ACHTUNG! Bienendiebe!

Ronny Kern (Steinsdorf) wurden in den zurückliegenden drei Wochen drei besetzte Magazinbeuten gestohlen. Die Magazine sind Eigenanfertigungen (innen Dadant-Maß) und haben vorn und hinten eine farbige Nummer. Auch die Blechdeckel sind Spezialanfertigungen, die es so nicht im Fachhandel zu kaufen gibt.

Wer kann Ronny bei der Wiederbeschaffung seines Eigentums helfen? (Tel.: 0170 6744575).

Im nachfolgenden Artikel aus der OTZ vom 25. Nov. 2017 wendet sich Ronny an die Öffentlichkeit.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Magazine und Deckel außen und innen auffällig kennzeichnen
  • alle beweglichen Teile – auch alle Rähmchen – mit dem eigenen Namen versehen.
  • Zur Kennzeichnung Brenneisen (teuer) oder Edding verwenden.

Marcel Hilbert

Belohnung für Tipps zu Bienen-Dieben

Dem Steinsdorfer Imker Ronny Kern wurden bei Wünschendorf drei Bienenvölker gestohlen. Nun ist er verunsichert

Wünschendorf. „Die wussten genau, was sie mitnehmen.“ Ronny Kern deutet auf die U-förmig angeordneten Holzkisten mit Metalldeckel. Mittendrin klafft eine Lücke, seit Mittwochmorgen. Da entdeckte der 40- jährige Berufsimker aus Steinsdorf, dass drei Kisten fehlten. Und damit drei Bienenvölker, die er hier, in einem kleinen, von außen kaum einzusehenden Waldstück für die kalte Jahres zeit stationiert hat. Zeugt schon der Tatort des Bienendiebstahls für ihn davon, dass sich hier jemand auskannte, so wird dies von einem weiteren Indiz in seinen Augen noch unterstrichen: „Es wurden nicht einfach die drei Bienenstöcke weggetragen, die am nächsten zur Straße stehen, es sind ausgerechnet die stärksten Völker, die fehlen.“ Hunderte Völker an 15 Standorten im Kreis

Dass es drei und nicht mehr gestohlene Bienenvölker waren, sei klassisch, sagt er: „Drei solcher Kisten bekommt man in den Pkw, auch wenn sie mit etwa 40 Kilogramm pro Kiste womöglich von zwei Leuten transportiert werden mussten.“ Es ist, glücklicherweise für ihn, nicht seine eigene Erfahrung aus der er spricht, blieb er doch seit Beginn seiner Imkertätigkeit                         2007 von Diebstählen verschont. „Vandalismus ja, aber noch nie wurden Völker geklaut.“ Doch sei er ja im Gespräch mit anderen Imkern, die schon Diebstahlopfer wurden.

Nun muss er sich selbst dazu zählen. „Die Tat muss sich in den letzten 14 Tagen ereignet haben“, sagt er. So lang sei er nicht an der Stelle bei Wünschendorf gewesen, die er nun schon acht Jahren nutzt. Es ist einer von 15 Standorten im Landkreis Greiz, auf die er nach eigenen Angaben seine mehreren Hundert Bienenvölker verteilt hat. Das ist auch ein Grund n dafür, weshalb jetzt neben dem wirtschaftlichen Schaden – ein Bienenvolk sei etwa 300 Euro Wert und liefere Honig für 400 Euro im Jahr – vor allem die Unsicherheit den Bio-Imker umtreibt. Schließlich könne er nicht jeden der Standorte rund  um die Uhr im Blick haben.

Zumindest hat er nun an allen Plätzen Kameras installiert, die  hoffentlich von weiteren Taten abschrecken. Und er ist fest entschlossen, alles zu unternehmen, um die Bienendiebe zu erwischen. Deshalb hat er eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter führen. „Das entspricht dem Wert der Völker und deren Behausungen.“

Was letztere angeht, so erklärt Ronny Kern, so hätten diese ein eher unübliches Maß, nämlich ein besonders großes. „Das heißt, dass man die Bienenvölker nicht einfach in Kisten mit den in unserer Region üblichen, kleineren Abmessungen umsetzen kann.“ Er hofft, dass die großen, mit einer Nummer versehenen Holzbehälter mit den selbsthergestellten Blechdeckeln auffallen.

Polizei hat Ermittlungen aufgenommen

Meine Hoffnung ist, dass vielleicht jemand in den vergangenen Tagen mitbekommen hat, wie sein Nachbar plötzlich neue oder erstmals Bienenvölker bei sich aufstellt.“ Zeugen mit Hinweisen könnten sich an die Polizei, aber auch direkt an ihn wen- , den, sagt er. Die Polizei hatte Ronny Kern noch am Mittwoch eingeschaltet, diese hat nun die Ermittlungen aufgenommen, wie es im Polizeibericht heißt.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Greiz, Telefon: (03661) 62 10, zu melden. Den Bio-Imker selbst erreicht man unter Telefon (0170) 6 7445 75.

Quelle: OTZ 25. Nov. 2017, Ausgabe Zuelenroda, Seite 19

~Info-Brief 27-2017

für die 47. KW
17. Nov. 2017

Was zu tun ist:

  • Varroakontrolle
  • Vorbereitung der Winterbehandlung
  • Schutz vor Schädlingen

Am Bienenstand

Mayen – (co) Auch wenn jetzt auf den Bienenständen langsam Ruhe eingekehrt ist, darf die Varroamilbe nicht in Vergessenheit geraten. Nahezu alle Bienenvölker werden weiterhin parasitiert. Abhängig von der Befallsentwicklung im Jahresverlauf, dem Behandlungserfolg im Sommer und der standortabhängigen Reinvasion von Milben wird eine Winterbehandlung in der Regel notwendig sein. Als Faustregel gilt: Fällt im Winter in brutfreien Völkern innerhalb von zwei Tagen mehr als eine Milbe muss eine Behandlung durchgeführt werden. Infrage kommen aufgrund der niedrigen Temperaturen nur Oxalsäure oder Milchsäure, da diese im Gegensatz zur Ameisensäure oder Thymol nicht auf Verdunstung beruhen, sondern von den Bienen (Oxalsäure träufeln) oder direkt vom Imker (Milchsäure versprühen) verteilt werden. Das Verdampfen der Oxalsäure besitzt keine Zulassung in Deutschland. Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass diese Eingriffe den Bienen im Winter kaum oder nicht schaden. Beim einmaligen Träufeln von 30 bis 50 ml Oxalsäuredihydratlösung (ad us. vet.) je nach Volksstärke auf die in Wabengassen sitzenden Bienen sollten diese idealerweise eng in der Wintertraube sitzen, da dann die Verteilung zwischen den Bienen optimal verläuft. Zweizargige Völker sollten „aufgeklappt“ werden, um gezielt in die Wintertraube zu träufeln.

Setzt man die Milchsäure ein, ist jede besetzte Wabe einzusprühen, dabei werden je Wabenseite 8 ml Milchsäure in ad us. vet Qualität ausgebracht. Diese Behandlung erfolgt zweimal in einem Abstand von ca. 7 Tagen.

