtriebiges Volk sicher. Im ungeteilten Brutraum, wie Dadant werden stellvertretend der Drohnenrahmen und zwei Brutwaben auf Schwarmzellen kontrolliert.

 

Der Drohnenrahmen

ist ein gutes „Schwarmbarometer“. Wird der Baurahmen zügig und in einer geschlossenen Baulinie ausgebaut, dann ist in der Regel alles in Ordnung. Wird er nur zögerlich angenommen, bricht die Baulinie zusammen und wird er girlandenartig ausgebaut, haben die Bienen Schwarmfieber“. Der Drohnenrahmen ist außerdem eine gute Varroafalle. Durch regelmäßiges Entfernen verdeckelter Drohnenbrut können Sie die Vermehrung der Varroa-Milbe dämpfen. Wer die Drohnenbrut nicht als Varroafalle nutzt, kann im Spätsommer doppelt so viele Milben in seinen Völkern haben.

 

Vitale Bienenvölker wollen irgendwann schwärmen.

Die Ursachen der Schwarmlust sind vielfältig. Die erbliche Veranlagung, Raumnot und „Arbeitslosigkeit“ gelten als abgesicherte Faktoren. Manches ist aber schlicht Imkerlatein – wie das Alter der Königin oder die Sonneneinstrahlung auf das Flugloch. Der Schwarmtrieb tritt bei einem starken Bienenvolk in der Regel im Laufe des Frühjahrs ein. Er lässt sich aber hinauszögern und minimieren. Geben Sie rechtzeitig Platz und erweitern Sie vorauseilend. Lassen Sie die Bienen viel bauen und fördern Sie die brutraumferne Honigeinlagerung. Moderates Schröpfen durch die Entnahme von einer Brutwabe führt zu keinen großen Leistungseinbußen, kann aber ein im Schwarmdusel befindliches Volk wieder „auf die Spur“ bringen, oder es erst gar nicht dazu kommen lassen. Sofort handeln sobald die erste Weiselzelle bestiftet ist. Das Volk ist in Schwarmstimmung und will ausbüchsen. Zellenbrechen im Wochenrhythmus ist angesagt. Jede Wabe wird gezogen, abgeschüttelt und auf Schwarmzellen abgesucht und zerstört. Hört sich kompliziert an, dauert aber mit etwas Übung nur fünf Minuten pro Volk. Besonders schnell geht das Zellenbrechen in der Dadant-Beute. Diese Methode hat den geringsten Einfluss auf den Honigertrag. Lassen sich die Völker damit nicht „im Zaum halten“, dann müssen Sie das Volk stärker manipulieren. Starkes Schröpfen durch Entfernen von mehreren Brutwaben reduziert nicht nur den Schwarmtrieb, sondern leider auch den Honigertrag. Der Zwischenbodenableger reduziert den Honigertrag weniger und ist deshalb besser.

 

Ablegerbildung integrieren

Ein Anfang Mai erstellter Ableger aus einer Wabe schafft es, eine gute Königin und konstanten Futterstrom vorausgesetzt, problemlos zu einem starken Volk eingewintert zu werden. Das moderate Schröpfen ist im geteilten Brutraum durch das stärker zergliederte Brutnest einfach. Etwas schwieriger ist es im ungeteilten Brutnest, vor allem, wenn durch ein Schied das Brutnest sehr kompakt gehalten wurde. Ein „Brutbrett“ einer Dadantwabe (entspricht ca. 8000 Brutzellen) hat nichts mehr mit moderatem Schröpfen zu tun. Ein „Brutbrett“ schränkt neben dem Schwarmtrieb dann später auch die Honigleistung ein. Eine etwas schwächere Brut-PollenFutterwabe ist zur Ablegerbildung besser geeignet.

 

Die „Rennpferde“ für das kommende Jahr

Ein Jungvolk auf neuem Wabenbau mit einer jungen Königin aus leistungsgeprüfter Nachzucht macht Ihnen das Imkern im kommenden Jahr leicht. Hier stimmt die Voraussetzung zur problemlosen Überwinterung und zu einem guten Honigertrag. Wer den Schwarmtrieb unterbindet muss selber für die Vermehrung sorgen. Jetzt geht es bereits los …

Kontakt zum Autor: Christian Dreher E-Mail: christian.dreher@llh.hessen.de

 

Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen. Fachzentrum Bienen und Imkerei
Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465
IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN
Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de

Quelle:
http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_06.pdf

~Info-Brief 05-2018

für die 16. KW
20. April 2018

Was zu tun ist:

  • Völkerkontrolle
  • Futterwaben entfernen
  • Raum geben
  • Drohenrahmen einsetzen
  • Wanderung vorbereiten
  • Schwarmkontrollen

Am Bienenstand

Stuttgart (tk) Achtung Explosionsgefahr! Die Vegetation wurde dieses Jahr durch die Witterung immer wieder ausgebremst – ebenso erging es unseren Bienenvölkern.

