~Info-Brief 2018-24

Info-Brief 2018-14

~Info-Brief 2018-23

Info-Brief 2018-23

~Info Brief 22-2018

Info Brief 22-2018

~Info-Brief 21-2018

Info-Brief 21-2018

~Info-Brief 20-2018

für die 35 und 36. KW
24. Aug. 2018

Was zu tun ist

  • Einfüttern
  • Altwaben einschmelzen
  • Honig pflegen und ggf. abfüllen
  • Teilnahme am Honigwettbewerb vorbereiten
  • Milbenfall weiterhin im Blick behalten

 Am Bienenstand

Münster (mh) Langsam aber sicher bereiten sich unsere Honigbienen auf die nächste Winterperiode vor. Für die meisten Menschen ist das bei den noch vorherrschenden Temperaturen kaum vorstellbar. Aber für das weitere Überleben eines Bienenvolkes beginnt jetzt im August eine kritische Phase – mit dem Start der Erbrütung gesunder Winterbienen werden die Weichen für eine erfolgreiche Überwinterung gestellt. Langlebige Winterbienen unterscheiden sich von kurzlebigen Sommerbienen nicht nur im Verhalten, sondern auch in ihrer Physiologie.

Aus diesem Grund kommt der Beobachtung des Befalls mit Varroa destructor (im folgenden Varroa-Milben genannt) eine wichtige Bedeutung zu. Nur durch eine erfolgreiche Reduktion der Population an Varroa-Milben im Bienenvolk werden sich annähernd gesunde Bienen entwickeln.

Aufgrund der hohen Temperaturen der letzten Monate haben die meisten Imker nach der Abschleuderung noch nicht behandelt. Dies sollte nun umgehend nachgeholt werden, denn wir benötigen im Sommer zwei Behandlungen, nach der Honigernte und im September nach abgeschlossener Einfütterung, um die Anzahl der vermehrungsfähigen Varroa-Weibchen effizient unter die Schadensschwelle zu drücken. Als Mittel der Wahl für die Sommerbehandlungen ist Ameisensäure 60% ad us. vet. in einem geeigneten Verdunster (mit Vakuumprinzip) zu empfehlen. Als einziger Stoff wirkt Ameisensäure nicht nur bei Milben, die sich auf den Bienen befinden, sondern auch in die gedeckelten Brutzellen hinein und tötet dort die sich reproduzierenden Varroa-Weibchen und deren Nachkommen. Es wird immer wieder davon gesprochen, dass die Ameisensäure nicht funktioniert oder dass eine höher konzentrierte Säure eingesetzt werden muss, um einen Behandlungserfolg zu erzielen. Dem muss hier widersprochen werden. Imker verabreichen ein Tierarzneimittel, dessen Anwendung nicht trivial, aber sicher ist. Nicht nur für Sie als Anwender, sondern auch für den Verbraucher. Es gilt auch hier wie bei vielen anderen Aspekten, so viel wie nötig aber so wenig wie möglich. Die Dosis macht das Gift, dies zeigt sich immer wieder bei beschriebenen Bienen- und Brutverlusten durch unzulässig angewendete Ameisensäure in höheren Konzentrationen und Dosierungen. In einem geeigneten Verdunster, so wie in der Standardzulassung für Ameisensäure beschrieben, ist eine hinreichende Behandlung mit hohem Wirkungsgrad erreichbar. Dies gilt sowohl für die 1. Behandlung als auch für die 2. Behandlung im Spätsommer. Gerade in den Sommermonaten sollte der durchschnittliche Milbenfall regelmäßig, am besten wöchentlich kontrolliert werden, um den Erfolg der Behandlung abschätzen zu können, mindestens über den Zeitraum eines Brutzyklus und noch besser kontinuierlich bis in den Herbst bzw. Winter. Die einfachste Methode ist die Gemülldiagnose. Es kann aber auch über andere Methoden eine Bienenprobe begutachtet werden (Auswaschmethode / Puderzuckermethode). Am Bienenstand ist es manchmal nicht ganz einfach, die Milben im Gemüll zu identifizieren, hier empfiehlt sich, eine Lupe oder ein Vergrößerungsglas dabei zu haben. Die Schadschwellen für die Gemülldiagnose und Bienenprobe wurden in den vorherigen Infobriefen in aller Ausführlichkeit beschrieben und sollen hier zusammenfassend für die Saison dargestellt werden:

Gemülldiagnose (Milben pro Tag)
Zeitpunkt Juli: 10
Zeitpunkt brutfrei im Herbst 0,5 – 1

Bienenprobe (Milben pro 100 Bienen)
Zeitpunkt Juli: 3
Zeitpunkt brutfrei im Herbst  1

Die Schadschwellen sinken mit proportionaler Abnahme der Bienen und Zunahme der Varroa-Milben.

Die organischen Säuren Ameisensäure, Milchsäure und Oxalsäure sind unsere wichtigsten Wirkstoffe in der Varroa-Kontrolle. Sie verbinden gute Bienenverträglichkeit mit hoher Wirksamkeit. Jeder Wirkstoff hat dabei Vor-und Nachteile und ist in bestimmten Behandlungszeiträumen am Effizientesten. So das Sprühen von Milchsäure bei der Behandlung von brutfreien Ablegern und Kunstschwärmen, die Langzeitverdunstung der Ameisensäure in der Sommerbehandlung und das Träufeln bzw. Sprühen von Oxalsäure bei Brutfreiheit. Jeder Imker wählt die für ihn geeignete Behandlungsmethode, aber tun Sie sich und Ihren Bienen einen Gefallen und stellen Sie die gleichen Anforderungen für den Einsatz eines Behandlungsmittels wie bei sich selbst, nutzen Sie ein zugelassenes Präparat, was allen Ansprüchen des Arzneimittelbuches und des Arzneimittelgesetzes entspricht. Und auch der Honigkonsument als Verbraucher wird dadurch geschützt, denn Imker arbeiten mit lebensmittelerzeugenden Tieren.