Bei der Behandlung sollten die Bienenvölker möglichst brutfrei sein. Dies ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Mitte Dezember vor der Wintersonnenwende der Fall. Unsere langjährigen Erhebungsdaten bestätigen jedes Jahr aufs Neue, dass die Imker, die im Dezember die Winterbehandlung durchführen, die geringsten Winterverluste zu verzeichnen haben. Weitere Informationen zu allen zugelassenen Varroaziden und Bezugsquellen finden Sie unter: https://www.lwg.bayern.de/bienen https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/104406
Kontakt zum Autor: Dr. Christoph Otten christoph.otten@dlr.rlp.de

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Übersicht über neue Faulbrutmeldungen
http://tsis.fli.bund.de
Blühphasenmonitoring
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Varroawetter
www.varroawetter.de

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~Info-Brief 26-2017

für die 41. KW
13. Okt. 2017

Was zu tun ist:

  • Futterkontrolle
  • Varroakontrolle
  • Vorbereitung der Winterbehandlung
  • Schutz vor Schädlingen

Am Bienenstand

Letzte Arbeiten -Kontrolle der Futterversorgung

Deggendorf (eh) In der Regel sind ab Mitte Oktober die Futtertröge oder Futtereimer bereits entfernt, die Völker sind ausreichend mit Futter versorgt. Nachfütterungen mit Flüssigfutter sollten nur noch ausnahmsweise – dann direkt am Bienensitz – erfolgen. Besser ist es bei Bedarf überschüssige Futterwaben von gut versorgten Völkern in das eine oder andere bedürftige Volk einzuhängen. Bei frühem Blühbeginn und entsprechend guter Witterung können im Herbst an manchen Standorten mit Zwischenfrüchten wie Phacelia und Senf oder nach einer ergiebigen Tracht z.B. aus dem „indischen“ Springkraut oder aus einer Räuberei die Waben so voll getragen worden sein, dass die Bienen in der Wintertraube auf vollen Futterflächen sitzen müssten.

Im Fall von zu viel Futter in allen Waben entfernen wir am Rand volle Futterwaben (überwintern diese kühl und trocken), rücken den Wabenblock in der Mitte auseinander und hängen je nach Volkstärke wenigstens 2 Leerwaben (ehemalige Brutwaben) in der Mitte ein. Wenn dies früh genug noch in einer warmen Wetterphase gemacht wird, können normale Bienenvölker auch noch im Oktober durch Umtragen von Vorräten aus den vollen Waben das Winterfutter ausreichend und gleichmäßig auf alle inneren Waben verteilen und so für genügend leere Zellen im Wintersitz sorgen.

 

Umweiseln von Völkern

Wirtschaftsvölker mit älteren Königinnen oder unbefriedigende Völker kann man nach der Einfütterung, im September und Oktober noch ohne Probleme umweiseln. Voraussetzung ist natürlich, dass man noch zusätzliche Königinnen am Stand hat.

Ein Beispiel für eine einfache Methode zur späten Umweiselung:

Bis zum Herbst werden die letzten begatteten Königinnen in einigen wenigen Mehrwabenkästchen belassen. An einem warmen Herbst-tag entfernt man die alte Königin aus dem Wirtschaftsvolk, wartet noch etwa 2 Stunden die Weiselunruhe des Volkes ab, setzt dann das unten geöffnete Begattungskästchen mit samt der gezeichneten neuen Königin auf das geöffnete Spundloch (Futterloch im Deckel) oder auf ein etwa faustgroßes Loch in der Folie und gibt eine Leerzarge mit Deckel darüber. Bei warmer Witterung vollzieht sich die Vereinigung in der Regel innerhalb kurzer Zeit ohne Probleme.

Ein kalter Wintersitz ist besser als ein feuchter Sitz der Winterbienen. Früher empfahl man ein offenes Abzug-Loch im Beutendeckel, über das die Feuchtigkeit aus der Beute mit der Zugluft entweichen kann. Heute können wir die Bodeneinlage / Windel aus dem Gitterboden dauerhaft ziehen und so für eine trocken-kalte Überwinterung sorgen, die feuchte Luft kann gut raus, die Gefahr der Schimmelbildung an den Rand-Waben wird deutlich reduziert. Mit diesem „Kaltsetzen der Völker“ – spätestens dann wenn die ersten Nacht-fröste auftreten – können wir auch versuchen die Völker vom weiteren Brüten abzuhalten.

 

Varroa-Befall kontrollieren und Winterbehandlung vorbereiten

Die Überprüfung des natürlichen Abfalls der Varroamilben mit dem Gitterboden ist auch im Oktober einfach durch Ziehen der eingelegten Bodeneinlage (frühestens 12 Tage nach der letzten AS-Behandlung) durchführbar. Bei einem natürlichen Milbenabfall von mehr als 0,5 Milben pro Tag ist in jedem Fall eine Winterbehandlung (im brutfreien Zustand) durchzuführen. Imker, die im Winter bereits bei der Überprüfung auf Brutfreiheit bzw. zur Winterbehandlung eine Sprühbehandlung mit Milchsäure 15% ad.us.vet einsetzen wollen, sollten im Oktober bei der letzten kurzen Kontrolle der Völker aus jeder Zarge jeweils eine Randwabe entnehmen und alle Waben auf der Auflageschiene bewegen, so dass die Verkittung gelockert ist. Die so entstandene leere Wabengasse erleichtert dann später bei der Sprüh-Behandlung das Verschieben und das schonende Ziehen der Waben aus der Wintertraube ganz entscheidend. Damit auch eine Träufelbehandlung im Winter gut funktioniert, sollten im Oktober noch vorhandene Wachsbrücken zwischen den Waben entfernt werden.

 

Schutz vor Mäusen

Die Zuwanderung von Mäusen an die Wohnbereiche in Dörfern und Städten hat bereits im September wieder begonnen. Für Spitzmäuse und Feldmäuse sind Bienenstände am Waldrand oder in der Flur ein sehr attraktiver Überwinterungsplatz. Feld-und Hausmäuse nutzen jede Gelegenheit und können ein Nest in einem unbenutzten Wabenbezirk bauen und dann das Volk in der Wintertraube erheblich stören! Unruhe, vermehrte Futteraufnahme und Ruhr im betroffenen Bienenvolk und eine massive Verschmutzung von Beute und Waben können die Folge sein. Dort wo sie vorkommen besuchen die deutlich kleineren Spitzmäuse Bienenvölker sehr gerne, um sich mit Bienen vom Rand der Wintertraube eine nachhaltige gute Nahrung zu beschaffen. Durch rechtzeitiges Anbringen von Fluglochkeilen mit 6mm Höhe der Öffnung oder durch Anbringen eines punktgeschweißten Drahtgitters (6mm Maschenweite) vor das Flugloch können diese ungebetenen Gäste in der kalten Jahreszeit problemlos ausgesperrt werden.

 

Weitere Vorsorgemaßnahmen

Zum Schutz vor Meisen und Spechten kann vor die Flugfront ein grobmaschiges Kunststoff-Netz gespannt werden; mitunter werden dazu auch Gepäck-Netze für die Ladungssicherung bei PKW-Anhängern verwendet.

Gegen Schäden durch Waschbären, die in der Nähe zu Bienenständen in den vergangenen Jahren häufiger vorkommen, hilft ein sehr gut abgedichtetes / vollständig geschlossenes Bienenhaus oder eine gute Versicherung. Mitunter hilft auch nur ein Wechsel des Standortes. Am Bienenstand sollten im Wind klappernde Teile sowie schlagende Äste entfernt werden damit während der Winterruhe keine anhaltenden Erschütterungen bei Bienenvölkern verursacht werden können. Bei vielen Imkern sind die Bienenvölker in diesem Jahr in einem guten bis sehr guten Zustand. Der Winter kann kommen und die Vorbereitungen für die Honigvermarktung bis Weihnachten haben begonnen. Die Preise für Honig sind weiterhin gut und stabil. Die Teilnahme an einem der noch in verschiedenen Regionen angebotenen Honigkurse und Wachskurse wird im Hinblick auf die Erzeugung bester Produkt-Qualitäten generell und speziell auch für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Bienenwachskerzen sehr empfohlen.

