~Info-Brief 19-2018

für die 33. KW
10. Aug. 2018

Was zu tun ist

  • Räuberei vermeiden
  • Varroabehandlung beginnen
  • Jungvölker füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz vorbereiten

 

Am Bienenstand

Der Wachskreislauf

Hohenheim (kw) Bienenwachs war im Mittelalter ein seltener und deshalb sehr gefragter Rohstoff. Nur die Zeidler konnten das Material für die Kerzen der Königshäuser, Kirchen und Klöster liefern. Sie suchten bzw. bejagten wildlebende Honigbienen, die sich meist in hohlen Bäumen angesiedelt hatten, räumten den Großteil des Wabenwerks aus und konnten so Honig und Wachs gewinnen. Die Zeidler waren eine eigene Zunft mit hohem gesellschaftlichen Ansehen und mit eigener Gerichtsbarkeit.

Mit der Erfindung des Rähmchens setzte ein radikaler Wandel ein. Die Honigjagd der Zeidler wurde ersetzt durch eine bienenfreundlichere, nachhaltige Bewirtschaftung der Bienenvölker, weil die Brutnester der Bienenvölker durch den, jetzt beweglich gewordenen Wabenbau, nicht mehr zerstört werden mussten. Auf der anderen Seite führte diese Änderung dazu, dass diese Waben in den Völkern wesentlich älter wurden. Durch die häufige Bebrütung stieg die Zahl der in den Zellen verbliebenen Puppenhäute und Larvenkotreste in diesen Waben massiv an, ganz anders wie in den meist einjährigen Waben, die früher die Zeidler ernteten. Eine Folge war, dass Kerzen, die aus ausgeschmolzenem Wachs dieser Waben hergestellt wurden, sehr schlecht gebrannt haben. Die vielen Schwebstoffe im Wachs verstopften die Dochte und man begann das schwebstoffarme Entdecklungswachs, Wildbauwachs und das Wachs von Baurahmen für die Kerzenproduktion zu verwenden. Damit wurde aber, vor allem im deutschsprachigen Raum, eine Entwicklung eingeleitet, die heute wieder rückgängig gemacht werden muss. Es ist nämlich tatsächlich ein Wachskreislauf in den Bienenbüchern beschrieben worden, der zeigt, wie mit hocheffizienten Schmelzverfahren, z.B. dampfbetriebenen Spindelpressen etwa 99% des Bienenwachses aus dunklen Altwaben zurückgewonnen werden konnte. Dieses Wachs wurde durch eine Säurebehandlung optisch geschönt und konnte so wieder als gelbes Mittelwandwachs eingesetzt werden. Der Wachskreislauf im eigentlichen Sinn bedeutet also, dass altes Wachs tatsächlich zirkuliert und immer wieder in die Bienenvölker zurückkommt. Dies war in den Jahrzehnten vor der Einschleppung der Varroamilbe auch kein wirkliches Problem, weil es im Rahmen der Mittelwandproduktion möglich war, Krankheitserreger im Wabenwerk abzutöten. Von den Mittelwänden, hergestellt aus Altwachs, ging also keinerlei Gefahr aus.

Diese Situation hat sich aber schlagartig geändert, als synthetisch hergestellte Varroazide, wie Perizin oder Apistan flächendeckend zum Einsatz gekommen sind und sich das Wabenwerk in den Bienenvölkern nahezu auf der ganzen Welt damit angereichert hatte. Jetzt wurde dieses Recyling zum großen Problem, weil sich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, im Rahmen der Altwachsverarbeitung diese Wirkstoffe nicht entfernen oder zerstören lassen. Dies betrifft im Übrigen auch eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln, die mit Pollen und Nektar in die Bienenvölker eingetragen werden. Mit Rückständen belastete Mittelwände werden so ein Risiko für die Honigqualität, weil es zu Diffusionsprozessen aus dem Wachs in den Honig kommen kann. Dies betrifft aber auch das Futter, in dem die jungen Bienenlarven schwimmen. Auch dort können Wirkstoffe, die aus dem Mittelwandwachs stammen, gefunden werden. Bienenwachs neigt dazu, sich mit Wirkstoffen aus der Umweltbelastung, der Landwirtschaft und mit Betriebsmitteln der Imkerei anzureichern. Je älter es werden darf, und genau das wird über Wachsrecyling erreicht, umso mehr Wirkstoffe können im Wachs nachgewiesen werden und umso kritischer wird es im Hinblick auf die der Bienengesundheit und die Qualität der Bienenprodukte.

Deshalb darf es den Wachskreislauf im ursprünglichen Sinne nicht mehr geben, sondern wir sollten verstärkt das Baurahmenwachs, es ist das rückstandsärmste Wachs im Bienenvolk, und das Entdecklungswachs für die Mittelwandproduktion verwenden. In den Richtlinien der Ökoverbände ist dies übrigens schon seit langer Zeit so vorgeschrieben.

Kontakt zum Autor:
Dr. Klaus Wallner
E-Mail: Klaus.Wallner@uni-hohenheim.de

 

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Blühphasenmonitoring
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Varroawetter
www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_19.pdf

~Info-Brief 18-2018

für die 31. KW
27. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz der Bienenvölker vorbereiten
  • Varroabehandlung beginnen
  • Bei allen Arbeiten Räuberei unbedingt vermeiden

  

Am Bienenstand

 Die Varroabekämpfung steht an!

Veitshöchheim (sb) Das Bienenjahr neigt sich dem Ende zu. In vielen Regionen sind die Trachtquellen schon frühzeitig versiegt. In Regionen ohne Spättracht haben die meisten Imkereien schon begonnen abzuräumen. Jetzt steht die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder Thymol unmittelbar bevor. Aber auch in den Regionen mit noch vorhandener Tracht sollte die Varroaentwicklung und –bekämpfung frühzeitig berücksichtigt und eingeplant sein. Keinesfalls darf man sich von einem niedrigen Varroabefall in Nachbarständen täuschen lassen. Der Milbenbefall verschiedener Stände in einer Region kann sehr stark unterschiedlich sein. Letztlich ist der Befallsgrad der Völker für den richtigen Zeitpunkt der Behandlung ausschlaggebend und nicht der jeweilige Trachtverlauf. Im vorletzten Infobrief (Infobrief 2018_16 vom 13.07.2018) wurden die Methoden der Befallsbestimmung und die zugelassenen Varroabehandlungsmittel vorgestellt. Jetzt muss abhängig vom gewählten Verfahren der Befallsbestimmung und vom Befallsgrad reagiert werden. Hierfür können die Angaben von Schadschwellen zur Orientierung dienen. Diese Angaben sind natürlich nur grobe Näherungswerte, s. Tabelle. Diese Werte können natürlich nur zur groben Orientierung dienen. Sie sind klar abhängig von dem jeweiligen Volkszustand. Ein schwaches Volk, mit gleichem, natürlichen Milbenabfall wie ein starkes Volk, ist deutlich stärker gefährdet.

 

Der Varroa an den Kragen

Nach dem Abräumen der Honigräume wird zuerst eine Futterkontrolle durchgeführt. Da wo Bedarf ist, einen kurzen Futterstoß geben. Dann kann die Behandlung beginnen.

Wichtig für die Behandlung der Völker ist die Anwendung von gut erprobten, wirkungsvollen Bekämpfungsvarianten. Eine gute Orientierung bieten die Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, diese sind erprobte Konzepte die, bei konsequenter Umsetzung, eine erfolgreiche Varroabekämpfung gewährleisten, z.B.:

Behandlungskonzept Bayern

Behandlungskonzept Hohenheim

Behandlungskonzept Kirchhain

Während bei der Behandlung der Völker mit Thymol fertige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen, ist das bei der Ameisensäure anders. Neben dem Tierarzneimittel Mite Away Quick Strips® (MAQS®) ist die Anwendung von Ameisensäure 60 % ad us. vet. in verschiedenen Anwendungsformen weit verbreitet. Hierbei ist aber nicht jede Anwendungsform gleich wirksam.

Eine größtmögliche Wirksamkeit der Ameisensäurebehandlung kann durch die Verwendung eines Verdunstersystems erreicht werden. Verdunster wie der Nassenheider professional oder der Liebig-Dispenser zeigen sehr günstige Behandlungsergebnisse und bieten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Verdunstersysteme werden nach dem Entfernen eventueller Wachsbrücken auf die Rähmchen aufgestellt. Als zusätzlicher Raum bietet sich eine Flachzarge oder ein umgedrehtes Futtergeschirr an. Es geht auch eine leere Vollzarge, aber je weniger zusätzlicher Raum umso besser. Die Verdunster verfügen über eine Skalierung an den Vorratsbehältern, mit deren Hilfe die Verdunstungsmenge abgelesen werden kann und mit den in der Gebrauchsanweisung angegeben Werten für eine optimale Behandlung verglichen werden können. Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure 60% ad us. vet.! Alternativ zu den Verdunstern konnten auch mit dem Mite Away Quick Strip® (MAQS®) hohe und verlässliche Behandlungserfolge erzielt werden.

Video zur Behandlung mit dem Nassenheider professionell

 

Teilen und Behandeln

Neben der Anwendung von Thymol oder Ameisensäure kann auch das Konzept „Teilen und Behandeln“ zur Anwendung kommen. Hierbei steht durch die Kombination von Völkerteilung (und eventuell anschließender Rückvereinigung) und Behandlung mit Milch- oder Oxalsäure im brutfreien Zustand ein Verfahren zur Verfügung, das auch bei Witterungsverläufen einsetzbar ist, bei denen Thymol oder Ameisensäure nicht gut einsetzbar sind. Teilen und behandeln

 

Das Wetter unbedingt beachten!

Für Ameisensäure wie für die Thymolpräparate gilt, der Wirkstoff wird durch Verdunstung freigesetzt und diese ist von den Außentemperaturen abhängig. Für eine gute Wirksamkeit der Behandlung sind ausreichend hohe, aber auch nicht zu hohe Tageshöchsttemperaturen Voraussetzung! Hier kann das „Varroawetter“ bei der Entscheidung wann die Behandlung am besten durchzuführen ist helfen. Das Varroawetter gibt eine grobe Orientierung, ob für die jeweils gewählte Behandlungsvariante für den geplanten Zeitpunkt günstige Witterungsbedingungen bestehen. Natürlich kann das nur eine grobe Orientierung sein. Es ist eine Prognose und kann nicht die kleinklimatischen Bedingungen jedes Bienenstandes berücksichtigen.