Hier im Süden explodiert gerade die Blüte – alles blüht nahezu auf einmal. Die Kirschblüte fällt fast komplett mit der Birnen- und Apfelblüte zusammen und der Raps gesellt sich seit ein paar Tagen auch dazu. Die für die nächsten Tage angesagten hohen Temperaturen werden diesen Vorgang zusätzlich beschleunigen.

Viele Völker hinken mit ihrer Entwicklung leider deutlich hinterher und werden wohl erst in den kommenden Tagen ebenfalls explodieren – da dürfte es an manchem Standort aber schon zu spät für ein gutes Sammelergebnis sein.

 

Drohnenrahmen

In anderen Jahren konnte man den Baurahmen schon im März problemlos geben – dieses Jahr war dies erst Wochen später der Fall. Den Baurahmen platziert man niemals im Brutnest, aber auch nicht ganz außen an der Zarge. Der ideale Platz ist am Rand des Brutnestes. Im Brutnest kann diese Störung bei ungünstiger Witterung zu Schäden in der Entwicklung des Volkes führen, und oder es wird Mischbau angelegt (d.h. Arbeiter- und Drohnenbrut durcheinander). Bewährt hat sich die „Position 2“ – neben der äußersten Wabe (Randwabe).

 

Warum sollte man unbedingt mit Baurahmen imkern?

Der Baurahmen erfüllt verschiedene Zwecke: Zum einen ist er ein guter Indikator, wie es dem Volk geht. Wird der Drohnenrahmen zügig und zusammenhängend ausgebaut ist alles in Ordnung und weitere Eingriffe ins Volk können vorgenommen werden – zum Beispiel die Erweiterung mit dem Honigraum. Der Baurahmen wird auch oft als Schwarmbarometer bezeichnet, da an ihm bevorzugt Schwarmzellen gebaut werden, sobald das Volk in Schwarmstimmung gerät. Weiterhin ermöglicht man den Bienen ihren Bautrieb zu befriedigen und vermeidet, dass die Bienen sich ihren Drohnenbau an unerwünschten Stellen errichten. Das kann Wildbau im Boden sein, oder auch in Form von umgebauten Arbeiterinnenzellen auf den Wabenflächen sein – beides erschwert die Arbeit für den Imker / die Imkerin.

Als Varroa-Falle hat sich der Baurahmen ebenfalls bewährt. Drohnenbrut ist für Varroa-Milben deutlich attraktiver als Arbeiterinnenbrut und wird daher bevorzugt zur Vermehrung aufgesucht. Der Drohnenrahmen kann daher auch sehr gut zur Befallsdiagnose genutzt werden, indem man den reifen Drohnenrahmen „köpft“. Dazu schneidet man die Zelldeckel mit einem langen Messer ab und klopft die Puppen, die möglichst das Rotaugenstadium erreicht haben sollten, aus den Waben auf eine helle Unterlage. Die Milben sind auf den weißen Puppen gut zu erkennen. Durch die Entnahme der verdeckelten Drohnenbrut lässt sich die Varroapopulation reduzieren, was sich in einem niedrigeren Befall im Spätsommer auswirkt. Diese Maßnahme ist besonders bei Völkern mit erhöhtem Befall dringend anzuraten und auch für Imker, die späte Trachten (z.B. Tannen- oder Heidetracht) nutzen wollen. Zurzeit schreitet die Entwicklung der Bienenvölker weitaus rascher voran als die der Varroamilben. Völker, die es bisher geschafft haben, kommen auch jetzt problemlos mit der Milbe zurecht. Diese Situation kann aber bei stärker befallenen Völkern bereits im Juni kippen und zwingt dann zum Eingreifen in Form einer Notbehandlung während der Tracht! Nutzen Sie daher die Möglichkeit den Milbendruck durch die Drohnenentnahme zu reduzieren! Weitere Vorteile der Drohnenbrut-Entnahme sind eine Dämpfung des Schwarmtriebs und die Gewinnung von unbelastetem Bienenwachs.

 

Wohin mit der Drohnenbrut?

Ja, dieser Frage muss man sich stellen und hierfür eine praktikable und sinnvolle Antwort finden. Da in jeder Imkerei die Voraussetzungen unterschiedlich sind, gibt es keine Patentlösung. Diese proteinreiche Biomasse einfach in den Müll zu werfen, mag für den ein oder anderen die einzig praktikable Lösung sein, wobei diese sicherlich nicht die Beste ist. Wer die Möglichkeit hat, kann die Drohnen selbst verfüttern (Bienen dürfen nicht dran kommen) oder jemandem abgeben, der dafür Verwendung hat (Tierhalter, Tierhandlung, Reptilienzüchter, Angler, Zoo usw.). Wer will kann die Drohnen auch für sich selbst als Leckerbissen zubereiten – schmeckt wirklich gut, wenn richtig zubereitet und man sich nicht scheut, das auszuprobieren.