Kontakt zum Autor: Erhard Härtl
Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern
Fachzentrum Bienen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit Dienstsitz am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Deggendorf
Tel.: 0991 208-159

Quelle: http://bienenkunde.rlp.de/Internet/global/themen.nsf/0/5B300A625864EBCEC1257FD5002FCF0D/$FILE/Infobrief_2017_26.pdf

~Info-Brief 25-2017

für die 38. KW
22. Sep. 2017

Was zu tun ist:

  • Futtervorrat kontrollieren
  • Pollenversorgung sichern
  • Varroa-Befall kontrollieren und behandeln

Met und seine Vermarktung

Hohenheim (kw) Bei kaum einem anderen Getränk ist es heute möglich, so viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen zu erzeugen, wie beim Honigwein bzw. Met. Entscheidend für den Aufbau eines Honigweins und seinen Geschmack sind folgende Hauptfaktoren:
– Honigsorte,
– Gewürzwahl,
– Wasserqualität,
– Gärbedingungen,
– Endalkoholgehalt und
– Restzuckergehalt.
Das sind nur die wichtigsten Kriterien. Dazu kommen die Lagerbedingungen, die Wahl der Hefe, das Füllverfahren und einiges mehr dazu. Dies alles ergibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, so dass kein Met dem anderen gleicht. Anders ausgedrückt: wenn aus einer identischen Honigsorte zehn Imker versuchen einen Honigwein herzustellen, dann werden auch 10 unterschiedliche Produkte entstehen. Um trotzdem seinem Kundenkreis eine nahezu gleichbleibende Geschmacksrichtung anbieten zu können, ist es wichtig, laufend Aufzeichnungen zu führen, um sich damit ein festgelegtes Rezept zu schaffen. Für welche Herstellungsart und welche Produktrichtung sich der Imker auch immer entscheidet, wichtig ist, dass nur reintöniger, fehlerfreier Met auf den Markt kommt. Durch schlechte Qualitäten wird der Konsument nachhaltig vergrämt und ihm so die Neugier auf einen erneuten Metkauf genommen. Damit dies gelingt, ist es notwendig, sich ein fundiertes Fachwissen über Gärtechnik und Kellerwirtschaft anzueignen. Der Met Ansatz in der Gärphase ist quasi ein Lebewesen, dem es möglichst gut gehen sollte. Deshalb muss der Imker die entscheidenden Einflussfaktoren kennen. Hilfreich sind hier die wenigen Fachbücher, die der Buch-handel bietet und natürlich der Besuch von entsprechenden Kursen.

Ein großes Problem, das die Weinwirtschaft seit langem gelöst hat, ist die Beschreibung von typischen Geschmacksrichtungen. Jeder Weinliebhaber kann sich unter einem Trollinger oder Spätburgunder, einem Sauvignon oder Riesling in etwa vorstellen, welches Produkt er nach der Bestellung im Restaurant im Glas erwarten wird. Beim Met fehlt dies leider vollständig und es ist in dieser Richtung auch keine Regelung in Sicht. Der Metkäufer wird letztendlich mit einem Produkt konfrontiert, dass er zunächst nicht einordnen kann und von dem er vielleicht auch eine ganz andere Vorstellung hat. Es bleibt also ein gewisses Restrisiko, ob man mit einer Geschmacksrichtung konfrontiert wird, die man positiv oder eher negativ bewertet. Immer wieder hört man von Mitmenschen, die, wenn man sie auf Met anspricht, kopfschüttelnd abwinken und sagen: „kenn ich, schmeckt mir nicht“. Offensichtlich ist beim ersten Kontakt mit diesem Produkt etwas schief gegangen. Es fehlen uns einfach Kriterien, die im Vorfeld die Geschmacksrichtung definieren könnten.

Was also tun? Damit es möglichst vielen schmeckt, sollte der Imker nicht versuchen, extrem trockene, also Restzucker arme Honigweine oder nur schwach alkoholische Qualitäten herzustellen. Erfahrungsgemäß liegt man mit einem moderaten Restzuckergehalt um 120 g/l und einem Alkoholgehalt um 15%, im richtigen Bereich. Wichtig ist auch die Farbe, die goldgelb am attraktivsten erscheint. Das landläufige Image, Met ist eher lieblich, schmeckt nach Honig, hat eine eher dunklere Färbung und ist alkoholreich, wird damit erreicht. Eher unangenehm und abstoßend werden ein zu hoher Zuckergehalt, vor allem aber ein Zuviel an Gewürzen empfunden. Wir wollen ja keine Glühweintypen herstellen. Der Imker als Hersteller neigt auch etwas dazu, das entstandene Produkt eher positiv zu sehen. Er hat ja auch viel Zeit, Arbeit und natürlich auch Honig investiert. Es empfiehlt sich aber immer, eine neutrale Bewertung in gemütlicher Runde im Bekanntenkreis durchzuführen, bevor der Met z.B. auf dem Weihnachtsmarkt angeboten wird. Dies gilt vor allem für die Neueinsteiger.

Da der Konsument auch mit dem Auge kauft, ist auf die Flaschenpräsentation großen Wert zu legen. Hier bietet der Handel eine große Auswahl an Größen und Formen an. Viel Phantasie kann man bei der Gestaltung eines zur Flasche passenden Etiketts entwickeln. Hier lohnt sich auch eine Erkundungstour durch den gut sortierten Getränkehandel, die einem reichlich optische Anregungen geben kann.

Kontakt zum Autor: Klaus.Wallner@uni-hohenheim.de

Universität Hohenheim
Landesanstalt für Bienenkunde
August-von-Hartmann-Str. 13
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Standbesichtigung im Sep. 2017 bei Gerd Gulich

Standbesichtigung bei Vereinsmitglied Gerd Gulich

Mittlerweile zur schönen Tradition ist die Standbesichtigung bei einem der Vereinsmitglieder in den Sommermonaten geworden. In diesem Jahr wetterbedingt erst am 15. September trafen sich mehr als 20 Mitglieder in den frühen Abendstunden bei Gerd Gulich in Kleinreinsdorf. In herrlicher Lage und bei gutem Wetter versammelte man sich um dessen Völker. Gerd Guhlich, der das Handwerk vom Vater mitbekommen und übernommen hat, ist ein Imker mit Leib und Seele und hatte einiges zu zeigen und zu erklären. Denn wie heißt es so schön: „Drei Imker, vier Ansichten …“. So war es vor allem für diejenigen von uns, die das Hobby noch nicht so lange betreiben, auch eine interessante Lehrstunde. Außerdem beteiligt sich Gerd Gulich an einem deutschlandweiten Projekt, bei dem mittels einer zur Verfügung gestellten Stockwaage, Daten direkt aus einem Bienenstock per Satellit an zentrale Stelle übermittelt werden und so ein Controlling-Netzwerk aufgebaut und verschiedene Daten ausgewertet werden können. Auch das konnte man sich anschauen. Nach der Besichtigung wurde noch bei Rostern und Grillfleisch gefachsimpelt. Danke an Gerd Gulich und Mike Schaller, der bei den Vorbereitungen mit geholfen hat und am Rost stand, für diesen schönen und interessanten Abend.