Tabelle Schadschwellenbestimmung mit der Bodeneinlage im Juli (Landesanstalt für Bienenzucht Hohenheim):
< 5 Milben / Tag = „akut noch keine Gefahr“.
5–10 Milben / Tag = starker Befall und Behandlung zeitnah durchführen.
> 10 Milben / Tag = sofortige Maßnahmen einleiten.

Leider auch Melezitose

Es mehren sich aus vielen Gebieten in Bayern (Spessart, Oberpfalz, Allgäu) aber auch anderen Bundesländern Meldungen über den Eintrag von schnell kristallisierendem Honig. Hier haben die Bienen Honigtau mit hohen Anteilen Melezitose eingetragen. Melezitose ist ein Dreifachzucker der sich aus zwei Molekülen Glukose und einem Molekül Fruktose zusammensetzt. Honig mit einem hohen Anteil Melezitose wird sehr schnell sehr zäh und fest, eine Schleuderung ist fast unmöglich. Honig aus schleuderbaren Waben enthält entweder noch Anteile anderer Honige oder der Honig ist nicht reif, und es muss mit Gärung gerechnet werden.

Das Auftreten von Melezitose ist immer mit viel Arbeit und nicht geringen Gefahren für die Bienenvölker verbunden. Die Bienen arbeiten sich mit dem Eintrag des Honigs ab, die Waben können nicht normal geerntet werden und sind auch nicht als Winterfutter zu gebrauchen. Häufig ist auch eine Abwanderung der Völker nicht möglich. Was also ist zu tun?

Wer nur geringe Mengen in den Völkern hat, sollte die Waben entnehmen und diese im Frühjahr in kleinen Mengen für die Ablegerfütterung verwenden. Eine Überwinterung auf Melezitose ist gefährlich, da die Bienen das Futter im Wintersitz nicht auflösen können, und damit die Kotblase belastet wird. Ruhr und Nosema sind häufig die Folge.

Auf jeden Fall sollten die Bienen Platz bekommen, damit sie den Honig nicht im Brutnest ablegen. Bei Auftreten von Melezitose ist der Bautrieb oft sehr gut, so dass durch Zugabe von Mittelwänden ein Teil der Energie in Wachs fließt. Allerdings halten die wenigsten Imker Ende Juli einen entsprechenden Vorrat an Mittelwänden vor. Es gibt verschiedene Verfahren Melezitosehonig von den Bienen umtragen zu lassen. Infos zum Vorgehen gibt ein Merkblatt auf der Internetseite des Instituts für Bienenkunde und Imkerei.

Merkblatt Melezitosehonig

Kontakt zum Autor: stefan.berg@lwg.bayern.de

 

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Quelle:

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~Info-Brief 17-2018

für die 30. KW
20. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz der Bienenvölker vorbereiten
  • Honig rühren
  • Winterfutter beschaffen
  • Bei allen Arbeiten Räuberei unbedingt vermeiden

 

 Am Bienenstand

 Nachtrachtpflege Grundstein für das nächste Jahr

Hohen Neuendorf (jr) Das diesjährige besonders frühe Ende der Massentrachten stellt besondere Anforderungen an die Nachtrachtpflege. Denn die Bienenvölker bereiten sich bereits ab dem Hochsommer auf den Winter vor. Dabei ist Nektar der Treibstoff des Bienenvolkes. Ohne Nektar sind die Völker wenig motiviert, Brut aufzuziehen. Somit muss der Imker für Ersatz sorgen. Schließlich wird mit der Nachtrachtpflege der Grundstein für das nächste Jahr gelegt. Dabei ist zu beachten: Während die Jungvölker noch wachsen, haben die Altvölker ihren Entwicklungshöhepunkt längst überschritten.

 

Pflege der Jungvölker

Nachdem die Jungvölker in einer möglichst von verdeckelter Brut freien Phase gegen Varroa-Milben behandelt wurden, benötigen sie einen kontinuierlichen Futterstrom, um sowohl weiterzubauen als auch das Brutnest auszuweiten. Da Fütterung gerade bei Trachtmangel nicht nur den Brut-, Putz- und Bautrieb sondern auch den Sammeltrieb anregt, fördert sie die Räubereigefahr. Insofern sollten die Fluglöcher eng gehalten werden, so dass sie sicher zu verteidigen sind. Letzteres geht umso besser, wenn sich der Bienensitz nahe am Flugloch befindet bzw. das Flugloch nahe am Bienensitz. Hier haben Imker mit quadratischen Beuten einen Vorteil: Besetzt das Jungvolk deutlich weniger als 1 Zarge, wird diese auf Querbau gedreht, mit dem Bienensitz zum Flugloch. Oder das Flugloch wird durch eine entsprechende Einengung seitlich zum Bienensitz hin verschoben.

Die Reizwirkung nimmt von Honiglösung mit der stärksten Reizwirkung und gleichzeitig höchsten Räubereigefahr über Zuckerlösung und Futterteig zu Maische hin ab. Mittelwände werden nur noch einzeln neben das Brutnest gehängt, aber auch nur so lange, wie sie zügig ausgebaut und freudig bebrütet werden. Andernfalls behindern sie die weitere Entwicklung. Besser werden jetzt honigfeuchte, schon einmal bebrütete Waben angenommen, die aber wiederum Räuberei fördern. Doch Reizfütterung und Erweiterung helfen wenig, wenn kein ausreichender Futtervorrat vorhanden ist. Dieser ist zuvor zu kontrollieren und sollte je nach Stärke der Jungvölker 1-2 volle Waben umfassen. Bei Futtermangel werden entsprechend Honigwaben in die Zukunft investiert.

 

Brutnest kontrollieren!

Zu kontrollieren ist bei den Erweiterungsmaßnahmen auch das Brutnest. Ist es gleichmäßig oder eher lückenhaft? Gibt es Auffälligkeiten an den Zelldeckeln oder im Zellinneren – seien es Verfärbungen oder Beschädigungen? Dann sollte ein Bienensachverständiger des Imkervereins zu Rate gezogen werden, um eine Klärung herbeizuführen. Ggf. ist eine labordiagnostische Untersuchung durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt oder das nächste Bieneninstitut ratsam. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist auf jeden Fall umgehend telefonisch zu informieren, wenn abgestorbene Brut sichtbar wird und sich an einem hineingesteckten Streichholz oder einer Pinzette beim Herausziehen bzw. Auf- und Zuschnappen ein Faden bildet. Hier liegt Verdacht auf Amerikanische Faulbrut vor.

Flitzen braune oder schwarze ca. 5 mm lange Käfer schnell in dunkle Ecken oder bewegen sich mehrere Larven ohne Gespinst auf/in den Waben, sind diese in einem festen, durchsichtigen Kunststoffbehälter oder einem dichten Honigglas zu verwahren. Der Amtstierarzt ist ebenfalls umgehend zu informieren. Hier besteht der Verdacht auf Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer. Nur wenn er frühzeitig erkannt wird, besteht die Chance, ihn wieder zu tilgen. Zahlreiche Importe von Bienenvölkern bergen leider eine permanente Einschleppungsgefahr. Weitere Informationen zum Kleinen Beutenkäfer finden Sie auf der Homepage des FLI (Friedrich-Loeffler-Institut).

Sind auch die Bienen alle unauffällig oder erscheinen einzelne Arbeiterinnen klein und schwarz, eventuell sogar ohne Flügel? Dann dürften sich die Varroa-Milben explosiv vermehrt haben und deren wirksame Bekämpfung ist nun umgehend erforderlich. Ameisensäure im Nassenheider Verdunster gemäß Gebrauchsanweisung ist hierfür eine gute Option. Auflösen schwacher Völker Jungvölker, die sich im Vergleich zu anderen schlechter entwickeln, weil z. B. neben Arbeiterinnenbrut auch oder gar ausschließlich Drohnenbrut gepflegt wird, werden aufgelöst. Dazu wird die Beute von ihrem bisherigen Platz entfernt, die Königin sofern auffindbar abgedrückt und die Bienen werden abgefegt. Die Waben werden bienensicher verwahrt und zügig eingeschmolzen. Schließlich bereiten Jungvölker, die sich nicht von Anfang an freudig entwickeln unnötig Arbeit und Sorgen. Auch in der Natur hätten sie keine reale Chance. Insofern unterstützen wir mit dem Auflösen wenig vitaler Völker die natürliche Auslese.

 

Pflege der Altvölker

Auch bei den Altvölkern wird geprüft, welche in das nächste Jahr gehen sollen. Oft sind diese umzuweiseln, zumal mit zunehmendem Alter der Königin die Gefahr von Winterverlusten steigt. Junge bis einjährige Weiseln sind am leistungsfähigsten. Schon im zweiten Jahr lässt die Fruchtbarkeit dieser weiblichen Wesen nach. Die Umweiselung erfolgt am sichersten mit einem Jungvolk durch Aufsetzen unmittelbar vor der Einfütterung oder nur mit einer begatteten Weisel nach der Einfütterung – geschieht also zu einem Zeitpunkt, zu dem die bisherige Weisel durch Verringerung der Eiablage weniger Pheromon abgibt und im Vergleich zu einer seit mehreren Wochen aktiven Jung-Königin an Attraktivität verloren hat. Aber auch Völker, denen jetzt die gesamte Brut entnommen wird, nehmen eine neue Königin problemlos an. Dabei bietet es sich an, die alte Königin bei der Brutentnahme zu käfigen, eine Varroa-Bekämpfung mit einer organischen Säure durchzuführen und dann die alte Königin durch eine neue unter Futterteigverschluss zu ersetzen.