Es gilt auch in der Entwicklung von Tierarzneimitteln für Bienen: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Es wäre vermessen zu behaupten, dass der Einsatz der organischen Säuren keinen Einfluss auf die behandelten Bienen hätte. Besonders für Ameisensäure in Konzentrationen > 60% sind erhebliche Brutschäden bis hin zu Königinverlusten beschrieben, für Oxalsäure konnte gezeigt werden, dass es subletal zu Effekten in der Lebensdauer, im Verhalten und auch zu physiologischen Veränderungen kommt. Deshalb verbieten sich erhöhte Wirkstoffeinsätze, Mehrfachbehandlungen und der Gebrauch höherer Konzentrationen als in den deutschen Standardzulassungen beschrieben: (https://www.bvl.bund.de/DE/05_Tierarzneimittel/ ). Beim Einsatz der organischen Säuren wie in den Packungsbeilagen beschrieben, überwiegt noch immer der Nutzen durch die gesicherte Wirksamkeit gegenüber den Nebenwirkungen.

In eigener Sache: Für den einen oder anderen Leser mögen das Selbstverständlichkeiten oder gar Binsenweisheiten sein, und sicherlich wiederholen sich die Themen im Laufe der Jahre. Es hat sich aber gezeigt, dass durch die wachsende Imkerschaft der Bedarf an fachlich korrekten Informationen, die auf wissenschaftlich erhobenen Erkenntnissen beruhen, stetig wächst. Wir versuchen, diesem Anspruch bestmöglich gerecht zu werden.

Kontakt zur Autorin:
Dr. Marika Harz
marika.harz@lwk.nrw.de

 

Spendenaufruf

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

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Blühphasenmonitoring

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Varroawetter

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Quelle:

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~Info-Brief 19-2018

für die 33. KW
10. Aug. 2018

Was zu tun ist

  • Räuberei vermeiden
  • Varroabehandlung beginnen
  • Jungvölker füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz vorbereiten

 

Am Bienenstand

Der Wachskreislauf

Hohenheim (kw) Bienenwachs war im Mittelalter ein seltener und deshalb sehr gefragter Rohstoff. Nur die Zeidler konnten das Material für die Kerzen der Königshäuser, Kirchen und Klöster liefern. Sie suchten bzw. bejagten wildlebende Honigbienen, die sich meist in hohlen Bäumen angesiedelt hatten, räumten den Großteil des Wabenwerks aus und konnten so Honig und Wachs gewinnen. Die Zeidler waren eine eigene Zunft mit hohem gesellschaftlichen Ansehen und mit eigener Gerichtsbarkeit.

Mit der Erfindung des Rähmchens setzte ein radikaler Wandel ein. Die Honigjagd der Zeidler wurde ersetzt durch eine bienenfreundlichere, nachhaltige Bewirtschaftung der Bienenvölker, weil die Brutnester der Bienenvölker durch den, jetzt beweglich gewordenen Wabenbau, nicht mehr zerstört werden mussten. Auf der anderen Seite führte diese Änderung dazu, dass diese Waben in den Völkern wesentlich älter wurden. Durch die häufige Bebrütung stieg die Zahl der in den Zellen verbliebenen Puppenhäute und Larvenkotreste in diesen Waben massiv an, ganz anders wie in den meist einjährigen Waben, die früher die Zeidler ernteten. Eine Folge war, dass Kerzen, die aus ausgeschmolzenem Wachs dieser Waben hergestellt wurden, sehr schlecht gebrannt haben. Die vielen Schwebstoffe im Wachs verstopften die Dochte und man begann das schwebstoffarme Entdecklungswachs, Wildbauwachs und das Wachs von Baurahmen für die Kerzenproduktion zu verwenden. Damit wurde aber, vor allem im deutschsprachigen Raum, eine Entwicklung eingeleitet, die heute wieder rückgängig gemacht werden muss. Es ist nämlich tatsächlich ein Wachskreislauf in den Bienenbüchern beschrieben worden, der zeigt, wie mit hocheffizienten Schmelzverfahren, z.B. dampfbetriebenen Spindelpressen etwa 99% des Bienenwachses aus dunklen Altwaben zurückgewonnen werden konnte. Dieses Wachs wurde durch eine Säurebehandlung optisch geschönt und konnte so wieder als gelbes Mittelwandwachs eingesetzt werden. Der Wachskreislauf im eigentlichen Sinn bedeutet also, dass altes Wachs tatsächlich zirkuliert und immer wieder in die Bienenvölker zurückkommt. Dies war in den Jahrzehnten vor der Einschleppung der Varroamilbe auch kein wirkliches Problem, weil es im Rahmen der Mittelwandproduktion möglich war, Krankheitserreger im Wabenwerk abzutöten. Von den Mittelwänden, hergestellt aus Altwachs, ging also keinerlei Gefahr aus.

Diese Situation hat sich aber schlagartig geändert, als synthetisch hergestellte Varroazide, wie Perizin oder Apistan flächendeckend zum Einsatz gekommen sind und sich das Wabenwerk in den Bienenvölkern nahezu auf der ganzen Welt damit angereichert hatte. Jetzt wurde dieses Recyling zum großen Problem, weil sich, bis auf ganz wenige Ausnahmen, im Rahmen der Altwachsverarbeitung diese Wirkstoffe nicht entfernen oder zerstören lassen. Dies betrifft im Übrigen auch eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln, die mit Pollen und Nektar in die Bienenvölker eingetragen werden. Mit Rückständen belastete Mittelwände werden so ein Risiko für die Honigqualität, weil es zu Diffusionsprozessen aus dem Wachs in den Honig kommen kann. Dies betrifft aber auch das Futter, in dem die jungen Bienenlarven schwimmen. Auch dort können Wirkstoffe, die aus dem Mittelwandwachs stammen, gefunden werden. Bienenwachs neigt dazu, sich mit Wirkstoffen aus der Umweltbelastung, der Landwirtschaft und mit Betriebsmitteln der Imkerei anzureichern. Je älter es werden darf, und genau das wird über Wachsrecyling erreicht, umso mehr Wirkstoffe können im Wachs nachgewiesen werden und umso kritischer wird es im Hinblick auf die der Bienengesundheit und die Qualität der Bienenprodukte.

Deshalb darf es den Wachskreislauf im ursprünglichen Sinne nicht mehr geben, sondern wir sollten verstärkt das Baurahmenwachs, es ist das rückstandsärmste Wachs im Bienenvolk, und das Entdecklungswachs für die Mittelwandproduktion verwenden. In den Richtlinien der Ökoverbände ist dies übrigens schon seit langer Zeit so vorgeschrieben.