Antje Dunse

~Info-Brief 24-2017

für die 38. KW
15. Sep. 2017

Am Bienenstand – Bienenwachs und Mittelwände
Ein Gastbeitrag von Dr. Sebastian Spiewok

Berlin(ssp) Die Qualität des Bienenwachses ist seit den jüngsten Wachsverfälschungen wieder ein viel diskutiertes Thema. Ein Rückblick: Von 2015 bis in dieses Jahr hinein haben in Deutschland mindestens vier Hersteller Mittelwände aus Wachs mit erhöhten Paraffin-oder Stearinanteilen auf den Markt gebracht. Auch in den Nachbarländern sorgte vor allem Wachs mit Stearin für Aufsehen. Die daraus gefertigten Mittelwände schädigen die Brut, wie Studien in Belgien inzwischen belegt haben. Die Königin bestiftet flächig die Brutwaben, doch junge Brut stirbt ab. Dadurch entsteht ein löchriges Brutbild, das auf den ersten Blick leicht mit Inzucht oder Brutkrankheiten verwechselt werden kann. Mancher Imker wird daher heute noch die Ursache für seine Probleme nicht erkannt haben. Analysen können hier für Aufschluss sorgen, doch leider sind sie nicht ganz billig. Mit dem sogenannten Thie-Test können Sie das Wachs aber grob auf Stearinzusatz überprüfen. Dazu legen Sie ein Stück Mittelwand mithilfe eines Gewichts über Nacht in Wasser. Erscheint am nächsten Tag auf dem getrockneten Wachs eine weiße Schicht, die Sie nicht wie die bekannte Wachspatina mit einem Haarfön entfernen können, ist es sehr wahrscheinlich mit Stearin versetzt.

 

Qualität fördern

Zurzeit trauen einige Mittelwandhersteller dem Wachs der Imker nicht, weil darin gestrecktes Wachs gelandet sein könnte. Sie greifen lieber auf Importware mit Zertifikat zurück. Auf der anderen Seite mistrauen nicht wenige Imker den Herstellern, da Importware die jüngsten Probleme schließlich erst ausgelöst hatte. Um die Situation zu klären, sind Anstrengungen von vielen Seiten nötig. Grundsätzlich sind die Hersteller und Händler für die Qualität ihrer Produkte verantwortlich. Diese können sie durch ein entsprechendes Qualitätsmanagementsystem sicherstellen. Imker sollten beim Einkauf von Mittelwänden verstärkt auf Qualität achten. Die einzelnen Auslobungen, mit denen Mittelwände beworben werden, sollen im Folgenden kurz erläutert werden.

Pestizidfrei: Es gibt vermutlich kein gänzlich pestizidfreies Bienenwachs. Korrekt wäre daher die Angabe einer Bestimmungsgrenze, oberhalb derer keine Pestizide gefunden wurden.

Pestizidarm: Für Bienenwachs im Imkereibereich wurden keine Höchstmengen für Rückstände festgelegt. Es gibt auch keine gesetzliche Definition des Begriffes „pestizidarm“. Daher darf im Prinzip jedes Wachs „pestizidarm“ genannt werden. Nur ein Blick auf ein beigelegtes Analysezertifikat zeigt, nach welchen Rückständen mit welcher Bestimmungsgrenze gesucht wurde.

Varroazidfrei: Varroazide machen zwar den Löwenanteil der Rückstände aus, aber andere mögliche Belastungen fallen bei dieser eingeschränkten Analyse unter den Tisch. Das kann durchaus problematisch sein. Ein Beispiel: Afrikanisches Bienenwachs ist zwar meist frei von Varroaziden, in manchen Fällen enthält es jedoch recht hohe Rückstände einzelner Wirkstoffe aus der Landwirtschaft oder der Mückenbekämpfung.

Biowachs: Da die EG-Ökoverordnung nur Lebensmittel betrifft, fällt Bienenwachs nicht in deren Geltungsbereich. Folglich gibt es auch kein Bienenwachs mit Ökosiegel. Die einzige bestehende Regelung für „Biowachs“ ist, dass es aus zertifizierten Bioimkereien stammen muss –Höchstgrenzen für Rückstände fehlen. Belastetes Biowachs kann also nicht beanstandet werden. Die Bioverbände gehen in ihren Bestimmungen allerdings über die Regelungen der EG-Ökoverordnung hinaus. So dürfen Mittelwände bei Bioland und Demeter nur aus Entdeckelungs- und Naturbauwachs bestehen. Auf diese Weise wird einer eventuellen Anreicherung von Schadstoffen vorgebeugt.

„100 % Bienenwachs“ oder „reines Bienenwachs“: Jeder Imker erwartet natürlicherweise, dass in Mittelwänden aus Bienenwachs nur Bienenwachs enthalten ist. Das mag in der Regel auch der Fall sein. Aufgrund eines fehlenden Standards für Bienenwachs in der Imkerei bieten in einem Rechtsstreit aber auch diese Aussagen allein momentan keine Sicherheit. So ist das Wort „rein“ mehrdeutig, da es schlicht bedeuten kann, dass das Wachs frei von Schmutzpartikeln ist.

Zertifikate: Wenn Sie entsprechend ausgelobte Ware kaufen, sollten Sie sich die jeweiligen Versprechen belegen lassen. Inzwischen legen viele Händler Zertifikate bei oder stellen diese auf ihrer Internetseite bereit. Fehlt ein solcher Nachweis, sollten Sie den Hersteller oder Händler darauf ansprechen. Achten Sie darauf, dass die Analysen von einem bekannten europäischen Labor durchgeführt wurden. Außerdem sollten Sie bei Zertifikaten mit lange zurückliegendem Datum stutzig werden. Überprüfen Sie die angegebenen Rückstandsuntersuchungen auf deren Umfang: Die Analysen sollten neben den international eingesetzten Varroaziden auch eine große Palette an Pflanzenschutzmitteln und Bioziden umfassen.

 

Ein Standard fehlt

Im Rahmen der jüngsten Affäre hat sich erneut gezeigt, dass im Imkereibereich ein Standard fehlt, der die Qualität von Bienenwachs definiert. Ist das Wachs gestreckt, hat der Imker aufgrund des Fehlens eines festgelegten Standards keine Handhabe in einem Rechtsstreit – es sei denn, die Mittelwände erfüllen ihre Funktion nicht, da sie zusammensacken oder die Brut abtöten. Um einen gesetzlichen Standard festzulegen, müssten die zuständigen Behörden Akteure aus Imkerei, Politik, Analytik, Wissenschaft und Handel an einen Tisch bringen. Damit dies geschieht, müssen die Imkerverbände am Ball bleiben. Bislang zeigten sich die Behörden hinsichtlich eines gesetzlichen Standards jedoch eher zögerlich. Eine Variante wäre daher die Einführung eines freiwilligen Standards, dessen Einhaltung durch eine unabhängige Stelle überprüft wird.

 

Offener Wachskreislauf

In den Imkereien beginnt mit der Einwinterung der Bienen nun auch die Zeit der Wachsverarbeitung. Im Rahmen der Wabenhygiene sind viele Altwaben angefallen. In einigen Imkereien wartet auch das Entdeckelungswachs aus der Honigernte noch darauf, eingeschmolzen zu werden. Wer sein Altwabenwachs vom Entdeckelungs- und Naturbauwachs noch getrennt aufbewahrt, sollte es am besten auch gesondert weiterverarbeiten: Das frische Entdeckelungswachs verwenden Sie zur Herstellung von Mittelwänden; das Wachs aus den Altwaben, in denen bereits eine Mittelwand steckt, sollten Sie hingegen aus dem Kreislauf entfernen. Sie können daraus beispielsweise Kerzen herstellen.