 

Wintersitz einrichten

Bei Völkern, die allein oder durch Vereinigung in den nächsten Winter gehen sollen, konnte schon während der letzten Haupttracht der spätere Wintersitz eingerichtet werden. Solange die Bienen draußen Nahrung finden, besteht keine Räubereigefahr. Das lässt den Imker einfacher und schneller an den Völkern arbeiten und schont die Nachbarn. Worauf ist zu achten? Auch hier gilt wie bei den Jungvölkern: Brutnest und Bienen sind genau in Augenschein zu nehmen, um kleinste Veränderungen zu entdecken. War die Tracht eher mäßig oder der Honigraum im Verhältnis zu Brutraum und Nahrungseintrag reichlich bemessen, kann der Honigvorrat im Brutraum dürftig ausfallen. In Vorbereitung der letzten Honigernte ist daher auf ausreichend Nahrungsvorrat im Brutraum zu achten: Fünf bis zehn Kilogramm Blüten-Honig (2-4 volle Waben zzgl. Futterkränze) sollten dem Bienenvolk verbleiben, um jeglichen Mangel zu vermeiden. Das gilt selbstverständlich nicht für Wald- und Melizitose-Honig. Diese Honige erschweren eine erfolgreiche Überwinterung und sind daher zu entfernen, was eine umso konsequentere Fütterung unmittelbar nach der Honigernte notwendig macht. Einzelne Mittelwände bzw. bislang unbebrütete Waben (Jungfernwaben) werden aus dem Brutraum entfernt. Sie werden nun nicht mehr angenommen und engen somit das Brutnest ein, beschränken also die Aufzucht von Winterbienen. Selbst an Jungfernwaben mit dem ersten Brutsatz wird gelegentlich sichtbar, ab wann die Weisel unbebrütetes Wabenmaterial verschmäht: Neben etwas verdeckelter Brut befinden sich weder Stifte noch Larven. Solch eine einzelne Jungfernwabe mit wenig Brut kann am äußersten Rand der Beute zurückbleiben, damit die Bienen noch schlüpfen können. Innerhalb des Wabenwerks würden unbebrütete Waben im Winter die Bienen als Kältebrücke davon abhalten, auf das dahinter liegende Futter weiterzurücken und somit den Hungertod heraufbeschwören. Das ist ein scheinbarer Widerspruch zur verbreiteten Empfehlung, den Brutraum vor der Einfütterung mit unbebrüteten, möglichst honigfeuchten Waben oder mit Mittelwänden zu erweitern. Das funktioniert auch tatsächlich – allerdings nur, wenn die hellen Waben nicht einzeln vorhanden sind sondern als einheitlicher Block, der eine komplette Zarge füllt.

Auch bei den Altvölkern ist es gerade aufgrund des verbreitet frühen Trachtendes sinnvoll, mittels Reizfütterung für einen kontinuierlichen Futterstrom zu sorgen. So wird die Brutaufzucht ebenso angeregt wie die Ausnutzung des vorhandenen Pollenangebotes. Die Wintereinfütterung vorzuziehen, würde dagegen zu einer frühen Einschränkung des für die Brutaufzucht verfügbaren Raumes und zu ungleichen Vorräten bis zum Herbst führen.

 

Wohin mit den Baurahmen?

Die Baurahmen werden letztmalig ausgeschnitten und aus Völkern, die einzargig überwintert werden sollen, entfernt. Sie benötigen den gesamten Raum, um ausreichend Futter einzulagern und darunter die Wintertraube anzulegen. Bei zweizargig zu überwinternden Völkern brauchen die beiden Baurahmen nur an jeweils eine Seitenwand der untersten Zarge gerückt werden. Da das schrumpfende Wintervolk nicht eckig, sondern abgerundet sitzt, werden die Ecken und Kanten nicht von Bienen besetzt. Hier besteht die Gefahr, dass Wabenschimmel auftritt, der nun durch die entsprechend bessere Belüftung vermieden wird. Zudem erspart sich der Imker unnötige Arbeit: Die Baurahmen müssen im Spätsommer nicht durch Waben ersetzt werden und im Frühjahr braucht man keine entnehmbaren Waben suchen, um die Baurahmen einhängen zu können. Es wird im Frühjahr einfach nur deren Position geändert.

 

Räuberei vermeiden!

Die Honigräume bleiben bei der Durchsicht der Bruträume zunächst unbeachtet und werden unversehrt wieder auf die Völker gestellt. Denn je weniger mit Honigwaben hantiert wird, desto ruhiger bleiben die Bienen bei nachlassender Tracht. Erst wenn alle Bruträume fertig sind und noch immer Ruhe am Stand herrscht, kann der Honig nach Trachtschluss geerntet werden. Aufgrund der verbreitet extrem trockenen Witterung und ausgesprochen kühlen Nächten liegt der Wassergehalt des Honigs meist ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen ziemlich niedrig. Nur an Standorten mit wechselhafter Witterung sollten mehrere Tage ohne Niederschlag und mit geringer Luftfeuchtigkeit abgewartet werden. Er sollte aber rechtzeitig vor Beginn der Varroa-Behandlung der Völker geerntet werden, damit die Behandlung bei optimaler Witterung beginnen kann. Details zur Varroa-Bekämpfung finden Sie im nächsten Info-Brief in einer Woche. Eile ist mit der Honigernte jedoch geboten, wenn das Jakobskreuzkraut großflächig auftritt. Hier sollte der Honig geerntet werden, sobald er reif ist, um den Eintrag von giftigen Pyrrolizidinalkaloiden (PAs) zu vermeiden. Zudem sind die Nutzungsgewohnheiten der angrenzenden Gärten durch die Nachbarn zu berücksichtigen. Bei Trachtmangel reagieren die Bienen oft unruhiger auf Eingriffe durch den Imker, was sich auch in der näheren Umgebung bemerkbar machen kann.

Kontakt zum Autor: Dr. Jens Radtke Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

 

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Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_17.pdf

~Info-Brief 16-2018

für die 29. KW
13. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Varroadiagnose
  • Jungvölker pflegen
  • Auf Räuberei achten
  • Trachtabhängig: Völker abernten ausgeschleuderte Waben auslecken lassen
  • Wintersitz vorbereiten
  • Futterkontrolle
  • Varroabekämpfung vorbereiten/durchführen

 Am Bienenstand

Kirchhain (cd)

Geheimtipps

… bei der Varroabekämpfung können Sie sich ruhig sparen. Meistens lösen sich diese „Geheimtipps“ genauso schnell auf wie Ihre Bienenvölker. Zurück bleiben nur tote Völker und enttäuschte Imker. Setzen Sie lieber auf gut erprobte, wirkungsvolle und zugelassene Behandlungsmittel und Methoden. Davon gibt es zuhauf. Biotechnische Methoden und Mittel auf der Basis organischer Säuren sollten Sie aber bevorzugen. Sie hinterlassen keine problematischen Rückstände in den Bienenvölkern. Aber letztendlich ist es egal, mit welchen zugelassenen Mitteln Sie der Milbe auf den Leib rücken. Viele Wege führen nach Rom. Sie müssen aber wissen, wann Sie „die Reise“ antreten müssen, und ob Sie das Ziel schon erreicht haben. Das schaffen Sie nur durch die Varroadiagnose. Und die dürfen Sie sich auf keinen Fall sparen.

 

Kontrolleure haben den Durchblick

Die Milbenbelastung der Völker ist ein individuelles Problem und fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Während sich ein Großteil der Völker ähnlich verhält, gibt es immer wieder Ausreißer. Der Ausreißeranteil liegt in der Regel bei 5 % bis 15 % der Völker. Diese Völker werden Sie verlieren, wenn Sie sie nicht entdecken. Die Erfolgsformel lautet: Ab der zweiten Jahreshälfte werden alle Völker regelmäßig kontrolliert.

Zur Varroadiagnose sind die Bienenprobe oder die Gemülldiagnose geeignet. Für welches Verfahren Sie sich entscheiden, ist eher zweitrangig. Entscheidend ist nur, dass das Verfahren geeignet ist, und vor allem richtig und sorgfältig angewendet wird. Grundsätzlich haben alle Methoden Fehlerquellen und können falsche Ergebnisse produzieren. Und grundsätzlich werden im Fehlerfall immer zu niedrige Werte produziert. Und das ist fatal: Ihnen wird ein gesundes Bienenvolk vorgegaukelt, obwohl die Bienen krank sind. Die Fehlerquellen sind bei jeder Methode anders.

 

Trocken und staubig …

… muss es bei der Puderzuckermethode zugehen. Zunächst müssen Sie eine ausreichend große und repräsentative Bienenmenge sammeln. Ein wichtiger Punkt und eine zentrale Fehlerquelle. Leider sind die Milben nicht gleichmäßig auf der Bienenpopulation verteilt. Eine bienenbesetzte Futterwabe aus der oberen Zarge kann die geeigneten Probanden liefern. Die Bienen werden auf eine Folie gestoßen, diese wird einmal zusammengelegt und die Bienen in einen Becher gefüllt. Ein 125ml-Urinbecher ist ein gutes Maß. Ein voller Becher fasst die erforderlichen 500 Bienen. Die Bienenmenge sollten Sie durch Wiegen genau bestimmen. Zehn Bienen wiegen etwa ein Gramm, also brauchen Sie rund 50 Gramm Bienen. Die Bienen werden sofort mit drei bis fünf Esslöffel feinem und trockenem Puderzucker in einen Varroa-Schüttelbecher gegeben und geschüttelt. Den Becher drei Minuten stehen lassen und dann über ein feines Sieb eine Minute gründlich ausschütteln. Die Milben werden durch das Feinsieb aufgehalten und können ausgezählt werden (https://www.youtube.com/watch?v=- ZQmm78nMnE). Hier darf keine Feuchtigkeit ins Spiel gekommen sein. Feuchtigkeit könnte beispielsweise durch den Mageninhalt der Bienen oder durch feuchte Witterung in den Becher gekommen sein. Dann klappt diese Methode nicht.