Kontakt zum Autor:
Dr. Klaus Wallner
E-Mail: Klaus.Wallner@uni-hohenheim.de

 

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~Info-Brief 18-2018

für die 31. KW
27. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz der Bienenvölker vorbereiten
  • Varroabehandlung beginnen
  • Bei allen Arbeiten Räuberei unbedingt vermeiden

  

Am Bienenstand

 Die Varroabekämpfung steht an!

Veitshöchheim (sb) Das Bienenjahr neigt sich dem Ende zu. In vielen Regionen sind die Trachtquellen schon frühzeitig versiegt. In Regionen ohne Spättracht haben die meisten Imkereien schon begonnen abzuräumen. Jetzt steht die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder Thymol unmittelbar bevor. Aber auch in den Regionen mit noch vorhandener Tracht sollte die Varroaentwicklung und –bekämpfung frühzeitig berücksichtigt und eingeplant sein. Keinesfalls darf man sich von einem niedrigen Varroabefall in Nachbarständen täuschen lassen. Der Milbenbefall verschiedener Stände in einer Region kann sehr stark unterschiedlich sein. Letztlich ist der Befallsgrad der Völker für den richtigen Zeitpunkt der Behandlung ausschlaggebend und nicht der jeweilige Trachtverlauf. Im vorletzten Infobrief (Infobrief 2018_16 vom 13.07.2018) wurden die Methoden der Befallsbestimmung und die zugelassenen Varroabehandlungsmittel vorgestellt. Jetzt muss abhängig vom gewählten Verfahren der Befallsbestimmung und vom Befallsgrad reagiert werden. Hierfür können die Angaben von Schadschwellen zur Orientierung dienen. Diese Angaben sind natürlich nur grobe Näherungswerte, s. Tabelle. Diese Werte können natürlich nur zur groben Orientierung dienen. Sie sind klar abhängig von dem jeweiligen Volkszustand. Ein schwaches Volk, mit gleichem, natürlichen Milbenabfall wie ein starkes Volk, ist deutlich stärker gefährdet.

 

Der Varroa an den Kragen

Nach dem Abräumen der Honigräume wird zuerst eine Futterkontrolle durchgeführt. Da wo Bedarf ist, einen kurzen Futterstoß geben. Dann kann die Behandlung beginnen.

Wichtig für die Behandlung der Völker ist die Anwendung von gut erprobten, wirkungsvollen Bekämpfungsvarianten. Eine gute Orientierung bieten die Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, diese sind erprobte Konzepte die, bei konsequenter Umsetzung, eine erfolgreiche Varroabekämpfung gewährleisten, z.B.:

Behandlungskonzept Bayern

Behandlungskonzept Hohenheim

Behandlungskonzept Kirchhain

Während bei der Behandlung der Völker mit Thymol fertige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen, ist das bei der Ameisensäure anders. Neben dem Tierarzneimittel Mite Away Quick Strips® (MAQS®) ist die Anwendung von Ameisensäure 60 % ad us. vet. in verschiedenen Anwendungsformen weit verbreitet. Hierbei ist aber nicht jede Anwendungsform gleich wirksam.

Eine größtmögliche Wirksamkeit der Ameisensäurebehandlung kann durch die Verwendung eines Verdunstersystems erreicht werden. Verdunster wie der Nassenheider professional oder der Liebig-Dispenser zeigen sehr günstige Behandlungsergebnisse und bieten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Verdunstersysteme werden nach dem Entfernen eventueller Wachsbrücken auf die Rähmchen aufgestellt. Als zusätzlicher Raum bietet sich eine Flachzarge oder ein umgedrehtes Futtergeschirr an. Es geht auch eine leere Vollzarge, aber je weniger zusätzlicher Raum umso besser. Die Verdunster verfügen über eine Skalierung an den Vorratsbehältern, mit deren Hilfe die Verdunstungsmenge abgelesen werden kann und mit den in der Gebrauchsanweisung angegeben Werten für eine optimale Behandlung verglichen werden können. Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure 60% ad us. vet.! Alternativ zu den Verdunstern konnten auch mit dem Mite Away Quick Strip® (MAQS®) hohe und verlässliche Behandlungserfolge erzielt werden.

Video zur Behandlung mit dem Nassenheider professionell

 

Teilen und Behandeln

Neben der Anwendung von Thymol oder Ameisensäure kann auch das Konzept „Teilen und Behandeln“ zur Anwendung kommen. Hierbei steht durch die Kombination von Völkerteilung (und eventuell anschließender Rückvereinigung) und Behandlung mit Milch- oder Oxalsäure im brutfreien Zustand ein Verfahren zur Verfügung, das auch bei Witterungsverläufen einsetzbar ist, bei denen Thymol oder Ameisensäure nicht gut einsetzbar sind. Teilen und behandeln

 

Das Wetter unbedingt beachten!

Für Ameisensäure wie für die Thymolpräparate gilt, der Wirkstoff wird durch Verdunstung freigesetzt und diese ist von den Außentemperaturen abhängig. Für eine gute Wirksamkeit der Behandlung sind ausreichend hohe, aber auch nicht zu hohe Tageshöchsttemperaturen Voraussetzung! Hier kann das „Varroawetter“ bei der Entscheidung wann die Behandlung am besten durchzuführen ist helfen. Das Varroawetter gibt eine grobe Orientierung, ob für die jeweils gewählte Behandlungsvariante für den geplanten Zeitpunkt günstige Witterungsbedingungen bestehen. Natürlich kann das nur eine grobe Orientierung sein. Es ist eine Prognose und kann nicht die kleinklimatischen Bedingungen jedes Bienenstandes berücksichtigen.

Tabelle Schadschwellenbestimmung mit der Bodeneinlage im Juli (Landesanstalt für Bienenzucht Hohenheim):
< 5 Milben / Tag = „akut noch keine Gefahr“.
5–10 Milben / Tag = starker Befall und Behandlung zeitnah durchführen.
> 10 Milben / Tag = sofortige Maßnahmen einleiten.