Der Grund für diese Trennung ist, dass Rückstände aus der Umwelt und von synthetischen Varroaziden ins Wachs übergehen können. Wird das Wachs immer wieder recycelt, können sich die Rückstände darin anreichern. Indem man das Altwachs in einem offenen Kreislauf systematisch aussortiert, oder dessen Anteil zumindest immer wieder deutlich reduziert, verhindert man eine solche Anreicherung. Mit der Beschränkung auf Entdeckelungs- und Naturbauwachs erhalten Sie Mittelwände aus Wachs besonderer Qualität.

 

Ein weiteres Standbein

Auch Imker sollten verantwortungsvoll mit ihrem Wachs umgehen und Qualitätswachs produzieren. Kerzenreste oder andere Fremdmaterialien haben im Wachskessel nichts verloren. Ein mittelfristiges Ziel könnte der Auf-bau einer größeren Wachsproduktion in Deutschland sein, denn mit einer Betriebsweise ohne synthetische Varroazide, wie sie in Deutschland weit verbreitet ist, können hiesige Imker vermutlich eine besonders gute Wachsqualität liefern. Denkbar wäre beispielsweise auch der Aufbau von Wachserzeugergemeinschaften. Hierzu sollte sich die Sicht auf den Wert des Wachses ändern – sei es in ideologischer, biologischer oder auch in finanzieller Hinsicht: Bienenwachs ist ein besonderer Naturstoff, der ein wichtiger Bestandteil von Bienenvölkern ist und als Ware wieder einen guten Preis erzielt. Um das zu erreichen, sollte die Produktion von Bienenwachs entsprechenden Raum in den Imkerschulungen bekommen. Es lohnt sich also, das Schulungsprogamm gegebenenfalls um diesen Punkt zu erweitern.

 

Umfrage zu Bienenwachs

Das Deutsche Bienen-Journal führt aufgrund der aktuellen Thematik eine Umfrage über die Verwendung von Wachs und Mittelwänden in der Imkerei durch. Hierzu liegen bislang kaum Daten vor. Wir würden uns freuen, wenn Sie unter www.bienenjournal.de an dieser Umfrage teilnehmen. Wer sich zudem genauer über die jüngsten Wachsverfälschungen, deren Quellen und Auswirkungen sowie generell über das Thema Wachsqualität informieren möchte, findet dazu auf der Internetseite Informationen unter der Rubrik „Fachberichte“ im Dossier „Wachsskandal“.

Kontakt zum Autor: sebastian.spiewok@bauernverlag.de

Deutsches Bienen-Journal
Postfach 310448
10635 Berlin
Tel.: 030 464 06 342

~Info-Brief 23-2017

für die 37. KW
8. Sep. 2017

Was zu tun ist:

  • Auffütterung abschließen
  • Befallskontrolle
  • Behandlung nach der Auffütterung

 

Am Bienenstand – Varroabehandlung

Münster (mh) Nach der ersten bereits erfolgten Sommerbehandlung der Bienenvölker mit Ameisensäure 60 % ad us. vet. nach der Honigernte, sollte sich eine regelmäßige Befallskontrolle über die Sichtung und Zählung gefallener Milben auf der Bodeneinlage anschließen. Auch eine Bienenprobe gibt genauere Informationen über den Befallsgrad im Volk. Die zweite Behandlung mit Ameisensäure (60%ig) erfolgt im Anschluss an die Auffütterung. Für diese Behandlung liegt die empfohlene tägliche Verdunstungsmenge bei sechs bis zehn Milliliter Ameisensäure über einen Zeitraum von zehn Tagen, dies entspricht einer Menge von durchschnittlich 80 ml pro besetztem Raum (ca. 40 l in einer Kunststoffbeute mit 11 Waben). Über die Dochtgröße ist die Verdunstungsmenge gut steuerbar. Diese Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf den Nassenheider Verdunster, eingeschraubt im Leerrähmchen und im Anschluss an eine Deckwabe eingehängt. Beim Einsatz anderer Verdunstertypen bitte die Gebrauchshinweise beachten. Es gibt seit Jahren eine Vielzahl an Varianten. Schlussendlich ist der Behandlungserfolg, mit dem Ziel im Oktober/November durchschnittlich einen täglichen Milbentotenfall von weniger als 0,5 Milben zu erreichen, von entscheidender Bedeutung. Die Handhabung und Einstellung der Verdunstungsmenge erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Trotzdem ist der Wirkstoff Ameisensäure 60% ad us. vet. das Mittel der Wahl für eine erfolgreiche Reduktion der Milbenpopulation in den Sommermonaten und sichert die Gesunderhaltung der schlüpfenden Winterbienen. Die Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Säuren sollten ohne Einschränkung eingehalten werden. Dazu gehören: die Verwendung der gebrauchsfertigen Lösung, das Tragen von Schutzkleidung (Kittel, festes Schuhwerk), Schutzhandschuhen und Schutzbrille und das Bereitstellen von Wasser, um Säurespritzer sofort abwaschen zu können. Ameisensäure immer im Originalgebinde und für Kinder unerreichbar und unter Verschluss aufbewahren. Die Verwendung der gebrauchsfertigen Lösung (Serumwerk Bernburg, Andermatt Biovet) garantiert die Qualität des Tierarzneimittels, die Herstellung unter den Vorgaben des europäischen Arzneibuchs und damit keinerlei Kontamination mit Schwermetallen und anderen industriellen Abfallstoffen.

Für die Behandlung der Varroose im Sommer bzw. Spätsommer sind nun auch weitere Medikamente zugelassen worden. Dazu gehören Polyvar® von Bayer mit dem Wirkstoff Flumethrin und Apitraz® von Calier mit dem Wirkstoff Amitraz. Es ist davon auszugehen, dass bei beiden Medikamenten zunächst eine ausreichende Wirksamkeit zu verzeichnen ist. Allerdings steigt bei mehrjähriger Verwendung das Risiko der Bildung von Resistenzen, was besonders in Gebieten mit hoher Bienendichte zu schwerwiegenden Problemen in der medikamentösen Varroabekämpfung führen kann.

Kontakt zur Autorin: marika.harz@lwk.nrw.de

~Info-Brief 22-2017

für die 35. und 36. KW
25. Aug. 2017

 Was zu tun ist:

  • einfüttern
  • Alt-Waben einschmelzen
  • Honig rühren und ggf. abfüllen
  • im Lager Ordnung schaffen
  • Anstriche erneuern

 Am Bienenstand – Wintereinfütterung

Das richtige Winterfutter

Hohen Neuendorf (jr) Mit dem Ziel, die Winterverluste zu reduzieren, hat Heinrich Freudenstein (1863-1935) um 1900 die Zuckerfutter-Überwinterung eingeführt –mit Erfolg. Denn nicht alle Honige eignen sich als Winterfutter. Namentlich die Honigtau-Honige belasten aufgrund ihres hohen Gehaltes an Ballaststoffen die Kotblase besonders stark und führen häufig zur Darmerkrankung „Ruhr“. Blütenhonige sind als Winterfutter wesentlich besser geeignet und sollten nicht komplett abgeerntet werden. Ein Vorrat an Blütenhonig von 5-10kg (2 bis 4 volle Honigwaben zzgl. Futterkränze auf Brutwaben) je nach Beutenvolumen kommt insbesondere der Brutaufzucht im Frühjahr zugute. Denn für selbige ist hochwertiges Futter gefragt. Im Winter wird dagegen die Nahrungsenergie vorrangig in Wärmeenergie umgewandelt, Stoffwechselabbauprodukte sollten sich angesichts mangelnder Ausflugmöglichkeit in Grenzen halten.