Besonders sparsame Imker fangen diesen Puderzucker auf und verwenden ihn mehrfach. Das ist aber keine gute Idee. Der Puderzucker hat in jedem Fall Feuchtigkeit aufgenommen und wird qualitativ immer schlechter. Weg damit, oder den Zucker direkt an die Bienen verfüttern. Wenn Sie Lust haben, können Sie natürlich auch noch einen Kuchen daraus backen. Dann wird selbst aus einem gewöhnlichen Marmorkuchen ein „Bienenkuchen“.

 

Mein lieber Schieber

Viele Imker setzen auf die Gemülldiagnose. Und das aus gutem Grund. Hier kann zu jeder Tageszeit und Witterung ohne Störung der Bienen über den natürlichen Milbenfall die Belastung abgeschätzt werden. Unter dem Gitterboden wird für ca. drei Tage die Bodeneinlage eingeschoben. Es werden alle Milben, die hellen, wie auch die dunklen Milben gezählt und durch die Verweildauer in Tagen geteilt. Die „Einheit“ lautet Milben / Tag. Hier gibt es aber auch Fehlerquellen. Eine Bausperre reduziert den Milbenabfall genauso wie, wenn das Gitter nicht vollflächig den Boden abdeckt. Das Hauptproblem liegt aber wo anders: Ohrenkneifer, Ameisen und Co. können zu einem echten Problem werden. Sie fressen und tragen Gemüll weg und reduzieren die Milben auf der Bodeneinlage. Dann klappt diese Methode auch nicht gut. Das können Sie aber vermeiden. Holen Sie die Völker aus dem Dreck Stellen Sie die Völker nicht zu bodennah auf und halten Sie das Gras kurz. Eine ordentliche Höhe der Beutenständer schont nicht nur Ihren Rücken, sondern beugt auch „Untermietern“ vor. Die Beuten sollten auch nicht auf einer geschlossenen Palette stehen. Das Gemüll muss ungehindert auf den Boden fallen können. Ansonsten sammelt sich Gemüll auf dem Lager an und zieht Mitesser an. Hilfreich kann das Fetten des Bodenschiebers sein. Viel hilft dabei viel. Durch einen dünnen Fettfilm, oder durch in Tücher gebundenes Öl lassen sich Ameisen auf keinen Fall beeindrucken. Eine dicke Öl- oder Fettschicht macht mehr Eindruck. Außerdem bleiben die Milben am Schieber haften und können nicht mehr durch den Wind weggeblasen werden. Der Bodenschieber wird nur für ca. drei Tage eingeschoben. Danach wird er wieder entfernt und das Gitter bleibt offen. Ansonsten gewöhnt sich das „Ungeziefer“ an den Bodenschieber als Futterstätte.

 

Das muss man sich merken

Die Schwellenwerte, bei denen Sie handeln sollten, sind bei der Bienenprobe anders als bei der Gemülldiagnose. Bei der Bienenprobe: Die Schadschwelle wird im Juli bei 3 Milben / 100 Bienen erreicht und sinkt fortlaufend bis Brutstillstand auf 1 Milbe / 100 Bienen. Bei der Gemülldiagnose: Die Schadschwelle wird im Juli bei 10 Milben / Tag erreicht und sinkt fortlaufend bis Brutstillstand auf 1 Milbe / Tag. Beachten Sie die Schadschwellen und handeln Sie danach. Liegen Sie noch deutlich unter den Schadschwellen, muss eine Varroabehandlung zumindest nicht unmittelbar erfolgen. Vor allem wenn Sie erheblich darunter liegen, sollten Sie den Medikamenteneinsatz abwägen. Wo eine Wirkung, da ist auch eine Nebenwirkung. Bei einem gesunden Patienten richten Ameisensäure, Oxalsäure und Co. mehr Schaden als Nutzen an. Sind die Schwellenwerte erreicht, muss aber zügig gehandelt werden um die Völker zu entlasten. Das kann auch außerplanmäßig nötig sein. Welches Verfahren Sie wählen sollten, hängt nicht zuletzt von der Jahreszeit und der Witterung ab. Ameisensäure und Thymolpräparate sind in ihrer Wirkung von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Mit sinkenden Temperaturen lässt ihre Wirkung nach, zu hohe Temperaturen können die Bienen schädigen. Hier kann das „Varroawetter“ (www.varroawetter.de) bei der Entscheidung, wann die Behandlung am besten durchzuführen ist, helfen. In einem nassen und kalten Jahr, oder wenn Sie noch spät reagieren müssen, kann es aber trotzdem schwierig werden. Bei den biotechnischen Methoden spielt das Wetter keine Rolle. Eine komplette Brutentnahme mit anschließender Oxalsäurebehandlung kann auch noch spät im Jahr erfolgen. Die Oxalsäure arbeitet im brutfreien Zustand völlig witterungsunabhängig.

 

Bis zur Wintersonnenwende

Gerade im Herbst werden die Völker gerne vergessen, und dann „scheppert“ es doch noch. Wer früh mit der Spätsommerpflege beginnt, der ist meistens auch früh fertig. Aber erst im September und im Oktober schlüpfen die Winterbienen. Sie müssen gesund und vital zur Welt kommen. Bis dahin kann noch viel passieren. Die Populationsdynamik der Varroamilbe stellt uns immer wieder vor Rätsel und sorgt für Überraschungen. Deshalb liegt der Schlüssel zum verlustfreien Imkern in der Varroadiagnose, und nicht in der Varroabekämpfungsmethode. Es kommt auch nicht darauf, an wie viele Milben während oder nach der Behandlung fallen. Es kommt darauf an, wie viele Milben überlebt haben. Und das müssen Sie wissen.

Kontakt zum Autor:

Christian Dreher christian.dreher@llh.hessen.de

 

 

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~Info-Brief 15-2018

für die 27. KW
29. Juni 2018

Am Bienenstand

Hohenheim (vs) Um als Imker Waldhonig – auch genannt Honigtauhonig – zu ernten, ist es durchaus sinnvoll, ein Auge auf die Honigtauerzeuger zu haben. Diese stechen die Siebröhren der Bäume an, auf denen sie leben. Mit Hilfe der Siebröhren befördert der Baum zum Wachstum wichtige Nährstoffe über die Wurzeln und den Stamm in alle Zweige, Nadeln oder Blätter. Die Nährstoffe befinden sich im so genannten Siebröhrensaft, welcher auch den Honigtauerzeugern zum Wachstum dient. Die darin enthaltenen, nicht benötigten Zucker, scheiden die Honigtauerzeuger in großen Mengen als Honigtau aus. Diese Tropfen werden unter anderem von unseren Honigbienen aufgenommen und im Stock zu Waldhonig verarbeitet. Wer also weiß, wo welche Honigtauerzeuger vorkommen und honigen, der weiß auch, wo man am besten hinwandert, um Waldhonig zu gewinnen.

 

Die Melezitose

Der Dreifachzucker Melezitose stellt eine Gefahr für den Imker dar, da der Zucker bei hohen Konzentrationen zur Auskristallisierung des Waldhonigs führt. Der so genannte Zementhonig wird steinhart und muss unter hohem Aufwand weiter behandelt werden, um überhaupt geerntet zu werden. Die meisten Imker nehmen den Verlust der Waben in Kauf. Jedoch kann die Melezitose auch gemieden werden. Er kommt hauptsächlich im Fichtenhonig und besonders im Honigtau der Großen schwarzen Fichtenrindenlaus (Cinara piceae) vor. Wer die Läuse beobachtet, weiß, welche Standorte man meiden kann, um die Problematik mit dem eigentlich sehr schmackhaften Zementhonig zu umgehen.

Wer noch offene aber bereits trübende Honigwaben im Fichtenwald hat, könnte bereits kristallisierenden Honig haben. Die schnelle Kristallisation deutet auf Melezitosehonig hin. Die sandige Konsistenz kann durch eine Geschmacksprobe ermittelt werden. Möchte man den Honig trotz aller Mühen ernten, kann man ihn bei Einsatz von Naturwaben als Wabenhonig anbieten oder am besten frühzeitig ausschleudern. Auch können entdeckelte und bewässerte Melezitosewaben von den Bienen umgetragen werden. Als Winterfutter sollte Melezitosehonig jedoch auf keinen Fall eingesetzt werden, da die Verdauung dieses Honigs für die langlebigen Winterbienen zu Darmproblemen führen kann.

 

Das Honigtaujahr April bis Juni 2018

Eine erfreuliche Nachricht für alle Waldhonig-Imker ist dieses Jahr, das der Anteil an Melezitose im Honigtau bisher gegen Null geht. Das es insgesamt wenig Honigtau gibt, ist natürlich weniger erfreulich. Aber nun der Jahresablauf für Baden-Württemberg, hauptsächlich für den Schwarzwald und das schwäbische Keuper-Lias Land.

Anfang des Jahres, bereits im April, konnte man erste einzelne Honigtautropfen finden. Das Bienenjahr hat früher angefangen und so auch der Jahreszyklus der Honigtauerzeuger. Sehr vereinzelt waren die kleine und große Lecanie (Physokermes hemicryphus und P. piceae) vorhanden, vermutlich wurden diese im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren stark parasitiert (Schlupfwespen) oder von Vögeln gefressen. Im Mai kam die Grün gestreifte Fichtenrindenlausar (Cina stroyani) und die Stark bemehlte Fichtenrindenlaus (Cinara costata) hinzu. Die Läuse traten zwar vereinzelt auf, allerdings führte es zu keiner Waldtracht, da nicht genug Honigtau aufkam. Nicht lange darauf folgte die „Pilicornis“ – die Rotbraune bepuderte Fichtenrindenlaus (Cinara pilicornis). Letztere war die einzige Laus auf der Fichte, die regional auch zu Waldtracht geführt haben kann. Auf der Tanne wurde vereinzelt die Coloradotannen – Rindenlaus (Cinara curvipes) und die Große braunschwarze Tannenrindenlaus (Cinara confinis) entdeckt, welche auch von Honigbienen beflogen wurden und zu kleinen Mengen Waldhonig geführt haben können.

Betrachtete man nebenbei die Laubbäume, konnte man teilweise Honigtau sammelnde Bienen in Faulbäumen (Schwarze Bohnenlaus, Aphis fabae), Apfelbäumen, Buche (Buchenblattlaus, Phyllaphis fagi) und vermehrt auch auf der Linde (Lindenzierlaus, Eucallipterus tiliae) finden.