Leider auch Melezitose

Es mehren sich aus vielen Gebieten in Bayern (Spessart, Oberpfalz, Allgäu) aber auch anderen Bundesländern Meldungen über den Eintrag von schnell kristallisierendem Honig. Hier haben die Bienen Honigtau mit hohen Anteilen Melezitose eingetragen. Melezitose ist ein Dreifachzucker der sich aus zwei Molekülen Glukose und einem Molekül Fruktose zusammensetzt. Honig mit einem hohen Anteil Melezitose wird sehr schnell sehr zäh und fest, eine Schleuderung ist fast unmöglich. Honig aus schleuderbaren Waben enthält entweder noch Anteile anderer Honige oder der Honig ist nicht reif, und es muss mit Gärung gerechnet werden.

Das Auftreten von Melezitose ist immer mit viel Arbeit und nicht geringen Gefahren für die Bienenvölker verbunden. Die Bienen arbeiten sich mit dem Eintrag des Honigs ab, die Waben können nicht normal geerntet werden und sind auch nicht als Winterfutter zu gebrauchen. Häufig ist auch eine Abwanderung der Völker nicht möglich. Was also ist zu tun?

Wer nur geringe Mengen in den Völkern hat, sollte die Waben entnehmen und diese im Frühjahr in kleinen Mengen für die Ablegerfütterung verwenden. Eine Überwinterung auf Melezitose ist gefährlich, da die Bienen das Futter im Wintersitz nicht auflösen können, und damit die Kotblase belastet wird. Ruhr und Nosema sind häufig die Folge.

Auf jeden Fall sollten die Bienen Platz bekommen, damit sie den Honig nicht im Brutnest ablegen. Bei Auftreten von Melezitose ist der Bautrieb oft sehr gut, so dass durch Zugabe von Mittelwänden ein Teil der Energie in Wachs fließt. Allerdings halten die wenigsten Imker Ende Juli einen entsprechenden Vorrat an Mittelwänden vor. Es gibt verschiedene Verfahren Melezitosehonig von den Bienen umtragen zu lassen. Infos zum Vorgehen gibt ein Merkblatt auf der Internetseite des Instituts für Bienenkunde und Imkerei.

Merkblatt Melezitosehonig

Kontakt zum Autor: stefan.berg@lwg.bayern.de

 

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~Info-Brief 17-2018

für die 30. KW
20. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Jungvölker kontinuierlich füttern und bedarfsgerecht erweitern
  • Wintersitz der Bienenvölker vorbereiten
  • Honig rühren
  • Winterfutter beschaffen
  • Bei allen Arbeiten Räuberei unbedingt vermeiden

 

 Am Bienenstand

 Nachtrachtpflege Grundstein für das nächste Jahr

Hohen Neuendorf (jr) Das diesjährige besonders frühe Ende der Massentrachten stellt besondere Anforderungen an die Nachtrachtpflege. Denn die Bienenvölker bereiten sich bereits ab dem Hochsommer auf den Winter vor. Dabei ist Nektar der Treibstoff des Bienenvolkes. Ohne Nektar sind die Völker wenig motiviert, Brut aufzuziehen. Somit muss der Imker für Ersatz sorgen. Schließlich wird mit der Nachtrachtpflege der Grundstein für das nächste Jahr gelegt. Dabei ist zu beachten: Während die Jungvölker noch wachsen, haben die Altvölker ihren Entwicklungshöhepunkt längst überschritten.

 

Pflege der Jungvölker

Nachdem die Jungvölker in einer möglichst von verdeckelter Brut freien Phase gegen Varroa-Milben behandelt wurden, benötigen sie einen kontinuierlichen Futterstrom, um sowohl weiterzubauen als auch das Brutnest auszuweiten. Da Fütterung gerade bei Trachtmangel nicht nur den Brut-, Putz- und Bautrieb sondern auch den Sammeltrieb anregt, fördert sie die Räubereigefahr. Insofern sollten die Fluglöcher eng gehalten werden, so dass sie sicher zu verteidigen sind. Letzteres geht umso besser, wenn sich der Bienensitz nahe am Flugloch befindet bzw. das Flugloch nahe am Bienensitz. Hier haben Imker mit quadratischen Beuten einen Vorteil: Besetzt das Jungvolk deutlich weniger als 1 Zarge, wird diese auf Querbau gedreht, mit dem Bienensitz zum Flugloch. Oder das Flugloch wird durch eine entsprechende Einengung seitlich zum Bienensitz hin verschoben.

Die Reizwirkung nimmt von Honiglösung mit der stärksten Reizwirkung und gleichzeitig höchsten Räubereigefahr über Zuckerlösung und Futterteig zu Maische hin ab. Mittelwände werden nur noch einzeln neben das Brutnest gehängt, aber auch nur so lange, wie sie zügig ausgebaut und freudig bebrütet werden. Andernfalls behindern sie die weitere Entwicklung. Besser werden jetzt honigfeuchte, schon einmal bebrütete Waben angenommen, die aber wiederum Räuberei fördern. Doch Reizfütterung und Erweiterung helfen wenig, wenn kein ausreichender Futtervorrat vorhanden ist. Dieser ist zuvor zu kontrollieren und sollte je nach Stärke der Jungvölker 1-2 volle Waben umfassen. Bei Futtermangel werden entsprechend Honigwaben in die Zukunft investiert.

 

Brutnest kontrollieren!

Zu kontrollieren ist bei den Erweiterungsmaßnahmen auch das Brutnest. Ist es gleichmäßig oder eher lückenhaft? Gibt es Auffälligkeiten an den Zelldeckeln oder im Zellinneren – seien es Verfärbungen oder Beschädigungen? Dann sollte ein Bienensachverständiger des Imkervereins zu Rate gezogen werden, um eine Klärung herbeizuführen. Ggf. ist eine labordiagnostische Untersuchung durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt oder das nächste Bieneninstitut ratsam. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt ist auf jeden Fall umgehend telefonisch zu informieren, wenn abgestorbene Brut sichtbar wird und sich an einem hineingesteckten Streichholz oder einer Pinzette beim Herausziehen bzw. Auf- und Zuschnappen ein Faden bildet. Hier liegt Verdacht auf Amerikanische Faulbrut vor.