An gutem Futter und an guten Königinnen soll der Imker nicht sparen. Fertigfuttersirup auf der Basis von Rohr- bzw. Rübenzucker, wie z.B. Apiinvert oder Ambrosia, hat sich bewährt. Futtersirup auf Stärkebasis ist zwar etwas billiger, weicht aber häufig von der für Bienen optimalen Zusammensetzung der verschiedenen Zuckerarten ab. Das Auflösen von Haushaltzucker in Wasser ist dagegen nicht mehr üblich – einerseits aufgrund des höheren Arbeitsaufwandes, andererseits wegen der höheren Räuberei-und Gärungsgefahr. Bio-Imker müssen natürlich entsprechend den Richtlinien ihres Verbandes zusätzlich auf die Produktionsverfahren achten. Keinesfalls sollte besonders billig angebotener Zucker verwendet werden, welcher aus dem Lebensmittelhandel aussortiert wurde oder aus Ladungsrückständen stammt. Zudem sind für den Erwerb loser Ware lebensmittelechte Transportgefäße zu verwenden, in denen zuvor nichts anderes enthalten war als Lebensmittel. Lose erworbenes Futter in ausgedienten Pflanzenschutzmittelbehältern zu transportieren ist nicht wirklich „preiswert“, sondern kann sich im folgenden Frühjahr als ziemlich teuer erweisen. Und schließlich sollte auch dem MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) Aufmerksamkeit geschenkt werden. Bei frischem Futter reicht das MHD bis zur Einfütterung im nachfolgenden Jahr. Werden nicht verbrauchte „Reste“ jedoch bei sommerlicher Temperatur bis zum nächsten Jahr gelagert, kann der HMF-Wert (Hydroxymethylfurfural) bedenkliche Werte annehmen.

Das richtige Futtergeschirr

Für Futtergeschirre gilt das gleiche wie für Transportgefäße: lebensmittelecht und niemals zweckentfremdet. Der Imkereifachhandel bietet verschiedene Modelle an, die in aller Regel eine Fütterung ohne Kontakt mit Bienen ermöglichen. So ist es kein Problem, wenn die Fütterung bis in die Dämmerung dauert, zumal die Fütterung vorzugsweise abends erfolgt. Meist werden diese Futtergeschirre als komplette Futterzarge oder als Futtertrog in einer Leerzarge oben auf die Beute gestellt. Der Zugang ist damit möglichst weit weg vom Flugloch, was die Räubereigefahr minimiert. Wichtig ist natürlich, dass die Beute bis auf Flugloch und Bodengitter dicht geschlossen wird. Auch darf das Flugloch nicht größer sein, als es sicherbewacht werden kann. Zudem sollten alle Völker am Stand gleichzeitig mit Futter versorgt werden.

Beim Futtergeschirr kann der Imker tatsächlich mal sparen. Denn stapelbare Futtereimer oder ebensolche Salatschüsseln vom Imbisstand kosten (fast) nichts und benötigen im Lager kaum Platz. Diese stehen in einer Ecke der aufgesetzten Zarge, damit es die Bienen über die Zargenwand leicht haben, zum Futter zu gelangen. Die auf den Völkern liegende Gaze oder Folie wird für diesen Zweck etwas nach vorn zum Flugloch gezogen, so dass an der Beutenrückwand über alle Wabengassen hinweg ein Durchgang nach oben entsteht. Die Abdeckung bleibt so in der Beute verfügbar und der Futterbehälter wird nirgends angebaut. Als Schwimmer dient überständiges Gras, das zum Vogelnest geformt wird, so dass die Futteroberfläche bedeckt ist und die Enden der Halme über den Gefäßrand überstehen. Stroh ginge zwar auch, ist aber möglicherweise mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Kunststoff-Schwimmer sind also überflüssig, zumal sie den Bienen an der Innenwand des Gefäßes keinen Halt bieten. Sofern sich hier Feuchtigkeit niederschlägt, können sie den Futterbehälter nicht mehr verlassen. Bzgl. Vermeidung von Räuberei gelten natürlich die gleichen Hinweise wie oben beschrieben.

Ein Futtergeschirr sollte mindestens 4 l Lösung fassen. So braucht man nur 1-2mal pro Woche füttern, um Mitte September fertig zu sein. Danach kommt es oft zu plötzlichen Temperaturstürzen. Wer dann nicht fertig ist, schafft sich und seinen Bienen Probleme. Man bedenke, dass die Natur eine so späte massive Futtereinlagerung nicht vorgesehen hat. Schließlich sollen die Sommerbienen das Futter verarbeiten, dagegen die im August/September erbrüteten Winterbienen geschont werden. Diese müssen im Frühjahr volle Leistung bringen! Die mehrfache Nachfütterung dient gleichzeitig der Kontrolle der Futterabnahme. Nachzügler fallen so rechtzeitig auf und können kontrolliert werden. Häufig liegt die Ursache mangelnder Futteraufnahme in Weisellosigkeit begründet oder weil das Volk einfach zu schwach ist. Hierfür gibt es wiederum mehrere Ursachen: hoher Varroa-Befall, mangelnde Leistungsfähigkeit der Königin oder unzureichende Entwicklungsbedingungen für das (Jung-)Volk. Gelegentlich haben die Völker aber auch schon zu große Vorräte –insbesondere infolge einer Melizitose-Tracht, mit der im Zuge des Klimawandels zumindest an wald-nahen Standorten wohl öfter zu rechnen sein wird. Melizitose-(Zement-)Honig ist für die Überwinterung jedoch denkbar ungeeignet.

Bei manchen Völkern bleibt das Futter nach der ersten Futtergabe einfach unberührt, weil sie es nicht finden. Deshalb ist es sinnvoll, bei der ersten Futtergabe etwas Futter über den Aufstieg bis zum Bienen-sitz zu verkleckern und ihnen so den Weg zu weisen.

Die richtige Futtermenge

Die erforderliche Futtermenge ist Erfahrungssache. Sie schwankt von Jahr zu Jahr und hängt von vielen Faktoren ab:

  • Volksstärke,
  • Wärmeleitfähigkeit der Beute,
  • Einzelaufstellung oder durch ein Bienenhaus u.ä. geschützte Aufstellung im Block,
  • klimatische Bedingungen,
  • Beginn und Dauer der Einfütterung,
  • Umfang des belassenen Honig-Vorrates,
  • Beginn der ersten Haupttracht im Folgejahr.

Ferner gilt es zu unterscheiden zwischen eingefütterter Futterlösung, dafür verwendeter Zuckermenge und in den Waben eingelagertem Futter. Zusätzlich variieren die Verhältnisse zwischen diesen Größen in Abhängigkeit von der Futterkonzentration, dem Umfang einzelner Futtergaben und dem Zeitraum der Einfütterung. Eine allgemeingültige Aussage zur erforderlichen Futtermenge ist daher nicht möglich. Dennoch seien zur Orientierung einige Beispiele genannt: So erhalten z.B. einzargig überwinternde Bienenvölker in mittleren Lagen in den gut wärmedämmenden Kunststoff-Magazinbeuten mit Drahtgitter-Boden bei o.g. Mindestvorrat und zügiger Einfütterung 14kg Futtersirup „Apiinvert“ bzw. „Ambrosia“ (= 10kg Zucker), zweizargig überwinternde 21kg (= 15kg Zucker). Gleiches gilt für Hinterbehandlungsbeuten. Völker in freistehenden Holzmagazinen benötigen unter sonst gleichen Bedingungen etwa 1-2kg mehr. Bei zügiger Einfütterung rechnet man 1 Tag pro kg Futtersirup für die Aufnahme und Verarbeitung. Bei Einfütterung über einen längeren Zeitraum kommt es durch unterschiedliche Nutzung noch verfügbarer Tracht und unterschiedlich starken Bruteinschlag zwischen den Völkern zu einer größeren Streuung des späteren Futtervorrates.