Leider begann das Wetter Ende Mai, Anfang Juni nicht mehr mitzuspielen und nach den Schauern und teilweise heftigen Gewittern gab es erstmal keine Zunahmen mehr an den Stockwaagen unserer aufgestellten Versuchsvölker. Auch die jungen Maitriebe verholzten bereits, sodass die „Pilicornis“ nicht mehr an die Siebröhren kam. Seit letzter Woche gibt es ein Aufatmen: Die Grüne Tannenrindenlaus (Cinara pectinatae) ist vermehrt zu finden und honigt auch dementsprechend. Wer Trachtbeobachtungen durchführt, kann also herausfinden, ob der wertvolle Tannenhonig am eigenen Wanderplatz gewonnen werden kann und so gibt es für dieses Waldtrachtjahr zumindest ein kleines Happy End.

Kontakt zur Autorin: Victoria Seeburger
victoria.seeburger@uni-hohenheim.de

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~Info-Brief 14-2018

für die 26. KW
22. Juni 2018

 

Was zu tun ist:

  • Brutpause initiieren
  • Varroabehandlung planen
  • Varroadiagnose
  • Jungvolkpflege
  • Winterfutter besorgen

 

Am Bienenstand

Kirchhain (cd) Auch, wenn wir es noch nicht merken, werden die Tage wieder kürzer. Wir haben den Höhepunkt bereits überschritten. Die Bienenvölker reagieren mit dem Schrumpfen des Brutnestes, die stärkeren Altvölker etwas früher als die schwächeren Jungvölker. Die Varroamilbe hat den Höhepunkt aber noch nicht erreicht. Während der Brutperiode kann sich ihre Anzahl jeden Monat verdoppeln oder auch verdreifachen. Aus einer Milbe Anfang März können bis Oktober hundert Milben werden und aus hundert Milben können zehntausend Milben entstehen. Ein exponentielles Wachstum. Der kritische Zeitraum ist der Herbst, wenn die Winterbienen aufgezogen werden. Sie müssen gesund und vital zur Welt kommen.

 

Neue Impulse

Unsere modernen Betriebsweisen unterbinden den Schwarmtrieb. Das hat auch seinen Grund: Die Königin und mehrere Tausend Bienen würden den Stock verlassen und sorgen dafür, dass das Altvolk vorerst für die Honigproduktion ausfällt. Ziel ist es, dass die Königin lückenlos ein großes Bienenvolk aufbauen kann. Das Motto lautet: Viel Brut lässt viele Bienen entstehen, und viele Bienen erzeugen viel Honig. Allerdings schafft diese lückenlose Bruttätigkeit optimale Bedingungen für alle brutgebundenen Krankheiten und Parasiten. Diese Lückenlosigkeit ist unnatürlich und ungesund. Dabei können wir vom Original lernen: Dort schwärmen vitale Völker, und die mit dem Schwärmen verbundene Brutpause führt zu einer deutlichen Reduktion des Varroabefalls. So entstehen auch ohne Einsatz von Medikamenten gute Voraussetzungen für eine gesunde Winterbienenaufzucht.

Eine Brutunterbrechung gibt die richtigen Impulse: Die Milbenvermehrung wird gestoppt. Daraus folgernd wird später der Varroabefall reduziert. Der kontinuierliche Brutansteckungszyklus wird unterbrochen. Die „Brutbrücke“ wird abgebrochen. Außerdem fördert es einen systematischen und schubartigen Generationswechsel der Bienen. Das hilft auch Krankheiten auszuschleusen. Und nicht zu Letzt ermöglicht es Ihnen ungehindert die Bauerneuerung durchzuführen.

Bei der Varroabekämpfung mittels Brutpause oder Brutentnahme können Sie auf die bewährte Ameisensäure verzichten. Je nach Verfahren benötigen Sie überhaupt keine Medikamente, oder setzen Milch- oder Oxalsäure ein. Diese organischen Säuren haben gegenüber der Ameisensäure den entscheidenden Vorteil, dass ihre Wirkung witterungsunabhängig ist. Für die Oxalsäure gibt es kein zu heiß, zu kalt oder zu nass.

Die Bruttätigkeit bekommt auch einen neuen Impuls. Das Bienenvolk versucht die Brutlücke zu kompensieren. Wenn die Königin nach der Pause wieder ungehindert legen kann, steigt sie überdurchschnittlich stark ins Brutgeschäft ein. Wurden zuvor die Milben entfernt, entstehen jetzt besonders viele, gesunde und vitale Bienen. Ein Erfolgsrezept.

 

Wer die Wahl hat…

Grundsätzlich stehen drei bewährte Verfahren zur Verfügung

  • die totale Brutentnahme,
  • das Bannwabenverfahren oder
  • das Käfigen der Königin in Verbindung mit einer Behandlung.

Es ist für jede Imkerin oder jeden Imker eine passende Methode dabei. Welche Methode für Sie am besten geeignet ist, richtet sich nach den Fragen:

  • Wie stark und akut ist die Varroabelastung?
  • Soll der Völkerbestand vermehrt oder beibehalten werden?
  • Können Sie die Königin finden?
  • Möchten Sie möglichst ganz auf Medikamente verzichten?

 

Die Milben in die Verbannung schicken

Eine äußerst wirkungsvolle Methode stellt das sogenannte Bannwabenverfahren dar. Es hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ermöglicht Ihnen in vielen Jahren völlig auf Medikamente zu verzichten. Allerdings müssen die einzelnen Arbeitsschritte sorgfältig geplant und durchgeführt werden. Das ist mit einem gewissen Aufwand verbunden und kann vielleicht nicht von jedem umgesetzt werden. Aber die Bannwaben sind auch ohne Chemie hochwirksam und können während der Tracht angewendet werden.

 

Brut raus – Milben raus

Die Brutentnahme ist für viele einfacher zu handhaben. Bei dieser Methode müssen Sie nicht einmal die Königin finden können. Wie funktioniert es? Der Name ist Programm: Entfernen Sie die ganze Brut aus den Völkern. Nach diesem Eingriff ist das Volk brutfrei und kann gut mit Oxalsäure behandelt werden. Allerdings können Sie auch auf Medikamente verzichten. Hängt man eine Wabe mit möglichst viel junger Brut in das ansonsten brutfreie Volk, lockt man die restlichen Milben in die Brutzellen. Nach der Verdeckelung wird diese Fangwabe einschließlich der Milben entnommen – eine biologische Falle.

Die entnommenen Brutwaben werden entweder umgehend eingeschmolzen oder Sie können sie zum Aufbau zusätzlicher Völker verwenden. Dazu geben Sie die Waben mit wenig ansitzenden Bienen in Sammelbrutableger. Entsprechend dem Standmaß werden die Brutsammler ein- oder zweizargig gebildet und auf einen separaten Standplatz gebracht. Ohne Ihr Zutun werden die Bienen auf der offenen Brut Nachschaffungszellen anziehen. Wer eine gezielte Königinnenaufzucht betreiben möchte, kann belarvte oder angebrütete Zellen zugeben. Die Brutsammler können Sie entweder schon während des Schlupfes mit Ameisensäure, oder nach dem Schlupf aller Brut drei Wochen später mit Oxal- oder Milchsäure behandeln. Zu diesem Zeitpunkt können Sie die alten Waben leicht entnehmen und durch junges Wabenwerk ersetzen. Sollte die Qualität der Nachschaffungskönigin schlecht oder das Volk weisellos sein, wird eine Reservekönigin eingeweiselt. Entsprechend eingefüttert, entwickeln sich die Brutsammler meist zu guten Völkern.

 

Käfigen und Behandeln

Als weitere Alternative bietet sich das Käfigen der Königin über einen Zeitraum von etwa 25 Tagen mit einer anschließenden Behandlung an. Dazu werden spezielle Absperrgitterkäfige angeboten, die in eine Wabe eingesetzt zentral ins Brutnest eingehangen werden. So bleibt die Königin in engem Kontakt mit ihren Pflegebienen. Das Volk fühlt sich nicht weisellos und es werden im Allgemeinen keine Nachschaffungszellen angelegt. Wer auf Nummer sicher gehen will, der kontrolliert nach neun Tagen auf Nachschaffungszellen und bricht diese gegebenenfalls aus. Die Königin geht in aller Regel nach dem Freilassen schnell wieder in Eilage. Zum Zeitpunkt des Freilassens ist alle Brut geschlüpft, und Sie können leicht alte Waben austauschen und für eine gute Bauerneuerung sorgen. Außerdem lassen sich jetzt die auf den Bienen sitzenden Milben wirkungsvoll durch besprühen mit Oxalsäure abtöten. Zu allen Verfahrensweisen finden Sie weitergehende Anleitungen in den Flyern zur naturgemäßen Varroabekämpfung, sowie einige Veröffentlichungen des Kirchhainer Bieneninstituts unter: https://www.llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/publikationen/

 

Das Wichtigste zum Schluss

Die Varroadiagnose: Ohne eine lückenlose und konsequente Befallskontrolle geht es nicht. Wenn Sie hier schlampern, bringen Sie das beste Konzept zu fall. Die Milbenbelastung der Völker ist ein individuelles Problem und fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Ohne eine individuelle Diagnose ist keine sinnvolle Behandlung möglich. Und auch nach der Behandlung müssen Sie den Erfolg überprüfen und bei Bedarf nachbessern. Eine systematische Varroadiagnose mit schadschwellenorientierter, biotechnischer Varroabekämpfung ist das Erfolgsrezept.