Flitzen braune oder schwarze ca. 5 mm lange Käfer schnell in dunkle Ecken oder bewegen sich mehrere Larven ohne Gespinst auf/in den Waben, sind diese in einem festen, durchsichtigen Kunststoffbehälter oder einem dichten Honigglas zu verwahren. Der Amtstierarzt ist ebenfalls umgehend zu informieren. Hier besteht der Verdacht auf Befall mit dem Kleinen Beutenkäfer. Nur wenn er frühzeitig erkannt wird, besteht die Chance, ihn wieder zu tilgen. Zahlreiche Importe von Bienenvölkern bergen leider eine permanente Einschleppungsgefahr. Weitere Informationen zum Kleinen Beutenkäfer finden Sie auf der Homepage des FLI (Friedrich-Loeffler-Institut).

Sind auch die Bienen alle unauffällig oder erscheinen einzelne Arbeiterinnen klein und schwarz, eventuell sogar ohne Flügel? Dann dürften sich die Varroa-Milben explosiv vermehrt haben und deren wirksame Bekämpfung ist nun umgehend erforderlich. Ameisensäure im Nassenheider Verdunster gemäß Gebrauchsanweisung ist hierfür eine gute Option. Auflösen schwacher Völker Jungvölker, die sich im Vergleich zu anderen schlechter entwickeln, weil z. B. neben Arbeiterinnenbrut auch oder gar ausschließlich Drohnenbrut gepflegt wird, werden aufgelöst. Dazu wird die Beute von ihrem bisherigen Platz entfernt, die Königin sofern auffindbar abgedrückt und die Bienen werden abgefegt. Die Waben werden bienensicher verwahrt und zügig eingeschmolzen. Schließlich bereiten Jungvölker, die sich nicht von Anfang an freudig entwickeln unnötig Arbeit und Sorgen. Auch in der Natur hätten sie keine reale Chance. Insofern unterstützen wir mit dem Auflösen wenig vitaler Völker die natürliche Auslese.

 

Pflege der Altvölker

Auch bei den Altvölkern wird geprüft, welche in das nächste Jahr gehen sollen. Oft sind diese umzuweiseln, zumal mit zunehmendem Alter der Königin die Gefahr von Winterverlusten steigt. Junge bis einjährige Weiseln sind am leistungsfähigsten. Schon im zweiten Jahr lässt die Fruchtbarkeit dieser weiblichen Wesen nach. Die Umweiselung erfolgt am sichersten mit einem Jungvolk durch Aufsetzen unmittelbar vor der Einfütterung oder nur mit einer begatteten Weisel nach der Einfütterung – geschieht also zu einem Zeitpunkt, zu dem die bisherige Weisel durch Verringerung der Eiablage weniger Pheromon abgibt und im Vergleich zu einer seit mehreren Wochen aktiven Jung-Königin an Attraktivität verloren hat. Aber auch Völker, denen jetzt die gesamte Brut entnommen wird, nehmen eine neue Königin problemlos an. Dabei bietet es sich an, die alte Königin bei der Brutentnahme zu käfigen, eine Varroa-Bekämpfung mit einer organischen Säure durchzuführen und dann die alte Königin durch eine neue unter Futterteigverschluss zu ersetzen.

 

Wintersitz einrichten

Bei Völkern, die allein oder durch Vereinigung in den nächsten Winter gehen sollen, konnte schon während der letzten Haupttracht der spätere Wintersitz eingerichtet werden. Solange die Bienen draußen Nahrung finden, besteht keine Räubereigefahr. Das lässt den Imker einfacher und schneller an den Völkern arbeiten und schont die Nachbarn. Worauf ist zu achten? Auch hier gilt wie bei den Jungvölkern: Brutnest und Bienen sind genau in Augenschein zu nehmen, um kleinste Veränderungen zu entdecken. War die Tracht eher mäßig oder der Honigraum im Verhältnis zu Brutraum und Nahrungseintrag reichlich bemessen, kann der Honigvorrat im Brutraum dürftig ausfallen. In Vorbereitung der letzten Honigernte ist daher auf ausreichend Nahrungsvorrat im Brutraum zu achten: Fünf bis zehn Kilogramm Blüten-Honig (2-4 volle Waben zzgl. Futterkränze) sollten dem Bienenvolk verbleiben, um jeglichen Mangel zu vermeiden. Das gilt selbstverständlich nicht für Wald- und Melizitose-Honig. Diese Honige erschweren eine erfolgreiche Überwinterung und sind daher zu entfernen, was eine umso konsequentere Fütterung unmittelbar nach der Honigernte notwendig macht. Einzelne Mittelwände bzw. bislang unbebrütete Waben (Jungfernwaben) werden aus dem Brutraum entfernt. Sie werden nun nicht mehr angenommen und engen somit das Brutnest ein, beschränken also die Aufzucht von Winterbienen. Selbst an Jungfernwaben mit dem ersten Brutsatz wird gelegentlich sichtbar, ab wann die Weisel unbebrütetes Wabenmaterial verschmäht: Neben etwas verdeckelter Brut befinden sich weder Stifte noch Larven. Solch eine einzelne Jungfernwabe mit wenig Brut kann am äußersten Rand der Beute zurückbleiben, damit die Bienen noch schlüpfen können. Innerhalb des Wabenwerks würden unbebrütete Waben im Winter die Bienen als Kältebrücke davon abhalten, auf das dahinter liegende Futter weiterzurücken und somit den Hungertod heraufbeschwören. Das ist ein scheinbarer Widerspruch zur verbreiteten Empfehlung, den Brutraum vor der Einfütterung mit unbebrüteten, möglichst honigfeuchten Waben oder mit Mittelwänden zu erweitern. Das funktioniert auch tatsächlich – allerdings nur, wenn die hellen Waben nicht einzeln vorhanden sind sondern als einheitlicher Block, der eine komplette Zarge füllt.

Auch bei den Altvölkern ist es gerade aufgrund des verbreitet frühen Trachtendes sinnvoll, mittels Reizfütterung für einen kontinuierlichen Futterstrom zu sorgen. So wird die Brutaufzucht ebenso angeregt wie die Ausnutzung des vorhandenen Pollenangebotes. Die Wintereinfütterung vorzuziehen, würde dagegen zu einer frühen Einschränkung des für die Brutaufzucht verfügbaren Raumes und zu ungleichen Vorräten bis zum Herbst führen.

 

Wohin mit den Baurahmen?