Gerade in den letzten Jahren hat es sich wieder bewährt, reichlich einzufüttern, statt den Traum der Imkerei im Frühjahr zu begraben. Da Einsteiger im Frühjahr leicht unruhig werden, ob das Futter reicht: Wiegen Sie ihre Völker vor und nach der Einfütterung ohne Futtergeschirr. Wer die Anschaffung einer sehr informativen elektronischen Stockwaage scheut, greift für wenige Euro zu einer digitalen Kofferwaage mit Anzeige im Griff und addiert das an 2 gegen-überliegenden Seiten durch geringes Ankippen ermittelte Gewicht. Sie haben es dann im Frühjahr leichter, wie ein Profi den Futtervorrat einzuschätzen. So werden insbesondere bei Messungen über mehrere Jahre unnötig das Volk belastende Frühjahrs-Fütterungen verzichtbar. Doch nichts ist unmöglich: Deshalb heben Sie ruhig etwas Futtersirup in einem kühlen Raum für den Ernstfall auf. Wird das Futter nicht benötigt, können Sie mit diesem im folgenden Spätsommer rechtzeitig mit der Einfütterung beginnen – selbst wenn sich die neue Lieferung mal verzögern sollte.

Kontakt zum Autor: Jens.Radtke@rz.hu-berlin.de
Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V.
Friedrich-Engels-Str.32
16540 Hohen Neuendorf
Tel.: (0 33 03) 29 38 38-

~Info-Brief 21-2017

für die 33. und 34. KW
11. Aug. 2017

 Was zu tun ist:

  • Jungvölker füttern und erweitern
  • Wintersitz der Bienenvölker vorbereiten
  • Honig pflegen
  • Winterfutter beschaffen
  • Räubereivermeiden

 

Am Bienenstand

Asiatische Wespe bedroht Bienenvölker in Europa

Vespa velutina

Münster (wm) Die asiatische Hornisse, Vespa velutina nigrithorax wurde im Jahr 2004 erstmals in Bordeaux, Frankreich, gesichtet. Wahrscheinlich wurde sie mit einem Transport aus ihrer Ursprungsheimat Asien zu uns gebracht. Hier macht sie das gleiche, was vor ihr schon viele andere Tierarten gemacht haben, und was wir Imker von der Varroamilbe zur Genüge kennen: sie fühlt sich wohl und breitet sich aus. Und genau wie die Varroamilbe werden wir auch die Asiatische Hornisse nicht mehr los. Rolf Witt, der wohl erfahrendste Wespenkenner in unserem Land schreibt im Web: „Vespa velutina wird inzwischen als Teil der französischen Fauna betrachtet. Eine Ausrottung wird nicht mehr für möglich gehalten, dagegen eine weitere Expansion als sicher angesehen.“

 

Ruhe bewahren!

Es ist schwierig, bei den vielen Veröffentlichungen, Bewertungen und Meinungen im Internet die Wahrheit zu erkennen. Oft sind Angst und Panikmache, Sensationshascherei und Medienwirbel die Hintergründe dafür, dass wir den sachlichen Blick auf das Thema verlieren. In Frankreich hat sich Vespa velutina bis zum Jahr 2007 massiv verbreitet. Danach sank die Populationsdichte wieder auf ca. 10% der Maximalwerte ab. Dieses Verhalten ist typisch für Tierarten, die einen neuen Lebensraum bevölkern. Die immer wieder kolportierten Schreckensmeldungen muss man relativieren, da nach Bewertungen von Fachleuten diese nicht verallgemeinert werden können. 13 Jahre bevölkert Vespa velutina Frankreich und Imker gibt es immer noch. Auch in den Herkunftsländern der Wespe wird weiterhin geimkert und Honig geerntet.

 

Kundig machen!

Vespa velutina nigrithorax ist von oben gesehen fast schwarz (daher der Name nigrithorax) und besitzt gelbe Fußglieder (Gelbfüßige Hornisse). Nur der Hinterleib ist an den letzten Segmenten gelb gefärbt. Von vorne angeschaut ist das Kopfschild deutlich gelb. Arbeiterinnen können 2,4 cm groß werden, Königinnen nicht über 3 cm. Damit ist Velutina kleiner als unsere heimische Hornisse, Vespa crabro.

 

Lebensweise

Die Lebensweise der Asiatischen Hornisse ähnelt sehr der Biologie unserer heimischen Arten. Begattete Jungköniginnen überwintern an geschützten Orten und gründen im Frühjahr ihr Nest. Die ersten Waben bauen sie selbst und auch die Brut wird von Ihnen mit tierischer Eiweißnahrung gefüttert. Erst wenn ihre ersten Töchterschlüpfen ist der Insektenstaat gegründet und die Arbeiten im Volk übernehmen die Arbeiterinnen. Im Spätsommerwerden dann Geschlechtstiere herangezogen, die Weibchen werden von den männlichen Wespen begattet. Das Muttervolk und auch die alte Königin sterben. Wie die Hornisse können die Völker von Vespa velutina ihren ersten Nistort verlassen und ein Filialnest gründen. Dies ist meist hoch in den Bäumen und wächst recht schnell heran. Auch wenn 10.000 Brutzellen in dem Nest gezählt werden können ist die Zahl der Hornissen selbst mit bis zu 1.000-2.000 gleichzeitig in einem Nest lebenden Individuen doch überschaubar. Wer mehr zur Biologie und Ökologie der Asiatischen Hornisse erfahren möchte, möge sich unter folgenden Links informieren:
hornissenschutz.de
Wikipedia
vespavelutina.eu

 

Wespenfallen helfen nicht!

Oft wird der Einsatz von Wespenfallen propagiert. Diese Wespenfallen sollen, gefüllt mit den unter-schiedlichsten „Zaubersäften“, Bienenvölker vor den Angriffen der Wespe schützen. Das Gegenteilwird der Fall sein, da die Wespen durch die Düfte der Flaschenfallen erst angelockt werden, nach der Nahrung suchen und dann auch die Fluglöcher der Bienenvölker finden. Diese Fallen sind nicht selektiv sondern locken alle an Aas und gärenden Säften interessierten Insekten an, vor allem auch geschützte Wespenarten.

 

Schuld ist die Globalisierung

Die Globalisierung unserer Welt wird immer wieder fremdländische Arten zu uns bringen, Varroa, der Beutenkäfer, Riesen Bärenklau, Drüsiges Springkraut, ja auch das Kaninchen in Australien gehört dazu und eben die Asiatische Hornisse. Keine dieser Eindringlinge sind wir wieder losgeworden und werden es auch nicht. Es ist gut, dass wir das akzeptieren und nicht in wilden Aktionismus verfallen. Besser ist es, Strategien zu entwickeln, wie wir uns und unsere Bienen gegen die potentiellen Bedrohungen schützen können.

 

Starke Völker sind der beste Schutz!

Der bessere Weg, sich vor dem Wespenüberfall zu schützen ist, nur gesunde und starke Völker zu halten und die Fluglöcher zu verengen. So kann die Fluglochwache ihre Aufgabe maximal gut erfüllen. Auch ist die Aufstellung unserer Völker zu überdenken. Eine verteilte lockere Aufstellung der Völker sowie viele kleine Stände machen es den Wespen schwer, alle Beuten zu finden und zu bejagen. Die Bienen sind so auch deutlich friedlicher und erfüllen durch die feinmaschige Aufstellung ihren ökologischen Auftrag als Allround-Bestäuber in bester Weise.