Kontakt zum Autor:
Christian Dreher
christian.dreher@llh.hessen.de

 

 

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~Info-Brief 13-2018

für die 25. KW
15. Juni 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Verdeckelte Drohnenbrut ausschneiden
  • Ablegerbildung abschließen
  • Jungvölker ohne verdeckelte Brut gegen Varroa behandeln
  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Honig ab Beginn der Kristallisation täglich rühren
  • Kontakt zu Landwirten bzgl. Nutzung von Blühflächen su

 

Am Bienenstand

Jungvolkpflege

Hohen Neuendorf (jr) Wer keine Ableger bildet, hat gegen die Varroa-Milbe bereits verloren. Denn so können sich die Milben während der Trachtsaison ungestört vermehren und Viren verbreiten. Eine Weisheit, die sich leider nur langsam durchsetzt. Doch wer Neu-Imker betreut oder gar selbst einer ist, wird feststellen, dass es in den ersten Jahren der Bienenhaltung mit der Überwinterung oft erstaunlich gut klappt – eben so lange, wie vom ersten erworbenen Volk vermehrt wird. Andererseits zeigt sich im Frühjahr immer wieder, dass der Bedarf an Bienenvölkern so hoch ist, dass er mit einheimischem Material kaum gedeckt wird. Insofern kommt es nicht nur darauf an, möglichst von jedem Volk Ableger zu bilden, sondern diese auch zu vitalen Jungvölkern zu entwickeln. So blickt der Imker mit Zuversicht auf das nächste Jahr und kann mit dem Verkauf von Jungvölkern seine Imkerei rentabler gestalten.

 

Letzte Ableger bilden

Spätestens zur Sommersonnenwende, dem kalendarischen Sommeranfang, erreichen die Bienenvölker ihren Entwicklungshöhepunkt oder haben ihn gerade in diesem Jahr angesichts der außerordentlich frühen und teils nur spärlich honigenden Lindenblüte bereits überschritten. Das ist die beste Zeit noch letzte Ableger zu bilden. Aufgrund der verbleibenden kurzen Zeit bis zur Einwinterung sollte man mit Brut nicht sparen und jedem Ableger 5- 6 Brutwaben und eine unbegattete Königin geben – zzgl. 2 Futterwaben als Deckwaben und eine Futtertasche. Die im Volk verbleibenden Bienen, denen man auch jene von 1/3 bis 1/2 der entnommenen Brutwaben zurückgibt (je nachdem, ob die Ableger am selben Standort verbleiben oder aus dem bisherigen Flugradius verbracht werden), können sich nun umso besser der verbleibenden Tracht widmen und sind motiviert, das verbleibende kleine Brutnest wieder deutlich auszudehnen. Da bei eigener Nachzucht einer Königin die Entwicklung des Ablegers noch lange stagnieren würde, andererseits eine Brutpause für die spätere Varroa-Behandlung vorteilhaft ist, wird gerade spät gebildeten Ablegern am besten eine unbegattete Königin zugesetzt. Diese sollte leistungsfähiger, krankheitsresistenter, sanftmütiger, schwarmträger und wabensteter Abstammung sein – entweder vom besten eigenen Volk oder von einem Züchter. Dazu ist die Weiselunruhe abzuwarten, d.h. die Bienen des Ablegers müssen gemerkt haben, dass sie weisellos sind. Deshalb wird die Königin frühestens 4 Stunden, spätestens 24 Stunden nach der Ablegerbildung zugegeben. Dafür eignen sich sowohl Zweitschlupfzellen aus dem Imkereifachhandel als auch Versandkäfige für Königinnen. Bei Letzteren muss selbstverständlich die Futterkammer mit Futterteig gefüllt sein und der bisher verschlossene Durchlass geöffnet werden. Bei Zusetzkäfigen wird häufig die Frage gestellt, ob die Königin besser mit oder ohne Begleitbienen zugesetzt werden sollte. Die Begleitbienen können problemlos im Käfig verbleiben, wenn der Zusetzkäfig am selben Tag besiedelt wurde – z.B., wenn man die Königinnen selbst aufzieht oder direkt vom Züchter abholt. Sind die Bienen bereits länger als 1 Tag im Käfig, z.B. beim Versand, müssen sie auf jeden Fall entfernt werden.

 

Räubereigefahr

Da die Tracht in verschiedenen Regionen bereits zur Neige geht oder gar zur Neige gegangen ist (!), steigt dort die Räubereigefahr unter den Völkern enorm. Dies ist für Ableger besonders kritisch, da die Bewachung des Flugloches zunächst oft unzureichend ist. Daher ist grundsätzlich zügiges, gut vorbereitetes Arbeiten an den Völkern und Ablegern nötig. Honigwaben dürfen auch bei der Bearbeitung der Völker nicht frei zugänglich sein. Auf das Hantieren mit Honigwaben sollte an Tagen, an denen an den Ablegern auf demselben Stand hantiert wird, völlig verzichtet werden. Und ganz wichtig: das Flugloch der Ableger möglichst klein halten. Bei einer guten Belüftung mittels Drahtgitterboden reicht ein enger Durchgang von 1 cm für Jungvölker mit wenigen Waben aus. Bei geschlossenem Boden und stärkeren Ablegern ist schon ein breiteres Flugloch erforderlich. Aber auch hier sollte die lichte Durchgangshöhe 1 cm nicht überschreiten, um eine gute Bewachung zu ermöglichen. Bewacht wird es möglichst gut, wenn das Brutnest gleich hinter dem Flugloch positioniert wird und Futterwaben weiter entfernt davon.

 

Pflege der Jungvölker

Ebenso wie in der Natur das Wabenwerk nur so stark erweitert wird, wie es von Bienen besetzt wird, trifft das auch für die vom Imker bereitgestellte Beute zu. Leere Beutenbereiche führen neben der Räubereigefahr zu unnötigen Wärmeverlusten sowie zu Schwitzwasser mit nachfolgender Schimmelbildung. Ebenso können zu frühe und zu starke Futtergaben die Legetätigkeit der Königin hemmen, weil bald alle Zellen belegt sind. Es kommt also auf das richtige Maß an. Da mit den Ablegern in aller Regel im selben Jahr kein Honig erzeugt werden soll, müssen sie auch nicht allzu eng gehalten werden, sondern sollen die Möglichkeit haben, ihr Wabenwerk und nachfolgend ihr Brutnest zu erweitern. Denn der Wille zu wachsen, ist bei Jungvölkern besonders groß und hält länger an, als bei älteren Bienenvölkern. Andererseits werden Mittelwände, die nicht gleich besetzt werden können und daher nur als „Fußabtreter“ dienen, später ungern ausgebaut. Insofern sollten Jungvölker, die weniger als 1 Raum besetzen nur mit 1-2 Mittelwänden seitlich des Brutnestes erweitert werden. Sobald sie ausgebaut wurden, kann die nächste Erweiterung erfolgen. Meist wird das erst nach Beginn der Eiablage der jungen Königin sein. Sobald die junge Königin stiftet, also Eier legt, ist auch der Zeitpunkt für den Beginn der Fütterung gekommen. Diese ist nur bei guter Tracht entbehrlich. D.h. der Futterstrom sollte nun nicht mehr abreißen. Verfügen die Jungvölker über ca. 2 volle Futterwaben, so genügt es, jeden Abend etwa ¼ l Zuckerlösung 1:1 (also 1 kg Zucker auf 1 l Wasser) zu füttern. Allerdings beinhaltet diese Reizfütterung auch eine hohe Räubereigefahr. Weniger riskant, weniger reizvoll, dafür aber dauerhaft anhaltend ist die Fütterung von Futterteig in einer Futtertasche. Diese begrenzt als seitliches Schied bereits ab der Ablegerbildung den verfügbaren Raum und verbessert den Wärmehaushalt. Solange die Futtertasche leer bleibt, wird sie mit der geschlossenen Seite zum Bienensitz eingehängt; mit Futter versehen, wird sie um 180° gedreht, sodass sie gut zugänglich wird. Befüllt wird die Futtertasche erst ab Beginn der Eiablage der jungen Königin – immer vorausgesetzt, dass der Ableger bei seiner Bildung mit ausreichend Futtervorrat in den Waben versehen wurde. Wird ein Ableger vor Beginn der Eiablage der Königin gefüttert, verteilen die Bienen das Futter auf einem großen Teil der Wabenfläche, „verzetteln“ es also. Für die vom Begattungsflug heimkehrende Königin bleibt dann kein Platz zum Stiften.

Gut eine Woche nach Beginn der Eiablage ist ein optimaler Zeitpunkt, eine Behandlung mit Ameisensäure 60 % ad us. vet., Milchsäure 15 % ad us. vet. oder dem 2017 zugelassenen Sprühverfahren mit Oxuvar (s. Infobrief vom 12.05.2017) gemäß Gebrauchsanweisung durchzuführen. Die in den Ableger gegebene Brut ist nun weitgehend ausgelaufen, die der jungen Königin noch nicht verdeckelt und durch ihre mehrtägige Eiablage findet die junge Königin Anerkennung. Insofern werden viele Milben erreicht, während die Gefahr für die Königin gering ist.

 

Achtung: Blatthonig

In Blütentrachtregionen ist in diesem Jahr verstärkt mit Blatthonig zu rechnen. Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen und extremen Trockenheit zumindest im Nordosten haben sich Blattläuse auf Laubgehölzen stark vermehrt. So ist mancherorts noch Tracht zu erwarten, während die Lindenblüte bereits jetzt dem Ende entgegengeht. Einerseits ist eine Honigtautracht von Laubgehölzen regional schwer vorherzusagen, andererseits muss der ballaststoffreiche Honig vor der Einfütterung aus den Völkern heraus. Denn als Winterfutter ist Honigtauhonig nicht geeignet.

Kontakt zum Autor: Jens Radtke Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

 

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~Info-Brief 12-2018

für die 24. KW
08. Juni 2018

Was zu tun ist:

  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Waldtracht und Wanderung

Veitshöchheim (bb) Die Frühjahrsernte ist in vielen Regionen abgeschlossen. Rapsblüte und Akazienblüte sind fast nahtlos ineinander übergegangen. Die Linde ist regional bereits in Vollblüte, so dass ein frühzeitiges Ende der Blütentracht zu erwarten ist. Ob und in welchem Maße sich die Waldtracht anschließen wird, bleibt spannend.

Aus vielen Regionen in Süddeutschland kommen schon Meldungen über Funde von Honigtauerzeugern und vorhandener Honigtauproduktion.

 

Honigt der Wald?