Die Baurahmen werden letztmalig ausgeschnitten und aus Völkern, die einzargig überwintert werden sollen, entfernt. Sie benötigen den gesamten Raum, um ausreichend Futter einzulagern und darunter die Wintertraube anzulegen. Bei zweizargig zu überwinternden Völkern brauchen die beiden Baurahmen nur an jeweils eine Seitenwand der untersten Zarge gerückt werden. Da das schrumpfende Wintervolk nicht eckig, sondern abgerundet sitzt, werden die Ecken und Kanten nicht von Bienen besetzt. Hier besteht die Gefahr, dass Wabenschimmel auftritt, der nun durch die entsprechend bessere Belüftung vermieden wird. Zudem erspart sich der Imker unnötige Arbeit: Die Baurahmen müssen im Spätsommer nicht durch Waben ersetzt werden und im Frühjahr braucht man keine entnehmbaren Waben suchen, um die Baurahmen einhängen zu können. Es wird im Frühjahr einfach nur deren Position geändert.

 

Räuberei vermeiden!

Die Honigräume bleiben bei der Durchsicht der Bruträume zunächst unbeachtet und werden unversehrt wieder auf die Völker gestellt. Denn je weniger mit Honigwaben hantiert wird, desto ruhiger bleiben die Bienen bei nachlassender Tracht. Erst wenn alle Bruträume fertig sind und noch immer Ruhe am Stand herrscht, kann der Honig nach Trachtschluss geerntet werden. Aufgrund der verbreitet extrem trockenen Witterung und ausgesprochen kühlen Nächten liegt der Wassergehalt des Honigs meist ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen ziemlich niedrig. Nur an Standorten mit wechselhafter Witterung sollten mehrere Tage ohne Niederschlag und mit geringer Luftfeuchtigkeit abgewartet werden. Er sollte aber rechtzeitig vor Beginn der Varroa-Behandlung der Völker geerntet werden, damit die Behandlung bei optimaler Witterung beginnen kann. Details zur Varroa-Bekämpfung finden Sie im nächsten Info-Brief in einer Woche. Eile ist mit der Honigernte jedoch geboten, wenn das Jakobskreuzkraut großflächig auftritt. Hier sollte der Honig geerntet werden, sobald er reif ist, um den Eintrag von giftigen Pyrrolizidinalkaloiden (PAs) zu vermeiden. Zudem sind die Nutzungsgewohnheiten der angrenzenden Gärten durch die Nachbarn zu berücksichtigen. Bei Trachtmangel reagieren die Bienen oft unruhiger auf Eingriffe durch den Imker, was sich auch in der näheren Umgebung bemerkbar machen kann.

Kontakt zum Autor: Dr. Jens Radtke Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de

 

Spendenaufruf

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
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Blühphasenmonitoring
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Varroawetter
www.varroawetter.de

 

Quelle:

http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_17.pdf

~Info-Brief 16-2018

für die 29. KW
13. Juli 2018

Was zu tun ist

  • Varroadiagnose
  • Jungvölker pflegen
  • Auf Räuberei achten
  • Trachtabhängig: Völker abernten ausgeschleuderte Waben auslecken lassen
  • Wintersitz vorbereiten
  • Futterkontrolle
  • Varroabekämpfung vorbereiten/durchführen

 Am Bienenstand

Kirchhain (cd)

Geheimtipps

… bei der Varroabekämpfung können Sie sich ruhig sparen. Meistens lösen sich diese „Geheimtipps“ genauso schnell auf wie Ihre Bienenvölker. Zurück bleiben nur tote Völker und enttäuschte Imker. Setzen Sie lieber auf gut erprobte, wirkungsvolle und zugelassene Behandlungsmittel und Methoden. Davon gibt es zuhauf. Biotechnische Methoden und Mittel auf der Basis organischer Säuren sollten Sie aber bevorzugen. Sie hinterlassen keine problematischen Rückstände in den Bienenvölkern. Aber letztendlich ist es egal, mit welchen zugelassenen Mitteln Sie der Milbe auf den Leib rücken. Viele Wege führen nach Rom. Sie müssen aber wissen, wann Sie „die Reise“ antreten müssen, und ob Sie das Ziel schon erreicht haben. Das schaffen Sie nur durch die Varroadiagnose. Und die dürfen Sie sich auf keinen Fall sparen.

 

Kontrolleure haben den Durchblick

Die Milbenbelastung der Völker ist ein individuelles Problem und fällt zum Teil sehr unterschiedlich aus. Während sich ein Großteil der Völker ähnlich verhält, gibt es immer wieder Ausreißer. Der Ausreißeranteil liegt in der Regel bei 5 % bis 15 % der Völker. Diese Völker werden Sie verlieren, wenn Sie sie nicht entdecken. Die Erfolgsformel lautet: Ab der zweiten Jahreshälfte werden alle Völker regelmäßig kontrolliert.

Zur Varroadiagnose sind die Bienenprobe oder die Gemülldiagnose geeignet. Für welches Verfahren Sie sich entscheiden, ist eher zweitrangig. Entscheidend ist nur, dass das Verfahren geeignet ist, und vor allem richtig und sorgfältig angewendet wird. Grundsätzlich haben alle Methoden Fehlerquellen und können falsche Ergebnisse produzieren. Und grundsätzlich werden im Fehlerfall immer zu niedrige Werte produziert. Und das ist fatal: Ihnen wird ein gesundes Bienenvolk vorgegaukelt, obwohl die Bienen krank sind. Die Fehlerquellen sind bei jeder Methode anders.

 

Trocken und staubig …

… muss es bei der Puderzuckermethode zugehen. Zunächst müssen Sie eine ausreichend große und repräsentative Bienenmenge sammeln. Ein wichtiger Punkt und eine zentrale Fehlerquelle. Leider sind die Milben nicht gleichmäßig auf der Bienenpopulation verteilt. Eine bienenbesetzte Futterwabe aus der oberen Zarge kann die geeigneten Probanden liefern. Die Bienen werden auf eine Folie gestoßen, diese wird einmal zusammengelegt und die Bienen in einen Becher gefüllt. Ein 125ml-Urinbecher ist ein gutes Maß. Ein voller Becher fasst die erforderlichen 500 Bienen. Die Bienenmenge sollten Sie durch Wiegen genau bestimmen. Zehn Bienen wiegen etwa ein Gramm, also brauchen Sie rund 50 Gramm Bienen. Die Bienen werden sofort mit drei bis fünf Esslöffel feinem und trockenem Puderzucker in einen Varroa-Schüttelbecher gegeben und geschüttelt. Den Becher drei Minuten stehen lassen und dann über ein feines Sieb eine Minute gründlich ausschütteln. Die Milben werden durch das Feinsieb aufgehalten und können ausgezählt werden (https://www.youtube.com/watch?v=- ZQmm78nMnE). Hier darf keine Feuchtigkeit ins Spiel gekommen sein. Feuchtigkeit könnte beispielsweise durch den Mageninhalt der Bienen oder durch feuchte Witterung in den Becher gekommen sein. Dann klappt diese Methode nicht.