Zur Wachsgewinnung wird die Drohnenbrut entweder in einen Sonnen- oder Dampfwachsschmelzer gegeben. Beide Geräte haben wie immer Vor und Nachteile. Mit einem strom- bzw. gasfressenden Gerät sind größere Mengen schneller zu verarbeiten, was besonders bei der verderblichen Drohnenbrut von Vorteil ist. Der Sonnenwachsschmelzer kostet bei der Anschaffung, später im Betrieb aber nichts mehr. Spielt die Sonne nicht mit, kann das aber auch eine muffige Angelegenheit werden. Aus ethischen Gründen sollte bitte darauf geachtet werden, dass man dieses „ungeborene Leben“ nicht unnötig leiden lässt (schnell verwerten!). „Vergessene“ Drohnenwaben verströmen nach kurzer Zeit einen unangenehmen Aasgeruch und in geschlossenen Behältern kann es zu einer weiteren Explosion kommen, die im Gegensatz zu den eingangs erwähnten sehr unangenehm ist!

Kontakt zum Autor:
Thomas Kustermann
Ruppmannstr. 21
70562 Stuttgart
Telefon: 0711 90413307
E-Mail: thomas.kustermann@rps.bwl.de

 

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Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_05.pdf

Imkerstammtisch im April 2018

Imkerstammtisch im April 2018

Wie schon zur Tradition geworden, wurde unser Imkerstammtisch am 13. April 2018 von unseren Imkern gut besucht. Treffpunkt war dieses Mal die Waldherberge & Gasthaus „Drei Tannen“ in der Jugendherberge Langenwetzendorf. Freunde und zukünftige Imker  fanden auch den Weg zur Jugendherberge, um Näheres über die Imkerei zu erfahren. Der Höhepunkt des Abends, ein Film über die Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ machte uns betroffen. Der Aufwand für Imker und Tierarzt ist doch beträchtlich. Immerhin müssen bei solchen Verdachtsmomenten alle Völker eines Standes untersucht werden und auch die Bienenvölker, die in Reichweite (ca 3-5 km)  stehen, müssen sich dieser Prozedur unterziehen.
Ansonsten gab es wieder viele Anregungen für junge Imker und für die Neulinge. Der lange Winter mit seinen Wetterkapriolen war Gesprächsstoff und vor allem wieviel Bienenvölker jetzt in die Saison starten können.

Abgucken erlaubt

Ein Imkerfreund gab der Runde gute Informationen, auch über den „Tellerrand“ zu schauen und bot die Monatsbetrachtungen des Imkermeisters Jürgen Binder an. Diese Monatsbetrachtungen sind über den Link oben nachzulesen.

Was kann oder sollte der Imker jetzt unternehmen bzw. unterlassen um den Bienen einen möglichst guten Start zu geben, welche Störungen sind zu unterlassen?
Unser Verein verfügt über Imkererfahrungen von über einem halben Jahrhundert. Ältere Imker, die bereits 60 Jahre imkern, berichten aus Ihrem Erfahrungsschatz und geben unseren Jungimkern Hilfestellung bei den Anfängen der Bienenhaltung.

Auch ein Dankeschön an das Team der Waldherberge & Gasthaus „Drei Tannen“ in der Jugendherberge Langenwetzendorf. Die Versorgung war tadellos, Essen und Trinken war ein Gaumenschmaus.

Imkerverein

Monatsbetrachtungen Feb-April 2018 (Jürgen Binder)

Monatsbetrachtungen von Febbruar bis April 2018

Lesen Sie hier Monatsbetrachtungen (Ratschläge und Tipps) rund um die Bienenhaltung. Jürgen Binder, erfahrener Imkermeister, führt einen Imkereibetrieb mit 100 bis 200 Völkern.
Hier spricht der Praktiker ( www.armbruster-imkerschule.de )


Öffnen Sie die nachfolgenden Links und es erscheinen die Inhalte der PDF- Dateien „Monatsbetrachtungen“

Februar 2018 – Jürgen Binder – Gut Imkern im Angepassten Brutraum
Monatsbetrachtungen

März 2018 – Jürgen Binder –  Die Durchlenzung im März – aus alt mach jung

April 2018 – Jürgen BInder – Brutentwicklung, Hatte das Volk zu wenig Futter? Energiehaushalt

~Erhebung zu Bienenverlusten 2017/2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach den ersten schönen Flugtagen wollen wir wieder unsere jährliche Erhebung zur Überwinterung der Bienenvölker starten.
Sollten Sie bereits einen Überblick über das Geschehen an Ihrem Stand/an Ihren Bienenständen haben, würden wir uns freuen, wenn Sie wieder unsere anonyme bundesweite Erhebung beantworten würden.
Damit können wir dann das Ausmaß der Verluste abschätzen, regionale Unterschiede herausarbeiten und mögliche Ursachen eingrenzen.

Die Ergebnisse werden wir dann wie gewohnt u.a. im Infobrief Bienen@Imkerei  veröffentlichen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

hier geht es zur Umfrage:

https://www.onlineumfragen.com/login.cfm?umfrage=84063