Auch in diesem Jahr wurden beim Ernten des Frühtrachthonigs bereits dunklere Einträge festgestellt, die auf einsetzende Tautracht hinweisen. Wie sich die Situation vor Ort darstellt, kann man nur mit eigenen Beobachtungen feststellen. Kolonien von Rotbraun bepuderten Fichtenrindenläusen sucht man in den Maitrieben. Große und Kleine Lecanien produzieren schon Honigtau, wie regional berichtet wurde. Durch die Tropfen sind sie leicht zu erkennen. In der Umgebung der Rindenläuse findet man überall die Honigtautropfen zwischen den Fichtennadeln, aber auch auf den Pflanzen unterhalb der Kolonien. Sie sind allerdings von Starkregen-Ereignissen, wie sie die Gewittergüsse der letzten Woche regional hervorbrachten, extrem gefährdet. Auch Schwarze Fichtenrindenläuse an Ästen und Stämmen können evtl. gefunden werden, die wegen ihrer Saugposition von Witterungseinflüssen weniger betroffen sind. Wichtig ist, dass die Honigtauproduktion der Schildläuse bei starkem und kräftigem Regen kaum zurückgeht, aber die Bienen erst nach dem Regen wieder sammeln können.

Eine Waldtracht kann zustande kommen, wenn große Kolonien von Rindenläusen auftreten, und entsprechendes Flugwetter herrscht. Hauptsächlich auf Fichte und Tanne, aber auch auf Ahorn, Birke, Edelkastanie, Eiche und Linde können zahlreiche und starke Rindenlauskolonien zu einem ertragreichen Eintrag von Honigtau führen. Aber auch die Große und die Kleine Lecanie (Große und Kleine Fichtenquirlschildlaus), festsitzende Schildläuse auf der Fichte, die nur eine Generation im Jahr erzeugen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Honigtaueintrag. Kleine Fichtenquirlschildläuse scheiden zur Zeit der Holunderblüte (bei uns: schon seit einer Woche!) große Honigtautropfen aus, die wenig witterungsanfällig sind.

 

Trachtbeobachtung

Will ich die Waldtracht nutzen, muss ich wissen, wo es honigt, ob die Tracht sicher ist, ob ich Einschränkungen bei der Standortwahl zu erwarten habe, ob ich in ein Sperrgebiet oder einen Belegstellenradius einwandere. Sobald ich über die Landkreisgrenze mit meinen Bienenvölkern wandern will, muss ich ein aktuell gültiges Gesundheitszeugnis für meine Bienen besitzen und dem zuständigen Veterinäramt vorlegen. Die Meldung beim Veterinäramt des Wanderstandortes ist selbstverständlich, denn nur über dieses erfahre ich, ob ich Gefahr laufe, in ein Faulbrutsperrgebiet oder den Schutzgürtel um eine Belegstelle zu geraten. Die Waldtrachtbeobachtung ist in Gruppen erfolgreicher, da mehr aufgestellte Stockwaagen und „Lausbeobachter“ in einem möglichen Trachtgebiet auch mehr Aussagen erlauben als einzelne. Kontakte zu örtlichen Imkern helfen, in Schlechtwetterperioden die Völker rechtzeitig abzuwandern, um sie am Heimatstandort, an dem die Witterung vollkommen anders sein kann, versorgen zu können. Aber auch die Akzeptanz der „Wanderimker“ durch die einheimischen wird dadurch gefördert.

 

„Lausbeobachter“ und Waagstockdaten im Internet

In Süddeutschland haben sich die „Lausbeobachter“ in Baden-Württemberg und Bayern in einer Gruppe zusammengeschlossen, die Informationen zur Waldtracht unter www.stockwaage.de veröffentlicht. Das Trachtnet, ein Netz von elektronischen Stockwaagen ermöglicht die Beobachtung von Waagstockdaten über ein Netz von Rheinland-Pfalz, NordrheinWestfalen, Bayern und Hessen. Abrufbar sind die Daten über die jeweiligen Seiten der Bieneninstitute, z.B. www.lwg.bayern.de → Bienen → Datenbankabfragen → Trachtnet oder direkt über die Abfrage des Trachtverlaufs in den einzelnen Regionen.

Die Waldtrachtnutzung erfordert passende Ausstattung und grundlegende Entscheidungen:

  • Beuten mit guter Belüftung, so dass die Völker den Transport gut überstehen.
  • Starke Völker, die die Tracht auch wirklich nutzen können – es ist besser aus drei Völkern zwei zu machen, als mit drei in der Frühtracht abgearbeiteten Völkern loszuziehen, die nicht stark genug sind optimale Mengen und Qualität an Waldhonig zu erzeugen.
  • Gesunde Völker mit einem geringen Besatz an Varroamilben, da ich nicht weiß, wie lange sich die Tracht hinzieht (vorher täglichen Abfall erfassen!).
  • Genügend Zeit für die Vorbereitung und die Wanderung selbst (die meisten Unfälle passieren in Hektik und Eile!).
  • Hänger oder Transportfahrzeug, das gut zu laden ist (rückenschonend!) und auch für das Endgewicht zugelassen ist.
  • Ladungssicherung, denn nichts ist gefährlicher für mich und andere Verkehrsteilnehmer als auseinanderrutschende, besetzte Bienenkästen, die sich auf der Ladefläche selbständig machen.
  • Gut anzufahrende Standplätze deren Nutzung mir auch vom Besitzer oder Beauftragten genehmigt wurde. • Wanderböcke, die einfach aufzustellen sind.
  • Transportkarre oder –gestell zum Verteilen der Bienenvölker am Wanderstandort.
  • Eine 2. Person, die mit anpacken kann, aber auch moralische Unterstützung leistet, wenn etwas nicht klappt.
  • Schutzkleidung für mehr als die Wandertruppe, falls im Notfall ein „Nichtimker“ helfen muss. • Kalkulation, ob der Aufwand für weit entfernte Wanderstandorte durch den Honigertrag erwirtschaftet werden kann. Wenn alles passt, hoffe ich für alle auf eine gute bis sehr gute Waldhonig-Ernte, möglichst ohne ein Melezitose-Erlebnis!

 

Kontakt zur Autorin:
Barbara Bartsch
Fachberaterin für Bienenzucht in Oberfranken
barbara.bartsch@lwg.bayern.de

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~Info-Brief 11-2018

für die 23. KW
01. Juni 2018

 

Was zu tun ist:

  • Honigernte
  • Schwarmkontrollen
  • Königinnenaufzucht
  • Jungvolkpflege

 

Am Bienenstand

Völkerbeurteilungen Kirchhain (rb) Auch wenn viele Imker vielleicht das Gefühl haben, noch am Anfang der Saison zu stehen, so sind die Bienenvölker doch schon an dem Höhepunkt ihrer jährlichen Entwicklung angelangt. Das Brutnest vitaler Völker erreicht Ende Mai mit 30- 40.000 Brutzellen seine maximale Ausdehnung und es sind jetzt eine Masse junger Bienen und je nach Völkerführung zahlreiche Drohnen vorhanden.

Unter natürlichen Bedingungen ist dies die Zeit des Schwärmens und damit der Vermehrung. Wer das Schwärmen vermeiden möchte, erkennt in diesen Tagen, welche Völker in dieser Hinsicht gut oder schlecht veranlagt sind. Und bei den anstehenden Schleuderungen wird deutlich, welche Völker sich unter den gegebenen Umweltbedingungen am besten entwickeln und effizient sammeln konnten. Schließlich erleben wir bei den regelmäßigen Kontrollen, wie unterschiedlich Bienen auf Störungen reagieren, ob sie ruhig auf den Waben bleiben und wir unvermummt und entspannt ohne Stiche imkern können.

All dies sind wichtige Kriterien, die wesentlich über die nachhaltige Freude an der Bienenhaltung und den Erfolg der Imkerei entscheiden. Deshalb ist es sinnvoll, sich Notizen zu machen und den Zustand der eigenen Völker ehrlich und kritisch zu beurteilen. Dies gilt keinesfalls nur für Züchter, sondern ist für alle Imker eine wichtige Grundlage, um Verbesserungsmöglichkeiten bei der eigenen Betriebsweise, der Einrichtung der Bienenstände, der Auswahl von Königinnen und anderem ausfindig zu machen und Änderungen im Laufe der Jahre nachzuvollziehen. Am besten führt man zu jedem Volk eine Stockkarte, in die zu jedem Bearbeitungstermin Vermerke in entsprechende Spalten eingetragen werden können. Muster hierzu findet man bei den Zuchtunterlagen des D.I.B. oder bspw. auf der Homepage unseres Instituts unter: https://www.llh.hessen.de/bildung/bieneninstitut-kirchhain/beratung-und-dienstleistungen/info-undarbeitsblaetter/08-aufzucht-besamung-leistungspruefung/ Arbeitsblatt 841 und 842. Alternativ kann man heutzutage mittels Tablet-PC oder ähnlichem Gerät über Excel oder spezielle Programme die Daten direkt am Bienenstand digital erfassen.

Für eine möglichst naturnahe Bienenhaltung kommt der Auslese gesunder und vitaler Königinnen allergrößte Bedeutung zu. Damit man die Unterschiede kennenlernt, sollte man regelmäßig anderen Imkern über die Schulter schauen und an Kursen und Standschauen teilnehmen. Die besten Königinnen für den eigenen Betrieb findet man in der Regel nicht in der Ferne, sondern bei zuverlässigen Züchtern der näheren Umgebung, deren Völker sich unter ähnlichen Umweltverhältnissen bewähren müssen. An diesen sollte man sich bei der Beurteilung der eigenen Völker orientieren. Besonders aufschlussreich sind dabei Vergleiche entsprechend zugekaufter Königinnen mit eigenen Nachzuchten am eigenen Stand. Dies macht nicht nur Spaß, sondern sichert eine hohe züchterische Qualität und sorgt dadurch für nachhaltigen Erfolg. Denn auf Dauer gesehen ist kein anderer Produktionsfaktor der Imkerei so effizient und wirkungsvoll wie die Verwendung erstklassiger und gut an die Betriebsgegebenheiten angepasster Königinnen.