Besonders sparsame Imker fangen diesen Puderzucker auf und verwenden ihn mehrfach. Das ist aber keine gute Idee. Der Puderzucker hat in jedem Fall Feuchtigkeit aufgenommen und wird qualitativ immer schlechter. Weg damit, oder den Zucker direkt an die Bienen verfüttern. Wenn Sie Lust haben, können Sie natürlich auch noch einen Kuchen daraus backen. Dann wird selbst aus einem gewöhnlichen Marmorkuchen ein „Bienenkuchen“.

 

Mein lieber Schieber

Viele Imker setzen auf die Gemülldiagnose. Und das aus gutem Grund. Hier kann zu jeder Tageszeit und Witterung ohne Störung der Bienen über den natürlichen Milbenfall die Belastung abgeschätzt werden. Unter dem Gitterboden wird für ca. drei Tage die Bodeneinlage eingeschoben. Es werden alle Milben, die hellen, wie auch die dunklen Milben gezählt und durch die Verweildauer in Tagen geteilt. Die „Einheit“ lautet Milben / Tag. Hier gibt es aber auch Fehlerquellen. Eine Bausperre reduziert den Milbenabfall genauso wie, wenn das Gitter nicht vollflächig den Boden abdeckt. Das Hauptproblem liegt aber wo anders: Ohrenkneifer, Ameisen und Co. können zu einem echten Problem werden. Sie fressen und tragen Gemüll weg und reduzieren die Milben auf der Bodeneinlage. Dann klappt diese Methode auch nicht gut. Das können Sie aber vermeiden. Holen Sie die Völker aus dem Dreck Stellen Sie die Völker nicht zu bodennah auf und halten Sie das Gras kurz. Eine ordentliche Höhe der Beutenständer schont nicht nur Ihren Rücken, sondern beugt auch „Untermietern“ vor. Die Beuten sollten auch nicht auf einer geschlossenen Palette stehen. Das Gemüll muss ungehindert auf den Boden fallen können. Ansonsten sammelt sich Gemüll auf dem Lager an und zieht Mitesser an. Hilfreich kann das Fetten des Bodenschiebers sein. Viel hilft dabei viel. Durch einen dünnen Fettfilm, oder durch in Tücher gebundenes Öl lassen sich Ameisen auf keinen Fall beeindrucken. Eine dicke Öl- oder Fettschicht macht mehr Eindruck. Außerdem bleiben die Milben am Schieber haften und können nicht mehr durch den Wind weggeblasen werden. Der Bodenschieber wird nur für ca. drei Tage eingeschoben. Danach wird er wieder entfernt und das Gitter bleibt offen. Ansonsten gewöhnt sich das „Ungeziefer“ an den Bodenschieber als Futterstätte.

 

Das muss man sich merken

Die Schwellenwerte, bei denen Sie handeln sollten, sind bei der Bienenprobe anders als bei der Gemülldiagnose. Bei der Bienenprobe: Die Schadschwelle wird im Juli bei 3 Milben / 100 Bienen erreicht und sinkt fortlaufend bis Brutstillstand auf 1 Milbe / 100 Bienen. Bei der Gemülldiagnose: Die Schadschwelle wird im Juli bei 10 Milben / Tag erreicht und sinkt fortlaufend bis Brutstillstand auf 1 Milbe / Tag. Beachten Sie die Schadschwellen und handeln Sie danach. Liegen Sie noch deutlich unter den Schadschwellen, muss eine Varroabehandlung zumindest nicht unmittelbar erfolgen. Vor allem wenn Sie erheblich darunter liegen, sollten Sie den Medikamenteneinsatz abwägen. Wo eine Wirkung, da ist auch eine Nebenwirkung. Bei einem gesunden Patienten richten Ameisensäure, Oxalsäure und Co. mehr Schaden als Nutzen an. Sind die Schwellenwerte erreicht, muss aber zügig gehandelt werden um die Völker zu entlasten. Das kann auch außerplanmäßig nötig sein. Welches Verfahren Sie wählen sollten, hängt nicht zuletzt von der Jahreszeit und der Witterung ab. Ameisensäure und Thymolpräparate sind in ihrer Wirkung von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit abhängig. Mit sinkenden Temperaturen lässt ihre Wirkung nach, zu hohe Temperaturen können die Bienen schädigen. Hier kann das „Varroawetter“ (www.varroawetter.de) bei der Entscheidung, wann die Behandlung am besten durchzuführen ist, helfen. In einem nassen und kalten Jahr, oder wenn Sie noch spät reagieren müssen, kann es aber trotzdem schwierig werden. Bei den biotechnischen Methoden spielt das Wetter keine Rolle. Eine komplette Brutentnahme mit anschließender Oxalsäurebehandlung kann auch noch spät im Jahr erfolgen. Die Oxalsäure arbeitet im brutfreien Zustand völlig witterungsunabhängig.

 

Bis zur Wintersonnenwende

Gerade im Herbst werden die Völker gerne vergessen, und dann „scheppert“ es doch noch. Wer früh mit der Spätsommerpflege beginnt, der ist meistens auch früh fertig. Aber erst im September und im Oktober schlüpfen die Winterbienen. Sie müssen gesund und vital zur Welt kommen. Bis dahin kann noch viel passieren. Die Populationsdynamik der Varroamilbe stellt uns immer wieder vor Rätsel und sorgt für Überraschungen. Deshalb liegt der Schlüssel zum verlustfreien Imkern in der Varroadiagnose, und nicht in der Varroabekämpfungsmethode. Es kommt auch nicht darauf, an wie viele Milben während oder nach der Behandlung fallen. Es kommt darauf an, wie viele Milben überlebt haben. Und das müssen Sie wissen.