 

Aethina tumida

Der Kleine Beutenkäfer, Aethina tumida ist ein Schädling in Honigbienenvölkern und ursprünglich in Afrika, südlich der Sahara beheimatet. Er ist uns schon lange als Problem bekannt. Im Jahr 1996 wurde er in die USA eingeschleppt, 2002 nach Australien. Seitdem hat er sich dort in kürzester Zeit über weite Gebiete und in den USA auch über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet. Seit der Feststellung des Befalls in Kalabrien und Sizilien im Jahr2014 konnten die eingeleiteten Maßnahmen der italienischen Behörden zur Ausrottung des Käfers das erneute Auftreten in 2015, 2016 und 2017 nicht verhindern. Derzeit sind für 2017 amtlich fünf Fälle in der Region Kalabrien bestätigt (Stand: 04.08.2017). In Deutschland ist jeder Verdacht des Befalls anzeigepflichtig. Um Imker, Bienensachverständige und Behörden umfassend zu informieren, wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und dem Friedrich-Löffler-Institut eine Leitlinie herausgegeben. Die Broschüre „Leitlinie zur Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers (Aethina tumida) und der Tropilaelapsmilben“ kann unter www.apis-ev.de erworben werden. Des Weiteren stellt das Nationale Referenzlabor für Bienenkrankheiten am Friedrich-Löffler-Institut umfangreiches Informationsmaterial zum Thema unter https://www.fli.de/de/ zur Verfügung.

Kontakt zum Autor: werner.muehlen@lwk.nrw.de

Spendenaufruf
Wenn Sie mit unserer Arbeit zufrieden sind, würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung freuen.
Fachzentrum Bienen und Imkerei
Kreissparkasse Mayen BLZ: 576 500
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Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an.
Quelle:www.bienenkund.rlp.de

~Info-Brief 20-2017

für die 31. KW
28. Juli 2017

 Was zu tun ist:

  • In Regionen mit Trachtende:
    • Völker abernten
    • Futterkontrolle
    • Varroabehandlung beginnen
  • In Regionen mit Tracht:
    • Befallskontrolle
    • Varroabehandlung vorbereiten
  • Winterfutter besorgen

 

Am Bienenstand

Die Varroabekämpfung steht jetzt an!

Veitshöchheim (sb) Das Bienenjahr neigt sich nun langsam zu Ende. In vielen Regionen sind die Trachtquellen weitgehend versiegt. Entsprechend haben die ersten Imkereien in Regionen ohne Spättracht schon damit begonnen abzuräumen. Hier steht die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder Thymol also schon unmittelbar bevor. Aber auch in den Regionen mit noch vorhandener Tracht sollte die Varroaentwicklung und –bekämpfung frühzeitig berücksichtigt und eingeplant sein. Keinesfalls darf man sich von einem niedrigen Varroabefall in Nachbarständen täuschen lassen. Der Befallsgrad verschiedener Stände in einer Region kann sich sehr stark unterscheiden. Letztlich ist der Befallsgrad der Völker für den richtigen Zeitpunkt der Behandlung ausschlaggebend und nicht der jeweilige Trachtverlauf. Im letzten Infobrief (Infobrief2017_19 vom 28.07.2017) wurden die Methoden der Befallsbestimmung vorgestellt. Jetzt muss abhängig vom gewählten Verfahren der Befallsbestimmung und vom Befallsgrad reagiert werden. Hierfür können die Angaben von Schadschwellen zur Orientierung dienen. Diese Angaben sind natürlich nur grobe Näherungswerte, s. Tabelle.

Diese Werte können natürlich nur zur groben Orientierung dienen. Sie sind klar abhängig von dem jeweiligen Volkszustand. Ein schwaches Volk, mit gleichem, natürlichen Milbenabfall wie ein starkes Volk, ist deutlich stärker gefährdet.

Der Varroa an den Kragen

Nach dem Abräumen der Honigräume wird zuerst eine Futterkontrolle durchgeführt. Da wo Bedarf ist, einen kurzen Futterstoß geben. Dann kann es mit der Behandlung losgehen. Wichtig für die Behandlung der Völker ist die Anwendung von gut erprobten, wirkungsvollen Behandlungsvarianten. Eine gute Orientierung bieten die Behandlungskonzepte der Bieneninstitute, diese sind erprobte Konzepte die eine erfolgreiche Varroabekämpfung gewährleisten, z.B.:

Behandlungskonzept Bayern

Behandlungskonzept Hohenheim

Behandlungskonzept Kirchhain

Während bei der Behandlung der Völker mit Thymol fertige Tierarzneimittel zur Verfügung stehen, ist das bei der Ameisensäure anders. Neben dem Tierarzneimittel Mite Away Quick Strips®(MAQS®) ist die Anwendung von Ameisensäure 60% ad us. vet. in verschiedenen Anwendungsformen weit verbreitet. Hierbei ist aber nicht jede Anwendungsform gleich wirksam.

Eine größtmögliche Wirksamkeit der Ameisensäurebehandlung kann durch die Verwendung eines Verdunstersystems erreicht werden. Verdunster wie der Nassenheider professional, Nassenheider horizontal oder der Liebig-Dispenser zeigen sehr günstige Behandlungsergebnisse und bieten ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Verdunstersysteme werden nach dem Entfernen eventueller Wachsbrücken auf die Rähmchen aufgestellt. Als zusätzlicher Raum bietet sich eine Flachzarge oder ein umgedrehtes Futtergeschirr an. Es geht auch eine leere Vollzarge, aber je weniger zusätzlicher Raum umso besser. Die Verdunster verfügen über eine Skalierung an den Vorratsbehältern mit deren Hilfe die Verdunstungsmenge abgelesen werden kann und mit den in der Gebrauchsanweisung angegeben Werten für eine optimale Behandlung verglichen werden können. Die Behandlung erfolgt mit Ameisensäure 60% ad us. vet.! Alternativ zu den Verdunstern konnten auch mit dem Mite Away Quick Strip®(MAQS®) hohe und verlässliche Behandlungserfolge erzielt werden.

Video zur Behandlung mit dem Nassenheider professionell

 

Das Wetter unbedingt beachten!

Für Ameisensäure wie für die Thymolpräparate gilt, der Wirkstoff wird durch Verdunstung freigesetzt und diese ist von den Außentemperaturen abhängig. Für eine gute Wirksamkeit der Behandlung sind aus-reichend hohe Tageshöchsttemperaturen Voraussetzung! Hier kann das „Varroawetter“ bei der Entscheidung wann die Behandlung am besten durchzuführen ist helfen. Das Varroawetter gibt eine grobe Orientierung, ob für die jeweils gewählte Behandlungsvariante für den geplanten Zeitpunkt günstige Witterungsbedingungen bestehen. Natürlich kann das nur eine grobe Orientierung sein. Es ist eine Prognose und kann nicht die kleinklimatischen Bedingungen jedes Bienenstandes berücksichtigen. Das Varroawetter finden Sie unter: Zugang für Rheinland-Pfalz über www.bienenkunde.rlp.deZugang für Bayern über Varroawetter Bayern

Oder Zugang bundesweit über Postleitzahl auf: www.varroawetter.de

Kontakt zum Autor: stefan.berg@lwg.bayern.de

Schadschwellenbestimmung mit der Bodeneinlage im Juli (Landesanstalt für Bienenzucht Hohenheim):

< 5 Milben / Tag = „akut noch keine Gefahr“
5–10 Milben / Tag = starker Befall und Behandlung zeitnah durchführen.
10 Milben / Tag = sofortige Maßnahmen einleiten.

Spendenaufruf
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Aber auch die Konten der Fördervereine nehmen Spenden gerne an.
Quelle:www.bienenkund.rlp.de