 

Selektion

Wer mit einzelnen seiner Völker rundum zufrieden ist, sollte unbedingt auch von diesen nachziehen. Ansonsten kann man sich im Verein und bei befreundeten Imkern nach guten Zuchtstofflieferanten erkundigen. Wichtige Hinweise geben hierzu auch die Züchterverzeichnisse der Landesund Zuchtverbände (www.toleranzzucht.de , www.gdeb.eu ) sowie die allgemein zugängliche Datenbank für Zuchtköniginnen www.beebreed.eu. Ebenso wichtig wie die Auswahl guter Königinnen ist deren Anpaarung mit guten Drohnen. Im Prinzip hat hier die Natur mittels der Mehrfachpaarung junger Königinnen auf Drohnensammelplätzen im Umfeld einiger Kilometer wirkungsvoll Vorsorge getroffen, dass vor allem gesunde und gut an die regionalen Verhältnisse angepasste Drohnen als Paarungspartner dienen. Nachdem jedoch vielerorts Imker Bienen aus unterschiedlichen Quellen importieren, Rassen regional durchmischen und vor allem durch den Einsatz von Medikamenten dafür sorgen, dass viele anfällig und schlecht angepasste Völker überleben können, kann man sich leider in vielen Regionen nicht mehr auf die Vorteile dieses natürlichen Auslesesystems verlassen.

 

Belegstellen

Wer erfahrungsgemäß am eigenen Standort keine guten Paarungsergebnisse erzielen kann, ist daher gut beraten, auf geeignete Belegstellen auszuweichen. Verzeichnisse der Belegstellen, in der Regel mit Angaben zu den Drohnenvölkern und den Betriebszeiten, findet man ebenfalls auf den oben genannten Internetseiten der Verbände und Institute. Eine gute Übersicht über die Inselbelegstellen bietet zudem die Seite www.bienenzucht.de . Der höhere Zeit- und Kostenaufwand für die Belegstellenbeschickung kann sich lohnen, wenn man dadurch unmittelbar an dem mit der Auslese der Drohnenvölker verbundenen Zuchtfortschritt teilhat.

Im Zweifelsfall empfiehlt sich auch bei der Auswahl der Belegstelle eine Rücksprache im Imkerverein nach entsprechend positiven Erfahrungswerten. Oftmals ergibt sich auf Vereinsebene auch eine Möglichkeit zu gegenseitiger Unterstützung bei der Vorbereitung und Anlieferung der Begattungsvölkchen. Bitte denken Sie dabei an das notwendige Gesundheitszeugnis für die von Ihnen angelieferten Bienen und beachten Sie, dass die Belegstellen oftmals die Verwendung bestimmter Begattungskästen vorgeben und Begattungsvölkchen generell drohnenfrei angeliefert werden müssen.

Kontakt zum Autor: Dr. Ralph Büchler ralph.buechler@llh.hessen.de

 

 Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen. Fachzentrum Bienen und Imkerei

Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465

IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN

Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_11.pdf

~Info-Brief 10-2018

für die 22. KW
25. Mai 2018

Was zu tun ist:

  • Schwarmkontrolle
  • Drohnenbrut schneiden
  • Königinnenzucht
  • Beschickung von Belegstellen
  • Ableger bilden und pflegen
  • Honigernte
  • Trachtbeobachtung

 

Am Bienenstand

Imker als Lebensmittelunternehmer

Münster (mb) Mit Spannung und Freude wird die kommende Honigernte erwartet.

Wer Honig erntet und nicht komplett selbst verbraucht, sondern verschenkt oder an Kunden vermarktet, wird nach dem Lebensmittelrecht zum Lebensmittelunternehmer.

Imkerinnen und Imker unterliegen als Lebensmittelunternehmer den Anforderungen des nationalen und europäischen Lebensmittelrechts. Sie sind für die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen verantwortlich. Als Lebensmittelunternehmen gelten alle öffentlichen oder privaten Unternehmen, die eine mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende Tätigkeit ausführen, gleichgültig ob sie auf Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht.

 

Honig ein sicheres Lebensmittel

Kleine Mengen Honig sind bei direkter Abgabe an den Verbraucher handelsübliche Mengen und bei Abgabe an Einzelhandelsbetriebe Mengen, die der für den jeweiligen Betrieb tagesüblichen Abgabe an Verbraucher entsprechen. Bei der Abgabe kleiner Mengen gelten die nationalen Vorschriften: das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und die nationale Hygieneverordnung. Hierin begründet sich die Forderung, dass Lebensmittel, die in Verkehr gebracht werden, sicher sein müssen. Dies gilt auch für Honig!

 

Honig – frei von nachhaltiger Beeinflussung

Lebensmittelsicherheit ist so definiert, dass ein Lebensmittel frei ist von nachteiliger Beeinflussung. Es gilt als nachteilig beeinflusst, wenn es entweder gesundheitsschädlich, verzehrsuntauglich oder genussuntauglich ist. Honig kann z.B. gesundheitsschädlich sein, wenn ein Glas- oder Metallsplitter hineingelangt ist. Letztere sind häufig durch die Verwendung von Bohrmaschinen zum Rühren verursacht, die mit ihrem Dreibackenfutter am Rührstab einen Grat abdrehen. Rührgeräte in Baumarktqualität hinterlassen zudem unzulässige Farbpartikel im Honig. Er gilt als verzehrsuntauglich, wenn z. B. starker Fremdgeruch vom Honig ausgeht oder der Honig in Gärung übergegangen ist. Honig gilt als genussuntauglich, wenn er den Anschein einer besseren Qualität als der tatsächlichen Beschaffenheit erweckt; z. B. wenn bei der Abfüllung Wundsekret aus einer eiternden Wunde in den Honig getropft ist oder auf den Honig geniest bzw. gehustet wurde. Wenn der Verbraucher dies wüsste, würde er es als ekelerregend empfinden und könnte den Honig nicht mehr mit Genuss verzehren. Diese Beispiele zeigen, was für jeden Imker selbstverständlich ist: solche Fehler unbedingt zu vermeiden, um dem Kunden einen Honig von höchster Qualität und Güte zu präsentieren.

 

Eigenkontrollen und Hygienepraxis

Vorbeugen ist das beste Mittel, um Honigsicherheit bzw. Honigqualität zu gewährleisten. Betriebliche Eigenkontrollen und eine gute Hygienepraxis, wie z. B. die gründliche und regelmäßige Reinigung der Utensilien und Gerätschaften, sorgfältiger und hygienischer Umgang mit dem Honig bei der Ernte, beim Entdeckeln, Sieben, Rühren und Abfüllen sowie eine fachgerechte Personalhygiene schützen vor Fehlern. All dies sichert die Honigqualität.

 

Futtermittel und Arzneimittel

Das LFGB schließt auch die Herstellung der Lebensmittel mit ein. Deshalb enthält es Forderungen zur Verwendung von Futtermitteln und Arzneimitteln. Demnach dürfen Bienen keine Stoffe (Arzneimittel, Futtermittel) verabreicht werden, die in den Honig übergehen und damit u. U. die Gesundheit des Verbrauchers gefährden können. So ist es unter anderem wichtig, die Tracht im Auge zu behalten. Nur so können Imker sicher sein, dass die Bienen keine unerwünschten Stoffe wie z.B. Lebensmittelfarbstoffe oder Pyrrolizidin-Alkaloide (PA)* eintragen. Notfalls hilft Abwandern bzw. der Verzicht auf die Honigernte, wenn man feststellt oder nur den Verdacht hegt, dass die Bienen unerwünschte Bestandteile eingetragen haben.

 

Sortenhonig nur mit Analyse!

Eine Honiganalyse kann Aufschluss darüber geben, ob der Honig verkehrsfähig ist. Eine Sortenbestimmung gibt Sicherheit bei der Verkehrsbezeichnung. Wird z.B. ein Honig als Sortenhonig bezeichnet obwohl er keiner ist, gilt dies als Verbrauchertäuschung. Leider nutzen die Bienen nicht immer genau die Tracht im erforderlichen Umfang, die ihnen der Imker zugedacht hat.

 

Sorgfaltspflicht und Dokumentation

Jeder Lebensmittelunternehmer hat die sogenannte Sorgfaltspflicht bei der Erzeugung und im Umgang mit dem Lebensmittel. Als Nachweis dient hierzu die Dokumentation der Eigenkontrollen und der guten Hygienepraxis. Im Schadensfall gilt, was nicht geschrieben steht, wurde nicht gemacht. Daher unser Rat, mit der Dokumentation einzelner Maßnahmen schrittweise zu beginnen. Ein Bestandsbuch führen zur Dokumentation der Völkerbehandlungen, ein Honigbuch führen zur Dokumentation der Honigernte, -gewinnung und –vermarktung. Je ausführlicher die Dokumentation, desto besser können Sie Rückverfolgbarkeit gewährleisten und Sorgfalt beweisen.

Vorlagen für Honigbuch und Bestandsbuch können im Onlineshop bei Apis e.V. (https://www.apis-ev.de/broschueren.html) bestellt werden. Hier findet man auch Broschüren zur Honiggewinnung (Honig-Fibel) Hygiene (Hygiene-Fibel), zur Zertifizierung von Imkereibetrieben (Leitfaden „QM Honig und Imkerei) und zu den Gesetzlichen Grundlagen der Honigvermarktung (Band II).

Formblätter zur Dokumentation einer guten Hygienepraxis finden Interessierte unter http://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/tierproduktion/bienenkunde/index.htm

* Eine Broschüre zu PA (Sommerhonig – aber sicher! Tipps und Techniken zur Minimierung von Pyrrolizidin-Alkaloiden im Sommerhonig) finden Sie hier: https://www.apis-ev.de/files/downloads/Pyrrolizidinalkaloide_Sommerhonig_aber_sicher!.pdf

Kontakt zur Autorin:
Imkerfachberatung Dipl. oec. troph. Marlene Backer
E-Mail marlene.backer@lwk.nrw.de

  

Spendenaufruf

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Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465

IBAN: DE25 5765 0010 0098 0294 65 – SWIFT-BIC: MALADE51MYN

Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring

http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter

www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_10.pdf