Kontakt zum Autor:

Christian Dreher christian.dreher@llh.hessen.de

 

 

Spendenaufruf

Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen. Fachzentrum Bienen und Imkerei
Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500 10 Konto Nr.: 98029465
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Kennwort: Infobrief

Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an: Spenden an Apis e.V. Verein zur Förderung der Bienenkunde der Landwirtschaftskammer NRW

Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring
http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter
www.varroawetter.de

Quelle:
http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_16.pdf

~Info-Brief 15-2018

für die 27. KW
29. Juni 2018

Am Bienenstand

Hohenheim (vs) Um als Imker Waldhonig – auch genannt Honigtauhonig – zu ernten, ist es durchaus sinnvoll, ein Auge auf die Honigtauerzeuger zu haben. Diese stechen die Siebröhren der Bäume an, auf denen sie leben. Mit Hilfe der Siebröhren befördert der Baum zum Wachstum wichtige Nährstoffe über die Wurzeln und den Stamm in alle Zweige, Nadeln oder Blätter. Die Nährstoffe befinden sich im so genannten Siebröhrensaft, welcher auch den Honigtauerzeugern zum Wachstum dient. Die darin enthaltenen, nicht benötigten Zucker, scheiden die Honigtauerzeuger in großen Mengen als Honigtau aus. Diese Tropfen werden unter anderem von unseren Honigbienen aufgenommen und im Stock zu Waldhonig verarbeitet. Wer also weiß, wo welche Honigtauerzeuger vorkommen und honigen, der weiß auch, wo man am besten hinwandert, um Waldhonig zu gewinnen.

 

Die Melezitose

Der Dreifachzucker Melezitose stellt eine Gefahr für den Imker dar, da der Zucker bei hohen Konzentrationen zur Auskristallisierung des Waldhonigs führt. Der so genannte Zementhonig wird steinhart und muss unter hohem Aufwand weiter behandelt werden, um überhaupt geerntet zu werden. Die meisten Imker nehmen den Verlust der Waben in Kauf. Jedoch kann die Melezitose auch gemieden werden. Er kommt hauptsächlich im Fichtenhonig und besonders im Honigtau der Großen schwarzen Fichtenrindenlaus (Cinara piceae) vor. Wer die Läuse beobachtet, weiß, welche Standorte man meiden kann, um die Problematik mit dem eigentlich sehr schmackhaften Zementhonig zu umgehen.

Wer noch offene aber bereits trübende Honigwaben im Fichtenwald hat, könnte bereits kristallisierenden Honig haben. Die schnelle Kristallisation deutet auf Melezitosehonig hin. Die sandige Konsistenz kann durch eine Geschmacksprobe ermittelt werden. Möchte man den Honig trotz aller Mühen ernten, kann man ihn bei Einsatz von Naturwaben als Wabenhonig anbieten oder am besten frühzeitig ausschleudern. Auch können entdeckelte und bewässerte Melezitosewaben von den Bienen umgetragen werden. Als Winterfutter sollte Melezitosehonig jedoch auf keinen Fall eingesetzt werden, da die Verdauung dieses Honigs für die langlebigen Winterbienen zu Darmproblemen führen kann.

 

Das Honigtaujahr April bis Juni 2018

Eine erfreuliche Nachricht für alle Waldhonig-Imker ist dieses Jahr, das der Anteil an Melezitose im Honigtau bisher gegen Null geht. Das es insgesamt wenig Honigtau gibt, ist natürlich weniger erfreulich. Aber nun der Jahresablauf für Baden-Württemberg, hauptsächlich für den Schwarzwald und das schwäbische Keuper-Lias Land.

Anfang des Jahres, bereits im April, konnte man erste einzelne Honigtautropfen finden. Das Bienenjahr hat früher angefangen und so auch der Jahreszyklus der Honigtauerzeuger. Sehr vereinzelt waren die kleine und große Lecanie (Physokermes hemicryphus und P. piceae) vorhanden, vermutlich wurden diese im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren stark parasitiert (Schlupfwespen) oder von Vögeln gefressen. Im Mai kam die Grün gestreifte Fichtenrindenlausar (Cina stroyani) und die Stark bemehlte Fichtenrindenlaus (Cinara costata) hinzu. Die Läuse traten zwar vereinzelt auf, allerdings führte es zu keiner Waldtracht, da nicht genug Honigtau aufkam. Nicht lange darauf folgte die „Pilicornis“ – die Rotbraune bepuderte Fichtenrindenlaus (Cinara pilicornis). Letztere war die einzige Laus auf der Fichte, die regional auch zu Waldtracht geführt haben kann. Auf der Tanne wurde vereinzelt die Coloradotannen – Rindenlaus (Cinara curvipes) und die Große braunschwarze Tannenrindenlaus (Cinara confinis) entdeckt, welche auch von Honigbienen beflogen wurden und zu kleinen Mengen Waldhonig geführt haben können.

Betrachtete man nebenbei die Laubbäume, konnte man teilweise Honigtau sammelnde Bienen in Faulbäumen (Schwarze Bohnenlaus, Aphis fabae), Apfelbäumen, Buche (Buchenblattlaus, Phyllaphis fagi) und vermehrt auch auf der Linde (Lindenzierlaus, Eucallipterus tiliae) finden.

Leider begann das Wetter Ende Mai, Anfang Juni nicht mehr mitzuspielen und nach den Schauern und teilweise heftigen Gewittern gab es erstmal keine Zunahmen mehr an den Stockwaagen unserer aufgestellten Versuchsvölker. Auch die jungen Maitriebe verholzten bereits, sodass die „Pilicornis“ nicht mehr an die Siebröhren kam. Seit letzter Woche gibt es ein Aufatmen: Die Grüne Tannenrindenlaus (Cinara pectinatae) ist vermehrt zu finden und honigt auch dementsprechend. Wer Trachtbeobachtungen durchführt, kann also herausfinden, ob der wertvolle Tannenhonig am eigenen Wanderplatz gewonnen werden kann und so gibt es für dieses Waldtrachtjahr zumindest ein kleines Happy End.

Kontakt zur Autorin: Victoria Seeburger
victoria.seeburger@uni-hohenheim.de

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen

http://tsis.fli.bund.de

Blühphasenmonitoring

http://bienenkunde.rlp.de/

Varroawetter

www.varroawetter.de

Quelle:
http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2018_15.pdf